UNO: Die Vereinten Nationen als Kriegspartei. Die wahren Ursachen für die Teilung Koreas. Von Peter Frey 

Finanzmarkt- und Konzernmacht-Zeitalter der Plutokratie unterstützt von der Mediakratie in den Lobbykraturen der Geld-regiert-Regierungen in Europa, Innsbruck am 26.03.2018
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Bewusstheit, Liebe und Friede sei mit uns allen und ein gesundes sinnerfülltes Leben wünsch ich ebenfalls.

Die Vereinten Nationen als Kriegspartei

Die Vereinten Nationen als Kriegspartei

Die wahren Ursachen für die Teilung Koreas, Teil 1.

Vorwort

Nur logisch, befasst sich diese Artikelreihe natürlich mit Korea als Ganzem. Sehen sich doch die Menschen auf der koreanischen Halbinsel, trotz der seit Jahrzehnten existierenden Teilung, in überwältigendem Maße als Teil einer Nation. Und die westliche Politik, der intensiv daran gelegen ist, beide koreanische Staaten in Feindpositionen zu zwingen, richtet sich natürlich gegen Nordkorea und Südkorea! Es gibt keine Gewinner in diesem stetig von außen geschürten Konflikt.

Wenn wir nun über die jüngere traumatische Geschichte dieser Nation sprechen, werden wir erfahren, dass ihre Teilung, wie auch deren Aufrechterhaltung, das Ergebnis paranoider Geopolitik ist. Wir werden außerdem erfahren, dass diese Paranoia – und das wird verschwiegen wie verschleiert – NICHT von der Sowjetunion ausging.

Dazu gilt mit Blick auf den, der sich, weil mächtig, auch entsprechend aufspielt: Der Paranoide sieht seine Paranoia zwar als Spiegel in seinen Opfern; ist jedoch nicht in der Lage, den Bezug zu sich selbst herzustellen.

Im Laufe der Artikelreihe erfahren wir von der unseeligen Rolle, welche den Vereinten Nationen, der United Nations Organisation (UNO), von ihrer Gründung an zugedacht war; die eines Herrschaftsmittels, eines vor allem ideologischen Werkzeugs, welches kriegerisches Handeln in den Köpfen der Menschen zu Friedensaktivitäten verzauberte und sie damit in Machtpolitik einspannte. George Orwells Buch 1984 war in jener Zeit gerade veröffentlicht worden, als das dort beschriebene Neusprech auch schon Einzug in die große Politik fand.

Wie groß das Ausmaß ist, in welchem die UNO für Machteliten Verwendung findet, wurde in anderen Beiträgen bereits behandelt. Wer sich für die Hintergründe der abgründigen wie verlogenen Giftgaskampagne gegen die syrische Regierung und die Rolle, welche die UNO dabei spielt(e), interessiert, dem sei diese dreiteilige Artikelserie empfohlen.

Als man die Spaltung Koreas ins Auge fasste, gab es die UNO noch nicht, doch das Ausnutzen einer Organisation der Völkergemeinschaft für geopolitische Zwecke war bereits in der Strategie enthalten. Ja, es war gelebte Erfahrung. In diesem ersten Teil fassen wir Korea zeitlich in die schließende Klammer der Gegenwart und in die öffnende während der 1940ger Jahre – bevor und als die Vereinten Nationen gegründet wurden.

Wir müssen uns jedoch an diese Rolle der UNO systematisch heranarbeiten. Wird doch ihr reales Wirken – hier nur im Falle Koreas – von einem gigantischen Lügengemälde zu dessen Geschichte überdeckt, welches erst einmal zur Seite gezogen werden muss.

Zum Einstieg der beispielhafte Blick in die Gegenwart

Die Teilung Nordkoreas hat einen Namen: 38. Breitengrad. Hierzu sind mir einige sehr interessante Parallelen aufgefallen, auf die ich durch einen manipulativen Medienbeitrag aufmerksam gemacht wurde und auf die ich mittels dieses Beispiels hinführen möchte. Umso aktueller sind solche Zusammenhänge, da – kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang – Hass und Zwietracht in Politik wie Medien gesät wurden, welche den Geist Olympias, vor allem aber die immer wieder gestarteten Annäherungsversuche der beiden koreanischen Staaten, zu vergiften suchen (1, 2). Warum tat man das?

Warum wird das Bestreben nach Verständigung, nach Entwicklung eines konstruktiven Dialogs nicht gefördert, nicht einmal honoriert? Warum statt dessen eine solche Feindbildpflege? Es genügt nicht, das als unangenehm zu empfinden. Notwendig ist die Frage des WARUM, die nach den Motiven. Glauben Sie, dass hier das Motiv Völkerverständigung und Friedenssehnsucht der Menschen eine Rolle spielte (b1)?

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Es ist nicht so, dass Die Zeit nicht auch qualitativ wertvolle, informative Artikel liefert. DAS aber ist nicht die Arbeit eines Journalisten und nachfolgend eines Redaktionskollegiums gewesen. Was Sie da sehen, hatte auch nie vor, journalistischen Ansprüchen zu genügen. Das ist echte Auftragsarbeit; plumpe Propaganda. Wenn Sie ein wenig bewandert sind, wie man so etwas erkennen kann: Sehen Sie auch rasch die (mindestens) SECHS TRIGGER, die das begründen?

Erster Trigger: Vereinte Nationen

Gleich zum Beginn des Artikels werden sie als Marker gesetzt: die Vereinten Nationen. Nur noch als Hure missbraucht, um Falschmeldungen und Verleumdungen ein Mehr an Glaubwürdigkeit einzuhauchen. Gehen Sie zu den offiziellen Publikationsquellen der Vereinten Nationen und suchen Sie nach der „Quelle“, die Ihnen hier absichtsvoll untergeschoben wird, aber schlicht nicht vorhanden ist. Die Vereinten Nationen werden schon in ihrer reinen Begrifflichkeit als Werkzeug der Kriegstreiber eingesetzt. Denn was mehr soll das denn sein, als den Ruf zu stärken, „die Daumenschrauben gegen Nordkorea anzuziehen“?

Dass sich die UNO dafür neben dem Missbrauch ihres Namens und der damit verbundenen Glaubwürdigkeit auch ganz konkret vereinnahmen lässt – auch und besonders im Falle Koreas; darauf werden wir noch öfter zurückkommen.

Zweiter Trigger: Sanktionen

Die Menschen sind schon dermaßen indoktriniert, dass sie sich gar keine Gedanken mehr darüber machen, was Sanktionen für Menschen anderswo überhaupt bedeuten. Völlig unempathisch spielen Politiker und Medien mit diesem KRIEGSWERKZEUG, um Macht durchzusetzen. Sanktionen sind aber mit Existenziellem verbunden. Sie sind nicht gegen mehr oder weniger fiktive Diktaturen gerichtet, sondern gegen die Bevölkerung! Sie führen zu mangelnder medizinischer Versorgung, unbeheizten Wohnungen, zu höherer Kindersterblichkeit, zu Hunger und Mangelerkrankungen. Vielleicht wird es mit Blick auf die Geschichte im Irak und Syrien deutlicher, wenn man sich vor Augen hält, dass Sanktionen TÖDLICH sind.

Versetzen Sie sich einfach in ein Land, welches solchen Sanktionen ausgesetzt ist. Versuchen Sie, die Gefühle der Menschen nachzuvollziehen und Sie werden die Schuld niemals den politischen Führern jenes Landes zuweisen, sondern den Sanktionierern, den Trägern dieser Embargo-Politik. Ja, es stärkt sogar das eigene politische Establishment. Die Geschichte hat das oft genug bewiesen.

Beispiele? Deutschland im Ersten Weltkrieg (Embargo Großbritanniens), Irak in den 1990ger Jahren, Syrien in der jüngeren Vergangenheit, Eritrea in der jüngeren Vergangenheit, Iran in der jüngeren Vergangenheit …

Wir jonglieren gefühllos mit einem Werkzeug herum, welches Menschen an den Rand der Existenz bringt und glauben allen Ernstes, das wäre friedenserhaltend, konfliktelösend, demokratiefördernd? Wir glauben das natürlich nur, weil es so schön bequem ist und wir uns schlicht keine Gedanken darüber machen, wie unglaublich tief Sanktionsmechanismen greifen.

Inzwischen führt sich die Europäische Union diesbezüglich – gleich ihren US-amerikanischen Vorbildern – wie ein selbstherrlicher Dorfpolizist auf und ist in ihrer Sanktionswut als Mittel politischer Machtausübung außer Rand und Band geraten. Sie führt einen ungezügelten WirtschaftsKRIEG gegen missliebige Gesellschaften (3). Da passt doch der Beifall klatschende mediale Krieg gegen die Opferstaaten wie die Faust aufs Auge.

Wissen Sie eigentlich, dass die Terrororganisation Islamischer Staat niemals so stark sanktioniert wurde, wie Syrien als souveräner UN-Mitgliedsstaat in den vergangenen Jahren? Mit Nordkorea sieht das nicht viel anders aus; warum wohl? Weil das Freiheit und Demokratie fördert? Warum lassen wir uns eigentlich ständig dermaßen – mit Verlaub – verarschen?

Nicht umsonst bringe ich immer wieder die Vereinten Nationen ins Spiel. Die Bekämpfung des Terrorismus, dem sich ja die Weltgemeinschaft (wer nimmt Weltgemeinschaft eigentlich für sich in Anspruch?) verschrieben hat, hört ja nicht beim IS auf. Al-Qaida, welchem das Trauma von 9/11 angelastet wird und aufgrund dessen Afghanistan seit Jahrzehnten „befriedet“ wird, kann ungestört in Syrien wüten und zählt plötzlich als „Opposition“? Die UNO sanktioniert ein Land, das sich im Kampf gegen eine als solche von der UNO angesehene terroristische Organisationen befindet. Spüren Sie, wie absurd sich das anfühlt?

Aber es ist nicht absurd, so drückt sich Machtpolitik über abhängige Organisationen aus.

Dritter Trigger: Regime

Im Deutschen ist das Wort Regime eindeutig negativ konnotiert. Es hat den Bezug zum Militär (Regiment) und vermittelt den Eindruck der (diktatorischen) Führung über eine gleichgeschaltete Masse – eben wie das Regiment beim Militär. Diese Begriffe sind dermaßen in den Hirnen von Journalisten verankert, dass sie sich wahrscheinlich überhaupt keine Gedanken mehr um den tieferen Sinn machen. Wenn sie Nordkorea hören, zündet bei ihnen eine Art Pawlow’scher Reflex, der sie wie fremdgesteuert Regime schreiben oder sagen lässt.

So ist man sich der eigenen Unterwerfung unter eine Manipulation nicht bewusst und gleichermaßen unbewusst manipuliert man nun seinerseits andere Menschen. Propaganda wird deshalb von ihren Protagonisten in der Regel auch nicht als verwerflich empfunden, denn sie merken gar nicht, dass es eine Solche ist.

Vierter Trigger: UN-Experten

Eigentlich stecken da wiederum zwei, – gar drei Trigger drin.

Den Schaden, welchen Experten hier in Deutschland und auf der Welt insgesamt angerichtet haben, kann man kaum beziffern. Man hat sie – die Experten – aus privat finanzierten Denkfabriken, aus der Wirtschaft und Instituten aller möglichen Schattierungen in die Politik geholt, damit sie die Arbeit für tatsächlich oder angeblich unbedarfte Politiker übernehmen. Was sie – sehr nachvollziehbar von privaten Interessen geleitet – nun auch tun.

Dass damit aber die Demokratie unterhöhlt wird, weil es mit der mehr oder weniger freiwilligen Abgabe von Kompetenzen an private Akteure verbunden ist, verschwindet aus unserem Blickfeld. Sehr bedacht wird uns immerfort vermittelt, wie wertvoll, vertrauenswürdig und kompetent doch Experten sind. Der Begriff ist positiv konnotiert und das soll auch in der von Zeit Online veröffentlichten Meldung die emotionale Note der Nachricht stärken.

Erneut bekommen Sie den Bezug zur UNO. Wieder werden Sie darauf hingewiesen, dass die Informationen von einer absolut glaubwürdigen, integren Organisation stammen – und auch noch von deren Experten. Die, wie wir ja wissen, eine ganz, ganz tolle politische Rolle in unseren Gesellschaften spielen (a1). Die guten UN-Experten haben erneut bestätigt, dass die bösen Diktaturen hinterhältig tricksen, sich verschwören und finstere Pläne aushecken.

Nur als griffiges Gegenbeispiel: Hatten irgendwelche guten UN-Experten das bei der Behandlung des Verbrechens, benamt als Tonkin-Zwischenfall, auch getan (4)? Immerhin hatte das den gewaltsamen Tod von 50.000 US-Amerikanern, aber vor allem den von mindestens einer Million Vietnamesen zur Folge. Wieso sind eigentlich die USA nicht längst von UNO-Truppen besetzt und fremdverwaltet?

Das ist keine Ironie! Die Frage ist so ernsthaft gestellt, wie die Antwort auf der Hand liegt.

Oh nein, solche monströsen Kriegsverbrechen mit der Folge verheerter Staaten und Millionen von Toten untersuchten die UN-Experten natürlich nicht. Denn man hätte dann die Vereinigten Staaten von Amerika sanktionieren müssen. Man hätte sie ENTMACHTEN müssen. Um zum Kern zu kommen:

Es hatte niemals eine UN-Institution die MACHT, unabhängig die Geschicke der Völkergemeinschaft zu lenken. Machtgierige müssten freiwillig ihre Macht abgeben; ein Widerspruch in sich, denn natürlich tendiert Macht in die genau entgegen gesetzte Richtung – zur Machterweiterung. Das Bild einer heilen, unabhängigen Weltorganisation steckt aber als Denkfehler tief in den Köpfen der Menschen.

Doch auch damit ist die Propaganda – nur im Wort UN-Experten – noch nicht erschöpft.

Denn sie sind fiktiv – schlicht erfunden. In Wirklichkeit gibt es diese Experten, auf die man sich bezieht, gar nicht. Suchen Sie sie. Diese Suche wird nicht umsonst sein; sie wird Ihnen mit Sicherheit eine Fülle wertvoller Erkenntnisse bringen. Eine davon ist aber eben, dass DIESE Experten – und zwar jene, die handfeste und prüfbare Fakten zum gegebenen Thema liefern könnten – gar nicht existieren. Aber wer macht sich schon die Mühe, das zu prüfen …

Fünfter und sechster Trigger: Syrien und das Giftgas

An dieser Stelle merken Sie auch, dass den Produzenten des Zeit Online – Artikels Eines völlig abging: journalistische Verantwortung. Stattdessen ziehen sich wohl lieber auf praktische Zwänge zurück.

Welche das wären? „Na, es kam doch von AP und AFP. Wir können nicht jede Nachricht einzeln prüfen. Ich fand das auch Scheiße, aber was sollte ich tun? Wir alle waren eigentlich dagegen, aber ich habe eine Familie zu ernähren. Es machen doch alle …“

Nachrichten werden übermittelt, damit die erfassten Informationen den beabsichtigten Zweck des Informanten erfüllen. Hierzu können sie auch geframt also für den Empfänger „passend“ gemacht werden, und das geschieht viel häufiger, als wir es glauben. Nachrichten werden aber auch schlicht erfunden, um den Rezipienten zu manipulieren. Oder Framing und Erfindung werden gemixt, um im Sinne von Glaubwürdigkeit eine „Restwahrheit“ – jedoch mit maximaler emotionaler Botschaft – zu transportieren. Die emotionale Botschaft – um die geht es dabei vorrangig und das ist im Beispiel hervorragend erkennbar.

Hier wurde ein über Jahre mit massivem Aufwand tief in den Köpfen verankertes Vorurteil zur emotionalen Stärkung angewandt: Syrien und Giftgas. Selbst Menschen wie ich, die um die wahren Umstände des Themas wissen, müssen diese Dinge im Kopf ganz bewusst immer wieder gerade rücken; so stark wirken die Trigger. Syrien und Giftgas als negative Botschaft zur Feindbilderkennung wird nun mit einem weiteren Feindbild nordkoreanische Diktatur zusammen gebracht. Unser Unterbewusstes verknüpft die beiden Informationen, bildet daraus ein Narrativ (also eine Geschichte) und speichert sie so im Kopf ab.

Sie erleben in Bezug auf Nordkorea die gleiche anmaßende und arrogante sprachliche Ausdrucksweise (neudeutsch Wording) (5), welche sattsam gegenüber Syrien praktiziert wird. Man geriert sich als Richter über einen abgeurteilten Straftäter und ist dabei unfähig, auch nur ansatzweise einmal die eigene (auch und gerade ethische) Mängelliste selbstkritisch durchzuarbeiten.

Mit all dem festigt man in uns eine Haltung, die wir glauben rational zu vertreten. Dass dies ein Irrtum ist, merken Sie spätestens dann, wenn Sie mit hoher Emotionalität Ihre vermeintliche Rationalität ausspielen. Zwei Sätze und eine Überschrift; ist es nicht erstaunlich, wie viel Propaganda in so einer lapidaren Meldung stecken kann?

Die alte Geschichte: Kreative Gestalter am Werk

Der Zusammenhang, den Zeit Online konstruiert hatte, brachte mich allerdings auf Zusammenhänge ganz anderer Art zwischen Syrien und Korea – und die sind nicht konstruiert. Auffallend ist erst einmal, dass, wie im Falle Syriens und Jahre zuvor Libyens, die UNO vorgeschoben wird, um eine brutale, menschenverachtende Sanktionspolitik für die Köpfe der Menschen akzeptabel zu machen. Das geschah und geschieht sowohl mit als auch ohne aktives Zutun von Gremien der Vereinten Nationen.

Um einen weiteren Zusammenhang zu erkennen, müssen wir in die Geschichte zurückblicken; zuerst einmal Syrien (b2):

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Und nun Korea (b3):

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Was kann uns hier auffallen?

Nun, dass mit dem Lineal Grenzen gezogen wurden. Und wer tat das? Im Falle des Nahen Ostens ist es unbestritten, dass die Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien – verankert im Sykes-Picot-Abkommen – sich die Kriegsbeute des zerschlagenen Osmanischen Reiches untereinander aufteilten. Sowohl im Falle Syriens als auch in dem Koreas wurde diese Teilung auf die gleiche Weise – nachträglich – rechtens gesprochen; wie das?

Die beiden europäischen Siegermächte des Ersten Weltkrieges ließen sich das durch „die Völkergemeinschaft“ „völkerrechtlich“ (wer schrieb eigentlich „das Völkerrecht“?) verbriefen und diese „Völkergemeinschaft“ hieß damals Völkerbund. Im Namen steckte eine Lüge; denn auch der Völkerbund war nicht mehr als ein Werkzeug von Macht und Herrschaft. So winkte er auch den Vertrag von Sevres durch, mittels dem sich Großbritannien und Frankreich große Teile der arabischen Halbinsel als sogenannte Mandatsgebiete unter den Nagel rissen (6).

Das gleiche Prozedere sollte Jahrzehnte später Korea erfahren. Nur, dass dabei die Institution „der Völkergemeinschaft“ unter neuem Namen und neuen Machtverhältnissen in Aktion trat – und zwar nahtlos. Der Völkerbund wurde erst im Frühjahr 1946 aufgelöst(7). Aber nicht weil er „gescheitert war“, sondern weil sich die Machtverhältnisse grundlegend geändert hatten und dem wurde durch eine neue Weltorganisation Rechnung getragen.

Wie aber sieht es mit Korea aus? Hierzu sei zitiert aus einem Wikipedia-Artikel, mit dem wir uns nachfolgend näher beschäftigen werden:

„Die beiden Siegermächte des Zweiten Weltkriegs teilten das Land entlang des 38. Breitengrads unter sich auf. Die Sowjetunion, deren Rote Armee kurz vor Kriegsende in der Mandschurischen Operation die japanisch kontrollierte Mandschurei besetzt hatte, übernahm den nördlichen Teil, während die Vereinigten Staaten den Süden verwalteten. Ziel der Treuhänderschaft sollte es sein, eine provisorische koreanische Regierung einzurichten, die „frei und unabhängig in ihrer Ausrichtung“ sein sollte.“ (8)

Was Sie da gerade lasen, ist eine Geschichtsfälschung! Die möchte Ihnen mindestens einreden, dass die Sowjetunion und die USA sich irgendeine Beute aufgeteilt und Interessensphären abgesteckt hätten. Dem war nicht so!

Wo, wann und durch wen wurde im Jahre 1945 eine Treuhänderschaft über Korea vereinbart – ja, warum sollte das überhaupt notwendig gewesen sein? Wieso sollten fremde Mächte eine provisorische koreanische Regierung einrichten?!

Nun, eben weil es ja Mächte mit dem damit verbundenen Macht- und Herrschaftsanspruch sind!

Es wird des Weiteren verwässert, warum exakt sowjetische Truppen was auf mandschurischem Boden taten. Es werden die zeitlichen Abhängigkeiten der sowjetischen Militäroperation verwischt. Hierzu eine weitere Fälschung in Wikipedia:

„In einer in der koreanischen Bevölkerung umstrittenen Entscheidung – welche sich endlich staatliche Souveränität erhoffte – übertrug der UN-Treuhandrat zunächst der Sowjetunion und den USA die treuhänderische Verwaltung des Landes.“ (9)

Dass die dreiste Einmischung in die Belange ihres Landes innerhalb der koreanischen Bevölkerung „umstritten“ war, ist pure Schönfärberei und (10,a2):

Außerdem geht unter, WANN der UN-Treuhandrat aktiv wurde – im Jahre 1945, als bestimmte Leute ganz gezielt Fakten schufen, auf jeden Fall nicht. Dieses Gremium der Vereinten Nationen wurde erst im Jahre 1947 geschaffen.

Doch wer mischte sich da in welchem Ausmaß ein? Versuchen wir das aufzulösen und begeben uns in die erste Hälfte der 1940ger Jahre.

Die Konferenz von Jalta, Operation Unthinkable und Fat Man

Erstens wird beiseite gedrückt, dass die Rote Armee die Region nicht „besetzte“, sondern in Kampfhandlungen eine mehrere hunderttausend Mann starke japanische Kolonialarmee – die Kwangtung-Armee – auf dem von dieser besetzten Gebiet niederwarf. Als Besatzungsmacht, welche dazu gedacht ist, wie eine Ordnungsmacht in einem fremden Land zu fungieren, war sie nicht angetreten. Dass von dieser militärischen Operation auch Korea betroffen sein würde, erklärt ein kurzer Blick auf die geografische Karte Ostasiens. Die territoriale Nähe Russlands (damals der Sowjetunion) zu Korea ist unübersehbar; es gibt sogar eine (wenn auch kurze) gemeinsame Grenze beider Nationen (11).

Halten wir schon einmal fest:

Der Eintritt in den Pazifik-Krieg war in keiner Weise Ausdruck sowjetischen Expansionsstrebens sondern entsprach dem händeringenden Bitten der Vertreter Großbritanniens und der USA während der Konferenz von Jalta!

Warum die westlichen Staaten um diese militärische Operation baten, die übrigens mit dem Bruch des Neutralitäts- und Nichtangriffsvertrages der UdSSR (a3) mit dem japanischen Kaiserreich verbunden war? Dafür muss man auf das Datum schauen. Denn der Eintritt der Roten Armee in den Pazifik-Krieg wurde der UdSSR in der Zeit vom 3. bis 11. Februar 1945 abgerungen; eben jener Krim-Konferenz (a4).

Wie lange der Krieg gegen die beiden faschistischen Mächte noch gehen würde, stand zur damaligen Zeit in den Sternen (12). Die immer noch vorhandene Kampfkraft der deutschen Wehrmacht hatten die westlichen Alliierten schmerzhaft bei der Ardennen-Offensive im Dezember 1944 zu spüren bekommen. Endgültig gescheitert war diese erst, als die sowjetischen Armeen ihre Frühjahrsoffensive auf den Januar 1945 vorzogen, was die deutsche Heeresführung zwang, einen Teil ihrer Truppenverbände nach Osten zu verlegen.

Über die Stärke der japanischen Aggressoren, welche noch immer riesige Gebiete im Pazifikraum und in Ostasien besetzt hielten, war man sich im Unklaren. Die bislang geführten Auseinandersetzungen mit den Japanern waren blutig und langwierig gewesen. Man fürchtete hohe Verluste in den eigenen Streitkräften.

Abgesehen davon war dem britischen Premier Winston Churchill alles recht, was die sowjetische Militärpräsenz in Europa schwächen würde. Ihre Operation in Ostasien beinhaltete auch Truppenverlegungen aus Europa. So wurde ein Großteil der legendären T-34 Panzer der Sowjetarmee von den ehemaligen europäischen Kriegsschauplätzen nach Osten verlegt (13). Churchill dagegen ließ seit ein paar Monaten – noch mitten im Krieg – insgeheim Pläne gegen seinen Verbündeten ausarbeiten, mittels derer – unter Einbeziehung großer Wehrmachtsverbände – ein überraschender Schlag gegen die Rote Armee in Ostdeutschland und Polen geführt werden sollte. Verantwortlich für Operation Unthinkable zeichnete sein Stabschef und späterer erster NATO-Oberbefehlshaber Ismail Hastings (14-16).

Dieser hinterhältige Schlag gegen den Verbündeten im Kampf gegen das faschistische Deutschland sollte genau im Zeitraum der nun geplanten Militäroperation in der Mandschurei stattfinden.

Und noch etwas darf man nicht vergessen. Im Februar 1945 verfügten die Vereinigten Staaten von Amerika noch nicht über die atomare Keule, mit der sie später skrupellos Machtpolitik durchsetzen würden.

Das muss man wissen, wenn man die Geschehnisse auf der koreanischen Halbinsel im Verlauf des Jahres 1945 richtig einordnen möchte. Doch gibt es noch mehr. Wieder greife ich auf Wikipedia zurück. Gerade in Bezug auf Korea lässt sich hier ganz hervorragend darstellen, auf welch vielschichtige Weise Narrative gestrickt und gestärkt werden:

„Nach der offiziellen Kapitulation Japans am 15. August 1945 […] wurde in Folge dessen ehemalige Kolonie Korea […] durch die Siegermächte in zwei Besatzungszonen aufgeteilt. Ausgehend von der Kairoer Erklärung von 1943 nahm die Sowjetunion schließlich den Vorschlag der USA an, Korea vorläufig entlang des 38. Breitengrads in zwei Besatzungszonen zu teilen.“ (17)

Dass die UdSSR einen Vorschlag der USA zur Aufteilung Koreas in Besatzungszonen annahm, ist nirgendwo belegt. Das ist das Erste. Warum das so ist, werden wir gleich herausarbeiten. Bezug nimmt Wikipedia auf die Kairoer Erklärung aus dem Jahre 1943 und auch dafür bietet sie einen Artikel. Dort sind die Ziele der Kairoer Erklärung aufgeführt, wozu unter anderem gehört:

„Alle von Japan geraubten chinesischen Gebiete wie die Mandschurei, Taiwan oder die Pescadores müssten wieder an die Republik China zurückfallen. Korea solle frei und unabhängig werden.“ (18)

Im Prinzip klingt das nicht schlecht. Aber, liebe Leser, es ist etwas schwieriger. Sie müssen genau lesen, was da steht. Die „Kleinigkeit“, auf welche ich Sie im Folgenden aufmerksam machen möchte, wird nämlich sieben Jahre später ausgenutzt, um den Krieg gegen Korea seitens der Vereinten Nationen führen zu können!

Der Korea-Krieg von 1950 bis 1953 war ja offiziell allen Ernstes ein „Friedenseinsatz“ der UNO, welcher letztlich etwa vier Millionen Koreanern ewigen Frieden – also den Tod brachte. Aber wo im Wikipedia-Artikel ist die Information versteckt? Bevor wir uns weiter durch die Enzyklopädie hangeln, zeigen ich Ihnen aus gerade betrachteter Quelle ein Bild (b4):

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Die Aufnahme zeigt Ihnen die Spitzenvertreter der Kairo-Konferenz. Die Persönlichkeiten in der Mitte und rechts dürften den meisten geschichtsinteressierten Lesern bekannt sein. Es sind der damalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Premier Winston Churchill. Aber wer ist der Mann in Uniform?

Es ist Chiang Kai-shek, viele Jahre lang Chef der sogenannten chinesischen Guomindang und spätestens seit dem Krieg der Japaner auf dem chinesischen Festland Günstling der US-Amerikaner. Über sie erhielt Kai-shek, dem man eine ausgeprägte Korruption vorwarf, bis zum Kriegsende zwei Milliarden US-Dollar – und danach bis 1949 die gleiche Summe noch einmal. Chiang Kai-shek war also ein Günstling, der China in einer Weise „entwickeln“ sollte, dass es gut im Grand Area verankert werden konnte (19).

Weitere zwei Jahre zuvor hatten nämlich die Eliten der USA ihrer Regierung eindringlich die Gebiete benannt, welche unverzichtbar unter wirtschaftliche und militärische Dominanz der aufstrebenden Weltmacht zu nehmen waren. Das taten sie über die vom Council on Foreign Relations (CoFR) entwickelte Denkschrift des Grand Area Planning und in der tauchte auch China auf. Kai-shek war also Washingtons Mann und wurde als Bollwerk gegen die von den zunehmend Paranoiden wahrgenommene wachsende Gefahr des Kommunismus in Fernost betrachtet.

Was immer auch in China zukünftig geschehen würde. Die USA würden ihren Proxy auf allen Ebenen als zersetzendes Element gegen einen nach Souveränität strebenden Staat in Stellung bringen. Ihm war die tragende Rolle des „Teile und Herrsche“ für den Fall China zugedacht. Merken wir uns die Personalie Chiang Kai-shek; sie wird in späteren Folgen dieser Artikelreihe noch eine Rolle spielen, nämlich als Führer des Vasallenstaates REPUBLIK China, der helfen sollte, die VOLKSREPUBLIK China zu isolieren, zu schwächen und schließlich ganz im Sinne des Grand Area Planning zu domestizieren.

Greifen wir mal vor: Ein Pendant des Chiang Kai-shek wurde von den USA bereits (lange vor 1945) für Korea vorgehalten. Er, Syngman Rhee, sollte später die Drecksarbeit in Südkorea umsetzen. Daher hat das folgende, 1949 aufgenommene Bild zweier von den USA gezüchteten „demokratisch gewählten Präsidenten“ eine schon symbolische Bedeutung. Diese beiden Männer in ihrer jeweils eingesetzten Rolle als Präsident waren maßgebliche „Anschaffer“ des Korea-Krieges (b5):

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Von der Einrichtung eines Besatzungsregimes in Korea aber finden Sie weder etwas bei der Krim-Konferenz noch bei der Kairo-Konferenz. Es ist eine schlichte Erfindung. Diese Erfindung war auch dringend notwendig, weil darüber einer der beiden Großmächte die Legitimation für ihre militärische Präsenz in Korea nachträglich herbei gezaubert wurde.

Wer zog eine Grenze mit dem Lineal?

In allen möglichen Wikipedia-Artikeln – und nicht nur dort – lesen wir also von einer Abmachung, dass zwei Großmächte irgendwann entschieden hätten, Korea aufzuteilen und unter Mandatsherrschaft zu nehmen. Doch nirgends gibt es Quellen, die das belegen. Was wir finden, sind Referenzierungen, die einen Zirkelschluss bilden. Der 38. Breitengrad in Korea ist ganz offensichtlich Teil eines Narrativs. Das hat Konsequenzen.

Wenn nämlich in keiner Weise eine Besetzung Koreas durch die beiden Supermächte vorgesehen war, außer jener, welche aus Kampfhandlungen der Roten Armee gegen die Kwantung-Armee resultierte: Was hatten dann US-amerikanische Truppen in Korea verloren?

In seinem 1964 erschienenen Buch Die Teilung der Welt beschreibt Arthur Conte fast minutiös die Sitzungen der Krim-Konferenz, von der es – außer dem Abschlusskommunique und dem Geheimabkommen zur Mandschurei-Operation – keine offiziellen schriftlichen Aufzeichnungen gibt (20). Gehen wir davon aus, dass Conte als Sekretär – er war damals gerade 25 Jahre alt – der Konferenz persönlich oder/und im nahen Umfeld beiwohnte (a5).

Conte ist parteiisch auf der Seite der westlichen Demokratien, doch die Aufzeichnungen der Ereignisse vor Ort erscheinen überzeugend authentisch. Wie Macht sich ausdrückt, hat er in folgender Begebenheit festgehalten:

„Stalin erhält obendrein einen von General Arnold zusammengestellten Bildband mit zahlreichen Luftaufnahmen von den durch die „Fliegenden Festungen“ in Deutschland angerichteten grauenhaften Zerstörungen.“ (21)

Über die psychologischen Befindlichkeiten des General Arnold kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Doch kommen wir zur Causa Mandschurei und da schreibt Conte:

„Gegen 16 Uhr empfängt Roosevelt noch einmal Stalin zu einer vertraulichen Aussprache, an der außer Molotow und Harriman nur die beiden Dolmetscher Pawlow und Bohlen teilnehmen. Die Großen Zwei einigen sich endgültig über die Bedingungen, unter denen die Sowjet-Union zwei oder drei Monate nach dem Zusammenbruch Deutschlands in den Krieg gegen Japan eintreten wird.“ (22)

Roosevelts persönliches Interesse an einer Entlastung seiner Truppen in Fernost bestätigt sich hier. Aufschlussreich ist, dass Churchill an der folgenden Abmachung (zumindest direkt) nicht beteiligt wurde. Ich zitiere Conte etwas ausführlicher:

„Der Status quo in der Äußeren Mongolei (Mongolische Volksrepublik) bleibt erhalten; die früheren Rechte Rußlands, die „durch den heimtückischen Angriff Japans im Jahre 1904″ verletzt wurden, werden wiederhergestellt; Südsachalin wird zusammen mit den ihm vorgelagerten Inseln an die Sowjet -Union zurückgegeben; das Pachtabkommen für die Hafengebiete von Port Arthur und Dairen tritt wieder in Kraft; die von Rußland vor dem russisch-japanischen Krieg von 1904 innegehabten Rechte für den Betrieb der ostchinesischen und südmandschurischen Eisenbahnen werden wiederhergestellt, doch soll China weiterhin die volle Souveränität in der Mandschurei behalten; die Kurilen fallen an die Sowjet-Union, die sich bereit erklärt, mit der Nationalregierung von China einen Freundschafts- und Bündnisvertrag abzuschließen, und sich verpflichtet, mit ihren Streitkräften China im Kampf um die Befreiung vom japanischen Joch beizustehen.“ (23)

Welche Nationalregierung im Falle Chinas gemeint war; darüber herrschten wohl unterschiedliche Sichten. Die USA meinten mit Sicherheit „ihre“ Chiang Kai-shek-Regierung. Doch von einer Korea-Frage ist niemals auch nur andeutungsweise die Rede.

Gern wiederhole ich, dass man in den Leitmedien immer wieder auch echte Perlen findet. Ob der FAZ-Journalistin Friederike Böge klar war, dass sie der „amtlichen Wahrheit“ massiv gegen das Schienbein trat? Jedenfalls schrieb sie im Januar 2018 (24):

„Wahr ist, dass am 11. August 1945 ein amerikanischer Soldat, ein Pentagon-Mitarbeiter und ein späterer Außenminister spontan entschieden, dass dort auf dem 38. Breitengrad die Grenze verlaufen sollte. Der Soldat hieß George Lincoln. Er bekam nachts um zwei einen Anruf vom State-War-Navy-Koordinierungskomitee, in dem ihm mitgeteilt wurde, die Vereinigten Staaten würden jetzt Truppen nach Korea verlegen, um dort die besiegten Japaner zu entwaffnen.“

Böge bezog sich dabei auf die Ausführungen des Historikers Rolf Steiningerdes in seinem Buch Der vergessene Krieg, welcher wiederum diese Zeitzeugen selbst zu Wort kommen ließ. Diese Umstände waren auch schon dem Theologen und Publizisten Peter Bürger bekannt, der deshalb schrieb (25):

„Es stellt sich nämlich […] die Frage, wie man gleichsam bei einer Kaffeepause im Pentagon willkürlich den 38. Breitengrad als Teilungslinie des selbst am Zweiten Weltkrieg gar nicht als Aggressor beteiligten Landes festlegen konnte und hierdurch gleichsam die Lunte für einen Bürgerkrieg legte.“

Schauen wir uns den zeitlichen Kontext an. Die sowjetische Militäroperation in der Mandschurei begann am 9. August 1945 – und verlief in atemberaubendem Tempo. Zu schnell für die US-Strategen, welche davon ausgegangen waren, dass die Kämpfe andauernd und auszehrend sein würden.

Im Prinzip begann man deshalb bereits im Sommer 1945, die in US-amerikanischen Denkfabriken unter Führung des CoFR entwickelten Konzepte des Containment und des Rollback umzusetzen. Natürlich ging es auch in Korea nicht um die Entwaffnung besiegter Japaner, sondern das Ausleben antikommunistischer Paranoia (a6) und die Sicherung der politischen -, wirtschaftlichen – und militärischen Einflusssphäre im Fernen Osten.

Was für eine blödsinnige Begründung erhielt George Lincoln doch für die hastige Absteckung des Claims für die USA in Korea:

„… die Vereinigten Staaten würden jetzt Truppen nach Korea verlegen, um dort die besiegten Japaner zu entwaffnen.“ (26)

Wenn die Japaner besiegt waren, musste keiner mehr kommen, sie nachträglich zu entwaffnen. Damals wartete man nicht einmal auf „die Gefahr einer humanitären Katastrophe“, um ungefragt wie ungebeten in ein fremdes Land einzumarschieren. Kampfhandlungen von US-Einheiten gegen japanische Truppen auf koreanischem Territorium? Fehlanzeige. Wann gleich bekam George Lincoln den Auftrag, eine Grenze quer durch Korea zu ziehen?

Am 11. August 1945, mitten in jener Zeit, in der die mandschurische Operation der Roten Armee voll angelaufen war.

Sollen wir ernsthaft glauben, dass dies eine abgestimmte Maßnahme war? Natürlich war sie das nicht! Die USA praktizieren das bis heute immer wieder. Als die syrische Armee bei der Bekämpfung des Islamischen Staates im Sommer 2017 nach Osten vorstieß, definierten die US-Amerikaner in einem fremden Land mit großer Selbstverständlichkeit eine Demarkationslinie (am Flusslauf des Euphrat), über die sie den Eindruck vermittelten, das wäre (mit Russland) abgestimmt gewesen. Östlich und nördlich dieser Linie deckten sie ihre Proxies und stationierten völkerrechtswidrig eigenes Militär. Spätsommer 1945 in Korea und Spätsommer 2017 in Syrien – was für Parallelitäten sich doch auftun.

Zumal man im Sommer 1945 natürlich auch andere Saiten aufziehen konnte. Als die sowjetische Offensive begann, sah das japanische Hiroshima so aus (b5):

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Und eben an jenem 9. August äscherte eine Plutonium-Bombe Nagasaki ein (27). Die militärische Sinnlosigkeit des Abwerfens der Atombomben auf Hiroshima (28) und Nagasaki korreliert mit der Maßlosigkeit der Drohgebärde, die sie nämlich – unter anderem – in Wirklichkeit war.

Denn erstens geschah dieses Verbrechen an der Menschlichkeit, während die Rote Armee den japanischen Truppen in der Mandschurei gerade eine vernichtende Niederlage beibrachte und zweitens hatte zu jener Zeit die Potsdamer Konferenz gerade ihren Abschluss gefunden, bei der sich der neue US-Präsident Truman und der sowjetische Staatschef Stalin Auge in Auge gegenübersaßen. Wessen Geistes Kind der überzeugte Demokrat Truman war, belegt sein berühmt berüchtigter Ausspruch (29,30):

„Wenn wir sehen, dass Deutschland siegt, sollten wir Russland helfen, und wenn wir sehen, dass Russland siegt, sollten wir Deutschland helfen und ihnen auf diese Weise gestatten, so viele wie möglich umzubringen, wenn ich auch unter keinen Umständen einen Sieg Hitlers erleben möchte.“

Mit Truman hatte der Council on Foreign Relations den absoluten Hardliner in die höchste politische Position der USA bringen können und dieser hatte umgehend das Militär beauftragt, atomare Erstschlag-Konzepte gegen die Sowjetunion auszuarbeiten (31).

Machen wir uns das bewusst:

Zur gleichen Zeit, als mit dem Tod sowjetischer Soldaten in Fernost die Unterstützung des Koalitionspartners bezahlt wurde, betrieb dieser auf verschiedenen Ebenen (siehe auch Operation Unthinkable weiter oben) die Vorbereitung für einen beispiellosen Angriffskrieg gegen eben seinen Partner.

Während Truman in Potsdam verhandelte, gab er Anweisungen, welche eine Kapitulation des japanischen Herrscherhauses unannehmbar machen sollten (32), denn er wollte unbedingt das Menetekel geschehen lassen (33):

„Wie aus einem Tagebucheintrag Trumans vom 18. Juli hervorgeht, sollte der Kriegseintritt der kommunistischen Sowjetunion überflüssig und ihre Beteiligung an der Neuordnung Ostasiens nach dem Krieg verhindert werden. Am 24. Juli 1945 gab Truman den Befehl zur Vorbereitung des Abwurfs der Atombombe am 3. August.“

Mit der Demonstration überwältigender militärischer Stärke versuchten die US-amerikanischen Verhandlungsführer Vorteile auf diplomatischem Parkett für sich herauszuschlagen – was ihnen damals teilweise gelang. Denn sie stellten die sowjetische Führung vor vollendete Tatsachen (34):

„Und so gelangte der 38. Breitengrad in die „General Order No. 1“, die die Details der Kapitulation der japanischen Streitkräfte regelte. Vorschläge, doch lieber den 39. oder gar den 40. Breitengrad zu nehmen, wurden verworfen. Auch Stalin stimmte der Demarkationslinie schließlich zu, von der man dachte, sie hätte nur vorübergehend Gültigkeit.“

Fazit

Die Sowjetunion erfüllte ihr in Jalta gegebenes Versprechen, die westlichen Alliierten im Fernen Osten mit einer gewaltigen Offensive zu unterstützen. Sie war nicht selbst auf diese Idee gekommen, sondern entsprach dringenden Bitten von Roosevelt und Churchill (35,a7). Ihre Landnahme in der Mandschurei bis hin nach Korea erfolgte im Zuge von Kampfhandlungen; der Zerschlagung der japanischen Kwantung-Armee (b6).

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Dass auch das, trotz der schwindenden Kampfkraft der japanischen Truppen, ein blutiger Kampf war, bezeugen die Opferzahlen. In den wenigen Tagen der mandschurischen Operation wurden zwischen 12.000 und 20.000 sowjetische Soldaten getötet und 25.000 bis 50.000 verwundet (36). Bei der Kwantung-Armee schwankt die Zahl der Todesopfer (je nach Quelle) zwischen 20.000 und 90.000 (37).

Immer wieder aufgeführte Behauptungen eines „geheimen Zusatzprotokolls“, was in Jalta oder im Irgendwo beschlossen wurde und eine Aufteilung Koreas zwischen der UdSSR und den USA beinhaltete, entbehren jeder Grundlage. Auch in regierungsnahen Denkfabriken werden keinerlei Belege für so einen Vorgang erwähnt (38). Besatzungszonen in einem Land, das nicht Täter sondern Opfer einer Aggression war, einzurichten. Das ist ja auch völkerrechtlich ein Unding.

Doch waren die USA seit Juli des Jahres im Besitz der Atombombe und nun ausreichend machtbewusst, den ungeliebten Partner zu hintergehen. Sie setzten die Atombomben in Hiroshima und Nagasaki ein, um sie zu testen und ihren Anspruch auf globale Hegemonie zu unterstreichen. Vor allem aber war das eine ungeheure, skrupellose, jedes Maß sprengende Machtdemonstration.

Was die US-Truppen in Korea taten; das war die tatsächliche Besetzung. Sie war unter dem Aspekt der Niederwerfung Japans unnötig und von den Koreanern nicht erbeten. Wenn Sie mal wieder grübeln, was eine Annexion ist: Da, im Jahre 1945, die durch die USA in Korea, das war eine.

Die Koreaner benötigten keinen Hegemon, keinen Gestalter, keine Ordnungsmacht, auch keine „Völkergemeinschaft“, die es so eh nie gab, um ihr Land nach der Kapitulation der Japaner selbst zu organisieren. Sie hätten Dinge gut gemacht und wären bei anderen Dingen gescheitert; so wie das nun einmal in komplexen Gesellschaften völlig normal ist. Die Katastrophe für Korea waren die Demokratie-Exporteure jenseits des Pazifik, welche es in ihrem Elitedenken längst völlig normal fanden, andere Völker und Staaten zu entmündigen, um denen die eigene, in Wirklichkeit doch so fade Einzigartigkeit aufzuzwingen, sowie „ganz nebenbei“ handfeste geopolitische Interessen skrupellos durchzudrücken.

In diesem Artikel haben wir den Missbrauch der Vereinten Nationen zur Gestaltung anderer Gesellschaften vor allem durch den der Massenmedien wahrgenommen. Die UNO selbst war im Sommer 1945 gerade ein paar Wochen alt (39). Doch schon in jener Zeit begann sie, eine aktive Rolle im Machtinteresse des neuen Hegemons zu spielen.

Zuvor schauen wir im nächsten Teil noch genau auf die Ereignisse, welche sich auf der koreanischen Halbinsel in den August- und Septembertagen des Jahres 1945 abspielten. Wir werden einem schmutzigen wie bewährten Spiel des „Teile und Herrsche“ begegnen, dessen Spielführer die schon damals dramatische Vorgeschichte des koreanischen Volkes bedenkenlos für die eigenen Zwecke ausnutzten.

Bleiben Sie bitte schön aufmerksam.


Quellen und Anmerkungen:

(a1) Es ist natürlich auch nicht zielführend, alle Experten in Bausch und Bogen zu verdammen; alles zu seiner Zeit und am richtigen Ort. Die Experten in der Politik, welche in Symbiose mit Lobbyisten gehen, sehe ich dagegen in ihrer Rolle außerordentlich kritisch.
(a2) Es ist – zumindest aus meiner Sicht – bemerkenswert, dass das Gründungsdatum des UN-Treuhandrates – im Gegensatz zum Datum der Aussetzung seiner Tätigkeit – auf den dafür relevanten UN-Webseiten nirgends angegeben wird (40).
(a3) UdSSR – Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken.
(a4) Die Abschlusserklärung der Krim-Konferenz fasste unter anderem auch den finalen Beschluss zur Gründung der Vereinten Nationen im Frühjahr 1945 in San Francisco (USA).
(a5) Es ist mir nicht gelungen, eine verlässliche Biografie zu entdecken, die Arthur Contes persönliches Beiwohnen an der Krim-Konferenz in Jalta belegt.
(a6) Die geradezu krankhafte Angst vor dem Kommunismus gipfelte neun Jahre später in der vom neuen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower verkündeten Domino-Theorie, welche auf die „populistische Kraft der kommunistischen Ideologie“ verwies (41).
(a7) Auch der Wortlaut des Geheimabkommens von Jalta ist bis heute unveröffentlicht. Zumindest gelang es mir nicht, die entsprechenden Quellen zu finden. Jedoch wird seine Existenz von keiner Seite der Anti-Hitler-Koalition (Westmächte, Sowjetunion) bestritten.
(Allgemein) Die Erstveröffentlichung des Artikels erfolgte am 10. Februar 2018 auf der Online-Plattform KenFM. Nachfolgend wurde der Text einer umfassenden Überarbeitung und Erweiterung unterzogen, sowie mit zusätzlichen Quellen versehen und in dieser Version nun hier erstmalig online gestellt.
(1) 25.1.2018; http://www.dw.com/de/gastkommentar-kims-spiele/a-42304403
(2) 3.2.2018; http://www.dw.com/de/maa%C3%9Fen-nordkorea-nutzt-wohl-berliner-botschaft-f%C3%BCr-beschaffung-von-waffen/a-42437182
(3) 4.2.2018; https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Aktueller_Stand_der_Sanktionen_gegen_Nord-Korea.html
(4) 3.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Tonkin-Zwischenfall
(5) 4.10.2017; https://propagandaschau.wordpress.com/tag/wording/
(6) Grenzen auf dem Reißbrett; Katharina Lange; Juni 2014; INKOTA-Netzwerk; http://www.inkota.de/material/suedlink-inkota-brief/168-hundert-jahre-erster-weltkrieg/katharina-lange/
(7) 6.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerbund
(8,9) 4.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Teilung_Koreas
(10) 3.3.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/UN-Treuhandrat
(11) 5.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea#/media/File:North_Korea_physical_map.svg
(12) 22.10.1984; http://www.knutmellenthin.de/artikel/archiv/geschichte/jalta-zur-geschichte-einer-legende-22101984.html
(13) 11.2.2018; https://www.tanks.net/tank-battles/world-war-ii-manchurian-strategic-offensive-operation.html
(14) 6.5.2016; https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Unthinkable
(15) Churchill’s plans for WWIII, Supplement II; http://american_almanac.tripod.com/church.htm; Original veröffentlicht im Daily Telegraph am 1.10.1998
(16) Post WW2 World Order: US planned to Wipe USSR; Ekatarina Blinova; 15.8.2015; http://sputniknews.com/politics/20150815/1025789574/us-planned-to-wipe-out-ussr.html
(17) 4.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Besatzungszone#Besatzungszonen_in_Korea
(18) 4.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung
(19) Jacques Gernet: Die chinesische Welt von den Anfängen bis zur Jetztzeit. Suhrkamp, 1988; S. 537; ISBN: 978-3-518-38005-5 
(20) 14.4.1965; http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46272214.html
(21-23) Die Teilung der Welt (Jalta 1945); Arthur Conte; 1964; Karl Rauch Verlag, Düsseldorf; Übers. aus dem Französischen durch Wilhelm und Modeste Pferdekamp; entnommen aus: 1965; http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46272420.html
(24,26,34) 5.1.2018; http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/wo-verlaeuft-eigentlich-die-grenze-zwischen-nord-und-suedkorea-15373816.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0
(25) 1.9.2015; https://www.heise.de/tp/features/Wie-war-das-noch-mit-dem-Korea-Krieg-3375170.html?seite=all
(27) 3.8.2015; http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/japan-nagasaki-atombombe-100.html
(28) 6.8.2017; https://www.tagesschau.de/ausland/hiroshima-bombe-101.html
(29) George S. Wheeler: Die amerikanische Politik in Deutschland, Berlin 1958, S. 12.; Kongress Verlag
(30) Alexrod, Alan. The Real History of the Cold War: A New Look at the Past. Sterling. S. 44.; 6.2.2018, https://en.wikipedia.org/wiki/Alan_Axelrod
(31) Michio Kaku und Daniel Axelrod To Win a Nuclear War. The Pentagon’s Secret War Planes; South end Press, Boston, 1987; https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearstrategie
(32) Mee, Charles L.: Das Ende des Zweiten Weltkrieges – Die Potsdamer Konferenz Wilhelm Heyne Verlag, München, 1995; http://www.atomwaffena-z.info/geschichte/einsatz-von-atomwaffen/der-befehl.html
(33) Wieland Wagner: Tokio und die Stunde Null. Der innerjapanische Streit um die Potsdamer Erklärung. In: Timmermann, Heiner (Hg.): Potsdam 1945. Konzept, Taktik, Irrtum? (Reihe: Dokumente und Schriften der Europäischen Akademie Otzenhausen, Band 81.), Duncker & Humblot, Berlin, 1997. [zitiert: Wagner, Japan]; 6.2.2018; http://potsdamer-konferenz.de/geschichte/japan.php
(35) 19.5.2015; https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/konferenz-von-jalta.html
(36) David M. Glantz & Jonathan House (1995): When Titans Clashed: How the Red Army Stopped Hitler, Lawrence, Kansas: University Press of Kansas, ISBN 0-7006-0899-0, Seite 300
(37) 11.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Auguststurm
(38) Gesellschaft für Sicherheitspolitik; 2014; http://www.gsp-sipo.de/archiv/jalta1945.htm
(39) 6.2.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_the_United_Nations
(40) 3.3.2018; http://www.un.org/en/sections/about-un/trusteeship-council/index.html
(41) 6.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Domino-Theorie
(b1) Screenshot; Zeit Online; Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-02/sanktionen-nordkorea-ruestung-exporte-vereinte-nationen?page=2; Autor: Peds Ansichten (https://peds-ansichten.de)
(b2) Map of Sykes–Picot Agreement showing Eastern Turkey in Asia, Syria and Western Persia, and areas of control and influence agreed between the British and the French. Royal Geographical Society, 1910-15. Signed by Mark Sykes and François Georges-Picot, 8 May 1916; Datei:494px-MPK1-426_Sykes_Picot_Agreement_Map_signed_8_May_1916.jpg: Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f9/MPK1-426_Sykes_Picot_Agreement_Map_signed_8_May_1916.jpg/; Originalquelle: The National Archives (United Kingdom); Lizenz: Public Domain
(b3) 38.Breitengrad sowie Demarkationslinie Nord-und Südkorea; Datum: 16.8.2004; Quelle und Dateiname: https://de.wikipedia.org/wiki/Teilung_Koreas#/media/File:Korean_dmz_map.png; Lizenz: CC BY-SA 3.0; nachträgliche Bearbeitung durch Peds Ansichten (https://peds-ansichten.de)
(b4) Titel: Chiang Kai-shek, Franklin Delano Roosevelt und Winston Churchill in Kairo, 25. November 1943.; Datum: 25.11.1943; Autor: Franklin D. Roosevelt; Datei und Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung#/media/File:Cairo_conference.jpg; Lizenz: Gemeinfrei (Public Domain)
(b5) Titel: Rhee Syng-man bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Republik China, Chiang Kai-shek im August 1949 in Südkorea; Datum: 1.8.1949; Datei und Quelle: http://www.uscg.mil/history/gifs/Korea_Dignitaries.jpg; Lizenz: Gemeinfrei (Public Domain)
(b6) Titel: Soviet troops entering Dalian, China on T-34-85 medium tanks, Aug 1945; Autor: C.Peter Chen (11.12.2011); Aufnahme vom 10.August 1945; Quelle: https://ww2db.com/image.php?image_id=14318; Lizenz: Public Domain

————————————————————————————————————————————Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen:    

https://www.rubikon.news/artikel/825-die-vereinten-nationen-als-kriegspartei

Die Vereinten Nationen als Kriegspartei

Die Vereinten Nationen als Kriegspartei

Die wahren Ursachen für die Teilung Koreas, Teil 2.

Stellen wir vorn an noch dies; als gutes Beispiel wie durch Feinheiten das Geschichtsbewusstsein der Menschen geprägt wird:

„Die Kolonialherrschaft über die Koreanische Halbinsel endete offiziell mit der Kapitulation Japans am 15. August 1945, de facto aber erst vollständig mit der Übergabe der Provinz an die US-amerikanische Siegermacht am 9. September 1945.“ (1)

Die deutsche Wikipedia hat damit ein manipulatives Meisterstück hingelegt, das sich nicht so schnell erschließt. „OFFIZIELL“ steht für das VÖLKERRECHT, DE FACTO für die (das Völkerrecht brechende) MACHT.

„Provinz“ verbirgt die Tatsache, dass Korea eine nationale Identität mit Staatsgrenzen, ein Völkerrechtssubjekt war. Wer hatte damals irgendein Recht, Korea an die USA zu übergeben? Weil den Japanern Korea nicht gehörte, konnten die es schon einmal nicht.

Die Koreaner selbst aber hatten niemals vor, ihr Land neuen Besatzern zu überlassen. Es wurde ihnen genommen! MACHT nimmt sich das Recht und schreibt es danach fest, damit die Menschen es nachfolgend, rechtgläubig wie sie sind, hinnehmen.

Ausbruch aus der Macht der Deutungshoheit

Was ich den Lesern eingangs dieses Artikels daher auch empfehle, ist der Versuch, sich zu trennen von der Interpretation des 38. Breitengrades in Korea als einer in Folge innergesellschaftlicher Prozesse historisch gewachsenen Grenze zwischen Nord- und Südkorea. Das ist die Geschichtsschreibung derjenigen, welche über die Köpfe der Koreaner hinweg den Zwist und die Teilung beabsichtigten. Es ist Geschichtsfälschung. Der 38. Breitengrad ist eine Begrifflichkeit des Teile und Herrsche.

Die Koreaner haben diese künstlich gezogene Grenze schlicht nicht erfunden, nicht gewollt und auch nicht akzeptiert. In diesem Kontext muss man so auch die Ereignisse in den Jahren 1945 bis 1950 einordnen.

Der 38. Breitengrad war von Anfang an eine künstliche und von einer fremden Macht, nämlich den USA, gezogene Grenze, mit dem Ziel eines Status quo, der diese Grenze später zu einem Völkerrechtssubjekt und damit die Teilung unheilbar machen würde. Diese nicht heilende Wunde konnte später immer und jederzeit offen ausbrechen. Konflikte konnten so gezielt geschürt und erneut entfacht werden.

Man hat der nordkoreanischen Regierung im Jahre 1950 vorgeworfen, das Völkerrecht verletzt zu haben. In mehreren UN-Sicherheitsratssitzungen verurteilten die Delegierten die „Aggression Nordkoreas“ (2), weil deren Armee doch völkerrechtswidrig eine Grenze überschritten hätte.

Hallo!? Hatte sie?

Von welchem Völkerrecht reden wir hier?

Ich greife erneut vor, in dem ich darauf hinweise, dass die Vereinten Nationen, kaum dass sie gegründet waren, diese willkürliche Grenzziehung seitens der US-Amerikaner zu einem durch das Völkerrecht gestützten Gebilde machten. Fragen Sie sich an dieser Stelle, wo das Völkerrecht wirklich im Sinne seines Anspruches eingesetzt wurde und wird und wie es tatsächlich in der Realität Anwendung findet.

Noch einmal:

Wer hatte diese Grenze festgelegt? Wieso ist das willkürliche Festlegen von Machtsphären, das gewalttätige Eingreifen in gesellschaftliche Prozesse eines Landes, tausende Kilometer von den Grenzen der USA entfernt, nach fünf Jahren ein Völkerrechtssubjekt, das nicht mehr angetastet werden darf!? Was wir hier lernen dürfen, ist, dass Macht sich das Recht schafft und danach als Völkerrecht verbriefen lässt, sodass diejenigen, welche sich der Macht nicht unterordnen, als Rechtsbrecher angeklagt werden können. MACHT SCHAFFT SICH IHR RECHT.

Halten wir fest: 1945 definierten die (sich so sehenden) neuen Herren dieser Welt eine Grenze in einem fremden Land – einfach Kraft ihrer Macht und motiviert durch einen unbegrenzten Herrschaftsanspruch. Fünf Jahre später beriefen sie sich auf das Völkerrecht, als diese Grenze im von ihnen entfachten innerkoreanischen Zwist als nicht bindend betrachtet wurde. Und konnten sich dabei auf „die Völkergemeinschaft“ berufen.

Die „Völkergemeinschaft“ begann nun, hinter den Kulissen mehr oder weniger intensiv von den USA aufgefordert, unter dem Dach der UNO Krieg in Korea zu führen. Sie führte den Krieg, um die „Verletzung“ des Jahre zuvor von der Weltmacht USA willkürlich definierten Grenzkonstrukts zu bestrafen. Das alles war aber keine Durchsetzung sondern eine Vergewaltigung des Völkerrechts. Es war eine Vergewaltigung nicht des zur Fassade verkommenen Völkerrechts, sondern des wahrhaftigen Völkerrechts, welches das Recht der Völker auf Selbstbestimmung klar in seiner Semantik ausdrückt.

Wie war es möglich, dass „eine Koalition der Willigen“, bestehend aus über 20 Staaten, den Völkerrechtsbruch auf der koreanischen Halbinsel mittrug? Waren diese und spätere „Koalitionen der Willigen“ wirklich Ausdruck des Willens der Völkergemeinschaft?

Ja, wie war es möglich, dass die damals noch jungen Vereinten Nationen – als Organisation der Völker – diesen Frevel an den Koreanern, einen losgetretenen Krieg, dessen Bombenkrieg allein schon Millionen Tote forderte, nach diesem „humanitären Einsatz“ überhaupt weiter existieren konnten!?

Es geht überhaupt nicht darum, wer damals zuerst die „Grenze“ überschritten hatte. Als der Krieg in Korea begann, hatte die Eigendynamik des in die Gänge gebrachten Prozesses hin zur Konfrontation längst Besitz von Selbigem ergriffen. Entscheidend aber ist doch, dass dort überhaupt eine Grenze willkürlich geschaffen worden war, wo sie es zuvor nie gegeben hatte. Das wird bei der ganzen Diskussion zu den Ursachen des Korea-Krieges bis heute schlicht ausgeblendet.

Das einfache Konzept, das nicht erkannt wird

Schauen Sie in die Gegenwart und Sie erkennen kristallklar die Parallelen. In Syrien haben die USA (Stand Februar 2018) seit ein paar Monaten einseitig eine sogenannte Demarkationslinie (entlang des Euphrat-Tales) deklariert. Sie haben mit Gewalt und Desinformation des Medienpublikums den Vorläufer einer Grenze geschaffen. Hinter dieser Linie schaffen sie Parallelstrukturen nach ihrem Gutdünken. Sie korrumpieren dort ganz gezielt die „kleinen Eliten“, mit Geld und Posten und sie rüsten die dortige Gesellschaft hoch (a2).

Beständig wird dabei in den Medien das Zerrbild verbreitet, diese Demarkationslinie wäre ein Völkerrechtssubjekt, an das sich Syrien zu halten hätte. Das alles mithilfe der Indoktrination, welche durch Propaganda ein Feindbild auf der anderen Seite dieser Linie schafft.

Die USA trennen mit dieser Grenze auch und vor allem die Menschen voneinander. Sie kappen bewusst die sozialen Bindungen und können nun mit Propaganda hässliche Narrative „von den Anderen“ unter die Leute bringen. Dadurch wird Angst getriggert. Angst aber führt zu Verteidigungshandlungen (weil subjektiv so erlebt) – das ist Krieg! So wird polarisiert, um eine Gesellschaft zu zerreißen.

Nichts anderes taten die USA ab dem Jahr 1945 in Korea.

Heute dürfen wir auch erkennen, dass die damalige Feindbildprojektion, namens Kommunismus, nichts weiter als ein absichtsvoll geschaffenes Angstbild zur emotionalen Beeinflussung der Bevölkerung war. Es war aber nicht der Kommunismus an sich, sondern die Verweigerung des riesigen Sowjetreiches, sich mit samt seinen Ressourcen dem Imperium (erst dem britischen -, später dem anglo-amerikanischen) zu unterwerfen.

Heute gibt es den Kommunismus als solches im Prinzip nicht mehr. Also hat man die Feindbilder einfach ausgetauscht gegen Diktaturen, internationalen Terrorismus und den sogenannten radikalen Islamismus. Doch nutzt man die gleichen Mechanismen wie vor 70 Jahren, um mit Gewalt Herrschaftsansprüche durchzusetzen. Dabei wächst die Hemmungslosigkeit mit dem Anwachsen der die Macht Besitzenden.

Wer genau hinschaut, sieht wie dieses System sein Wesen nach außen projiziert. Ein diktatorisches, sich für alternativlos haltendes, religiös eiferndes System, dass überall Feinde sieht. Die benötigt das System, um dann auf sie zeigen zu können. Damit die Menschen nicht merken, dass die Gefahr für deren Frieden vom Herrschaftssystem selbst ausgeht und sie damit das System im eigenen Kopf tragen und leben.

Es machen eh alle das Gleiche? Falsch.

Im Märchen vom Gut und Böse sind die Dinge klar strukturiert und man kann sich auch sehr schön auf der (vorgegebenen) „guten Seite“ einordnen. Schließlich sind wir nicht die Bösen. Alles was darüber hinaus geht, wird damit begründet, dass „die Anderen“ ja das Gleiche praktizieren würden. Daher möchte ich als Nächstes festhalten: Was die US-Amerikaner und die Sowjetunion in Korea taten, war eben NICHT das Gleiche!

Versuchen Sie nicht, hier ein Urteil meinerseits zu entdecken. Es geht nicht um Urteile und erst recht nicht um Verurteilungen. Es geht um eine Schranken überwindende, daher mutige Betrachtung dessen, was damals wirklich geschah. Nichts bringt uns das fortwährende moralische Aufrechnen der „bösen“ Taten. Lassen wir die Fakten sprechen. Versuchen wir lieber Geschichte und damit die Logik des Krieges zu verstehen.

Neokolonialismus mittels Opportunismus

Geht es um die Unterwerfung einer Gesellschaft, dann müssen deren Schwachstellen infilitriert werden. Dazu gehört zuallererst die Stärkung des Machtapparates für die nationalen oder regionalen Eliten. Speziell wird auf jene gezielt, welche die neokoloniale Politik, die im Land wirksam werden soll, wunschgemäß umsetzen. Dafür werden sie korrumpiert und hofiert.

Gibt es sie nicht, dann müssen sie aufgebaut werden. Zur Not geschieht das im eigenen Machtbereich, von dem aus sie zur passend geschaffenen Gelegenheit als „Demokraten“ aus dem Hut gezaubert werden. Regionale Eliten, vor allem solche, die etwas zu verlieren haben, sind besonders wertvoll, weil sie extrem gut für nationale Spaltungsprozesse zu gebrauchen sind.

Beispiele dafür gibt es reichlich. Man schaue nach Indien, Afghanistan, Iran, Irak, Syrien, Jugoslawien, Kongo, Libyen, Vietnam, Sudan, Jemen … Eine Gesellschaft wird heutzutage immer von innen heraus angegriffen, ihre inneren Konflikte werden ausgenutzt.

Für die sich der fremden Macht dienstbar zeigenden Eliten stärkt man ganz gezielt den Militär- und Repressionsapparat. Oft meinen diese (nationalen) Eliten, pragmatisch zu handeln und mit Zweckbündnissen nationale Ziele erreichen zu können. Sie glauben, die fremde Macht für die eigenen Interessen benutzen zu können, erkennen aber in ihrer Selbstüberhebung selten, dass es genau umgekehrt ist.

Wir reden also von universellen Prinzipien und schweifen wir noch einmal kurz ab von Korea. Meine Hervorhebung im folgenden Zitat möchte darauf aufmerksam machen, wie man Gesellschaften dazu bringt, sich selbst einer fremden Macht zu unterwerfen und wie weit man das auf den einzelnen Menschen herunter brechen kann. Man schafft Bedingungen in einem Land, die Druck auf Bevölkerungsschichten erzeugen und korrumpiert sie dann. So kann man auch lokale „Sicherheitskräfte“ rekrutieren.

„In Afrika soll es dabei vor allem um Ausbildungshilfen für die dortigen Armeen gehen, denn **ein gut ausgebildeter Soldat ist erstmal ein Wert an sich. Aber er kann das natürlich nicht nutzen, wenn die Befehle die falschen sind. (3)

Der Repressionsapparat wird – nicht erst seit heute – vorwiegend aus der angegriffenen Gesellschaft rekrutiert. Dass er die „richtigen“ Befehle ausführt, dafür sorgen die ausländischen Berater, welche plakativ vorgeben, eine demokratische Gesellschaft helfen aufzubauen, inhaltlich jedoch für die Durchsetzung von Interessen sorgen.

Natürlich ist der Wert (im Zitat) durch subjektive Interessen bestimmt – fremde Interessen! Der gerade zitierte Tagesspiegel hatte es in seiner Überschrift zum Artikel selbst auf den Punkt gebracht (4):

„Es geht um unsere Interessen und Werte.“

Unsere Interessen? Ihre, meine?

Ja, natürlich! Aus unserem Bedarf, den wir in der Konsumgesellschaft ausleben, unserem Einkaufsverhalten, unserer Art von Mobilität, unserem Reisehunger, unserem Wegwerfverhalten, generiert sich selbstredend, dass anderswo ein gewünschter Repressionsapparat unsere Interessen machtvoll vertritt. Geht es doch letztlich darum, ein Wachstumsmodell aus Produktion und Konsumtion aufrecht zu erhalten, wofür entsprechend weltweit „attraktive, freie Märkte“ zu schaffen sind. So das für Afrika galt und gilt, so galt das auch für den Fernen Osten.

Nachdem ein Konkurrent (Japan) aus dem Wege geräumt war, galt es Korea für die Wirtschaftsinteressen der USA zu sichern. Dafür waren die Koreaner nicht zu begeistern und also war es erforderlich, einen repressiven Apparat zu installieren beziehungsweise weiterzubetreiben. Dazu nun ein weiteres, längeres Zitat. Die Äußerung stammt vom US-amerikanischen Chef der damaligen südkoreanischen Polizeidivision, Oberst William H. Maglin:

„Als wir hier die Polizei übernahmen, waren unter den 20.000 Mann 12.000 Japaner. Was wir taten, war Folgendes: Wir schickten die Japs nach Hause, stockten die Zahl der Koreaner auf und bauten einen Apparat auf, in den sämtliche jungen Männer integriert wurden, die der Polizei vorher geholfen hatten. Einige fragten sich, ob es klug sei, von den Japanern ausgebildetes Personal einfach zu übernehmen. Doch wir dürfen nicht vergessen: Viele Leute sind geborene Polizisten. Wenn sie unter den Japanern einen guten Job verrichteten, warum nur sollten sie dann nicht auch für uns einen guten Job tun? Es wäre doch unfair gewesen, sie nur deshalb davonzujagen, weil sie früher einmal unter den Japanern gedient hatten“ (5).

Ein US-Oberst meinte also (siehe Zitat oben): „warum nur sollten sie dann nicht auch für UNS einen guten Job tun?“ Das war keine unbeholfene Stellungnahme, es war das, was die US-Militärs überhaupt nach Korea trieb. „UNS“ – es ging um ihre (US-)Interessen.

In diesem Zitat bündeln sich nicht nur die Wirtschaftsinteressen der USA sondern auch Arroganz, Ignoranz und Inkompetenz der US-Machtbürokratie, welche gedachte, die zukünftige Entwicklung Koreas zu gestalten. Menschen, die von dem Land und seinen Menschen absolut keine Ahnung hatten, griffen drastisch in dessen Machtstrukturen ein. Es sollten die Gleichen sein, die 1950 die UNO „um Hilfe anriefen, um den Frieden in Korea zu retten“.

Hier erkennen wir die Gleichartigkeit der überhebenden Betrachtungsweise zum weiter oben aufgeführten Zitat des Tagesspiegels. Man benutzte nämlich in beiden Fällen Menschen aus der zu unterwerfenden Gesellschaft, um im Machtspiel die eigenen – ausschließlich die eigenen – Machtinteressen durchzusetzen. Die Schwere der Entscheidung, viele tausend Kollaborateure der japanischen Kolonialisten in die Sicherheitskräfte Südkoreas zu integrieren, ist kaum abschätzbar. Allein damit waren blutige Konflikte für die kommenden Jahre in Korea vorprogrammiert.

Wie finden Sie es, dass nicht ein einziges Mitglied in der US-Militäradministration für Korea die Sprache des Landes sprechen konnte (6)? Aber diese Leute traten an, um Koreas Gesellschaft zu formen.

Für die Herrschaftsansprüche des neuen Imperiums war das Vorgehen natürlich „normal“. Sie wollten herrschen, was lag näher, als das Herrschaftssystem einfach von den entmachteten Herrschern zu übernehmen und dann entsprechend den eigenen Bedürfnissen und weiter reichenden Zielen anzupassen. Es hatte die USA eh erst ab einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt interessiert, was in Korea (und China) geschieht, womit ich erneut auf das Grand Area Planning verweise, das als Strategiepapier des Council on Foreign Relations zur Handlungsmaxime des US-Außenministeriums wurde.

Es muss also immer wieder der geschichtliche Kontext einbezogen werden, um zu verstehen, warum diese selbstherrliche Entscheidung der völkerrechtswidrig über (Süd-)Korea etablierten US-Administration ein Schlag in das Gesicht der überwältigenden Mehrheit der Koreaner war. Welcher der Entscheidungsträger in den USA hatte sich wirklich ernsthaft, wozu eine gewisse Fähigkeit des Mitfühlens gehört, für das Schicksal Koreas in den Jahrzehnten zuvor interessiert?

Dabei hätten die neuen Möchtegern-Herrscher dieser Welt nur ein paar Wochen zurück schauen müssen (7, 8).

Wussten Sie schon, dass die US-Amerikaner während sie ab dem 11. August 1945 freimütig darüber entschieden, wie und bis wohin sie in einem Opferland des japanischen Imperialismus einmarschieren würden, Tage zuvor mehrere zehntausend Koreaner umgebracht hatten und durch ihren Einsatz der Atombomben weitere tausende Koreaner in den folgenden Monaten erbärmlich verreckten? Mindestens ein Fünftel aller Opfer der Infernos von Hiroshima und Nagasaki waren Koreaner!

„Im Zuge ihrer Kriegführung in Ostasien hatte die kaiserlich-japanische Armee in den 1930er und 1940er Jahren zwischen 1,5 und zwei Millionen Menschen aus Korea nach Japan verschleppt, die dort zwölf bis fünfzehn Stunden täglich als Zwangsarbeiter in Bergwerken, Kohlegruben und auf Werften schuften oder als Soldaten dienen mußten. […] Allein in der Präfektur Nagasaki lebten im August 1945 schätzungsweise 63000 koreanische Zwangsarbeiter, davon 30000 in der Stadt selbst. Sie waren zum Dienst für den Mitsubishi-Konzern abkommandiert, der dort Kreuzer und Torpedoboote für die kaiserliche Kriegsmarine fertigte und reparierte. Als Nagasaki vor 68 Jahren in Schutt und Asche gelegt wurde, starben etwa 40000 dieser Zwangsarbeiter unmittelbar oder innerhalb eines Jahres an den Folgen“ (9).

Man darf davon ausgehen, dass die Atombomben-Strategen diese „Kollateralschäden“ nicht ansatzweise in ihren Planungen berücksichtigen. Es interessierte sie nicht und so wussten sie es eben nicht. Japan hatte ein grausames System der Zwangsarbeit installiert, um seine Kriegswirtschaft effektiv und profitabel betreiben zu können. Ebenso brutal verfolgte die Besatzungsmacht jeden aufkeimenden Widerstand. Zehntausende koreanische Frauen und Mädchen wurden verschleppt und systematisch in Militärbordellen der Japaner vergewaltigt (10, 11).

Koreanisch wurde erst als Amtssprache, später auch im privaten Gebrauch verboten und zu dessen Überwachung ein Spitzelsystem erschaffen. Die Koreaner wurden zudem gezwungen, ihre Namen abzulegen und durch japanische zu ersetzen (12). Das rassistische Herrenmenschentum der Japaner gegenüber den kolonisierten Koreanern drückte sich in einer Rede des damals (1942) amtierenden Generalgouverneurs Minami so aus:

„dass die Japaner, zu denen die Koreaner stets aufzuschauen haben, immer einige Schritte voraus sein müssen. Denn die Japaner sind berufen, die Koreaner immer zu lehren und zu führen, und diese sollen mit Dankbarkeit und Gehorsam den vorausschreitenden Japanern folgen“ (13).

Dabei arbeiteten die Besatzer mit einer korrupten und von diesem System profitierenden Elite aus Großgrundbesitzern, Adligen, Bürokraten im Dienste der Kolonialherren sowie Angehörigen im Sicherheitsapparat zusammen.

Und genau diese, in weiten Teilen der koreanischen Bevölkerung verhasste Elite wurde nun zum Machtinstrument der US-amerikanischen Verwaltung umfunktioniert. Der Süden der Halbinsel kam vom Regen in die Traufe. Allerdings nicht direkt, denn dazwischen lag die beginnende Umsetzung einer hoffnungsvollen Alternative, die ganz Korea erfasste – den Norden wie den Süden. Das System der Volkskommitees wurde rasch und erfolgreich im ganzen Land etabliert. Es korrelierte in bemerkenswerter Weise mit dem Eingreifen der Roten Armee in den Krieg im Fernen Osten.

Die „aggressive Sowjetunion“ „verpasst“ es, Südkorea zu erobern

Im Zuge der mandschurischen Operation erreichten am 14. August 1945 sowjetische Truppen den Yalu-Fluss, der auch die Nordgrenze Koreas bildet (14). Am gleichen Tag hatte der japanische Kaiser die Kapitulation Japans verkündet. Am Folgetag wurde die Rede über die Radiofrequenzen verbreitet (15). Nicht alle japanischen Einheiten waren jedoch (auch aufgrund der schlechten Übertragungsqualität) sofort informiert, sodass sich die Kämpfe in der Mandschurei zwischen der Kwantung- und Sowjetarmee noch bis zum 23. August fortsetzten (16,b1).


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Dass Korea mit zum Schauplatz der Militäroperation werden würde, lag also an der strategischen Konzeption, mit der man die Japaner rasch zu besiegen hoffte. Ihr Kern lag in einer umfassenden Zangenbewegung und einem Vorstoß im Rücken des Gegners von See her. Das ist der Bereich am rechten Bildrand der Karte (b2).


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Der Operationsraum endete in etwa in Nordkorea, weil nur bis dorthin Luftunterstützung und eine stabile Versorgung der Truppen gewährleistet war. Als aber die Japaner nach dem 23. August 1945 alle Kampfhandlungen einstellten, hätte doch „der böse Russe“ ohne Probleme ganz Korea besetzen können? Warum tat er das nicht? Die „aggressive Sowjetunion“ blieb einfach in Nordkorea, obwohl sie zwei Wochen Zeit hatte, vollendete Tatsachen zu schaffen. Weil es ihr schlicht wichtig war, jeden Konflikt mit dem Alliierten zu vermeiden.

Und ich meine: Die politischen Winkelzüge des „Partners“ waren der sowjetischen Regierung nicht bewusst. Erst am 8.September 1945 landeten US-Truppen in Südkorea. Wie erklären die westlichen Historiker ihrem Publikum diese Tatsache (17)?

Gar nicht. Es passt nicht ins Narrativ und wird daher nicht weiter erwähnt. Dabei ist es offensichtlich! Aber so wird Geschichte passend gemacht – mit Selektion.

Gelebte Basisdemokratie: Die Volkskommitees

Dort aber, wo die Japaner in Korea die Waffen niederlegten, bildeten sich spontan und landesweit Volkskommitees. Die Übergabe der Verwaltung durch die entmachteten Japaner an die Volkskommitees geschah in der Regel friedlich. Oft zogen die Kolonialherren sogar des Nächtens ab und überließen die Distrikte sich selbst. Was kein Problem war, schließlich sind Menschen in der Lage, sich zu organisieren und Verantwortung zu übernehmen; was sie auch taten.

Arbeiterräte übernahmen die Führung der Industriebetriebe, nachdem viele der (meist japanischen) Besitzer geflohen waren. Ländereien der bis dahin über Jahrzehnte mit den Kolonialherren klüngelnden Großgrundbesitzer wurden besetzt. Die koreanische Oberschicht – als Profiteur des kolonialen Systems – war völlig diskreditiert (18). Daraus ergibt sich folgerichtig, dass die Demokratisierungsbewegung von der Unterschicht und großen Teilen der Mittelschicht getragen wurde.

Die Rote Armee, die bis in die letzte Augustdekade nach Nordkorea vorrückte, ließ die Volkskommitees übrigens gewähren (19, 20, a3)! Warum taten das die Militärs? Waren das alles Kommunisten – diese Leute in den Volkskommitees?

Wir können uns selbst herleiten, dass es unmöglich so gewesen sein kann. Gerade die Tatsache, dass sich die Volkskommitees landesweit gründeten und sofort aktiv wurden – also dort, wo sich Sowjettruppen befanden und auch dort wo sie sich NICHT befanden, zeigt ja ganz deutlich die zumindest anfänglich neutrale Haltung der sowjetischen Militärs.

Die Volkskommitees waren Ausdruck einer breiten Bewegung und spiegelten den Konsens über gewünschte gesellschaftliche Veränderungen im Lande wieder. Das ließ sich am 27-Punkte-Programm dieser sich rasch koordinierenden Bewegung erkennen, zu dessen Schwerpunkten die folgenden gehörten:

  • Durchführung einer umfassenden Bodenreform
  • Nationalisierung der Schwerindustrie
  • Einführung eines gesetzlichen Achtstundentages
  • Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes
  • staatliche Preiskontrolle bei Mieten und grundlegenden Nahrungsmitteln (21)

Die landesweit agierenden Volkskommitees gründeten am 28. August das Komitee zur Vorbereitung der Koreanischen Unabhängigkeit, geführt von Lyuh Woon-Hyung und fungierend als provisorische Regierung von Korea (22). Schon am 6. September tagte eine große Versammlung von Repräsentanten der Volkskommitees aus dem ganzen Land in Seoul (23).

Dort wählten sie aus ihren Reihen eine neue Regierung. Am 12. September schließlich wurde die Volksrepublik Korea proklamiert (24).

Es gab kein Machtvakuum in Korea, das von irgendwelchen Besatzern hätte gefüllt werden müssen, um Recht und Ordnung herzustellen. Korea nahm seine Geschicke schlicht selbst in die Hand. Und die „annexionistischen Sowjets“ ließen diese basisdemokratische Bewegung einfach so gewähren. Und wer tat es NICHT? Das war die „freieste und demokratischste Nation der Welt“. Wie erklären westliche Historiker nun diese Tatsache?

Sie wissen schon. Man lässt es unter den Tisch fallen. Man thematisiert einfach nicht, dass die in GANZ Korea aufkeimende demokratische Bewegung im Südteil des Landes umgehend von der „fortschrittlichsten Demokratie der Erde“ ausgehebelt wurde.

Die Volkskommitees wurden – ja, natürlich – auch von Kommunisten geführt. Gerade die Kommunisten Koreas waren die stärksten koreanischen Akteure im militärischen Widerstand gegen die japanischen Kolonialherren und prägten die Partisanenbewegung.

Nur logisch war es daher, dass sie eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung genossen. Doch von einer Dominanz der Kommunisten in den Volkskommitees konnte keine Rede sein – weder im Norden, noch im Süden. Sie gesellten sich zu Sozialisten, Konservativen und rechten Nationalisten (25). Sie alle vereinte das Bestreben, ein souveränes, demokratisches Korea aufzubauen (26).

Eher mit Sorge beobachteten die US-Militärs, wie in dem von ihnen besetzten Land politische Bewegungen und Parteien aus dem Boden schossen (27). Denn hochrangige Ideologen, Politiker und eben Militärs der USA hatten längst eigene Pläne entwickelt, welche eine unkontrollierte Parteienlandschaft wie auch eine demokratische Selbstverwaltung in Form von Volkskommittees nicht vorsahen. Entsprechend verfügte man bald in typisch westlich demokratischer Manier deren Abschaffung. Am 8. September landete die 7. US-Infantriedivision an der Südwestküste Koreas:

„Von der gerade gebildeten koreanischen Regierung nahmen die Besatzungstruppen unter Führung von General John R. Hodge keine Notiz. Statt dessen entstand südlich des 38. Breitengrads die US-amerikanische Militärregierung in Korea […]. In ihrem ersten Generalbefehl wurde die Bevölkerung aufgerufen, deren Anweisungen strikt zu befolgen. Die Menschen in der Hauptstadt Seoul staunten nicht schlecht, als dann auch noch anstelle der koreanischen Flagge das Sternenbanner gehißt wurde.“ (28)

So funktioniert eine Annexion!

Nur, um das nicht aus den Augen zu verlieren: Wir reden hier nicht von der sowjetischen Armee sondern von der US-Armee. Jene, die sich in Korea ohne Hemmungen als Besatzer aufführten, hatten keinen roten Stern an ihren Uniformen. Wieso eigentlich regt es in der Meinungsführerschaft bis heute niemanden auf, dass die US-Amerikaner einfach mal so Korea im Süden annektierten; kaum, dass dieses Land vom kolonialen Joch befreit war?

Wussten Sie schon, dass der letzte japanische Gouverneur seit Anfang August 1945 längst die formelle Machtübergabe an die sich gebildeten koreanischen Selbstverwaltungsstrukturen eingeleitet hatte (29,30)?

Entwickeln wir das weiter. Diese Annexion war nämlich auch mit der sofortigen Etablierung einer Diktatur verbunden. Und solange die über Jahre geparkte Marionette der USA nicht installiert war, führte ihr nach Korea berufener militärischer Oberbefehlshaber diese Diktatur; war also in Funktion und praktischem Handeln selbst ein Diktator.

Was wir hieraus lernen können, ist die Erkenntnis, dass es der Weltmacht jenseits des Atlantik noch nie darum ging, Völker von Diktaturen zu befreien. Das ist die emotional aufgebauschte B-Geschichte, um Sie (auf der unterbewussten Ebene) zu vereinnahmen. Wenn notwendig – was oft der Fall war – waren die Vorzeigedemokraten der USA jederzeit bereit, Diktaturen vielmehr zu installieren! Südkorea ist dafür ein klassisches Beispiel.

Verwechseln wir in Korea nicht Ursache und Wirkung. Als die Diktatur in Südkorea durch die USA installiert wurde, gab es in Nordkorea mitnichten eine Diktatur. Dem Einparteien-System mitsamt seinem Führerkult um Kim Il-sung, dem späteren langjährigen Präsidenten, wurde in den ersten Monaten nach der Besetzung des koreanischen Südteils durch die US-Amerikaner vielmehr das Fundament bereitet. Das „Geheimnis“ liegt in der Polarisierung der Gesellschaft, die nun rasch einsetzen würde.

US-amerikanische Diktatur in Südkorea

Am 7. September 1945, dem Tag vor der Landung US-amerikanischer Truppen in Südkorea, gab General Douglas MacArthur bekannt, dass Generalleutnant John R. Hodge die höchste administrative Position in Südkorea ausfüllen würde. Beide Männer hatten ein sehr spezielles Verhältnis zu Korea. MacArthur würde sechs Jahre später vehement den massiven Einsatz von Atombomben über Nordkorea fordern.

Ohne die Prozesse (auch) in Südkorea nur im Geringsten zu würdigen, etablierte sich stattdessen die Diktatur, nämlich die US-amerikanische Militärregierung in Korea (United States Army Military Government in Korea, kurz USAMGIK). Als eine Delegation der Provisorischen Regierung der Republik Korea, welche in China arbeitete, bei Hodge vorsprechen wollte, wies er sie zurück (31).

Zuvor hatte bereits am 25. August 1945 der US-amerikanische Präsident Truman in einem Schreiben an General Donovan verfügt, dass man die Bildung einer provisorischen koreanischen Regierung unter Kim Koo (Kim Ku) rundweg ablehne (b3):


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Die Legitimität dieser Provisorischen Regierung von seiten der koreanischen Bevölkerung war zweifelhaft. Aber immerhin waren es Koreaner. Diese Exilregierung gab es schon seit 1919 und ihr erster Führer war der schon mehrfach erwähnte Syngman Rhee. In den Jahren zuvor hatte man mit dem Vorläufer des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, der OSS (Office of Strategic Services) kooperiert, um bei Gelegenheit die Regierung in Korea stellen zu können. Ihr Sitz befand sich zuletzt in China – im Machtbereich Chiang Kai-Sheks (32). Syngman Rhee und Chiang Kai-Shek – zwei über Jahre durch die USA mit Geld und Posten geförderte Politiker.

Es ist interessant, dass für die USA zu jenem Zeitpunkt selbst diese bürgerlich geprägte Exilregierung nicht gewünscht war – nicht gewünscht in Eigeninitiative und unabhängig von den Ziehvätern agierend. Die Okkupanten hatten eben ihre eigenen Pläne. In deren Umsetzung würden die beiden gerade genannten Zöglinge noch eine bedrückende politische Rolle spielen. Nur wenig später sollte die Provisorische Regierung nämlich gemeinsam mit Syngman Rhee und Kim Koo von den US-Amerikanern reaktiviert werden, um die Installation eines Marionettenstaates weiter voranzutreiben (33).

Die des Koreanischen sämtlich nicht mächtigen US-Militärs focht es jedenfalls nicht an. Ebenso arrogant verhielt sich der US-General gegenüber den Gesandten der neuen Volksrepublik Korea und denen der Volkskommitees (34,35). Kontaktversuche aus jenen Richtungen wurden allesamt ignoriert oder zurück gewiesen. In ihrer manischen Angst vor „der roten Gefahr“, wähnten die Besatzer die Volkskommitees als kommunistisch unterwandert. Dabei waren nach offizieller Lesart die US-Truppen einzig und allein in das Land gekommen, um die japanischen Truppen zu entwaffnen.

Als im November 1945 der Kongress der Volksrepublik Korea tagte, legte ihm Generalleutnant Hodge nahe, sich umgehend „freiwillig“ von selbst aufzulösen. Das wiesen die Koreaner zurück. Ganz im Sinne eines Diktators verbot Hodge nun am 12. Dezember 1945 die Tätigkeit der Abgeordneten (36,37). Kein Mensch stellt heutzutage die Frage nach der Legitimation. An solchen Ereignissen sieht man aber sehr schön, wo der Stellenwert tatsächlich gelebter Demokratie bei den (sich selbst so sehenden) wahrhaften Gestaltern der schönen neuen Welt zu suchen ist.

Bereits am 9. September, einen Tag nach dem Einmarsch der US-Truppen in Seoul, bezeugte Hodge lange vorher von den USA verabschiedete Konzepte für Korea, als er anwies:

  • Die von den Japanern installierten kolonialen Verwaltungsstrukturen bleiben intakt.
  • Das gilt auch für das Personal.
  • Der japanische Generalgouverneur wird durch einen (US-)amerikanischen ersetzt.
  • Alle japanischen Verwaltungsdirektoren werden entfernt.
  • Frühere Berater und Verwaltungsangestellte der Japaner in Korea werden hinzugezogen (38).

In einem Memo unterrichtete Dean Acheson (damals in leitender Position im US-Außenministerium) seinen Präsidenten Harry S. Truman wenige Tage später über diese Maßnahmen (b4):


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So stellt es sich dar, wenn die eine Kolonialmacht durch eine andere ersetzt wird. Nur, dass in diesem Falle die neue Kolonialmacht im Gewand der Fassadendemokratie daher kam. Der Neokolonialismus verbirgt seine Herrschaftsideologie in fein gewählter Sprache von Demokratie und Freiheit. Er gaukelt den Menschen eine Unabhängigkeit vor, die sie nicht besitzen. Wenn die Menschen sich ihrer Unfreiheit nicht bewusst sind, können sie sich auch schlecht dagegen auflehnen.

Installation eines koreanischen Diktators

Wenn es um Korea geht, wird beim Begriff Diktator von der Politik und Medien durchdringenden Meinungsführerschaft immerfort der Fokus auf Nordkorea gerichtet; wohlweislich verschweigend, dass man selbst generalstabsmäßig eine brutale Diktatur in Südkorea installierte. Anders ließ sich das System dort ja auch nicht ändern, denn die Einheimischen hatten in ihrer großen Mehrheit – nachgewiesener Maßen und offen angezeigt – andere Pläne in ihrem Land.

Basisdemokratie war nicht das, was den US-amerikanischen Besatzern in Bezug auf Korea vorschwebte. Schließlich bedeutete das ja auch Eigenverantwortlichkeit und Souveränität und damit ein radikal eingeschränktes Steuerungsvermögen von außen. Deshalb war die anfängliche US-Militärdiktatur in Korea notwendig für die neue Weltmacht, um Zeit zu gewinnen, für „ihre demokratische koreanische Regierung“, welche zuverlässig dem Westen zugewandt sein würde (a4). Die propagierte Entwaffnung der Japaner war nur das Feigenblatt – die B-Geschichte, um Ersteres zu verbergen.

Alfred Crofts, der zu jener Zeit in der Führung der US-Besatzer tätig war, sagte später:

„Vor der Landung der Amerikaner konnte eine politisch rechtsgerichtete Partei, die in der Vorstellung des Volkes mit der Kolonialherrschaft assoziiert wurde, nicht bestehen. Doch kurz danach sollten wir wenigstens drei konservative Parteicliquen unterstützen.“ (39,40)

Doch die Wahl Rhees war kein Zufall, sie war für die Besatzer sogar praktisch alternativlos!

Zwar war er Koreaner, doch hatte Rhee sein Land seit Jahrzehnten nicht gesehen. Ein Großteil der Kriegsjahre verbrachte er in den USA, zuletzt in Washington. Hochgereicht wurde dieser Exilpolitiker allerdings schon 40 Jahre früher. Wurde er doch bereits im Jahre 1905 vom damaligen US-Präsidenten Theodore Roosevelt empfangen. In den USA wurde ihm das Studium und Praktizieren an drei renommierten Universitäten ermöglicht (42). Er genoss also eine respektable politische und finanzielle Unterstützung durch die hohe US-Politik.

Diese baute ihn in der Folgezeit zu einem „legitimen Repräsentanten“ des koreanischen Volkes auf, obwohl sein Kontakt zu diesem immer weiter schwand. So gründete er im Jahre 1919 in Washington die Korea-Kommission für Amerika und Europa und wurde erster Premierminister der sogenannten Provisorischen Republik Korea. In seinen politischen Funktionen betrieb er Werbung für ein unabhängiges Korea, das durch Mitwirkung der westlichen Mächte entstehen sollte (43).

Seine akademische Ausbildung und die Beeinflussung seiner Gönner ließen ihn glauben, dass die westlichen Demokratien natürliche Verbündete des koreanischen Volkes seien und die USA der Mittler zwischen den Völkern. Das lässt sich durchaus am Thema seiner Doktorarbeit an der Universität von Princton ablesen, die sich betitelte mit Neutrality as influenced by the United States (Wie Neutralität durch die Vereinigten Staaten beeinflusst wird) (44).

Ungeachtet der Tatsache, dass er bereits im Jahre 1925 wegen Amtsmissbrauchs als Präsident der Provisorischen Republik Korea seines Amtes enthoben wurde (45), wurde er von seinen Förderern in den USA fortwährend in dem Gefühl bestärkt, DER Botschafter Koreas in der Welt zu sein.

So durfte er bei Abrüstungskonferenzen, im Völkerbund und als außenpolitischer Sprecher Koreas in den USA auftreten und bekam Zugang zu den politischen Eliten der aufstrebenden Weltmacht. Er traf sich mit dem Präsidenten der USA Franklin D. Roosevelt und schließlich, im Jahre 1945, wurde ihm eine ganz besondere Ehre zuteil. Syngman Rhee bekam die Möglichkeit zur Teilnahme an der United Nations Conference on International Organization (UNCIO) in San Francisco. Jene Konferenz erarbeitete und verabschiedete die Gründungsakte, die Charta der im Resultat gegründeten Vereinten Nationen (46).

Syngman Rhee vertrat sein Land Korea bei der Gründungskonferenz der UNO, obwohl er von seinem Volk in keiner Weise dafür beauftragt worden war? Nein, Rhee vertrat natürlich nicht SEIN Land, sondern er vertrat die „legitimen Interessen“ der Vereinigten Staaten von Amerika in Korea. Von Beginn ihrer Existenz an wurde die UNO für „legitime Interessen“ der Großmächte eingespannt, während die Menschen auf dem Globus in die Illusion eintauchten, ein großes gerechtes Organ der Völker würde sie in eine lichte Welt hinüber führen.

Rhee hatte als Delegierter keinerlei Mandat seines Landes. Er bekam es von seinen US-amerikanischen Gönnern. Über sie hielt er auch Kontakt mit dem US-Geheimdienst OSS, um die internationale völkerrechtliche Anerkennung der Provisorischen Regierung Koreas zu erreichen (47). Was es in einem Menschen bewirkt, der mit einem gewissen Machtanspruch ausgestattet ist, wenn ihm über Jahre seine besondere politische Rolle bestätigt und er darin gestärkt wird, lässt sich erahnen. Rhee muss sich im Jahre 1945 wie ein koreanischer Sendbote Gottes gefühlt haben, als er nach vielen Jahren wieder den Boden seiner Heimat betrat.

Der einflussreiche Methodist Frederick Brown, mit persönlichen Beziehungen zu mehreren US-Präsidenten, Abgeordneten des US-Senats, zur Frau von Chiang Kai-shek [sic] und – Syngman Rhee höchstselbst, empfahl US-Präsident Truman bereits in einem Schreiben vom 5. Mai 1945 dringend, Rhee in das Amt des koreanischen Staatschefs zu lancieren (a7,b5).


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Die Rolle des Syngman Rhee war singulär. Er war der einzige vollständig westlich geprägte koreanische Politiker, sprach hervorragend englisch und würde so auch primärer Ansprechpartner der US-Amerikaner in Korea werden. Er war vollständig durch den Westen geprägt, verkehrte ständig mit dessen politischen Eliten – vor allem in den USA und war mit einer Europäerin verheiratet (48). Wie wichtig Rhee den Besatzern war, zeigt die Art seines Eintreffens in seinem Heimatland. Doch zuvor wurde Rhee im September 1945 mit einer Militärmaschine aus den USA nach Tokio geflogen.

Dort wurde er mit einem Pass ausgestattet, welcher ihm die Einreise nach Korea erlaubte. Ja, sie haben richtig gehört. Die USA entschieden im Frühherbst 1945 tatsächlich, ob Koreaner in ihr eigenes Land einreisen durften oder nicht. Ich meine, das ist schon ziemlich selbstherrlich. Rhee durfte selbstredend einreisen – und wie! Er landete Mitte Oktober 1945 mit der persönlichen Maschine des Fünf-Sterne-Generals Douglas MacArthur (49) in Seoul. MacArthur war damals Oberbefehlshaber der US-Army im Pazifik und so mit enormer Machtfülle ausgestattet. Er hatte sich zuvor persönlich mit Syngman Rhee getroffen (50).

Mein Gefühl beim Erfassen dieser Informationen möchte ich in etwa beschreiben mit: In genau solch einer Art und Weise stelle ich mir die Einsetzung eines Statthalters vor. Und: Ein solches Verfahren vereinbart sich mit keinem Verständnis von Demokratie.

Während man sich im westlichen Mainstream ungebrochen darüber echauffiert, dass der spätere Präsident Nordkoreas, Kim Il-sung, eine von „Sowjets gezüchtete Marionette“ gewesen sei, betrieb man unverblümt selbst das angeprangerte Verfahren. Dabei hatte Kim Il-sung eine ungleich höhere Akzeptanz in seinem Land als Syngman Rhee und der Gang zur Macht war für Ersteren ungleich demokratischer als für den Zweiten.

Die Schlüsselfunktion des Syngman Rhee

Die englischsprachige Wikipedia liefert weitere sehr erhellende Hintergrundinformationen zur entscheidenden Rolle Syngman Rhees in den geostrategischen Planungen der USA – speziell in Korea. Er war eine Schlüsselfigur und in der damaligen Zeit praktisch nicht ersetzbar. Das erklärt auch die besondere Fürsorge höchster US-Politiker und Militärs für „ihren Koreaner“:

„Rhee, who had lived for decades in the United States, was a figure known only from afar in Korea, and therefore regarded as a more or less acceptable compromise candidate for the conservative factions. More importantly, Rhee spoke fluent English whereas none of his rivals did, and therefore he was the Korean politician most trusted and favored by the American occupation government.“ (51)

Was in etwa heißt:

Rhee, der Jahrzehnte in den USA verbracht hatte, war lediglich außerhalb Koreas bekannt und aus diesem Grund ein mehr oder weniger akzeptabler Kompromiss für die Konservativen [a5]. Noch wichtiger aber war, dass Rhee fließend englisch sprach, im Gegensatz zu sonst keinem seiner Rivalen, was ihn zum vertrauenswürdigsten und favorisierten Politiker für die [US-]amerikanische Besatzungsmacht erhob. (Übersetzung durch Autor)

Solch einen Mann benötigten die Besatzer, die allesamt nicht des Koreanischen mächtig waren. Geformt in den USA, war Rhee zudem ein glühender Antikommunist, was von den Verfechtern der ins Rollen kommenden Politik des Rollback (Zurückdrängen des Kommunismus) und Containment (Einhegen des Kommunismus) auch ausdrücklich gewünscht war.

Der britische Diplomat Roger Makins erkannte im Rückblick sehr gut, wie die US-amerikanische Politik ihren zweifelhaften Demokratieexport betrieb:

„[…] the American propensity to go for a man rather than a movement — Giraud among the French in 1942, Chiang Kai-shek in China. Americans have always liked the idea of dealing with a foreign leader who can be identified as ‚their man’“ (52).

zu deutsch sinngemäß:

Der [US-]amerikanische Hang bestand darin, auf Männer statt auf Bewegungen zu setzen – Giraud in Bezug auf Frankreich 1942, Chiang Kai-shek in China [sic!]. Die [US-]Amerikaner waren immer verfangen in der Idee der Etablierung eines ausländischen Führers, der identifiziert werden konnte als ‚ihr Mann‘. (Übersetzung durch Autor)

Das – so Makins – praktizierten die US-Amerikaner auch im Falle Korea. Kaum einer von ihnen wusste etwas über Land und Menschen und so erschien es den Okkupanten viel einfacher, einen Deal mit Rhee auszuhandeln, als den Versuch zu wagen, das Land Korea zu verstehen (53).

Dass ein Mensch wie Rhee, das Potenzial des skrupellosen Diktators in sich trug, spielte da keine Rolle. Mitarbeiter des US-Außenministeriums schätzten ihn als grob und wenig verhandlungsfähig ein. Sie warnten vor einem „gefährlichen Unheilstifter“ (dangerous mischief-maker).

Doch für den US-Diktator Generalleutnant Hodge (respektive seinen Vorgesetzten General MacArthur), der ja einen Ersatz für sich in Korea benötigte, war das kein Problem. Ihm schienen die perfekten Englisch-Kenntnisse und der ausgeprägte Antikommunismus Syngman Rhees als ausreichende Qualitätsmerkmale für einen neuen Präsidenten nach Washingtons Gnaden (54,55).

Die Besatzer sorgten nach Rhees Ankunft in Korea dafür, dass dieser Mann umgehend zu enormer Macht gelangte. Der britische Journalist und Historiker Max Hastings sagte dazu in seinem Buch The Korean War (Der Korea-Krieg) (56):

„In an Asian society, where politics are often dominated by an instinctive desire to fall in behind the strongest force, Rhee’s backing from the military government was the decisive factor in his rise to power.“ (57)

Was sinngemäß heißt:

In einer asiatischen Gesellschaft, in der sich Politik oft von dem Instinkt leiten ließ, sich der stärksten Macht zu unterwerfen, war Rhees Rückhalt durch die Militärregierung der maßgebliche Faktor für seinen Weg zur Macht. (Übersetzung durch Autor)

Sei noch hinzugefügt, dass diese Art von Politik beileibe nicht auf asiatische Gesellschaften beschränkt ist. Was aber im Falle Koreas von besonderer Bedeutung war, lag in der nun aufkeimenden Hoffnung für die gerade entmachteten Eliten Koreas. Für sie war Rhee nun DIE Hoffnung zur Restauration der alten Verhältnisse.

Wie schon weiter oben erläutert, erfuhr Syngman Rhee seine politische Rolle aus der über Jahrzehnte von den USA geförderten sogenannten Provisorischen Regierung Koreas, welche im Machtbereich Chiang Kai-sheks tagte. Sie besaß auch einen militärischen Arm – die Koreanische Befreiungsarmee (Korean Liberation Army; kurz KLA), welche unter dem Oberbefehl von Kai-sheks Nationalrevolutionärer Armee stand.

Auch die KLA unterhielt enge Beziehungen zum US-Geheimdienst OSS und wurde für eine Besetzung Koreas unter dessen Beratung trainiert (58). Letztlich war diese Armee nicht wirklich eine, betrug doch ihre Größe, als Japan kapitulierte, gerade einmal 1.000 Mann (59).

Die Angehörigen dieser Miliz kehrten 1945/46 nach Korea zurück und würden die Basis von Rhees neuer Armee bilden. Sie würden von US-Beratern geschult und geführt werden und als repressives Instrument der neu installierten Macht einen weiteren Baustein in der nun beginnenden durchgreifenden Polarisierung der Gesellschaft auf der koreanischen Halbinsel darstellen. Führungskader der KLA wie der General Lee Beom-seok (a6) wurden von der US-Besatzungsmacht „belohnt“ und gelangten unter Rhee in höchste politische Ämter (60)

Wenn zwei nicht das Gleiche tun

Im September 1945 kehrte eine weitere, die koreanische Geschichte prägende Persönlichkeit in die Heimat zurück: Kim Il-sung (a8). Während Syngman Rhee bereits 70 Jahre alt war und sich nun seinen politischen Traum zu erfüllen suchte, wirkte Il-sung am Anfang seiner politischen Karriere als erst 33-Jähriger ganz und gar nicht wie ein Machtmensch. Die Jahre zuvor waren geprägt vom Partisanenkampf gegen die japanischen Besatzer, der sich für Sung vor allem in der Mandschurei abspielte.

Bereits in seiner frühen Jugend wurde er durch die Ideologie des Kommunismus geprägt, ohne dass er damals über direkte Kontakte in die Sowjetunion verfügte (61). Seine strategischen – und Führungsfähigkeiten machten ihn schon in jungen Jahren zum Kommandeur einer Partisaneneinheit, mit der er über längere Zeit erfolgreich operierte (62).

In den Jahren 1940/1941 wurde der Druck auf und die Verluste der Partisanenbewegung so groß, dass sich die verbliebenen Einheiten auf sowjetisches Territorium zurückzogen. Dort erfuhren sie eine Ausbildung und Wiederbewaffnung (63). Koreanischen Partisanen, welche mit der Roten Armee in die Heimat zurückkehrten, schlug große Sympathie aus der Bevölkerung entgegen (a9).

Es war daher kein Wunder, dass auch ihre umgehende politische Tätigkeit von der Mehrheit der Menschen akzeptiert und gefordert wurde. Schließlich teilten sie basisdemokratische Forderungen wie die Enteignung der Kollaborateure und vor allem einer umfassenden Bodenreform und grundlegender sozialer Rechte für die Arbeiterschaft.

Partisanen waren im Jahre 1945 zu großen Teilen Kommunisten. Das ist nachvollziehbar, denn deren Ausbildung in der UdSSR hatte auch eine ideologische Komponente. Als sie im Spätsommer und Herbst 1945 politisch wirksam wurden, ging es aber mitnichten um eine „kommunistische Diktatur“. Ihre Forderungen für eine allgemeine Verbesserung der sozialen Lage in breiten Bevölkerungsschichten fanden sich in denen der Volkskommitees wieder.

Die Kommunisten waren daher zur damaligen Zeit tatsächlich eingebettet in eine große basisdemokratische Volksbewegung. Dass Kim Il-sung aber später eine solch extreme Machtposition erreichen würde, war ganz und gar nicht in dieser Volksbewegung begründet.

Florian Coulmas von der Süddeutschen Zeitung fasste mehrere Wahrheiten in einer Buchrezession sehr schön zusammen:

„Washington beschloss die Teilung der Halbinsel am 38. Breitengrad und installierte im Süden Rhee Syngman als Präsidenten der Republik Groß-Han, während im Norden der antijapanische Partisanenkämpfer Kim Il Sung an die Macht kam, der, wie Eggert und Plassen darstellen, viel weniger eine sowjetische oder chinesische Marionette war als Rhee eine amerikanische.“ (64)

Kim Il-sung sprach hervorragend russisch und chinesisch. Er hatte über Jahrzehnte gegen die japanische Kolonialmacht gekämpft und war ein überzeugter Kommunist. Logisch, dass er als einer der möglichen Führer des neuen Korea von der sowjetischen Spitzenpolitik gefördert und lanciert wurde.

Doch ging dies in Nordkorea nicht einher mit einem Besatzungsregime, wie es die US-Amerikaner im Süden der Halbinsel praktizierten. Il-sung wurde auch nicht eingesetzt, sondern in jener Zeit letztlich tatsächlich in die Ämter gewählt. Der Weg Nordkoreas in den Personenkult um Il-sung war im Herbst 1945 daher keinesfalls unumgänglich. Er hatte vielmehr mit den nun folgenden Geschehnissen IN GANZ Korea zu tun.

Mehr dazu in der nächsten Folge.

Bleiben Sie bis dahin schön aufmerksam.


Quellen und Anmerkungen:

(a1) Auch in diesem Teil mag Manchen, angesichts der sparsamen Informationen zu den Vereinten Nationen, der Titel der Artikelreihe deplatziert erscheinen. Doch um die Funktionsweise dieser Weltorganisation als Machtinstrument – nicht nur im Falle Koreas – verstehen zu können, müssen wir diesen langen Anlauf nehmen.
(a2) Halten wir fest, dass die deutsche Regierung das „Experiment“ einer Schaffung von Parallelstrukturen in einem souveränen Staat adäquat in der von jihadistischen Terroristen beherrschten syrischen Provinz Idlib betreibt.
(a3) Die Hauptgründe, dass die Rote Armee nicht weiter nach Südkorea vorrückte, lagen gar nicht so sehr in der einseitig von den USA definierten Demarkationslinie am 38. Breitengrad. Einerseits hatten die japanischen Einheiten zwischenzeitlich kapituliert. Außerdem war in Nordkorea auch die räumliche Distanz zur Versorgung der Truppen ausgereizt. Andererseits war seitens der Sowjetunion eine Annexion Koreas schlicht nicht vorgesehen.
(a4) In China glaubten die USA mit der Regierung von Chiang Kai-shek bereits eine geeignete prowestliche Regierung gefunden zu haben, zumal jene über eine starke militärische Streitmacht verfügte. Dieses Konzept sollte nur teilweise aufgehen.
(a5) Dadurch dass Rhee außerhalb Koreas gelebt hatte, traf ihn nicht der Vorwurf, mit den Japanern kollaboriert zu haben.
(a6) Lee Beo-seok ist ein gutes Beispiel, wie man Opportunismus und Ego in den Menschen fördern kann. Es hat schon etwas kurioses, dass es Beo-seok in einer Miliz, die in ihrer größten Mannstärke die Zahl 1.000 erreichte, zum Dienstgrad eines Generals bringen konnte (65).
(a7) Es gibt eine spannende, hochinteressante Dreiecksbeziehung zwischen dem US-Methodisten-Pfarrer Frederick Brown, Chiang Kai-shek und Syngman Rhee, die in der nächsten Folge dieser Artikelreihe untersucht wird.
(a8) Kim Il-sung ist ein Kampfname, den sich der gebürtige Kim Song-chu in seiner Zeit als Kommandeur einer Partisaneneinheit zulegte.
(a9) Kim Il-sung, obwohl Major der Roten Armee, kam allerdings nicht mit kämpfenden Einheiten sondern erst im September 1945 mit einem sowjetischen Passagierschiff nach Korea. Das spricht für eine gewisse politische Planung der sowjetischen Führung, die damit verhinderte, dass Il-sung „versehentlich“ im Kampf getötet werden könnte.
(Allgemein) Wie schon Teil 1 dieser Artikelreihe wurde auch dieser Teil auf der Online-Plattform KenFM erstveröffentlicht. Ebenso erfuhr auch dieser Teil hier nachfolgend eine umfangreiche Überarbeitung und Erweiterung, einschließlich Hinzufügung weiterer Quellen mit Unterstützung des ehrenamtlichen Rubikon-Korrektorats und wird so an dieser Stelle neuveröffentlicht.
(1) 10.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Korea_unter_japanischer_Herrschaft
(2) 25./27.6.1950, 7.7.1950; http://www.un.org/en/ga/search/view_doc.asp?symbol=S/RES/82(1950)
(3,4) 15.2.2018; http://www.tagesspiegel.de/politik/militaereinsaetze-in-afrika-es-geht-um-unsere-interessen-und-werte/9486664.html
(5) 31.8.2017; Rainer Werning; http://www.nachdenkseiten.de/?p=39861; Gayn, Mark; 1948: Japan Diary; New York: 391
(6) Dezember 2017; C. Peter Chen; https://ww2db.com/battle_spec.php?battle_id=49
(7,8) 9.8.2013; Rainer Werning; junge Welt; http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Japan/hiroshima2013.html
(9) 3.9.2013; http://www.dw.com/de/die-hölle-einer-koreanischen-trostfrau/a-17059431
(10) 11.8.2010; http://www.fr.de/panorama/schicksal-einer-koreanischen-trostfrau-zertretene-ehre-im-militaerbordell-a-1003467
(11) 10.2.2018;https://de.wikipedia.org/wiki/Korea_unter_japanischer_Herrschaft#Kolonialzeit
(12,15) 2017; https://ww2db.com/battle_spec.php?battle_id=167
(13) 24.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Korea_unter_japanischer_Herrschaft#Kolonialzeit
(14) 11.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Kapitulation_Japans#Die_bedingungslose_Kapitulation
(16) 25.6.2012; B.I. Bronsteyn; http://www.sozonline.de/2012/09/die-geschichtsluge-vom-koreakrieg/
(17) 13.2.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/Soviet_invasion_of_Manchuria#Campaign
(18) 16.2.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/People’s_Republic_of_Korea#Development_in_the_North
(19,22) Robinson, Michael E (2007). Korea’s Twentieth-Century Odyssey. Honolulu: University of Hawaii Press. pp. 105–106. ISBN 978-0-8248-3174-5
(20,25,26,28,36) 26.7.2013; Rainer Werning; junge Welt; entnommen aus: http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Korea/60jahre3.html
(21,23) 16.2.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/People’s_Republic_of_Korea
(24) 2013; https://www.mlpd.de/2013/kw15/die-wahrheit-ueber-den-korea-krieg
(27) 18.9.1945; https://trumanlibrary.org/whistlestop/study_collections/koreanwar/documents/index.php?documentid=kr-6-15&pagenumber=3
(29) http://www.marxismus-online.eu/display/dyn/x08e0e1c0-1888-11e1-9db0-a3ff8b7a26e6/content.html
(30) 16.2.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/Division_of_Korea#End_of_World_War_II
(31,37) Hart-Landsberg, Martin (1998). Korea: Division, Reunification, & U.S. Foreign Policy. Monthly Review Press. pp. 71–77
(32) 16.2.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/Provisional_Government_of_the_Republic_of_Korea
(33) 16.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Provisorische_Regierung_der_Republik_Korea#Geschichte
(34,38) Buzo, Adrian (2002). The Making of Modern Korea. London: Routledge. p. 57. ISBN 0-415-23749-1
(35) 16.2.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/Division_of_Korea#US_occupation_of_South_Korea
(39) Crofts, Alfred (1960): The Case of Korea: Our Falling Ramparts, in: The Nation (New York), 25 June, S. 544-8
(40) Song, Du-Yul; Werning, Rainer: Korea. Von der Kolonie zum geteilten Land
Promedia 2012; ca. 208 S.; ISBN: 978-3-85371-340-2
(41) 18.6.1952; Die Früchte des Zorns; Der Spiegel; Ausgabe 25/1952
(42-45,47) 17.2.2018;https://en.wikipedia.org/wiki/Syngman_Rhee#Political_activities_in_the_U.S.%281904%E2%80%9310,_1912%E2%80%9345%29,_China_and_Korea%281910%E2%80%9312%29
(46) 17.2.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/United_Nations_Conference_on_International_Organization
(48) 18.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Franziska_Donner
(49) 18.2.2018; https://history.army.mil/html/faq/5star.html
(50,51,55) 18.2.2018;https://en.wikipedia.org/wiki/Syngman_Rhee#Return_to_Korea_and_rise_to_power%281945%E2%80%9348%29
(52-54,56) Hastings, Max (1988). The Korean War. Simon and Schuster. pp. 32–34. ISBN 9780671668341
(57) 18.2.2018; http://www.maxhastings.com/1986/the-korean-war/
(58) 22.8.1945; https://trumanlibrary.org/whistlestop/study_collections/koreanwar/documents/index.php?documentid=kr-9-2&pagenumber=3
(59) 18.2.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/National_Revolutionary_Army
(60) 18.2.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/Korean_Liberation_Army#Post-war
(61) 19.2.2018; https://de.wikipedia.org/wiki/Kim_Il-sung#Herkunft_und_Kindheit
(62) 19.7.2000; https://www.greenleft.org.au/content/historical-feature-korean-war-%C3%A2%C2%80%C2%94-war-counter-revolution
(63) 17.10.2010; http://www.scmp.com/article/727755/kim-il-sungs-secret-history
(64) 17.5.2010; http://www.sueddeutsche.de/kultur/buch-kleine-geschichte-koreas-nicht-viel-stoff-fuer-heldenlieder-1.435942#redirectedFromLandingpage
(65) 18.2.2018; https://en.wikipedia.org/wiki/Lee_Beom-seok%28primeminister%29#Biography
(b1) Mandschurei-Offensive der Roten Armee, russische Panzer in Changun, August 1945; Autor: C.Peter Chen; Quelle: https://ww2db.com/image.php?image_id=232; Lizenz: Public Domain
(b2) Titel: Basic map showing the Soviet invasion plan for Manchuria; Militärkarte der sowjetischen Armee; File:Manchuria 1945-A.PNG; Created: 16 June 2007; Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Manchuria_1945.PNG; Lizenz: Creative Commons CC BY 3.0
(b3) Schreiben Trumans an General Donovan über Nichtanerkennung einer provisorischen Regierung Koreas; 25.8.1945; Quelle: https://www.trumanlibrary.org/whistlestop/study_collections/koreanwar/documents/index.php?documentid=kr-9-2&pagenumber=1; Lizenz: k.A. (Dokument ist älter als 70 Jahre)
(b4) Memo, Dean Acheson to Harry S. Truman with Attachment, September 14, 1945. Truman Papers, Official File. OF 471 (Seite 2 von 3): Korea; Quelle: https://trumanlibrary.org/whistlestop/study_collections/koreanwar/documents/; Lizenz: Public Domain 
(b5) Correspondence Between Frederick Brown Harris and Harry S. Truman, May 8, 1945. Truman Papers, Official File. OF 471: Korea; Quelle: https://trumanlibrary.org/whistlestop/study_collections/koreanwar/index.php; Lizenz: Public Domain

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