Nordkorea: USA „prüfen“ „militärische Option von einem Präventivschlag“?! – Warnung vonseiten Chinas – Experten: Im Ernstfall „große Verluste unvermeidlich“

Finanzmarkt- und Konzernmacht-Zeitalter der Plutokratie unterstützt von der Mediakratie in den Lobbykraturen der Geld-regiert-Regierungen in Europa, Innsbruck am 14.04.2017

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Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen:https://m.kurier.at/politik/ausland/usa-bereiten-praeventiv-angriff-auf-nordkorea-vor/258.262.358

US-Präsident Donald Trump
Foto: AP/J. Scott Applewhite

 

Zwei US-Zerstörer, bewaffnet mit Marschflugkörpern des Typs „Tomahawk“, halten sich nach diesen Geheimdienstangaben in der Nähe der koreanischen Halbinsel auf. Das Pentagon dementiert.

14.04.2017, 05:24

 

Im Streit um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm erhöhen die USA den Druck auf Machthaber Kim Jong-un. Wegen der Sorge um einen möglichen neuen Atomversuch ist sogar von einem präventiven Luftangriff der USA gegen Nordkorea die Rede. Als Demonstration der Stärke wird am Wochenende auch ein Flottenverband mit einem US-Flugzeugträger in den Gewässern nahe der Koreanischen Halbinsel erwartet.

„Militärische Optionen“ würden bereits geprüft, sagte ein außenpolitischer Berater des Weißen Hauses am Freitag. Unter Berufung auf mehrere Mitarbeiter von US-Geheimdiensten berichtete der US-Fernsehsender NBC am Freitag, dass die USA darauf vorbereitet seien, einen Präventivschlag gegen Nordkorea auszuführen, sollten sie davon überzeugt sein, dass Pjöngjang einen weiteren Atomtest vornehmen wolle.

Eine Pentagonsprecherin erklärte zuvor, man diskutiere prinzipiell keine geplanten Operationen noch spekuliere man öffentlich über mögliche Szenarien.NKOREA-POLITICS-KIMFoto: APA/AFP/KCNA VIA KNS/STR

Marschflugkörper vor Nordkorea

Zwei US-Zerstörer, bewaffnet mit Marschflugkörpern des Typs „Tomahawk“, halten sich nach diesen Geheimdienstangaben in der Nähe der koreanischen Halbinsel auf. Einer davon sei etwa 480 Kilometer vom Atomtestgelände entfernt. Für den Fall einer Militäraktion der USA hat Nordkorea allerdings mit Vergeltung gedroht. Am Sonntag wird US-Vizepräsident Mike Pence in der südkoreanische Hauptstadt Seoul erwartet.

Zuletzt hatte es Hinweise gegeben, dass Nordkorea nach mehreren Raketentests einen neuen Atomwaffentest unternehmen könnte – möglicherweise sogar anlässlich des 105. Geburtstags des Staatsgründers Kim Il-sung an diesem Samstag. Das US-Korea-Institut der Johns-Hopkins-Universität berichtete, Satellitenbilder des Testgeländes im Nordosten zeigten anhaltende sowie neue Aktivitäten.

Warnung vonseiten Chinas

China hatte US-Präsident Donald Trump eindringlich vor einem Militärschlag gegen das abgeschottete kommunistische Land gewarnt. In einer Twitter-Kurznachricht schrieb der US-Präsident am Donnerstag: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass China angemessen mit Nordkorea umgehen wird. Wenn sie dazu nicht in der Lage sind, werden die Vereinigten Staaten es mit ihren Verbündeten sein.“

North Korea is looking for trouble. If China decides to help, that would be great. If not, we will solve the problem without them! U.S.A.

 

Im Rahmen der UNO-Sanktionen nach dem letzten Atomtest Nordkoreas hat China seit 19. Februar keine Kohlelieferungen mehr aus dem Nachbarland angenommen, wie der Zoll in Peking berichtete. Damit unterbindet China eine wichtige Einnahmequelle des abgeschotteten kommunistischen Staates. Durch den Stopp hätten sich die Kohleimporte aus Nordkorea im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum halbiert. Vorher seien noch 2,7 Millionen Tonnen eingeführt worden.

 

Hintergrund

 

Der Krisenherd Korea und die Sorge vor der Bombe

Wer in der südkoreanischen Zehn-Millionen-Metropole Seoul eine Schutzeinrichtung sucht, wird meist schnell fündig. Die U-Bahn-Stationen sind so tief in die Erde gebaut, dass sie der Bevölkerung im Fall eines Kriegs mit dem kommunistischen Nordkorea fürs erste als Zufluchtsort dienen sollen.

In Südkorea mag sich derzeit niemand einen zweiten Korea-Krieg vorstellen – der Bruderkrieg von 1950 bis 1953 hat drei Millionen Menschen das Leben gekostet. Doch die Furcht vor einer Eskalation auf der Halbinsel hat zuletzt zugenommen. Die Führung im Norden strebt trotz internationaler Ächtung den Bau von Atomwaffen mit großer Reichweite an – womöglich bis in die USA. Zuletzt gab es mehrere Raketentests, ein Atomwaffentest könnte bald bevorstehen.

Die Sorge in Südkorea ist nun, dass ein unvorhergesehener Zwischenfall rasch außer Kontrolle geraten oder ein gezielter Angriff der USA auf nordkoreanische Militäreinrichtungen verheerende Vergeltungsschläge provozieren würde. Die kommunistische Führung in Pjöngjang selbst, die den USA eine feindselige Politik unterstellt, droht immer wieder mit Erstschlägen.

Kim Jong Un, Choe Ryong HaeFoto: AP/Wong Maye-E

„Akute April-Krise“

Eine Serie von Ereignissen hat in Südkorea zuletzt Gerüchte über eine akute „April-Krise“ nach sich gezogen. Dazu gehörte auch die Entsendung eines Verbands von US-amerikanischen Kriegsschiffen um den Flugzeugträger „USS Carl Vinson“ in Richtung Korea. US-Präsident Donald Trump hat mehrmals mit einem Alleingang im Streit um Nordkoreas Atomprogramm gedroht – das heißt, notfalls auch ohne China, die traditionelle Schutzmacht Nordkoreas.

The aircraft carrier USS Carl Vinson (CVN 70) tranFoto: REUTERS/HANDOUT

„Übetriebene Einschätzungen der Lage“

Südkoreas Regierung versucht, den Gerüchten um eine Sicherheitskrise entgegenzutreten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mahnte, „übertriebene Einschätzungen der Lage“ nicht zu glauben. Auch geht Seoul davon aus, dass die USA ohne eine „enge Kooperation“ keinen Militärschlag gegen Nordkorea starten würden. Auch gibt es derzeit keine Anzeichen dafür, dass die USA ihre Landsleute in Südkorea, deren Zahl auf mehr als 200.000 geschätzt wird, zurückrufen.

Experten: Im Ernstfall „große Verluste unvermeidlich“

Einig sind sich Beobachter, dass ein Militärschlag gegen Nordkorea extreme Risiken birgt. Seoul, das nur 50 Kilometer von der Grenze entfernt liegt, ist in Reichweite nordkoreanischer Artilleriegeschütze und Kurzstreckenraketen. Südkorea schätzt, dass der Norden mehr als 13.000 Artilleriegeschütze hat, von denen die meisten entlang der vier Kilometer breiten entmilitarisierten Zone (DMZ) stehen. Selbst wenn Südkorea mit Hilfe der im Land stationierten US-Truppen die Artillerie Nordkoreas ausschalten könnte, wären im Ernstfall „große Verluste unvermeidlich“, befürchten Experten.

Krieg könnte Südkorea um Jahrzehnte zurückwerfen

Nordkoreas Regierung weiß, dass sie mit einem Angriff ihr Überleben aufs Spiel setzt, doch ein Krieg würde auch das wirtschaftsstarke Südkorea um Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zurückwerfen. „Trotz fehlender Ressourcen und veralteter Ausrüstung könnte Nordkorea durch sein großes, nach vorne positioniertes Militär mit kurzer oder keiner Warnung einen Angriff starten“, hieß es einem Bericht des US-Verteidigungsministeriums an den Kongress über Nordkoreas Militärfähigkeiten 2015. „Das Militär verfügt über die Fähigkeit, Südkorea bedeutenden Schaden zuzufügen, besonders in der Region von der DMZ bis Seoul.“

This satellite image released and notated by Airbu…Foto: APDaneben können Nordkoreas geschätzte 1.000 Scud- und Rodong-Raketen fast jedes Ziel in Südkorea treffen. Seoul schätzt, dass nordkoreanische Musudan-Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite zwischen 2.500 und 4.000 Kilometern zudem nicht nur Ziele in Südkorea oder Japan treffen, sondern auch den US-Militärstützpunkt auf Guam im Westpazifik erreichen können.

„Niemand ist darauf vorbereitet, einschließlich Nordkorea. Auch die USA sind nicht bereit dafür“

China fürchtet die unkalkulierbaren Risiken eines US-amerikanischen Militärschlages, der auch das große Nachbarland schwer treffen könnte – besonders bei einer nuklearen Eskalation. Einige Beobachter gehen davon aus, dass Chinas Streitkräfte auf eine Intervention vorbereitet sein dürften, um unter Umständen möglichst rasch Kontrolle über die nordkoreanischen Atomwaffen gewinnen zu können. „Ein Land hat immer Krisenpläne“, sagt der Nordkorea-Experte und Professor Jin Qiangyi von der Yanbian Universität in der Provinz Jilin. Aber er warnt auch: „Niemand ist darauf vorbereitet, einschließlich Nordkorea. Auch die USA sind nicht bereit dafür.“ Die Situation eskaliere gerade. „Wenn Nordkorea jetzt einen Atomversuch oder einen Raketentest unternimmt, wird die Lage sehr ernst. Wenn sie sich zurückhalten, kann die Krise vorbeiziehen.“

NKOREA-POLITICS-NUCLEAR-HOUSING-KIMFoto: APA/AFP/ED JONES

 

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