Das Flüchtlingsdrama und der wahre Hintergrund BY PROF. DR. CHRISTOPH BRAUNSCHWEIG „Es ist vor allem der Mangel an Perspektiven und Hoffnungen, der die Jungen forttreibt. Sie riskieren lieber ihr Leben, obwohl sie genau wissen, was auf sie zukommt – derart hoch ist ihr Leidensdruck. … Permanente kriegerische Auseinandersetzungen im Inneren wie im Äußeren machen viele afrikanische Länder zum Paradies für internationale Waffenhändler und die Rüstungsindustrie. „

Finanzmarkt- und Konzernmacht-Zeitalter der Plutokratie unterstützt von der Mediakratie in den Lobbykraturen der Geld-regiert-Regierungen in Europa, Innsbruck am 25.06.2015

Liebe® Blogleser_in,

Bewusstheit, Liebe und Friede sei mit uns allen und ein gesundes sinnerfülltes Leben wünsch ich ebenfalls.  

Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen: http://freiraum-magazin.com/2015/05/03/das-fluechtlingsdrama-und-der-wahre-hintergrund/ 

Das Flüchtlingsdrama und der wahre Hintergrund

 flickr | Claudio Riccio

 

Der wahre Skandal des Flüchtlingsdramas vor Lampedusa ist nicht die „Abschottung Europas“, sondern die aufreizende Gleichgültigkeit der afrikanischen Regierungen bzw. Machtpotentaten gegenüber dem Exodus – sowie die fehlgesteuerte Entwicklungspolitik der Industrieländer.

Tagtäglich ist in den Medien angesichts der vielen Flüchtlinge, die versuchen, über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen, und angesichts der unzähligen, die dabei um Leben kommen, vom Versagen und der Schuld Europas die Rede. Mit moralischem Unterton, der ganz der „political correctness“ entspricht, wird von der „Festung Europa“ geredet, den hohen Zäunen, der Hartherzigkeit der Behörden, den profitgierigen Schlepperbanden, den rigiden Einwanderungsgesetzen und einer Asylpraxis, die menschenverachtend sei.
All dies hört man Tag für Tag aus den Medien. Aber seltsamerweise werden die tatsächlich Schuldigen mit keinem Wort erwähnt!

Praktisch niemand stellt diese Hauptschuldigen an den Pranger: die unsäglichen afrikanischen Regierungen.

David Signer stellt in einem Artikel für die NZZ die Frage, wie kaputt ein Land sein muss, dass junge Menschen dort keine andere Chance mehr als eine selbstmörderische Flucht sehen? Dabei kommen die meisten afrikanischen Flüchtlinge gar nicht aus den Bürgerkriegsländern und sind auch nicht vom Hungertod bedroht. In der Regel gehören sie dem unteren Mittelstand an. Aber sie sind ganz offensichtlich bar jeder Hoffnung und riskieren lieber ihr Leben als zu bleiben.

Jede normale Staatsregierung müsste geradezu verzweifeln über einen solchen Exodus.

Doch hat man je eine afrikanische Regierung diesbezüglich Alarm schlagen hören? Hat sich die Afrikanische Union je zu einem Sondergipfel getroffen, um sich die Frage zu stellen: Was machen wir falsch? Nein! Wenn die Mächtigen in Afrika dieses Thema überhaupt ansprechen, dann, um die „Abschottung Europas“ zu kritisieren. So manche dieser afrikanischen Regierungen mag sogar klammheimlich froh sein, wenn die ambitionierten, aber frustrierten Jungen das Land verlassen. Ansonsten würden diese Jungen vielleicht auf die Barrikaden steigen. So kann man die Arbeitslosigkeit einfach exportieren, und die Emigrierten stützen die Wirtschaft und indirekt das Regime, indem sie Geld nach Hause überweisen.

Es ist vor allem der Mangel an Perspektiven und Hoffnungen, der die Jungen forttreibt.

Sie riskieren lieber ihr Leben, obwohl sie genau wissen, was auf sie zukommt – derart hoch ist ihr Leidensdruck. Auch sie wollen sich entfalten und vorwärtskommen. Aber alles bremst sie in ihrer Heimat: das marode Schul- und Universitätswesen, die darniederliegende Infrastruktur, die mangelnde ärztliche Versorgung, die korrupte und ineffiziente Verwaltung, das Polit-Ganoventum an der Staatsspitze, die grotesk hohen Ausgaben für Rüstungsgüter, die ineffektive Planwirtschaft, die fehlende Rechtssicherheit.

Arbeitsplätze bekommt man nur durch Beziehungen oder Korruption. Verdient man endlich Geld, muss man es verteilen. Und überall herrschen Traditionalismus, Konformismus, Sexismus, Autoritarismus, Aberglauben. Trotz erstaunlicher Wachstumszahlen einiger afrikanischer Länder haben sich die Lebensbedingungen der meisten Bewohner auch dort nicht verbessert. Doch die meisten Regierungen stört das nicht weiter.

Das ist der wahre Skandal am Flüchtlingsdrama.

Die afrikanischen Regierungen versuchen es erst gar nicht, sie im Land zu halten. Dafür ersetzt dann Europa diese Fachleute durch eigene Entwicklungsexperten, übernimmt all die Aufgaben, für die eigentlich das Land selbst zuständig wäre (schulische, sanitäre, medizinische Versorgung) und hält die korrupten Regime durch Entwicklungshilfe am Leben. Solange sich diese Verhältnisse dort nicht ändern, reißt der Flüchtlingsstrom nicht ab. In Großbritannien arbeiten heute bereits mehr ghanesische Ärzte und Krankenpflegerinnen als in Ghana selbst. Die afrikanischen Wissenschaftler ziehen es vor, im Ausland zu arbeiten und zu leben.

Man sage nicht, Afrika sei eben arm.

Länder wie Nigeria oder Kongo-Kinshasa, aus denen viele Flüchtlinge kommen, verfügen über große Reichtümer. Allerdings sieht die normale Bevölkerung davon nichts, denn das Geld ist extrem ungleich verteilt. Und diejenigen, die es haben, verschleudern es, anstatt im Land sinnvoll zu investieren, ja sie verscheuchen noch diejenigen, die fähig und bereit wären, etwas für den Aufbau zu tun.

Volker Seitz wählte für sei Buch zu Recht den Titel: „Afrika wird armregiert“.

Hinzu kommen die falschen Anreize, verkörpert von einer inkompetenten, egoistischen Elite und dem ausgesprochenen Polit-Ganoventum, das in Afrika fast überall anzutreffen ist. In vielen afrikanischen Ländern herrscht neben der Stammes- und Clan-Herrschaft zudem eine Art von Steinzeit-Sozialismus: Eine kleine herrschende Klasse beutet die Bevölkerung und die Schätze des Landes hemmungslos aus, während der große Rest in bitterer Armut verkommt.

Permanente kriegerische Auseinandersetzungen im Inneren wie im Äußeren machen viele afrikanische Länder zum Paradies für internationale Waffenhändler und die Rüstungsindustrie. Zu Geld und Einfluss kommt man im subsaharischen Afrika im Allgemeinen nicht durch Bildung und Leistung. Gibt es aber keine Möglichkeit, mit der eigenen Energie und Leistung etwas Sinnvolles anzufangen, überstrahlt eben die Versuchung der Emigration alles.

Jeder Europäer würde in dieser Situation sein Glück auch woanders suchen – koste was es wolle. Die europäische Entwicklungspolitik ist daher schon vom Ansatz her falsch; sie konserviert die unhaltbaren Zustände in Afrika, anstatt durchgreifende Veränderungen anzustoßen.

Prof. Dr. Christoph Braunschweig ist Autor zahlreicher Bücher.

 

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Aus dem per ÖVP-Amtsmissbräuche offenkundig verfassungswidrig agrar-ausgeraubten Tirol, vom friedlichen Widerstand, Klaus Schreiner

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