Die geheimnisumwitterten „Bilderberger“ – Das Super-Netzwerk zur Ausrichtung des Westens – von Bernd Stracke

★★★ Widerstandsberichterstattung über die herrschenden, demokratischen Um- bzw. Zustände ★★★

Finanzmarkt- und Konzernmacht-Zeitalter der Plutokratie unterstützt von der Mediakratie in den Lobbykraturen der Geld-regiert-Regierungen in Europa, Innsbruck am 23.05.2015

Liebe® Blogleser_in,

Bewusstheit, Liebe und Friede sei mit uns allen und ein gesundes sinnerfülltes Leben wünsch ich ebenfalls.

Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen: http://www.genius.co.at/index.php?id=522 

Das Super-Netzwerk zur Ausrichtung des Westens

Die geheimnisumwitterten „Bilderberger“ kommen in die Jahre – Teil I

 

Von Bernd Stracke

Nichts stachelt die menschliche Neugierde mehr an als tatsächliche oder vermeintliche verborgene und geheime Mächte. Dies trifft speziell auch auf den Eliteclub der Bilderberger zu, die kürzlich in Chantilly, Virginia (USA), ihr 60. Treffen veranstalteten, und denen Kritiker mehr denn je unterstellen, Drahtzieher einer Weltverschwörung zu sein, ja sogar „einer der schrecklichsten Verschwörungen, die der Planet je gesehen hat“.[1] Wer sind nun „die Bilderberger“?

Unter den zwölf Millionen (!) Treffern, die Google beim Stichwort „Bilderberger“ binnen Sekunden auswirft, befindet sich auch deren offizielle Webseite[2], auf der sich die Bilderberger definieren als “kleines, flexibles, formloses, internationales, nicht für die Öffentlichkeit bestimmtes Forum, in dem verschiedene Standpunkte ausgedrückt werden können und wechselseitiges Verstehen erhöht wird.” Das Internet-Lexikon Wikipedia definiert die Bilderberg-Teilnehmer als „einflussreiche Personen aus Wirtschaft, Militär, Politik, Medien, Hochschulen und Adel“. Die meisten kommen aus der NATO-Zone, seit 1989 vermehrt auch aus anderen Staaten. Zwei Treffen fanden in Österreich statt – 1979 in Baden bei Wien und 1988 in Telfs in Tirol. Die jeweils rund 130 Teilnehmer – zwei Drittel kommen aus Europa, der Rest aus Nordamerika – werden laut offizieller Lesart so ausgewählt, dass eine „wohlinformierte, ausgeglichene Diskussion“ über vorgegebene Tagesordnungspunkte[3] sichergestellt wird. Es gilt wie beim ähnlich internationalistisch ausgerichteten und diskret operierenden Council on Foreign Relations[4] die Chatham-House-Roule. Diese Hausordnung stammt aus dem „Royal Institute of International Affairs“ in London, auch bekannt als „Chatham House“, einer „Denkfabrik“, die sich mit aktuellen Fragen des politischen Zeitgeschehens auf internationaler Ebene befasst und besagt, dass in allgemeinen Begriffen berichtet, aber niemals mit Namen zitiert werden darf – am besten gleich überhaupt nicht oder nur in Andeutungen.

Die Entstehung der Bilderberger

Bilderberg hat seinen Namen vom holländischen Hotel de Bilderberg in Oosterbeck-Arnheim, wo 1954 über Einladung von Prinz Bernhard der Niederlande[5] das erste Treffen stattfand.

Als Initiator gilt der Pole Dr. Joseph Hieronim Retinger (1888–1960), der das Noviziat der Jesuiten in Rom abschloss und später Politikberater sowie Gründer auch der „Europäischen Bewegung“ und des Europarats war. Der Erfolgsautor Andreas von Rétyi nennt Retinger „die graue Eminenz“, der man großen Einfluss bei wichtigen Zeitgenossen attestierte, obwohl sie nie ein offizielles Amt innehatte, nie viel Geld besaß und nie an öffentlichen Debatten teilnahm. „Ich erinnere mich, wie Retinger einst in den USA den Hörer in die Hand nahm und binnen kürzester Zeit einen Termin mit dem Präsidenten hatte“ erzählte einst Sir Edward Beddington-Behrens in der Grabrede für Retinger. In Europa habe Retinger freien Eintritt in jeden politischen Zirkel gehabt. Bilderberger-Spezialist und Buchautor Daniel Estulin („Die Bilderberger sind Feinde der Menschheit und müssen aufgehalten werden“) erwähnt, dass Winston Churchill mit „Rettinger, einem Jesuitenpriester und 33.-Grad-Freimaurer“ befreundet gewesen sei. Dennis Healey, früherer britischer Premierminister, zusammen mit Retinger Bilderberg-Mitbegründer und 30 Jahre lang Steuerungsausschuss-Mitglied, sagt selbst: „Zu behaupten, wir strebten nach einer Eine-Welt-Regierung, ist übertrieben, aber nicht gänzlich unfair. Wir in Bilderberg erkannten damals, dass wir uns nicht auf ewig gegenseitig für nichts bekämpfen und Menschen töten und Millionen heimatlos machen könnten. Wir waren der Überzeugung, dass eine einzige Gemeinschaft in der ganzen Welt eine gute Sache wäre.“

Wisnewski stellt hingegen den Vergleich an, dem zufolge ein Schiff umso eher unsinkbar ist, je mehr voneinander unabhängige Zellen der Schiffsrumpf besitzt. Gibt es im Rumpf keine Schotten, also wasserdichte Querwände, reicht ein einziger Wassereinbruch aus, um das Schiff zum Sinken zu bringen. Das gleiche gelte für die Menschheit: Je mehr „Schotten“, also Grenzen, eingerissen würden und je mehr Nationen zu größeren Einheiten zusammengefasst würden, desto gefahrenanfälliger würden diese immer größeren Staatensysteme sein. Genau dieser Theorie der Globalisierung würden aber Retinger und seine Bilderberger-„Komplizen“ in die Hände arbeiten.

Betreffend die jesuitische Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Bilderberger baut Wisnewski eine nicht so einfach von der Hand zu weisende, bis in die heutigen Tage reichende Indizienkette auf, der zufolge sich schon die 1948 von der Rockefeller-Stiftung gegründete Vorläufer-Organisation der Bilderberger, das „American Committee for a United Europe“ (ACUE) in erster Linie aus Geo- und Geheimdienststrategen rekrutierte. Namen gefällig? Der CIA-Gründer William Donovan, der spätere CIA-Chef Allen Dulles, der erste CIA-Direktor Walter Bedell Smith und der Präsident der jesuitischen Fordham University Robert Ignations Gannon. Der unscheinbare Retinger trommelte im selben Jahr, also 1948, in Den Haag 800 (!) Delegierte zur Gründung der „European Conference on Federation“ zusammen – die Eröffnungsrede hielt Winston Churchill. Wenige Jahre später stand ein gewisser Robert Schuman, an einem Jesuitengymnasium in Luxemburg ausgebildet, an der Wiege der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, der EU-Vorläuferin. 1958 wurde Schuman erster Präsident des Europäischen Parlaments. Vom Bilderberger und Öl-Magnaten George Mc Ghee ist ein Zitat überliefert, wonach die Römischen Verträge[6] auf den Bilderberg-Tagungen geboren wurden.

Ablauf der Tagungen und Finanzierung des „Clubs“

In den jeweils dreitägigen Bilderberg-Konferenzen werden Fragen der Weltwirtschaft und der internationalen Beziehungen besprochen. Nach jeder Konferenz bekommen aktuelle und frühere Teilnehmer ein zusammenfassendes Protokoll sowie zusätzlich eine erläuternde, besonders vertraulich zu behandelnde Schrift zugesandt, deren Inhalt die Teilnehmer im Laufe des folgenden Jahres gemäß den in den Synthesen ausgegebenen Strategien im jeweiligen politischen, unternehmerischen oder anderen Umfeld in ihren Heimatländern implementieren sollen.

„Die Kosten für die Aufrechterhaltung des kleinen Sekretariats sind vollständig von privater Seite abgedeckt,“ so die offizielle Homepage. Einzelne Bilderberger erklärten in Interviews stets, dass Steuerzahler niemals in irgendeiner Weise belastet worden seien, und leiteten daraus wohl das „Recht“ ab, dem Steuerzahler jegliche Information darüber vorzuenthalten, was hinter gepolsterten Türen allenfalls gemauschelt wird.

Die Öffentlichkeit sehr überraschte daher vor wenigen Wochen der deutsche Altbundespräsident Walter Scheel, 93, als er der Zeitschrift „Mysteries“ Einblick in seine bislang streng vertraulichen Bilderberg-Dossiers gewährte. Resultat: Die angeblich privat finanzierten Konferenzen wurden jahrelang doch mit deutschen Steuergeldern unterstützt. Im Bundesarchiv in Koblenz sichteten die Rechercheure 30 Archivbände mit Scheels Verschlussdokumenten, darunter auch vertrauliche Protokolle über das Bilderberger-Treffen 1980 in Aachen. Den Papieren zufolge veranstalteten der damalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau, und der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher jeweils Festessen für die Konferenzteilnehmer. 9.500 DM ließ das Bundesaußenministerium für das leibliche Wohl der Bilderberger springen. Für das Mittagessen der rund 140 Gäste am 19. April 1980 brachte die nordrhein-westfälische Landesregierung ebenfalls rund 9.000 Steuer-DM auf. Ironie des Schicksals: Am selben Tag berichtete die „Frankfurter Allgemeine“ nichts ahnend das Gegenteil: Ausdrücklich wurde in Aachen der private Charakter der Konferenz betont. Sie erhalte keine Regierungsmittel, sondern Unterstützung von Einzelpersonen, Gesellschaften und Stiftungen. Falsch! Scheels Akten zufolge trug die deutsche Regierung unter Helmut Schmidt den Löwenanteil der Kosten dafür. Internes Protokoll vom 26. November 1979: „Die Bundesregierung hat durch Staatsminister Wischnewski zugesagt, für Bilderberg 80- bis 100.000 DM zur Verfügung zu stellen.“ Weiters erstellten Außenamts-Mitarbeiter jahrelang Redeentwürfe für den amtierenden Bilderberg-Vorsitzenden und ließen den Außenamt-Sprachendienst auch die Konferenz-Arbeitspapiere übersetzen – in mehrere Sprachen. Der aktuelle Clou: Kurz vor Druckbeginn untersagte jetzt Scheel dem Magazin überraschend die Reproduktion seiner Akten. Mysteries-Herausgeber Luc Bürgin ließ sich allerdings keinen Maulkorb verpassen: Zusammen mit Kopp Online (http://info.kopp-verlag.de) veröffentlichte Mysteries das brisante Papier aus Scheels Nachlass erstmalig und unzensiert als PDF-Download[7]

Übrigens musste auch der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU Fraktion Eckardt von Klaeden zugeben, dass seine Kosten für die Teilnahme an der Bilderberg-Konferenz 2008 vom Deutschen Bundestag bezahlt wurden. Der Aufforderung einer Bürgerin, dieses Geld zurückzuzahlen, kam Klaeden natürlich nicht nach.

Ob nicht nur der deutsche, sondern auch der österreichische Steuerzahler für die „armen“ Bilderberger in die Tasche greifen durfte, interessierte auch den Autor dieses Genius-Lesestücks. Er fragte daher einige prominente österreichischen Bilderberger[8]:

  • Wie wird die Teilnahmekostenfrage (Anfahrt, Hotelunterbringung, Verpflegung, Tagungskosten, Bodyguards) in der Einladung abgehandelt?
  • Welche Teilnahmekosten haben Sie aus Ihrer privaten Tasche bezahlt?

Wie nicht anders zu erwarten, wurden die Fragen überhaupt nicht oder nur ausweichend beantwortet. Sämtliche von „Genius“ kontaktierten Österreich-Bilderberger ließen sich die Chance entgehen, sich vom Verdacht reinzuwaschen, auf Steuerzahlers Kosten Netzwerkarbeit betrieben zu haben.

Was ist eine Verschwörung?

Läuft die Welt zufällig und „ganz von alleine“ oder wird sie gesteuert? Der frühere US-Präsident F. D. Roosevelt war überzeugt: „In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war.“ Und der seinerzeitige britische Premierminister Benjamin Disraeli wurde mit dem Zitat berühmt: „Die Welt wird von ganz anderen Persönlichkeiten regiert, als gemeinhin von Personen, die keinen Blick hinter die Kulissen werfen können, angenommen wird.“

Der Definitionen für Verschwörung gibt es viele. Etwa: „Geheime Verbindung von mindestens drei Personen, die auf ein geheimes Ziel hinarbeiten“. Oder: „Eine heimliche Verbündung mehrerer Personen mit dem Zweck, einen Plan auszuführen“. Das muss an sich nichts Schlechtes sein. Daher präzisiert Wikipedia: „Eine Verschwörung beruht nicht zwangsläufig auf moralisch niederen Motiven, basiert jedoch stets auf Täuschung.“ Als Verschwörungstheorie bezeichnet man im weitesten Sinne jeden Versuch, ein Ereignis, einen Zustand oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären, also durch das zielgerichtete, konspirative Wirken von Personen zu einem mehr oder weniger illegalen oder illegitimen Zweck. Der Begriff Verschwörungstheorie wird oft kritisch oder abwertend verwendet. Unterschieden wird häufig zwischen Zentralsteuerungshypothesen, die rationale und prinzipiell überprüfbare Aussagen über reale Verschwörungen machen, und wahnhaften Verschwörungsideologien, die sich typischerweise gegen jegliche kritische Revision immunisieren.

Das Soziologieinstitut der Wilhelms-Universität Münster, das sich in einem Forschungsprojekt „Wem gehört die EU“ ausführlich mit der Quellenlage, Geschichte, Organisationsstruktur der Bilderberger und einigen der zahlreichen Verschwörungstheorien in ihrem Umfeld befasste, warnt freilich: „Verschwörungstheorien machen den großen  Fehler, gesellschaftliche Wirkungen auf eine winzige Gruppe, teilweise sogar auf einen Akteur zurückzuführen. Es handelt sich aber vielmehr um große Gruppen, die in den Machtstrukturen des 21. Jahrhunderts wichtige Schlüsselpositionen besetzen.“

Was die Bilderberger anlangt, stellt diesen der deutsche Bestseller-Verfasser Gerhard Wisnewski – nebst zahlreichen anderen investigativen Journalisten und Autoren – in Sachen Verschwörungsverdacht freilich keinen „Persilschein“ aus. Wisnewski, und nicht nur er, ist z. B. davon überzeugt, dass speziell in jüngster Vergangenheit stattgefundene Bilderberger-Beratungen in nahem zeitlichem Kontext zu umwälzenden politischen Entscheidungen stehen bzw. manche weittragenden Entscheidungen unmittelbare Folgen von Bilderberger-Beschlüssen sind.

Da sich solche „Zufälle“ in der Politik in letzter Zeit auffallend häufen, lässt Kritiker zunehmend vermuten, dass irgendwo irgendwer unsichtbare Fäden zieht. Über Identität, Dichte und Verflechtungen der Netzwerke sowie die vermuteten Ziele der Steuermänner ist man sich freilich alles andere als einig.

Der emeritierte Bregenzer Rechtsanwalt Dr. Ingobert Schuler hat beispielsweise den Verdacht, dass „wir zusammen mit den anderen Nettozahlern der EU auf Generationen hinaus mit traditioneller Verschuldungs-Unterstützung in die Schuldknechtschaft der Finanzeliten und der von ihnen dominierten Organisationen ( Vereinte Nationen, Internationaler Währungsfonds, Weltbank, Bank für Internationalen Zahlungsausgleich[9]) getrieben werden.“ Das eigentliche Ziel sei „die Beseitigung aller europäischer Nationalstaaten und die Installierung einer Finanzunion, um in Groß-Europa ein Finanzsystem zu integrieren, wie es in den USA mit seiner Federal Reserve Bank (FED) seit 1913 besteht“. Seither werden die USA, so Schuler, von diesen Finanzoligarchen beherrscht, die weltweit wichtige politische, wirtschaftliche und mediale Schlüsselpositionen durch ihre Günstlinge besetzt halten. Diese Allmacht sei so gigantisch gewachsen, dass sich ihr kein führender Politiker entziehen könne. Politiker würden zu den abgeschotteten Bilderberger-Treffen bloß zum „Befehlsempfang“ eingeladen. Niemand – ausgenommen allenfalls China – könne sich dieser All-Macht widersetzen. Schon Abraham Lincoln und zuletzt die Kennedy-Brüder hätten ihren versuchten Widerstand gegen das Finanz- und Herrschaftssystem in den USA mit ihrem Leben bezahlen müssen. Ist man ein Verschwörungstheoretiker, wenn man solche Schlüsse zieht?

Gary Allen, der „Papst aller Verschwörungstheoretiker“ und mit seinem Buch „Die Insider“ jener Autor, der 1971 erstmals ein umfassendes Bild globaler Netzwerke gezeichnet hatte, meint jedenfalls: „Die erste Maßnahme jeglicher Verschwörung besteht darin, jedermann zu überzeugen, dass keine Verschwörung existiert.“ Nur Verschwörer könnten demnach ein Interesse daran haben, historische Fakten als „Verschwörungstheorien“ zu diskreditieren.

Große und kleine Rädchen

Natürlich sind Bilderberger nicht gleich Bilderberger. Die Basis der Pyramide bilden die „Mitglieder“. Unter ihnen ist die Fluktuation erheblich. So manches dieser als Eintagsfliege auf der Einladungsliste gelandeten „kleinen Rädchen“ wird sich darob bauchgepinselt fühlen. Angehörige dieser peripheren Gruppe mögen tatsächlich darüber erstaunt sein, dass sie – unberechtigt – unter „Verschwörungs-Verdacht“ geraten. Oft erhalten prominente Politiker nur ein einziges Mal eine Einladung, wie etwa Bill Clinton 1991, noch bevor er Präsident war, oder Helmut Kohl 1988, genau ein Jahr vor dem Fall der Mauer. Auch (Hoch-)Adelige putzen fallweise die Meetings auf, so Königin Sophia von Spanien oder der belgische Prinz Philipp. Die Existenz von Teilnehmerlisten inkludiert keineswegs Vollständigkeit. Über einige „Schattenwesen“ gibt es überhaupt keine Angaben.

Die nächste Ebene bildet der Lenkungsausschuss, auch „Steering Committee“, „Führungskomitee“ oder „Outer Circle“ bzw. „äußerer Kreis“ genannt. Die Mitglieder werden in Vierjahresperioden gewählt.

Relative Konstanz zeigt die oberste Hierarchiestufe, der innere Kreis (auch „Inner Circle“ oder „Advisory Group“ genannt). Diese „Crème de la Crème“ kommt auch zwischen den jährlichen Treffen regelmäßig zusammen und bestimmt u. a. die Teilnehmerliste der nächsten Konferenz. Zum inneren Kreis gehör(t)en David Rockefeller, Henry Kissinger, der Britische Lord Eric Roll of Ipsden, Mitglied des Oberhauses und Ex-Chef der Warburg-Bank, sowie der verstorbene deutsche Industrielle Otto Wolff von Amerongen und der verstorbene Fiat-Boss Giovanni Agnelli.

Koinzidenzen?

Den Bilderbergern, so heißt es, komme eine bedeutende Rolle bei der (Vor-)Auswahl für die Besetzung von politischen Schlüsselpositionen zu. 2008 soll, so recherchierte das vom freiheitlichen Dritten Nationalratspräsidenten Dr. Martin Graf ins Leben gerufene Internet-Medium www.unzensuriert.at, Barack Obama von niemand anderem als dem elitären Bilderberger-Kreis als neuer amerikanischer Präsident auserkoren worden sein. Als Vizepräsident wurde ihm Joe Biden zur Seite gestellt, nachdem der einflussreiche Bilderberger James A. Johnson sich massiv für ihn stark gemacht habe. Dieselbe Rolle habe Johnson, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Fannie Mae und Direktor von Goldman Sachs, schon zuvor bei US-Präsidentschaftskandidat John Kerry gespielt. Der Tagungsort der 60. Bilderberg-Konferenz, das Mariott Westfields Hotel in Chantilly, scheine auch nicht zufällig gewählt worden zu sein: Die mächtige Mariott-Familie gehöre den Mormonen an. Wie auch der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney, zugleich ein Vetter der Marriotts. Eine ähnliche Koinzidenz sah man in Europa: Obwohl der britische Premierminister Tony Blair als erster Präsident der EU bereits festzustehen schien, wurde am Ende der frühere belgische Premierminister Herman van Rompuy (siehe auch weiter unten) inthronisiert – und das nur wenige Tage, nachdem der an einem Dinner der Bilderberg-Gruppe teilgenommen hatte.

Anfang Mai 2005 tagten die Bilderberger am deutschen Tegernsee. Berichten zufolge war Bundeskanzler Gerhard Schröder – wenn auch nur kurz – anwesend. Wenige Tage später verkündete er überraschend Neuwahlen, die nur aufgrund windiger Verfassungstricks stattfinden konnten. Vier Monate später war die Bilderbergerin Angela Merkel deutsche Kanzlerin.

Im Juni 2011 war der mit 59 Jahren für Bilderberger-Verhältnisse junge Walter Rothensteiner Gast bei der 59. Konferenz in St. Moritz. Ein Jahr später war er Nachfolger von Christian Konrad als mächtiger Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes.

Mysteriöse Todesfälle

Dem Bilderberger und Deutsche-Bank-Vorstand Alfred Herrhausen bekam es offenbar nicht gut, dass er sich für einen Schuldenerlass für die Dritte Welt einsetzte: Wenige Monate nach seinem „ketzerischen“ Postulat wurde er 1989 von unbekannten „Terroristen“ erschossen. Der Bilderberger und Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto war schon 1977 „von Terroristen“ erschossen worden. Desgleichen 1986 der Bilderberger und schwedische Ministerpräsident Olof Palme. Auch ein Österreicher ist hier anzuführen: Der 1979 in der Bilderberg-Liste geführte Kaufmann Heribert Apfalter war 1977 Generaldirektor der damals verstaatlichten Voest-Alpine geworden und galt dort bis 1985 als der „starke Mann“. 1984 noch zum österreichischen „Manager des Jahres“ gewählt, geriet er 1985 durch schwere Verluste um das in den USA gelegene VOEST-Stahlwerk Bayou in Bedrängnis. Als er dazu auch enorme Spekulationsverluste der VOEST-Tochter Intertrading einbekennen musste, führte der daraus resultierende Intertrading-Skandal zu seiner Abberufung. Apfalter galt in Fragen des Noricum-Skandals, betreffend neutralitätswidrige Kanonenlieferungen der VOEST-Tochter Noricum an den Iran und den Irak als Geheimnisträger und potenziell brisanter Zeuge. Sein plötzlicher Tod im September 1987 ist bis heute von Gerüchten umrankt.

Die Bilderberger und die Medien

Die Aufmerksamkeit, die die Bilderberger in den Medien genießen, steht in keinem Verhältnis zur tatsächlichen geballten Macht, die sie repräsentieren. In den Meetings sind Medienvertreter sehr wohl präsent, allerdings nur handverlesene und besonders schweigsame. So der u. a. in Boston ausgebildete Springer-Verlag-Chef Mathias Döpfner, der seinen Millionen Lesern von Bild, Welt, Hörzu, Hamburger Abendblatt usw. aus erster Hand z. B. von den Konferenzen 2005 und 2006 berichten hätte können. Hat er aber nicht.

Bei den Bilderberger-Treffen immer wieder gesehen wird der deutsche Großverleger Hubert Burda, u. a. Gründer des Burda-Centers an der Ben-Gurion-Universität sowie Herr über hunderte Titel in gut zwei Dutzend Ländern, darunter „Focus“, „Bunte“, „Neue Woche“, „Super Illu“ und „Playboy“. Millionen Leser richten ihre TV-Gewohnheiten nach dem, was die Zeitschriften „TV Spielfilm“, „TV Today“ oder „TV schlau“ vorgeben. Berichte über die Bilderberger sind in diesen Zeitschriften eher selten.

Die deutsche „Zeit“ ist mit ihrem Herausgeber Josef Joffe, dem Altherausgeber und Adolf-Hitler-Schul-Absolventen Theo Sommer und dem zeitweiligen stellvertretenden Chefredakteur Matthias Nass (letzterer gleich elf Mal, und noch dazu im „inneren Zirkel“) auf Bilderberger-Meetings immer wieder vertreten. Nass, zum Thema Bilderberg befragt, erstaunte die Öffentlichkeit kürzlich mit einem merkwürdigen Statement: Bei den Bilderbergern träfen sich „interessante Menschen, aber wahrlich nicht die Mächtigen der Welt.“ Wahrheit oder Lüge?

Zu weiteren schweigsamen medialen Bilderberger-Schwergewichten zählen der Schweizer Großverleger Michael Ringier genauso wie der heuer nach Virginia gejettete Vorstandsvorsitzende des renommierten französischen Blattes „Le Monde“, Erik Izraelewicz. Aber auch Vertreter aus der „Figaro“-Chefetage wurden bei Bilderberger-Treffen gesehen, detto Vertreter des „Grupo Prisa“ (Spanien), des „Wall Street Journal“, der „Herald Tribune“ und der Washington Post (USA) sowie der Zeitungen „The Times“, „The Financial Times“ und „The Economist“ (Großbritannien), „Indigo Books“ (Kanada) und „Politiken“ (Dänemark).

Österreich sitzt zumindest mit einem prominenten Medienvertreter am Tisch der Bilderberger: Der 1943 in Haifa geborene Oscar Bronner, Herausgeber des „Standard“, scheint in den Teilnehmerlisten aller acht letzten Treffen auf. Bilderbergbezogene Meldungen in seinem Blatt sind rar und wenig aussagend.

Dafür ging Hans Rauscher am 12. Oktober 2011 im Standard-„Einser-Kastl“ via Bilderberger völlig unqualifiziert und wie ein gereizter Stier auf seinen Lieblingsfeind los: „Die FPÖ neigt zu Weltverschwörungstheorien – Thema diesmal: Die Bilderberger. (…) Die demokratiepolitische Durchdachtheit dieser rechtspopulistischen Vorschläge ist begrenzter Natur. (…). Was in der dazugehörigen Parlamentsdebatte wieder auffiel, ist die Neigung der FPÖ zu Weltverschwörungstheorien. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl rief, Kanzler Werner Fay mann arbeite an der Entmündigung und Enteignung des Staatsvolks und hole sich bei Bilderberger-Sitzungen Befehle ab. Ups, da sind sie wieder, die Bilderberger. Sie rangieren gemeinsam mit den Freimaurern, den Illuminaten etc. prominent in der Wahnwelt der Verschwörungstheoretiker“.

Der „Standard-Journalist“ Thomas Mayer wusste, was er am 3. November 2011 zu bloggen hatte: „Ganz überraschend ist es nicht, wenn der griechische Ministerpräsident Giorgios Papandreou vor dem Rücktritt steht. Noch tagt die Regierung in Athen. Aber es ist klar, dass er gehen muss. Und zwar nicht, weil irgendwelche bösen EU-Mächte in Brüssel, Paris oder Berlin das aus reiner Macht- und Geldgier ausgeheckt hätten, um die Demokratie in Griechenland zu beschädigen, wie das die Anhänger der großen Weltverschwörungstheorien in diesen Tagen gerne behaupten. Ein besonders übles Stück diesbezüglich hat etwa die ‚Presse‘ in einem Leitartikel jüngst geliefert. Darin wird in Zusammenhang mit der von Papandreou angekündigten Volksabstimmung zum Euro-Paket daherschwadroniert, eine ‚in Brüssel ansässige, überschaubare Gemeinschaft der Berufseuropäer‘ versuche, ihre Ideologie durchzudrücken. Eine solche ‚Glaubenskongregation‘ würde dogmatisch alle Andersdenken zum Schweigen bringen wollen. Ja, ja, fehlt nur noch der Hinweis, dass die bösen Freimaurer, Bilderberger und eh schon wissen die Welt regieren! Wer in Wien gelebt hat weiß, dass solches Gesudere immer auch mit einer Prise Antisemitismus gewürzt ist. Schaurig.“

Um die Neugierde einer Userin mit dem Decknamen Artischoke zu befriedigen – sie hatte naiv gefragt: „Warum wird in der westlichen Presse nie über die alljährlichen Bilderberg-Konferenzen berichtet?“ – bemüht der Standard den holländischen (!) Professor Van der Pijl, um folgendes Frage-Antwort-Spiel zu veröffentlichen (Auszug):

derStandard.at: „Antisemitische Untertöne sind den Verschwörungstheoretikern nicht fremd. Was haben die Bilderberger mit Juden zu tun?“

Van der Pijl: „Gar nichts.“ Wahrheit oder Lüge?

 
Teil II dieses Beitrages samt den Anhängen wird als Genius-Lesstück am 1. Dezember 2012 erscheinen.

Bernd Stracke ist freier Journalist in Innsbruck und berichtete bereits 1988 im Tirol-Kurier mehrfach über das damalige Bilderberger-Treffen in Telfs/Tirol

Anmerkungen

[1] Gerhard Wisnewski in „Drahtzieher der Macht“, Knaur Taschenbuch Verlag 2010

[2] www.bilderbergmeetings.org] Themenbeispiele: „The reunification of Germany“ (1955!), „Recent developments within the Western world – political – military – economic“ (1964), „Risks in banking and finance” (1983), „What Kind of Europe Will the U.S. Have to Deal With?“ (1993), “The Political Challenges of Islamic Fundamentalism” (1994), „The Consequences of the War Against Terrorism” (2002), „Iran“ (2006), „Managing Financial Turbulences“ (2008), „A New Order: The United States and the World” (2009), „Innovation and Budgetary Discipline, the Euro and Challenges for the European Union” (2011), „Evolution of the Political Landscape in Europe and the US“ (2012).

[3] Themenbeispiele: „The reunification of Germany“ (1955!), „Recent developments within the Western world – political – military – economic“ (1964), „Risks in banking and finance” (1983), „What Kind of Europe Will the U.S. Have to Deal With?“ (1993), “The Political Challenges of Islamic Fundamentalism” (1994), „The Consequences of the War Against Terrorism” (2002), „Iran“ (2006), „Managing Financial Turbulences“ (2008), „A New Order: The United States and the World” (2009), „Innovation and Budgetary Discipline, the Euro and Challenges for the European Union” (2011), „Evolution of the Political Landscape in Europe and the US“ (2012).

[4] Der Council on Foreign Relations (Rat für auswärtige Beziehungen) ist ein privates amerikanisches Studienzentrum zu weltweiten außenpolitischen Themen mit Sitz in New York City und Washington D.C. Die Gesellschaft wurde 1921 in New York von Edward M. House in Zusammenarbeit mit den deutsch-jüdischen Bankiers Paul Warburg und Otto Hermann Kahn, Amerikas jüdischem einflussreichsten Journalisten Walter Lippmann sowie New Yorker Geschäftsleuten, Bankiers und hochrangigen Politikern gegründet. Dem Council wird eine herausragende Funktion im Formulierungsprozess außenpolitischer Strategien zugesprochen. Er gehört zu den Top 4 der weltweit wichtigsten und einflussreichsten privaten Think Tanks.

[5] Prinz Bernhard der Niederlande (1911–2004), aus Jena gebürtiger Prinz zur Lippe-Biesterfeld, Gatte von Königin Juliane und Vater von Königin Beatrix, ursprünglich Mitglied der Reiter-SS sowie der NSDAP und später im Londoner Exil lebend, diente sich dort dem britischen Geheimdienst an – vergeblich allerdings, weil ihm die britische Kriegsadmiralität und der alliierte Kommandostab des US-Generals Eisenhower zu sehr misstrauten. 1961 erhielt der Prinz von Bundespräsident Adolf Schärf den Groß-Stern des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich. Im selben Jahr platzte der Lockheed-Schmiergeldskandal rund um den Kauf von amerikanischen F-104-Starfighter-Kampfflugzeugen, in dessen Bestechungsaktionen Prinz Bernhard massiv verstrickt war, aber dank eines Polit-Justiz-Deals nie vor Gericht kam. In die Schlagzeilen kam der Prinz auch wegen seiner intensiven Kontakte zum hochstehenden Mossad-Beamten und Israel-Gründervater Tibor Rosenbaum und zum mafiösen Geldwäscher und Israel-Loyalisten Meyer Lansky, einem Rad in der Drehscheibe rund um die Tarnfirma Permindex, der Kritiker bis heute hartnäckig einen Zusammenhang mit dem Kennedy-Mord und der Atombomben-Aufrüstung Israels unterstellen, was nicht unbedingt glaubwürdig erscheint. (http://www.zeitenschrift.com/magazin/50-kennedy.ihtml). Der Blaublütige nannte offen eine „Weltregierung“ als ultimatives Ziel der Bilderberger

[6] Die Römischen Verträge (in Österreich Vertrag von Rom genannt) wurden 1957 von Belgien, der BRD, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden in Rom unterzeichnet und hatten hauptsächlich den EWG-Vertrag, mit dem die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft errichtet wurde, und den EURATOM-Vertrag, mit dem die Europäische Atomgemeinschaft gegründet wurde, zum Inhalt

[7] http://info.kopp-verlag.de/data/image/redaktion/2012-08/Deutsche%20Steuergelder%20fr%20Bilderberg%20verprasst%20Vertrauliches%20ScheelProtokoll%20jetzt%20online/bilderberger-3-Seiten_10.pdf

[8] (siehe auch Tabelle in Teil II) Einer der beiden „Rekordhalter“ mit 15 Teilnahmen ist Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky, zeitweise tätig in der Österreichischen Nationalbank, im Kreditanstalt-Bankverein und in der Länderbank, Aufsichtsratsmitglied in Frank Stronachs „Magna International“, 1-Million-Schilling-Empfänger für „telefonische Beratungsleistungen“ im Zusammenhang mit der Euro-Einführung aus der Hand des Investment-Bankers Wolfgang Flöttl, u. a. Ehrendoktor der Hebräischen Universität Jerusalem und Träger der Goldenen Medaille der jüdischen Loge B’nai B’rith, die er „für seine engen Beziehungen zur jüdischen Gemeinschaft“ erhielt.
Auf ebenfalls 15 Teilnahmen bringt es Rudolf Scholten, Ex-Unterrichts- bzw. Ex-Wissenschaftsminister, nach dem mysteriösen Tod von Gerhard Praschak 1997 in den Vorstand der Österreichischen Kontrollbank berufen, Aufsichtsratsvorsitzender der Österreichischen OeKB Versicherung AG, der Prisma Kreditversicherungs-Aktiengesellschaft und der Österreichischer Exportfonds GmbH. Präsident des Kreisky-Forums und Aufsichtsratsvorsitzender der Wiener Festwochen, seit 2010 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der notverstaatlichten Hypo Group Alpe Adria, Vizepräsident der Jerusalem-Foundation Österreich, aktuelles Bilderberg-Lenkungsausschuss-Mitglied
Mit 9 Teilnahmen an dritter Stelle liegt Hannes Androsch, Ex-Finanzminister, Ex-Vizekanzler, dem Vernehmen nach über eine Bilderberg-Connection als Konsulent in die Weltbank berufen, „Leider-nein-Millionär“, geschäftsführender Gesellschafter der AIC-Androsch International Consulting, Miteigentümer der Salinen Beteiligungs GmbH, Miteigentümer und Aufsichtsratsvorsitzender von Europas größtem Leiterplattenhersteller AT & S, Aufsichtsratsvorsitzender von bwin, Ehrendoktor der Universität New Orleans, vehementer Eurobonds-Verfechter und neuerdings Kopf einer Anti-Wehrpflicht-Initiative, der heuer im Sommer in der ZIB 2 zu Bilderberg sagte: „Ich habe nichts erkennen können, dass da jetzt sozusagen geheime Weltpolitik betrieben wird.“
Ebenfalls 9 Teilnahmen registriert sind vom 1998 im Alter von 81 Jahren verstorbenen Finanzexperten und ehemaligen Direktor sowie „Außenminister“ der Creditanstalt-Bankverein, Dr. Georg Zimmer-Lehmann, Träger des Ehrenzeichens für die Befreiung Österreichs und Mitbegründer des „Europäischen Forum Alpbach“. Von ihm ist das Zitat überliefert: „Es gibt drei Prügelknaben in der Welt. Die Banken, die Multinationalen und die Presse.“
Mit 7 Bilderberg-Teilnahmen ebenfalls weit vorne liegt Peter Jankowitsch, Ex-Außenminister und Staatssekretär für Europafragen in der Ära Vranitzky und aktueller Präsident der Jerusalem Foundation Österreich.
Mit bisher nur je einer einzigen oder einiger weniger Teilnahmen scheinen u. a. Erhard Busek, Werner Faymann, Franz Fischler, Alfred Gusenbauer, Thomas Klestil, Paul Lendvai, Fürst Erbprinz Karl Schwarzenberg, Josef Taus, Raiffeisen-Generalanwalt Walter Rothensteiner und Heinrich Treichl sowie dessen Sprössling Andreas Treichl auf.

[9] Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit Sitz in Basel ist eine Internationale Organisation auf dem Gebiet des Finanzwesens. Sie verwaltet Teile der internationalen Währungsreserven und gilt damit quasi als Bank der Zentralbanken der Welt.

Bearbeitungsstand: Donnerstag, 27. September 2012

Die geheimnisumwitterten „Bilderberger“

Das Super-Netzwerk zur Ausrichtung des Westens – Teil II

 

Von Bernd Stracke

Vorbemerkung: Der erste Teil dieser Abhandlung ist als Genius-Lesestück im Genius-Brief September–Oktober 2012 erschienen. Die hier im Anhang enthaltenen Tabellen beziehen sich auf beide Teile der Abhandlung.

Hinter das Schlagwort „Eine globale Mafia“ setzt der Fachbuchautor Gerhard Wisnewski[1]ein vorsichtiges Fragezeichen. Die Bilderberger, räumt er ein, erfüllen nämlich nicht alle Kriterien einer Mafia (die inoffiziell, informell, illegal, geheim, verschwiegen, unüberprüfbar, nicht gewählt und von untereinander bestehenden Beziehungen geprägt ist), aber immerhin einige dieser Merkmale. Die Dimensionen des Bilderberger-Netzwerkes könnten Außenstehenden schlicht die Sprache verschlagen: Die zwischen 6 und 24 verschiedenen Posten jedes Bilderbergers (Aufsichtsrat, Vorstand, Direktorium, Stiftungsrat, Regierungsamt, Professur usw.) ergeben bei 2.500 Konferenzbesuchern (allein bis zum Jahr 2010) hochgerechnet 37.500 Ämter mit einer noch höheren Zahl an nutzbaren Kontakten. Noch bedeutender ist die geballte finanzielle Macht der Bilderberger. Wenn der Autor dieses Genius-Lesestückes im „Kurier“ 1988 noch schlagzeilte, dass die Konferenzteilnehmer im Tiroler Telfs zusammen eine Billion Schilling (1,000,000,000,000) „schwer“ gewesen sein dürften, vervielfachte sich, auf alle Bilderberger umgelegt, diese Ziffer mittlerweile um mindestens eine Zehnerpotenz – und das in Dollar!

Laut David Rothkopf, dem ehemaligen Geschäftsführer von „Kissinger Associates“ und stellvertretenden US-Minister für internationale Handelspolitik, umfasst die „Superklasse“ der Menschheit 0,0001 Prozent der Weltbevölkerung. Diese 6000 bis 7000 Personen, die auf der absoluten Spitze der globalen Machtpyramide stünden, seien zu 94 Prozent männlich, überwiegend Weiße und in Nordamerika bzw. Europa daheim. Rothkopf noch deutlicher: „Dies sind die Menschen, die die Agenden der Trilateralen Kommission[2], der Bilderberg-Gruppe, der G-8, der G-20, der NATO, der Weltbank und der Welthandelsorganisation festlegen. Sie sind aus den höchsten Ebenen des Finanzkapitals, der transnationalen Konzerne, Regierungen, des Militärs, der Akademien, nichtstaatlicher Organisationen, geistiger Führer und anderer Schatten-Elitisten.“

Die Bilderberger und die Kriege

Das 89jährige Bilderberger-Alphatier Henry Kissinger hatte ab 1957 erste politische Erfahrungen als Berater des New Yorker Gouverneurs Nelson Rockefeller gesammelt, des verstorbenen Bruders von David Rockefeller, der wegen seiner Bedeutung in der Bankenwelt den Beinamen „Weltbankier“ erhielt und noch im Vorjahr als 96jähriger als Bilderberg-Teilnehmer in St. Moritz gelistet war. Dem Friedensnobelpreisträger (!) Kissinger werden schmutzige Rollen im Putsch von Chile, in der zigtausende Tote fordernden „Operation Condor“ in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern in den 70er- und 80er Jahren sowie in Geheimdienstoperationen in Osttimor und Persien zugeschrieben. Gerichtlichen Vorladungen folgt er prinzipiell nicht.

Weitere Kriegstreiber, unter ihnen jene, die sich für die Einmärsche im Irak und in Afghanistan einsetzten, waren die Bilderberger Paul Dundes Wolfowitz, seines Zeichens Bush-Berater, stellvertretender US-Verteidigungsminister und Weltbank-Präsident (in dieser Funktion Nachfolger des Bilderbergers James David Wolfensohn und Vorgänger des Bilderbergers Robert Zoellick).

Der Bilderberger Robert Bruce Zoellick, der bis Ende Juni Weltbankpräsident war und das Deutsche Bundesverdienstkreuz in der Ordensstufe „Großes Verdienstkreuz mit Stern“ tragen darf, gehörte 1998 zu den Unterzeichnern eines Briefes an den damaligen Präsidenten Bill Clinton, in dem unwahrerweise vor der „Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen“ gewarnt wurde. Fünf Jahre später begann die US-Regierung unter George W. Bush mit denselben Argumenten den Irakkrieg. In seinem Buch „Die wahre Geschichte der Bilderberger“ bezeichnet der russische Journalist Daniel Estulin den Irakkrieg 2003 offen als Resultat einer Bilderberg-Konferenz.

Wolfowitz wurde bekannt durch die Neufassung der globalen US-Militärstrategie inklusive amerikanischer Präventivschlag-These und der Bezeichnung der Anwendung rassenspezifischer (!) biologischer Waffen als „nützliches politisches Werkzeug“. Er war 2007 in der Istanbuler Bilderberger-Konferenz dabei.

Viele Male, so auch die letzten drei Jahre, nahm der unter der Reagan-Regierung als „Prince of Darkness“ (Fürst der Finsternis) bekannt gewordene Richard Perle an Bilderberg-Treffen teil. Seine Karriere wurde weder durch die – wie das FBI 1970 aufdeckte – telefonische Weitergabe vertraulicher US-Staatsinformationen an die israelische Botschaft geknickt, noch durch eine weitere Affäre, in der Perle als Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium der Geldannahme von einem israelischen Waffenproduzenten überführt wurde. Perle ist Mitbegründer des PNAC[3], forderte im erwähnten offenen Brief an US-Präsident Bill Clinton ebenfalls bereits 1998 eine Militärintervention im Irak und befürwortet nachdrücklich Erst- bzw. Präventivschläge gegen Nordkorea, Syrien und den Iran. Gegenwärtig ist Perle Mitglied der neokonservativen Denkfabrik „AEI“[4]. Wie wenig sicher sich Perle seines Lebens fühlen darf, lässt sich daraus ableiten, dass er mit seiner Familie in einer hermetisch abgeriegelten „Gated Community“[5] in Washingtons Vorstadt Chevy Chase lebt.

Die Bilderberger und die neuere EU

Vom Bilderberger und Öl-Magnaten George Mc Ghee ist das Zitat überliefert: „Die Römischen Verträge, die den Gemeinsamen Markt einleiteten, wurden auf den Bilderberg-Tagungen geboren.“ Erst nachdem Ober-Bilderberger Henry Kissinger persönlich seinen Segen dazu gegeben habe, wurde der bislang weithin unbekannte belgische Politiker Herman Achille Van Rompuy 2009 zum ersten ständigen Präsidenten des Europäischen Rates designiert. Mit dem Spitznamen „Herman Van Wer? – ach so, Van Bilderberg“ wurde er heuer von den europäischen Staats- und Regierungschefs für weitere zweieinhalb Jahre bis 2014 im Amt bestätigt und gleichzeitig für dieselbe Zeit zum Vorsitzenden der Euro-Gipfel gewählt. Auf den 2011 „auf massiven Druck der EU und der Märkte“ als Italiens Ministerpräsident zurückgetretenen Silvio Berlusconi folgte der mindestens zwanzig Mal an Bilderberg-Treffen teilnehmende und dort zum Vorstandsmitglied avancierte Mario Monti. Monti tanzt aber beileibe nicht auf nur dieser Hochzeit: Zeitweise war er auch Aufsichtsratsmitglied bzw. Vorsitzender des Brüsseler Think Tanks „Bruegel“[6] und führendes Mitglied der Trilateralen Kommission sowie internationaler Berater von Goldman Sachs und Coca Cola.

Jean Claude Trichet, bis 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank, scheint nicht nur auf allen älteren EURO-Banknoten mit seiner Unterschrift auf, sondern auch auf den Bilderberg-Teilnehmerlisten 2009 und 2010. Während seiner Zeit im französischen Schatzamt war Trichet zuständig für die mittlerweile privatisierte Großbank Crédit Lyonnais, die Frankreich 1992 wegen fehlgeschlagener Geschäfte den größten Bankenskandal der Nachkriegsgeschichte bescherte. Ab 2000 ermittelten die Behörden gegen Trichet wegen des Verdachts, er habe Milliarden-Tricks der damaligen Bankspitze bewusst verschleiert, Trichet wurde aber diesbezüglich von einem Pariser Strafgericht freigesprochen. Nichtsdestoweniger verantwortet Trichet in der aktuellen Euro-Schuldenkrise auch den Aufkauf von Staatsanleihen hoch verschuldeter Euro-Staaten durch die Europäische Zentralbank EZB. Artikel 123 des AEU-Vertrages[7] verbietet bekanntlich die Finanzierung mitgliedstaatlicher Haushalte durch die EZB und damit direkte Zentralbankkredite ebenso wie den unmittelbaren Erwerb von Schuldtiteln. Die EZB hatte jedoch spanische, portugiesische und griechische Staatsanleihen von der EZB nicht direkt von den Emittenten übernommen, sondern – mittelbar – auf dem Sekundärmarkt gekauft, was Experten als Umgehung des Finanzierungsverbots werten. Bis Ende Mai 2010 hatte die EZB für rund 40 Milliarden Euro Staatsanleihen aus Spanien, Portugal, Irland und Griechenland aufgekauft. Das Gros, rund 25 Milliarden Euro, wurde dabei für griechische Bonds ausgegeben. Zum März 2011 kaufte die Europäische Zentralbank für rund 77 Milliarden Euro Anleihen der Krisenländer auf. Weil die EZB von dieser Stützungspflicht entbunden werden wollte, drängte Trichet darauf, dass der Rettungsfonds EFSF und später der permanente Krisenmechanismus ESM (Europäischer Stabilisierungsmechanismus – siehe GENIUS-Lesestück „ESM – Die Abschaffung der Demokratie“ von Gerulf Stix) künftig auch Anleihen vom Sekundärmarkt kaufen könne, setzte sich aber nicht durch. Bald nach dem Ende von Trichets achtjähriger Amtszeit, mitten in der Staatsschuldenkrise im Euroraum im Oktober 2011, wurde Trichet Vorsitzender des Bruegel-Verwaltungsrates (s. o.)

Trichets Nachfolger als Präsident der Europäischen Zentralbank ist der Absolvent der jesuitisch geführten römischen Privatschule „Istituto Massimo“ und Achtfach-Bilderberger Mario Draghi. Draghi wird vorgeworfen, in seiner Ära als Goldman-Sachs-Vizepräsident an den Swap-Geschäften beteiligt gewesen zu sein, mit denen die Verschuldung Griechenlands zur Vorspiegelung einer nie vorhanden gewesenen „Euro-Tauglichkeit“ kaschiert wurde. Draghi, zudem Mitglied des Institute for Advanced Study in Princeton, bei der Brookings Institution und im Rat der International Bank for Reconstruction and Development sowie der Asian Development Bank vertreten, bestreitet selbstredend diese Beschuldigungen. Im Juli dieses Jahres musste sich Draghi, zudem Mitglied der „Group of Thirty“[8] mit einer Beschwerde der Brüsseler Anti-Lobby-Gruppe „Corporate Europe Observatory“ herumschlagen, die dem EZB-Präsidenten insofern einen Interessenkonflikt vorwirft, als die „Group of Thirty“ alle Charakteristika einer Lobbyorganisation für Großbanken aufweise und dem EZB-Präsidenten durch seine Mitgliedschaft die Unabhängigkeit fehle.

Jean Claude Juncker, seit 1995 Premierminister von Luxemburg und damit derzeit dienstältester Regierungschef in der EU, ist seit 2005 auch – laufend im Amt verlängerter – Vorsitzender der Euro-Gruppe. Im Internet immer wieder als „Bilderberger“ oder gar als „Bilderberger-Marionette“ angeführt, fehlt allerdings ein entsprechendes Zitat in seiner Wikipedia-Eintragung. Wie dem auch sei: Als Kind besuchte Juncker die von Herz-Jesu-Priestern[9] geführte jesuitennahe Klosterschule Clairefontaine. Bekannt wurde der – unter anderem – mit dem „Vision for Europe Award“ der Edmond Israel Foundation und dem „Goldenen Schlitzohr“[10] Ausgezeichnete mit zwei Zitaten:

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ (Der Spiegel, 52/1999).

„Nichts sollte in der Öffentlichkeit geschehen. Wir sollten in der Euro-Gruppe im Geheimen diskutieren. Die Dinge müssen geheim und im Dunkeln getan werden. Wenn es ernst wird, müssen wir lügen.“ (Focus, 9. 5. 2011).

Die Bilderberger in Tirol

Für die Sicherheit der Bilderberg-Bosse, die 1988 das in einer Naturschutzzone errichtete Interalpen-Liebherr-Hotel im Tiroler Oberland als Quartier benutzten, sorgten – wie der Autor damals als Redakteur einer großen österreichischen Tageszeitung recherchiert hatte – neben ausländischen Geheimdiensten und zahllosen privaten Leibwächtern aus Steuergeldern finanzierte heimische Sicherheitskräfte. Hollands Königin Beatrix flog mit einer Fokker 28, der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl mit einer „Challenger“ ein. Auf dem Innsbrucker Flughafen entluden Gulf-4-Maschinen, Lear-Jets, Citation-Jets und eine größere Anzahl von Mystere-Jets (Ford-Chef Petersen kam etwa mit einer dreistrahligen 900er, andere Gäste mit 50er-, 20er- oder Zehner-Modellen) ihre finanzkräftige Klientel. Neben dem damaligen Bilderberger-Vorsitzenden, dem englischen Ex-Premier Lord Alec Douglas-Home, gaben sich auch Tanker-König Niarchos, Henry Kissinger, Otto Graf Lambsdorff und Giscard d’Estaing die Ehre. Für den deutschen Buchautor Andreas von Retyi wurden just in Telfs die Weichen für die deutsche Wiedervereinigung gestellt. Wer in der damaligen Bilderberger-Zentrale in Dänemark anrief und um Informationen bat, bekam zur Antwort: „Hier Bilderberg. Der Boss ist nicht da. Wer das ist, ist nicht bekannt. Wann er kommt, ist nicht bekannt.“

Der große Bruder lauscht mit

Die Bilderberger interessiert aber brennend, wer sich für sie interessiert: Unter „Privacy statement“ (Datenschutz) erfährt der Besucher der offiziellen Bilderberger-Webseite Folgendes: „Wenn unsere Internetseite besucht wird, wird ein Protokoll auf unserem Web-Server registriert. Dieses Protokoll bietet uns nicht personenbezogene Daten und das Datum und die Uhrzeit der Anmeldung sowie die IP-Adresse und den Browsertyp, von dem unsere Internetseite besucht wird.“ Und weiter, oh, wie serviceorientiert: „Die Informationen aus diesen Server-Logs werden von unserem Entwicklungsteam für die Internet-Optimierung unserer eigenen Webseite und die unserer gegenwärtigen und zukünftigen Kunden verwendet.“

Die Position der Freiheitlichen

Von allen österreichischen Parlamentsparteien beziehen die Freiheitlichen die kritischste Position zu den Bilderbergern. Da gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise von den politischen Verantwortungsträgern Transparenz ihres Handelns eingefordert werden müsse, sei die Geheimhaltung der Themenstellung gegenüber der Bevölkerung nicht zu dulden, meint die FPÖ-Abgeordnete Susanne Winter und stellt nüchtern fest: „Die Tatsache, dass sich angeblich elitäre Zirkel anmaßen, über das Wohl und die Zukunft von Staaten zu entscheiden, zeigt, wie abgehoben und fern diese Organisationen von den Interessen der Bevölkerung agieren!“ Für Winter blieb eine an Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) gerichtete parlamentarische Anfrage ohne zufriedenstellende Antwort. Argumentiert wird in Spindeleggers „Auskunft“ wie so oft, dass es sich bei den Bilderberg-Treffen um privat organisierte Zusammenkünfte von Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Medien zum informellen Meinungsaustausch auf internationaler Ebene handelt. Auf die von Winter aufgeworfene Frage nach den Kosten antwortet Spindelegger: „Dazu liegen mir keine Informationen vor.“

Auch FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky lässt sich nicht mit beschönigenden Worthülsen abspeisen, stellt offen die Frage, was Bundeskanzler Faymann bei den Bilderbergern verloren habe, und vermutet, dass der SP-Chef „zur Befehlsausgabe der internationalen Finanzszene“ geladen worden sei. Außerdem müsse untersucht werden, ob Faymann die Reise auch selbst bezahlte.

Blick in die Schweiz

Der Schweizer SVP-Politiker Christoph Blocher nahm nur ein einziges Mal an einer Bilderberger-Konferenz teil. Er erklärte, er sei hingefahren, „um sich selbst ein Bild über diese umstrittene zwielichtige Gesellschaft zu machen“, und prognostizierte, er würde bestimmt nie wieder eine Einladung bekommen.

Generell steht man in der Eidgenossenschaft den Bilderbergern besonders reserviert gegenüber: So machte im Vorjahr der Umstand Schlagzeilen, dass beim Bilderberg-Treffen in St. Moritz zahlreiche Prominente mit abgedeckten Nummernschildern unterwegs waren, ohne dass die Polizei, was sie tun hätte müssen, eingegriffen hätte. Ja, mehr noch: Die Kantonspolizei Graubünden musste einräumen, den von der Firma Japat AG (einer Novartis-Tochter) gratis zur Verfügung gestellten, tarnfarbigen (!) Helikopter für Transporte und für die Luftraumüberwachung des Bilderberg-Meetings eingesetzt zu haben. Die Aufdecker dieser Umstände sahen dadurch den selbstverständlichen Demokratie-Grundsatz, wonach die Polizei neutral sein müsse und keinen Unterschied zwischen Arm und Reich oder VIP und Normalbürger machen dürfe, gefährdet.

Bilderberger-Blick in die Zukunft

Im Westfields-Marriott-Hotel in Chantilly bei Washington fand heuer Ende Mai das 60. Bilderberger-Treffen statt. Bereits 2002 – kurz nach der ebenfalls dort stattfindenden damaligen Bilderberg-Konferenz – begann, von unsichtbarer Hand perfekt synchronisiert, die Jagd auf Osama Bin Laden, und 2008 hatte sich die Globalisierungselite wieder in Chantilly versammelt. Heuer trat bei den Bilderbergern eine neue Generation ans Ruder, mit der möglicherweise in mancher Hinsicht noch bedrohlichere Denkweisen ins Spiel kommen. Im Vorjahr wurde der belgische Politiker und Unternehmer Vicomte Étienne Davignon von seinem Amt als langjähriger Vorsitzender der Bilderberg-Konferenz abgelöst. Inwieweit die gegen ihn erhobenen Pädophilie-Vorwürfe und eine Rolle im Kontext mit dem tatsächlichen Hintergrund des abscheulichen Kinderschänder-Falls Dutroux belegbar sind, bleibt umstritten. Davignon zählt seit 1974 zum Urgestein der mittlerweile doch in die Jahre gekommen Organisation. Auch Davignons Nachfolger Henri de La Croix de Castries[11] ist kein Bilderberg-Neuling, sondern nahm bereits rund zehnmal an Treffen teil.

Nach wie vor gewahrt werden in der Bilderberger-Gruppe die Rothschild-Interessen, zumal Edmond de Rothschild Mitglied des Lenkungsausschusses war und Franco Bernabe, stellvertretender Chef von Rothschild Europe, derzeit diesem Gremium angehört . Allerdings scheint es, als wären derzeit die Rockefeller-Interessen dominanter: So gehört der 96jährige, scheinbar nimmermüde David Rockefeller als einzige Einzelperson der Mitglieder-Beratungsgruppe dem Lenkungsausschuss an. Wie die Financial Times (FT) kürzlich berichtete, wollen auch die Clans von Rothschild und Rockefeller künftig noch enger direkt miteinander zusammenarbeiten. Die beiden Patriarchen der Familien – der greise David Rockefeller und der immerhin auch schon 76-jährige Lord Jacob Rothschild, Chef von RIT Capital Partners – pflegen laut „FT“ seit gut fünf Jahrzehnten persönliche Beziehungen. Sie sollen auch den nun publik gewordenen Deal eingefädelt haben, dem zufolge sich die beiden erfolgreichen Dynastien miteinander verbünden, um einen Teil ihrer Reichtümer gemeinsam zu verwalten. Im Detail: Die Investmentgesellschaft von Lord Rothschild beteiligt sich dadurch an der Finanzgruppe des Rockefeller-Clans, dass RIT Capital Partners mit einem Anteil von 37 Prozent bei der Rockefeller-Gruppe einsteigt.

Entscheidend für das neue Bild von Bilderberg werden in den kommenden Jahren wohl die Veränderungen direkt im Lenkungsausschuss sein. Auffallend ist der zunehmende US-Anteil an der Gesamtgruppe. Immerhin zählen aber gegenwärtig noch drei Repräsentanten Deutschlands zu diesem Ausschuss, der sich aus insgesamt 33 Personen konstituiert. Diese drei Repräsentanten sind Josef Ackermann (bis vor kurzem Deutsche Bank AG), Thomas Enders (Airbus) sowie Matthias Nass („Die Zeit“).In Deutschland geboren, aber als US-Mitglied gelistet: Peter Andreas Thiel. Als er gerade einmal ein Jahr alt war, wanderten seine Eltern von Frankfurt in die USA aus, wo Thiel später eine schwindelerregende Karriere gelang und er durch seine Beteiligung an PayPal ein Vermögen verdiente. Er gilt als der „Milliardär, ohne den es Facebook nicht gäbe“. Als Hedgefonds-Manager stieg Thiel in die oberen Etagen der Hochfinanz auf. Auch als Schachspieler machte er sich einen Namen. Auf dem Schachbrett der Welt dürfte Thiel nun ebenfalls eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

Bernd Stracke ist freier Journalist in Innsbruck und berichtete bereits 1988 im Tirol-Kurier mehrfach über das damalige Bilderberger-Treffen in Telfs/Tirol.

Anmerkungen

[1] Der deutsche Schriftsteller und Filmautor war von der Technischen Universität Berlin fälschlicherweise in die Nähe zu antisemitischen Verschwörungstheorien gerückt worden, weswegen diese Hochschule 2009 vom Kammergericht Berlin wegen schwerwiegender Ehrverletzung zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 Euro an Wisnewski verurteilt wurde. Nachdem weiters der österreichische Militärexperte Gerald Karner Wisnewski in der ORF-Sendung Club 2 unrichtigerweise vorgeworfen hatte, „antisemitische Verschwörungstheorien“ zu verbreiten und ferner behauptet hatte, in Büchern von Wisnewski stünde, dass bei 9/11 „nur eine Person mosaischen Bekenntnisses“ ums Leben gekommen sei, wurden Karner diese Falschbehauptungen am 9. September 2009 vom Landgericht München unter Androhung von 250.000 Euro Ordnungsgeld oder ersatzweise Ordnungshaft untersagt.

[2] Die Trilaterale Kommission ist eine 1973 auf Betreiben von David Rockefeller bei einer Bilderberg-Konferenz gegründete private, politikberatende „Discussion group“ mit rund 400 höchst einflussreichen Mitgliedern aus den drei („Tri“) großen internationalen Wirtschaftsblöcken Europa, Nordamerika und Japan sowie einigen ausgesuchten Vertretern außerhalb dieser Wirtschaftszonen. Offizielles Ziel ist eine verbesserte Zusammenarbeit der drei Wirtschaftsmächte. Finanziert wird die Kommission durch Mittel aus Stiftungen, Unternehmen und privaten Zuwendungen. Neben regionalen Treffen werden fünf Mal im Jahr jeweils dreitägige Meetings abgehalten. „European chairman“ ist seit April 2012 der amtierende Vorsitzende der ebenfalls vom Ehrenvorsitzenden David Rockefeller gegründeten „Group of Thirty“ (siehe Anm. 8) und ehemalige EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Trichets Vorgänger als „European chairman“ war, bis zu seiner Ernennung als neuer italienischer Ministerpräsident, Mario Monti. Lucas Papademos, Ex-Vizepräsident der Europäischen Zentralbank und von November 2011 bis Mai 2012 griechischer Premierminister, schied ebenfalls nach seiner Wahl vorerst aus der Trilateralen Kommission aus.

[3] PNAC, das „Project for the New American Century” (Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert), war eine 1997 gegründete US-Denkfabrik zur Propagierung einer weltweiten Führerschaft der USA („eine US-amerikanische Führerschaft ist sowohl gut für die USA als auch für die ganze Welt, hingegen sichert eine multipolare Welt den Frieden nicht, sondern führt stets zu Kriegen“). In die Fußstapfen der 2006 aufgelösten PNAC trat 2009 die „Foreign Policy Initiative“ (FPI), die nach wie vor für ein globales diplomatisches, wirtschaftliches und militärisches Engagement der USA eintritt. Der vierköpfige Vorstand bzw. Verwaltungsrat setzt sich zusammen aus den herkunftsjüdischen Experten Eric Edelman, Robert Kagan, Daniel Samuel Senor und William Kristol.

[4] Das American Enterprise Institute (AEI) ist ebenfalls ein US-Think Tank. Er finanziert sich durch Spenden von Privatpersonen, Konzernen sowie Stiftungen und verfügt über 50 fixbeschäftigte „Fellows“, bei denen es sich u.a. um Ökonomen, Rechtswissenschaftler und Politologen handelt, die über enge Verbindung zur US-Regierung verfügen und denen ein prägender Einfluss auf die US-Außenpolitik nachgesagt wird. Unter George W. Bush galten Mitglieder des AEI als „Architekten“ des Irak-Krieges. Unterschlupf im AEI fand 2007 der Bilderberger Paul Wolfowitz, nachdem er wegen Korruptionsvorwürfen als Weltbank-Chef zurücktreten musste.

[5] Gated Communities sind geschlossene, von privatem Wachpersonal beschützte Wohnkomplexe mit meist strikten Zugangsbeschränkungen und eigener Infrastruktur (Geschäfte, Schulen, Krankenhäuser), quasi Ghettos für Reiche.

[6] Bruegel (Brussels European and Global Economic Laboratory) ist ein 2004 gegründeter, nach eigenem Verständnis unabhängiger Think Tank mit Sitz in Brüssel, der „durch unparteiische, auf Fakten basierende und für Entscheidungsträger relevante Forschung zur Qualität der Wirtschaftspolitik in Europa und der Welt beitragen“ will. Zu den Mitgliedern zählen Vertreter von EU-Mitgliedsstaaten, international tätige Konzerne sowie die Banque de France (französische Zentralbank), die Europäische Investitionsbank und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung.

[7] Der in 23 EU-Amtssprachen abgefasste und verbindliche Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) ist neben dem Vertrag über die Europäische Union (EUV) einer der Gründungsverträge der EU. Der AEU-Vertrag umfasst 358 Artikel, erläutert insbesondere die Funktionsweise der Organe der EU und legt normativ fest, in welchen Bereichen die EU mit welchen Kompetenzen tätig werden kann. Die geplante Zusammenlegung von EUV und AEUV zum Vertrag über eine Verfassung für Europa scheiterte 2005 an der Ablehnung bei Referenden in Frankreich und den Niederlanden.

[8] Die Group of Thirty (G30) ist ein privates, internationales, aus führenden Köpfen des Finanzwesens und der Wissenschaft bestehendes Gremium, das offiziell das Verständnis der internationalen wirtschaftlichen und finanziellen Fragen zu vertiefen, Auswirkungen der politischen Entscheidungen zu untersuchen und politische Optionen für wichtige Fragen zu prüfen vorgibt. Die Mitglieder – ihre Listen überlappen sich teilweise mit jenen der Bilderberger – treffen einander zweimal jährlich zur Erörterung wirtschaftlicher, finanzieller und politischer Entwicklungen. Die Finanzierung erfolgt durch Stiftungen, Banken, Unternehmen, Zentralbanken, Fonds und Privatpersonen. Sitz: Washington D. C.

[9] Die Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung ist vor allem den Jesuiten zu verdanken, die sich ausgehend von Margareta Maria Alacoque und deren Beichtvater Claude de la Colombière SJ dieser Frömmigkeitsform annahmen. Die Jesuiten verbreiteten die Herz-Jesu-Verehrung besonders durch von ihnen geleitete Volksmissionen.

[10] Das „Goldene Schlitzohr“ ist eine Auszeichnung des Internationalen Clubs der Schlitzohren e.V., Sitz in Hamburg, für Persönlichkeiten, die sich in „positiv cleverer“ Weise hervortun. Ziel des Internationalen Clubs der Schlitzohren ist es, „bedürftigen Kindern weltweit zu helfen“.

[11] Der Adelige Henri de Castries, 58, ist hauptberuflich Vorstandsvorsitzender (CEO) der AXA-Gruppe, die zu den größten internationalen Versicherungskonzernen und Kapitalverwaltern der Welt zählt. Mit Schwerpunkten in Westeuropa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum verwaltet AXA ein Billionen-Euro-Vermögen. Er studierte gleichzeitig mit dem französischen Präsidenten François Hollande und dessen späterer „Ex“ Ségolène Royal an der Wirtschaftshochschule École Nationale d’Administration (ENA), gilt aber auch als persönlicher Freund des französischen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy.

 
Österreichische Bilderberger
ca. 62 Personen (fettgesetzte Zahl = Zahl der Teilnahmen)

Androsch, Hannes (1979, 1981, 1982 Lenkungsausschuss-Mitglied, 1983, 1984, 1985, 1986, 1987, 1988) — 9

Apfalter, Heribert (1979)

Bartenstein, Martin (2006, 2007)

Becker, Erich (2003)

Broesigke, Tassilo (1979)

Bronner Oscar (2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012) — 8

Busek Erhard (1982)

Cernko Willibald (2012)

Cordt, Herbert (1978, 1979)

Dallinger, Alfred (1979)

Dreihann-Holenia, N. (Nikolaus?) (1980)

Ederer, Brigitte (2008)

Faymann, Werner (2009, 2011, 2012) — 3

Fischer, Heinz (1979, 2010)

Fischler, Franz (2001)

Gusenbauer Alfred (2002, 2006, 2007 eingeladen nicht anwesend) — 2

Hampel, Erich (2000)

Haschek Helmut H. (1987, 1988)

Haselsteiner, Hans Peter (2005)

Heine-Geldern, Thomas (1978, 1979)

Hinteregger Gerald (1984)

Hoess Friedrich (1988)

Igler, Hans (1978, 1979, 1980, 1981 und 1982 Lenkungsausschuss-Mitglied, 1986, 1988) — 7

Jankowitsch Peter (1983, 1988, 1989, 1990, 1991, 1993, 1994 einziger Österreicher, ) —7

Kastner Diemut (1988)

Klestil Thomas (1988)

Kothbauer Max (1995, 1996, 1997)

Krainer Josef (1989)

Kreisky, Bruno (1979)

Lanc, Erwin (1979)

Leibenfrost, Franz J. (1979)

Leitner, Wolfgang (2008)

Lendvai Paul (1993)

Löscher, Peter (2009)

Mitterbauer, Peter (1997)

Neisser Heinrich (1992)

Nowotny, Ewald (2007)

Nussbaumer, Adolf (1978)

Osond Anton (1988

Pahr, Willibald (1979)

Petritsch, Wolfgang (2000)

Portisch, Hugo (1979, 1987)

Prinzhorn, Thomas (1979)

Pühringer, Othmar (1998)

Raidl, Claus J. (2001)

Randa, Gerhard (1998, 1999, 2002)

Rothensteiner Walter (2011)

Schenz, Richard (1999)

Schmidt-Chiari Guido (1988, 1991)

Scholten Rudolph (1992, 1999, 2000, 2001, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012) — 15

Schüssel Wolfgang (1984)

Schwarzenberg, Erbprinz Karl (1979, 1980, 1981)

Seidel, Hans (1981)

Steiner, Ludwig (1979)

Taus, Josef (1979, 1983, 1990)

Treichl, Andreas (2009)

Treichl, Heinrich (1978, 1979, 1980)

Trumpel-Gugerell, Gertrude (2002)

Verzetnitsch Friedrich (1988)

Vranitzky, Franz (1979, 1985, 1986, 1987, 1988, 1989, 1990, 1991, 1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2002) — 15

Zimmer-Lehmann, Georg (1978, 1979, 1980, 1982 Lenkungsausschuss-Mitglied, 1983, 1985, 1986, 1987, 1988) — 9

Zimmermann, Norbert (1999)

 
Die Veranstaltungsorte der Bilderberg-Meetings

1954 Oosterbeek, Holland
1955 Barbizon, Frankreich
1955 Garmisch-Partenkirchen, Deutschland
1956 Fredensborg, Dänemark
1957 St. Simons Island, Georgia, U.S.A.
1957 Fiuggi, Italy
1958 Buxton, England
1959 Yesilkoy, Türkei

1960 Bürgenstock, Schweiz
1961 St. Castin, Canada
1962 Saltsjöbaden, Schweden
1963 Cannes, Frankreich
1964 Williamsburg, Virginia, U.S.A.
1965 Villa d‘Este, Italien
1966 Wiesbaden, Deutschland
1967 Cambridge, England
1968 Mont Tremblant, Canada
1969 Marienlyst, Dänemark

1970 Bad Ragaz, Schweiz
1971 Woodstock, Vermont, U.S.A.
1972 Knokke, Belgien
1973 Saltsjöbaden, Schweden
1974 Megève, Frankreich
1975 Çesme, Türkei
1976 Bilderberger-Konferenz wegen des Lockheed-Skandals abgesagt 
1977 Torquay, England
1978 Princeton, New Jersey, U.S.A.
1979 Baden bei Wien, Österreich

1980 Aachen, Deutschland
1981 Bürgenstock, Schweiz
1982 Sandefjord, Norwegen
1983 Montebello, Canada
1984 Saltsjöbaden, Schweden
1985 Rye Brook, New York, U.S.A.
1986 Gleneagles, Schottland
1987 Villa d‘Este, Italien
1988 Telfs-Buchen, Österreich
1989 La Toja, Spanien

1990 Glen Cove, New York, U.S.A.
1991 Baden-Baden, Deutschland
1992 Evian-Les-Bains, Frankreich
1993 Vouliagmeni, Griechenland
1994 Helsinki, Finnland
1995 Bürgenstock, Schweiz
1996 Toronto, Canada
1997 Atlanta, Georgia, U.S.A.
1998 Turnberry, Scotland
1999 Sintra, Portugal

2000 Brüssel, Belgien
2001 Stenungsund, Schweden
2002 Chantilly, Virginia, U.S.A.
2003 Versailles, Frankreich
2004 Stresa, Italien
2005 Rottach-Egern, Deutschland
2006 Ottawa, Canada
2007 Istanbul, Türkei
2008 Chantilly, Virginia, U.S.A.
2009 May Vouliagmeni, Griechenland

2010 Sitges, Spanien
2011 St. Moritz, Schweiz
2012 Chantilly, Virginia, USA

Bearbeitungsstand: Freitag, 30. November 2012

 

 

Die Bilderberger und die Kriege

Das 89jährige Bilderberger-Alphatier Henry Kissinger hatte ab 1957 erste politische Erfahrungen als Berater des New Yorker Gouverneurs Nelson Rockefeller gesammelt, des verstorbenen Bruders von David Rockefeller, der wegen seiner Bedeutung in der Bankenwelt den Beinamen „Weltbankier“ erhielt und noch im Vorjahr als 96jähriger als Bilderberg-Teilnehmer in St. Moritz gelistet war. Dem Friedensnobelpreisträger (!) Kissinger werden schmutzige Rollen im Putsch von Chile, in der zigtausende Tote fordernden „Operation Condor“ in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern in den 70er- und 80er Jahren sowie in Geheimdienstoperationen in Osttimor und Persien zugeschrieben. Gerichtlichen Vorladungen folgt er prinzipiell nicht.

Weitere Kriegstreiber, unter ihnen jene, die sich für die Einmärsche im Irak und in Afghanistan einsetzten, waren die Bilderberger Paul Dundes Wolfowitz, seines Zeichens Bush-Berater, stellvertretender US-Verteidigungsminister und Weltbank-Präsident (in dieser Funktion Nachfolger des Bilderbergers James David Wolfensohn und Vorgänger des Bilderbergers Robert Zoellick).

Der Bilderberger Robert Bruce Zoellick, der bis Ende Juni Weltbankpräsident war und das Deutsche Bundesverdienstkreuz in der Ordensstufe „Großes Verdienstkreuz mit Stern“ tragen darf, gehörte 1998 zu den Unterzeichnern eines Briefes an den damaligen Präsidenten Bill Clinton, in dem unwahrerweise vor der „Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen“ gewarnt wurde. Fünf Jahre später begann die US-Regierung unter George W. Bush mit denselben Argumenten den Irakkrieg. In seinem Buch „Die wahre Geschichte der Bilderberger“ bezeichnet der russische Journalist Daniel Estulin den Irakkrieg 2003 offen als Resultat einer Bilderberg-Konferenz.

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Aus dem per ÖVP-Amtsmissbräuche offenkundig verfassungswidrig agrar-ausgeraubten Tirol, vom friedlichen Widerstand, Klaus Schreiner

Don´t be part of the problem! Be part of the solution. Sei dabei! Gemeinsam sind wir stark und verändern unsere Welt! Wir sind die 99 %!

Übrigens die 53. Innsbrucker Friedensmahnwache findet am Montag den 25.05.2015 um 18:00 Uhr bei der Annasäule statt. Sei dabei! Unterstütze mit Deiner Anwesenheit die friedliche Bewegung FÜR Frieden in Europa und auf der ganzen Welt.

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2 Gedanken zu „Die geheimnisumwitterten „Bilderberger“ – Das Super-Netzwerk zur Ausrichtung des Westens – von Bernd Stracke

  1. Eva Pichler SHG Mobbing Graz

    12 2014 Faymann weiß von nix… und überhaupt: alles privat…
    ZUR PARLAMENTARISCHEN ANFRAGE BILDERBERG-TREFFEN 2015
    =========================================
    http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/AB/AB_02563/index.shtml
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    Danke auch für deinen Beitrag!! Korruptionsstaatsanwaltschaft prüft!
    https://www.aktivist4you.at/2015/03/07/anfuetterungsverdacht-von-bk-faymann-co-bei-den-bilderbergern-mittels-offenen-brief-angezeigt-bundesamt-zur-korruptionspraevention-und-korruptionsbekaempfung-schaltet-die-staatsanwaltschaft-wien-e/

    Antworten
  2. Tom

    Hallo Klaus,

    Ich denke bezüglich des Bilderbergertreffens in Tirol gibt es einen Mangel an Informationsweitergabe !

    ??? Wann ??? und ??? Wo ??? genau finden heuer im Juni in Tirol Protest-u. Informationsveranstaltungen zum Thema Bilderberger statt ???

    LG Tom

    Antworten

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