Die Hungermacher im globalen Rohstoff-Kasino von foodwatch.de

Finanzmarkt- und Konzernmacht-Zeitalter der Plutokratie unterstützt von der Mediakratie in den Lobbykraturen der Geld-regiert-Regierungen in Europa, Innsbruck am 02.12.2015

Liebe® Blogleser_in,

Bewusstheit, Liebe und Friede sei mit uns allen und ein gesundes sinnerfülltes Leben wünsch ich ebenfalls.

Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen: 

Die Hungermacher im globalen Rohstoff-Kasino

Pokerspiel um Nahrungsmittel

Das ist das Problem

Wird Essen teurer, entsteht Hunger. Finanzmarktspekulationen mit Nahrungsmitteln sind daher unverantwortlich: Durch Wetten auf die Preisentwicklung von Agrar-Rohstoffen wie Mais oder Weizen treiben Investmentbanken die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe. Sie sind mitschuldig an der Hungerkrise der Welt. Ein Problem, das uns alle angeht: Für die Zockerei im globalen Rohstoff-Kasino setzen Banken Geld ein, das wir in Lebensversicherungen oder Pensionsfonds investieren. Die Zusammenhänge hat foodwatch in dem Report „Die Hungermacher – Wie Deutsche Bank, Goldman Sachs & Co. auf Kosten der Ärmsten mit Nahrung spekulieren“ aufgezeigt.

Das ist der Stand

Die internationale Politik schaut dem Treiben der Investmentbanken hilflos zu. Es gibt bislang keine effektive Regulierung der Spekulation mit Nahrungsmitteln. Die Banken haben alles Interesse daran, den Status quo zu erhalten: Sie profitieren durch Gebühren immer und ohne jedes Risiko von der Spekulation mit Nahrung, unabhängig davon, wie sich die Preise entwickeln und ob ihre Kunden mit den Papieren Gewinn oder Verlust machen. Das Risiko tragen die Anleger – und die Ärmsten der Armen, wenn sie sich angesichts der Preissprünge Lebensmittel nicht mehr leisten können.

Das fordert foodwatch

foodwatch hat die europäische Politik aufgefordert, folgende Regulierungsmaßnahmen durchzusetzen:

  • Wirksame Positionslimits: Der rein spekulative Handel mit Rohstoff-Futures muss begrenzt werden.
  • Institutionelle Anleger wie Versicherungen müssen vom Rohstoffgeschäft ausgeschlossen werden.
  • Publikumsfonds und Zertifikate für Rohstoffe müssen verboten werden.

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https://www.foodwatch.org/de/informieren/agrarspekulation/mehr-zum-thema/meta-studie-zur-finanzspekulation/

Studie „Finanzspekulation und Nahrungsmittelpreise“

Spekulation mit Nahrungsmittel, © Merzavka / istockphoto.com

In einer Metastudie hat der Bremer Professor für Internationale Wirtschaft Hans-Heinrich Bass im Auftrag von foodwatch zahlreiche Studien analysiert, die den Einfluss der Finanz­spe­ku­lation auf Nahrungs­mittelpreise untersuchen. Die Analyse entkräftet zentrale Argumente der Spekulationsbefürworter um Deutsche Bank, Allianz und den Wittenberger Ethikprofessor Ingo Pies. Die Fortführung der Spekulation mit Nahrungsmitteln ist damit nicht mehr zu rechtfertigen. 

Im Gegensatz zu der hitzigen politischen Debatte ist der wissenschaftliche Diskurs darüber, wie sich exzessive Spekulationen mit Agrarrohstoffen an den Rohstoff-Terminbörsen auf die Lebensmittelpreise auswirken, in Deutschland dürftig. Dominiert wird er von einer Wissenschaftlergruppe um den Wittenberger Wirtschaftsethiker Ingo Pies und den Agrarökonomen Thomas Glauben aus Halle. Diese stellen die These auf, es gebe einen wissenschaftlichen Konsens, dass die finanzmarktgetriebenen Spekulationen „mit Sicherheit“ positive Auswirkungen haben und sich befürchtete negative Auswirkungen nicht nachweisen lassen.

Hans-Heinrich Bass, Professor für Internationale Wirtschaft an der Hochschule Bremen hat im Auftrag von foodwatch den Stand der Wissenschaft und insbesondere die Quellen der Papiere von Pies und Glauben analysiert.

 

foodwatch zieht aus der Analyse folgende Schlüsse:

1. Die Thesen von Pies und Glauben sind wissenschaftlich unlauter

2. Deutsche Bank und Allianz rechtfertigen ihr Geschäft mit haltlosen Argumenten

3. Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens

4. Auf den finalen wissenschaftlichen Beleg kann nicht gewartet werden

5. Das Vorsorgeprinzip muss angewandt werden!

6. Jetzt handeln – ein Gebot des Allgemeinwohlschutzes!

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Spekulieren auf Kosten der Ärmsten

foodwatch-Dioxin-Report "Chronisch vergiftet"

Die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen treibt die Nahrungsmittelpreise in die Höhe. Investmentbanken wie die Deutsche Bank machen sich dadurch mitschuldig an Hungersnöten in armen Ländern. In dem ausführlichen Report „Die Hungermacher“ erläutert foodwatch die Zusammenhänge der Zockerei im globalen Rohstoff-Kasino.

Etwa eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern. Allein 2010 stiegen die Nahrungsmittelpreise um ein Drittel, nur dadurch wurden mehr als 40 Millionen Menschen zusätzlich in absolute Armut gestürzt. Es gab aber auch einen anderen Rekord: Bis Ende März 2011 haben Kapitalanleger wie Versicherungen und Pensionsfonds 600 Milliarden Dollar in die von den Investmentbanken und Hedgefonds aufgelegten Papiere für Wetten mit Rohstoffen, darunter Mais und Weizen, investiert. Gibt es hier einen belegbaren Zusammenhang? Schädigt eine außer Rand und Band geratene Finanzindustrie auch das Leben und die Gesundheit der Ärmsten, indem sie die Nahrungsmittelpreise treibt?

Um diese Fragen zu klären, konnte foodwatch den Wirtschaftsjournalisten und ausgewiesenen Finanzexperten Harald Schumann gewinnen, der sich für die Arbeit an dem Report sechs Monate von seiner Redakteurs-Tätigkeit beim Tagesspiegel freistellen ließ. Das sind die Ergebnisse seiner Recherchen:

Ein gewisses Maß an Spekulation ist nützlich

Um Planungssicherheit zu erhalten, schließen z. B. Agrarhändler Verträge („Futures“) über Warenlieferungen zu einem festen Preis und einem festen Termin in der Zukunft ab. Spekulanten, die kein Interesse an einer Warenlieferung haben, aber mit solchen Futures auf steigende oder fallende Preise wetten, führen dem Markt Liquidität zu und tragen somit zur Preisstabilität bei. Bis zur Jahrtausendwende wurde das Gros der Future-Verträge von Produzenten und Verarbeitern geschlossen, um sich dadurch gegen Preisschwankungen abzusichern.

 

Gegen Nahrungsmittel-Spekulation!

67741 haben mitgemacht. Sie auch?
 

Die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen kann die Nahrungsmittelpreise drastisch in die Höhe und damit Menschen in den Hunger treiben. Investmentbanken müs­sen mit dieser unmoralischen Zockerei aufhören! MEHR ERFAHREN

 Rohstoff-Spekuklation boomt

Nach dem Platzen der „Dotcom-Blase“ haben Banken spekulative Rohstoffe-Papiere forciert und massiv beworben. Sie gelten als sichere Anlage, da das Angebot begrenzt ist und die Nachfrage angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung zunimmt. Die große Deregulierung um die Jahrtausendwende hat den Rohstoff-Handel für institutionelle Anleger wie Index-Investoren attraktiv gemacht. Sie haben kein Interesse an Preisstabilität für den physischen Rohstoffhandel, sondern nur an langfristiger Rendite. Gleichzeitig wurden dadurch die Rohstoffbörsen an die Entwicklung der Finanzmärkte gekoppelt: Faktoren wie Zinshöhe, Risikobereitschaft oder fallende Aktienkurse treiben die Preise für Rohstoffe, unabhängig von Angebot und Nachfrage der physischen Ware.

Das Ausmaß der Spekulation hat überhandgenommen

Der Anteil der zu rein spekulativen Zwecken gehaltenen Weizen-Kontrakte an der Chicagoer Börse (CBOT) lag bis 1999 noch bei 20 bis 30 Prozent – heute beträgt er bis zu 80 Prozent. Institutionelle Anleger haben bislang 600 Milliarden Dollar an den Rohstoffbörsen investiert – das entspricht etwa einem Zehntel des Wertes aller weltweit gehandelten Aktien. Dabei ist die Zahl der gehandelten Futures völlig unabhängig von den verfügbaren Mengen der physischen Ware und überschreitet diese um ein Vielfaches. So betrug zum Beispiel das Volumen der gezeichneten Futures („open interest“) auf Weizen der Sorte „Soft Red Winter“ in Chicago im März 2011 rund 76 Millionen Tonnen – das entspricht dem 8,5-fachen der Jahresernte von rund 9 Millionen Tonnen.

Der Preis von morgen bestimmt den Preis von heute

Es gibt erdrückende Belege dafür, dass der Future-Preis, also der Kurs der nächst-fälligen Kontrakte für eine nur virtuelle Rohstofflieferung, die Preise auf den Spotmärkten beeinflusst, wo diese Rohstoffe tatsächlich gehandelt werden. Getreidebauern verkaufen ihre Ware in der Gegenwart zum Future-Preis – einen niedrigeren Preis zu verlangen, wäre ökonomisch unsinnig, für einen höheren Preis würden sie dagegen keine Käufer finden. Wissenschaftliche Auswertungen der in den USA erhobenen Börsendaten zeigen, dass die anwachsende Kapitalanlage auf den Rohstoffmärkten Getreide, Speiseöl und Benzin über lange Phasen von bis zu einem Jahr um bis zu 25 Prozent verteuert.

Preise sind im Rohstoff-Fieber

Durch spekulative Anleger hat auch die Volatilität zugenommen, also Ausmaß und Frequenz der Preisschwankungen. So schwankten die Preise für Weizen-Futures in Chicago bis 2004 in der Regel nur um bis zu 30 Prozent übers Jahr – seit dem Einstieg der Indexfonds sind Ausschläge von bis zu 70 Prozent gang und gäbe.

 

Indexfonds missbrauchen Handel mit Rohstoff-Futures als Kapitalanlage

Sie spekulieren auf langfristig steigende Preise und investieren daher nur in Kaufkontrakte („long-only“). Dadurch sorgen sie für eine künstliche, virtuelle Nachfrage, die die tatsächlichen Preise für die Rohstoffe steigen lässt.

Banken haben kein Interesse an Regulierung

Sie profitieren über Gebühren immer und ohne jedes Risiko von der Spekulation mit Nahrung, unabhängig davon, wie sich die Preise entwickeln und ob ihre Kunden mit den Papieren Gewinn oder Verlust machen. Wie lukrativ Rohstoffspekulation ist, zeigt auch die Tatsache, dass Finanzkonzerne wie Morgan Stanley, JP Morgan, Goldman Sachs oder die Deutsche Bank in den physischen Rohstoffhandel eingestiegen sind und Tanker, Pipelines und Lagerhäuser betreiben.

Ölpreis-Spekulation treibt Nahrungsmittelpreise

Auch Wetten auf Öl treiben Nahrungsmittelpreise nach oben. Dass der Ölpreis in hohem Maße durch Spekulation und nicht allein durch Angebot und Nachfrage beeinflusst wird, gilt als unbestritten. Die Ölpreise aber schlagen durch Ausgaben für Treibstoff und Mineraldünger direkt auf die Kosten der Getreideproduktion und -vermarktung durch.

Steigende Preise verursachen Hunger

Wenn Menschen in den ärmsten Ländern 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen, können sie bei Preissteigerungen Nahrung nicht mehr bezahlen. Die Weltbank schätzte, dass während der Hochpreisphase 2007/08 an die 100 Millionen Menschen zusätzlich Hunger litten, weil sie die höheren Preise nicht mehr bezahlen konnten. Und 2011 lagen die Preise für die drei wichtigsten Getreidesorten Weizen, Mais und Reis im weltweiten Durchschnitt inflationsbereinigt um 150 Prozent über denen im Jahr 2000.

Banken verstoßen gegen selbst erklärte Verantwortung

Das Handeln der Banken steht im Widerspruch zu den selbst-postulierten Ansprüchen. So gibt die Deutsche Bank in ihrem CSR-Report an, „sozial und ökologisch möglichst verantwortungsvoll zu handeln“.

Die europäische Politik zum Handeln verpflichtet

Angesichts der Belege für die schädliche Wirkung der Nahrungsmittelspekulation ist die europäische Politik sogar verpflichtet, aktiv zu werden: Das Vorsorgeprinzip ist Teil des europäischen Grundrechts (Lissabon-Vertrag) – es schreibt bereits bei Hinweisen auf Gefahren für Leib und Leben vorsorgendes Handeln vor.

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https://www.foodwatch.org/de/informieren/agrarspekulation/mehr-zum-thema/regulierung/

Das sind die Instrumente gegen Rohstoff-Spekulation

Der foodwatch-Report „Die Hungermacher“ liefert erdrückende Belege dafür, wie unverantwortliche Spekulationsgeschäfte weltweit die Preise für Nahrungsmittel treiben. Die Politik sieht der Zockerei im globalen Rohstoff-Kasino weitgehend unentschlossen zu – dabei gibt es durchaus Instrumente, regulierend in die Spekulation mit Rohstoffen einzugreifen.

Der Einfluss der Kapitalanleger auf die Preise an den Warenterminbörsen muss gemindert werden. Hierzu bieten sich insbesondere drei Instrumente an:

Zugangsbeschränkung über „Positionslimits“

Ausschluss institutioneller Investoren

Verbot von Publikumsfonds

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https://www.foodwatch.org/de/informieren/agrarspekulation/mehr-zum-thema/fragen-antworten/

Wie Spekulationsgeschäfte den Hunger befördern

Die globale Rohstoff-Spekulation ist ein komplexes, häufig von der Fachsprache der Experten dominiertes Thema. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten:

Was sind Futures?

Wie funktioniert der Future-Handel?

Wie funktionieren Warentermin-Börsen?

Warum sind Rohstoff-Indizes problematisch?

Wie wirken sich Futures-Geschäfte auf Nahrungspreise aus?

Inwiefern verursacht Spekulation Hunger?

Welche Rolle spielen die Banken dabei?

Warum wird Spekulation nicht ganz verboten?

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foodwatch fordert: Einfluss von Finanzanlegern zurückdrängen

Spielautomat, Casino - Fotolia,  (c) Alterfalter

Hochspekulative Anlagen dürfen keinen Einfluss darauf haben, wie teuer Agrarrohstoffe sind und ob sich Menschen Nahrungsmittel leisten können. Um dies sicherzustellen, ist ein Bündel von Regulierungsmaßnahmen erforderlich. Zudem müssen Banken ihrer gesellschaftlichen Verantwortung endlich gerecht werden.

Positionslimits einführen

Die absolute Zahl der zu Spekulationszwecken geschlossenen Warenterminverträge muss begrenzt, das heißt, es müssen Positionslimits definiert werden. Der amerikanische Kongress hat mit der im Juli 2010 verabschiedeten Reform der Finanzmarktgesetze die zuständige Aufsichtsbehörde bereits beauftragt, solche Positionslimits zu erlassen. Eine vergleichbare Gesetzgebung gibt es dagegen in der Europäischen Union bisher nicht. Die anstehende Reform der EU-Richtlinie über die Märkte für Finanzinstrumente eröffnet aber die Möglichkeit, solche Positionsgrenzen auch an den europäischen Rohstoffbörsen zwingend vorzuschreiben. foodwatch fordert daher die Bundesregierung auf, sich dem bereits beschlossenen Votum des Europäischen Parlaments anzuschließen und gegenüber der EU-Kommission und den Regierungen der übrigen EU-Staaten auf die Einführung von wirksamen Positionslimits für den Handel mit Rohstoff-Futures zu dringen.

Institutionelle Investoren vom Rohstoffgeschäft ausschließen

Um Positionslimits wirksam einzusetzen, müssen die Aufsichtsbehörden sicher unterscheiden können, welche Transaktionen nur für spekulative Zwecke gezeichnet werden und welche der Preissicherung für den Handel mit der physischen Ware dienen. Diese Unterscheidung wird zusehends schwieriger. Darum ist es notwendig, zusätzlich auch die Kapitalquellen für die Rohstoffspekulation trockenzulegen. Die größten Anlagen zeichnen Pensionsfonds, Versicherungen und die Verwalter von Stiftungsvermögen. foodwatch fordert die EU-Kommission und die Bundesregierung daher auf, die ohnehin bestehenden Auflagen für solche institutionellen Investoren durch ein Verbot der Anlage in Rohstoffderivaten zu ergänzen.

 

Gegen Nahrungsmittel-Spekulation!

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Publikumsfonds und Zertifikate für Rohstoffe verbieten

Nicht minder fragwürdig sind die Publikumsfonds und zahllosen Zertifikate, welche die Finanzindustrie für individuelle Anleger aufgelegt hat, um diese an der Rohstoffspekulation zu beteiligen. Auch diese „Exchange Traded Funds“ (ETF) und „Exchange Traded Notes“ (ETN) leiten mehr als 100 Milliarden Dollar und Euro auf die Rohstoffmärkte, ohne irgendeinen volkswirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen. Stattdessen beteiligen sie Hunderttausende von Anlegern an einem ethisch und rechtlich unhaltbaren Wettspiel, das für die Armutsbevölkerung in vielen Ländern der Welt verheerende Folgen hat. foodwatch fordert daher die Gesetzgeber in Europa auf, den Emittenten von Rohstofffonds und -zertifikaten zumindest die Anlage in Agrar- und Energierohstoffen zu verbieten.

Banken müssen auf Nahrungsmittelspekulationen verzichten

Die großen Banken wie Goldman Sachs und Deutsche Bank waren die entscheidenden Akteure bei der Einführung von Rohstoff-Indizes und tragen mit den verschiedensten Rohstofffonds und anderen Angeboten zu den schädlichen Preissteigerungen an den Rohstoffbörsen bei. foodwatch fordert, dass die großen Finanzinstitutionen ihrer selbst postulierten gesellschaftlichen Verantwortung, „ … sozial und ökologisch möglichst verantwortungsvoll zu handeln …“ (Deutsche Bank, CSR-Bericht 2010), gerecht werden. foodwatch fordert die großen Banken auf, als ersten, vorsorglichen Schritt auf die Spekulationen mit Nahrungsmittelrohstoffen wie Soja, Mais und Weizen in ihren Angeboten zu verzichten.

Dokumente

https://www.foodwatch.org/de/informieren/agrarspekulation/mehr-zum-thema/foodwatch-report-die-hungermacher/

Spekulieren auf Kosten der Ärmsten

foodwatch-Dioxin-Report "Chronisch vergiftet"

Die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen treibt die Nahrungsmittelpreise in die Höhe. Investmentbanken wie die Deutsche Bank machen sich dadurch mitschuldig an Hungersnöten in armen Ländern. In dem ausführlichen Report „Die Hungermacher“ erläutert foodwatch die Zusammenhänge der Zockerei im globalen Rohstoff-Kasino.

Etwa eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern. Allein 2010 stiegen die Nahrungsmittelpreise um ein Drittel, nur dadurch wurden mehr als 40 Millionen Menschen zusätzlich in absolute Armut gestürzt. Es gab aber auch einen anderen Rekord: Bis Ende März 2011 haben Kapitalanleger wie Versicherungen und Pensionsfonds 600 Milliarden Dollar in die von den Investmentbanken und Hedgefonds aufgelegten Papiere für Wetten mit Rohstoffen, darunter Mais und Weizen, investiert. Gibt es hier einen belegbaren Zusammenhang? Schädigt eine außer Rand und Band geratene Finanzindustrie auch das Leben und die Gesundheit der Ärmsten, indem sie die Nahrungsmittelpreise treibt?

Um diese Fragen zu klären, konnte foodwatch den Wirtschaftsjournalisten und ausgewiesenen Finanzexperten Harald Schumann gewinnen, der sich für die Arbeit an dem Report sechs Monate von seiner Redakteurs-Tätigkeit beim Tagesspiegel freistellen ließ. Das sind die Ergebnisse seiner Recherchen:

Ein gewisses Maß an Spekulation ist nützlich

Um Planungssicherheit zu erhalten, schließen z. B. Agrarhändler Verträge („Futures“) über Warenlieferungen zu einem festen Preis und einem festen Termin in der Zukunft ab. Spekulanten, die kein Interesse an einer Warenlieferung haben, aber mit solchen Futures auf steigende oder fallende Preise wetten, führen dem Markt Liquidität zu und tragen somit zur Preisstabilität bei. Bis zur Jahrtausendwende wurde das Gros der Future-Verträge von Produzenten und Verarbeitern geschlossen, um sich dadurch gegen Preisschwankungen abzusichern.

 

Gegen Nahrungsmittel-Spekulation!

67741 haben mitgemacht. Sie auch?
 

Die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen kann die Nahrungsmittelpreise drastisch in die Höhe und damit Menschen in den Hunger treiben. Investmentbanken müs­sen mit dieser unmoralischen Zockerei aufhören! MEHR ERFAHREN

 
 
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Rohstoff-Spekuklation boomt

Nach dem Platzen der „Dotcom-Blase“ haben Banken spekulative Rohstoffe-Papiere forciert und massiv beworben. Sie gelten als sichere Anlage, da das Angebot begrenzt ist und die Nachfrage angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung zunimmt. Die große Deregulierung um die Jahrtausendwende hat den Rohstoff-Handel für institutionelle Anleger wie Index-Investoren attraktiv gemacht. Sie haben kein Interesse an Preisstabilität für den physischen Rohstoffhandel, sondern nur an langfristiger Rendite. Gleichzeitig wurden dadurch die Rohstoffbörsen an die Entwicklung der Finanzmärkte gekoppelt: Faktoren wie Zinshöhe, Risikobereitschaft oder fallende Aktienkurse treiben die Preise für Rohstoffe, unabhängig von Angebot und Nachfrage der physischen Ware.

Das Ausmaß der Spekulation hat überhandgenommen

Der Anteil der zu rein spekulativen Zwecken gehaltenen Weizen-Kontrakte an der Chicagoer Börse (CBOT) lag bis 1999 noch bei 20 bis 30 Prozent – heute beträgt er bis zu 80 Prozent. Institutionelle Anleger haben bislang 600 Milliarden Dollar an den Rohstoffbörsen investiert – das entspricht etwa einem Zehntel des Wertes aller weltweit gehandelten Aktien. Dabei ist die Zahl der gehandelten Futures völlig unabhängig von den verfügbaren Mengen der physischen Ware und überschreitet diese um ein Vielfaches. So betrug zum Beispiel das Volumen der gezeichneten Futures („open interest“) auf Weizen der Sorte „Soft Red Winter“ in Chicago im März 2011 rund 76 Millionen Tonnen – das entspricht dem 8,5-fachen der Jahresernte von rund 9 Millionen Tonnen.

Der Preis von morgen bestimmt den Preis von heute

Es gibt erdrückende Belege dafür, dass der Future-Preis, also der Kurs der nächst-fälligen Kontrakte für eine nur virtuelle Rohstofflieferung, die Preise auf den Spotmärkten beeinflusst, wo diese Rohstoffe tatsächlich gehandelt werden. Getreidebauern verkaufen ihre Ware in der Gegenwart zum Future-Preis – einen niedrigeren Preis zu verlangen, wäre ökonomisch unsinnig, für einen höheren Preis würden sie dagegen keine Käufer finden. Wissenschaftliche Auswertungen der in den USA erhobenen Börsendaten zeigen, dass die anwachsende Kapitalanlage auf den Rohstoffmärkten Getreide, Speiseöl und Benzin über lange Phasen von bis zu einem Jahr um bis zu 25 Prozent verteuert.

Preise sind im Rohstoff-Fieber

Durch spekulative Anleger hat auch die Volatilität zugenommen, also Ausmaß und Frequenz der Preisschwankungen. So schwankten die Preise für Weizen-Futures in Chicago bis 2004 in der Regel nur um bis zu 30 Prozent übers Jahr – seit dem Einstieg der Indexfonds sind Ausschläge von bis zu 70 Prozent gang und gäbe.

 

Indexfonds missbrauchen Handel mit Rohstoff-Futures als Kapitalanlage

Sie spekulieren auf langfristig steigende Preise und investieren daher nur in Kaufkontrakte („long-only“). Dadurch sorgen sie für eine künstliche, virtuelle Nachfrage, die die tatsächlichen Preise für die Rohstoffe steigen lässt.

Banken haben kein Interesse an Regulierung

Sie profitieren über Gebühren immer und ohne jedes Risiko von der Spekulation mit Nahrung, unabhängig davon, wie sich die Preise entwickeln und ob ihre Kunden mit den Papieren Gewinn oder Verlust machen. Wie lukrativ Rohstoffspekulation ist, zeigt auch die Tatsache, dass Finanzkonzerne wie Morgan Stanley, JP Morgan, Goldman Sachs oder die Deutsche Bank in den physischen Rohstoffhandel eingestiegen sind und Tanker, Pipelines und Lagerhäuser betreiben.

Ölpreis-Spekulation treibt Nahrungsmittelpreise

Auch Wetten auf Öl treiben Nahrungsmittelpreise nach oben. Dass der Ölpreis in hohem Maße durch Spekulation und nicht allein durch Angebot und Nachfrage beeinflusst wird, gilt als unbestritten. Die Ölpreise aber schlagen durch Ausgaben für Treibstoff und Mineraldünger direkt auf die Kosten der Getreideproduktion und -vermarktung durch.

Steigende Preise verursachen Hunger

Wenn Menschen in den ärmsten Ländern 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen, können sie bei Preissteigerungen Nahrung nicht mehr bezahlen. Die Weltbank schätzte, dass während der Hochpreisphase 2007/08 an die 100 Millionen Menschen zusätzlich Hunger litten, weil sie die höheren Preise nicht mehr bezahlen konnten. Und 2011 lagen die Preise für die drei wichtigsten Getreidesorten Weizen, Mais und Reis im weltweiten Durchschnitt inflationsbereinigt um 150 Prozent über denen im Jahr 2000.

Banken verstoßen gegen selbst erklärte Verantwortung

Das Handeln der Banken steht im Widerspruch zu den selbst-postulierten Ansprüchen. So gibt die Deutsche Bank in ihrem CSR-Report an, „sozial und ökologisch möglichst verantwortungsvoll zu handeln“.

Die europäische Politik zum Handeln verpflichtet

Angesichts der Belege für die schädliche Wirkung der Nahrungsmittelspekulation ist die europäische Politik sogar verpflichtet, aktiv zu werden: Das Vorsorgeprinzip ist Teil des europäischen Grundrechts (Lissabon-Vertrag) – es schreibt bereits bei Hinweisen auf Gefahren für Leib und Leben vorsorgendes Handeln vor.

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Aus dem per ÖVP-Amtsmissbräuche offenkundig verfassungswidrig agrar-ausgeraubten Tirol, vom friedlichen Widerstand, Klaus Schreiner

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“Wer behauptet, man braucht keine Privatsphäre, weil man nichts zu verbergen hat, kann gleich sagen man braucht keine Redefreiheit weil man selbst nichts zu sagen hat.” Edward Snowden.

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