Ein paar erklärende Worte zur vielfach manipulierten Kindergartenstudie von Prof. Ednan Aslan von Heiko Heinisch und Florian Klenk

Finanzmarkt- und Konzernmacht-Zeitalter der Plutokratie unterstützt von der Mediakratie in den Lobbykraturen der Geld-regiert-Regierungen in Europa, Innsbruck am 07.07.2017

Liebe® Blogleser_in,

Bewusstheit, Liebe und Friede sei mit uns allen und ein gesundes sinnerfülltes Leben wünsch ich ebenfalls.

Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen: 

Das wird jetzt sehr lang – und nur für Insider oder jene, die es werden wollen. Alle anderen bitte weitergehen.

Der Wissenschafter Heiko Heinisch zählt zu den wichtigsten Stimmen gegen den radikalen politischen Islam und gegen jene Muslime, die die Meinungsfreiheit bedrohen (wollen). Sein gemeinsam mit Nina Scholz verfasstes Buch „Charlie vs. Mohammed“ (Passagen Verlag) zählt zu den besten Texten, die ich über den Kampf radikaler Muslime gegen die Meinungsfreiheit gelesen habe. Wenn Heiko Heinisch Kritik übt, nehme ich das also ernst. Sehr ernst.

Abseits der Ablehnung von totalitären religiösen Ideologien haben Heiko Heinisch und ich vermutlich noch etwas gemeinsam. Wir haben (hatten?) wohl bislang von Ednan Aslan eine hohe Meinung. Denn auch Aslan ist in Wien eine wichtige Stimme gegen den radikalen Islam. Als ich mit ihm vergangenes Jahr ein Falter-Interview führte, in dem er eine islamische Aufklärung forderte, wurde er von Erdoganisten und Islamisten, aber auch von manchen muslimischen SPÖ-Politikern extrem und bisweilen aufs Mieseste attackiert.

Ich teile auch Aslans Kritik an einigen muslimischen Vereinen, die muslimische Kindergärten betreiben, in weiten Strecken. Ob er ein guter Wissenschafter ist, kann ich nicht beurteilen. Das mal vorweg.

Und jetzt zu Aslans Studie und der unten formulierten Kritik von Heinisch an mir.

Heinisch wirft mir „manipulative“ Arbeitsweisen vor (er bezieht sich auf diesen Text: https://cms.falter.at/falter/2017/07/04/frisiersalon-kurz/). Er unterstellt mir zwei Dinge

Erstens: ich würde Aslans beim BMEIA abgegebene Arbeit als „Originalstudie“ bezeichnen, obwohl nur jene Studie ein Original ist, die tatsächlich veröffentlicht wird. Ich hingegen gehe davon aus, dass eine Studie, die ein Wissenschafter im Ministerium abgibt, seine originale Fassung ist.

Zweitens: Heinisch wirft mir (fälschlich) vor, ich hätte wohl die Studie nicht gelesen, weil mir dann aufgefallen wäre, dass Dinge, die rausgestrichen worden seien, an anderer Stelle wieder auftauchen würden. Ja, es sei zwar untragbar dass Beamte „stundenlang“ (Heinisch) die Studie poliert hätten, aber ein Kriminalfall sei das nicht.

Dazu ist aus meiner Sicht folgendes zu sagen.

1) Ich habe nie von einem Kriminalfall gesprochen. Heinisch weist also einen Vorwurf zurück, den ich nie erhoben hatte.

2) Die Beamten haben nicht „mehrere Stunden“, sondern mehrere Tage (sechs, um genau zu sein) an der Studie redigiert

3) Aslan hat seine Verantwortung geändert. Er zeigte sich bei einem ersten Treffen mit mir verwundert über die Redigaturen. Er sagte zu mir vergangenen Donnerstag: „Warum sie (die Beamten, Anm.) das durchstreichen, verstehe ich auch nicht. Wenn sie meine Sätze rausgenommen haben und eigene Sätze eingebaut haben, wäre das nicht zu vertreten. Da muss ich mal schauen, wieso das so ist. Da muss ich mit den Mitarbeitern reden, wie wir die Kommunikation gemacht haben.“ Er habe nun „starke Bauchschmerzen“. Tags darauf schickte Aslan ein SMS: „Mit 3 Kollegen gesprochen, leider sind wir nicht schlauer geworden als gestern.“Am Montag, Aslan nahm mit dem Außenamt mittlerweile Kontakt auf, schickte er eine Stellungnahme, wonach „ich nach neuerlicher Prüfung der Unterlagen über das Wochenende ohne jeden Zweifel sagen kann, dass ausnahmslos jede inhaltliche Änderung am Dokument von mir gekommen ist“. Im ORF bestritt er überhaupt, dass Beamte an seiner Studie redigierten (das ist nachweislich falsch). Das zur Glaubwürdigkeit Aslans.

4) Heinisch erwähnt eine von mir kritisierte Streichung durch die Außenamtsbeamten. Konkret geht es um das Kapitel, in dem muslimische Eltern zitiert werden. Muslimische Eltern, so schreibt Aslan in der ersten Fassung , suchen in den Islamkindergärten für ihre Kinder „Werte wie Respekt, Gelassenheit, Individualität des Kindes, Hygiene, Zufriedenheit der Kinder, Pünktlichkeit, Liebe, Wärme und Geborgenheit, Selbständigkeit und Transparenz der Regeln“.
Ein mir namentlich bekannter Beamter des Außenministeriums streicht all diese Worte und schreibt stattdessen: „Besonders wichtig ist ihnen (den Eltern, Anm.), dass den Kindern islamische Werte vermittelt werden“. „Islamische Werte“.

Sowohl das BMEIA, als auch Heinisch behaupten, dass diese gestrichenen Sätze an anderer Stelle im Bericht vorkommen. Allerdings sind diese Werte dort, als Werte der ErzieherInnen vermerkt. Es wurde hier nichts „verschoben“, weil irgendwas „irrtümlich“ falsch eingegeben wurde, denn die Werte der Erzieherinnen waren schon in der von mir als „Originalstudie“ bezeichneten Fassung drinnen. Unerklärlich ist auch, wieso das Wort „islamische“ vor das Wort „Werte“ eingefügt wurde. Und zwar von einem Beamten. Warum wurden die Wertvorstellungen der Eltern also gestrichen?

Heinisch erwähnt noch etwas ganz Wesentliches nicht. Meine Kritik baut nicht nur auf dieser Pasage auf, sondern auch auf vielen weiteren. Ich habe eine lange Liste von Änderungen, die den Platz für den Text im Falter gesprengt hätten.

Hier eine kleine Auswahl: Seite 92. Im Originaltext steht: „Sprache und Sprachförderung ist manchen Eltern das Allerwichtigste im Kindergarten“. Die Beamten streichen den Satz heraus.

Seite 97: Die Originalstudie attestiert, „die Mitarbeiterinnen der Stadt werden in der Regel als Kontrollmacht wahrgenommen“. Der Satz wird gestrichen.

Auf Seite 101 zitiert Aslan in der Originalfassung das Interview mit einem Kindergartenbetreiber, der von den exzellenten Qualifikationen deutscher muslimischer Kinderpädagoginnen berichtet, die in Österreich arbeiten wollen, weil in Deutschland ein Kopftuchverbot für Erzieherinnen herrscht. Der Mann lobt diese Frauen: „Also sie (die Pädagoginnen, Anm.) kommen alle von Deutschland zu uns. Ich kann dir die Mappe zeigen. Es ist unglaublich, was für gutes Material es gibt von den Muslimen. Ich bin wirklich sehr positiv überrascht. Super Ausbildung mit super Wissen. Es gibt Muslime, die haben sich bewährt mit neun verschiedenen Fremdsprachen. Neun Sprachen perfekt. Sieben Sprachen perfekt. Und so weiter. Doktor der Philosophie und so weiter und so weiter. Super Ausbildung!“.

Die Beamten streichen das gesamte Zitat raus. Übrig bleibt ein Satz, der das Gegenteil des Zitates besagt: „Aus Mangel an in Österreich ausgebildeten PädagogInnen werden häufig PädagogInnen aus den neuen EU-Staaten beschäftigt. In diesem Bereich klagen z.B. Eltern, dass dieses Personal die deutsche Sprache nicht gut beherrscht.“

Immer wieder kürzen die Beamten also ausgerechnet jene Passagen, die das Gesamtbild der Islamkindergärten ambivalent darstellen. Und immer wieder werden Sätze eingefügt, die die Lage dramatisieren.

Seite 108 der ersten Version: „Die hier präsentierten Aussagen verdeutlichen, dass die Beteiligten darauf Wert legen, dass sich der Kindergarten im Bildungsangebot, im Setzen der pädagogischen Schwerpunkte und in der Wertevermittlung nicht von anderen Kindergärten unterscheidet.“ Ein Beamter bürstet die Aussage nach rechts, und auf einmal betont die Studie das Trennende: „Die hier präsentierten Ergebnisse (…) verdeutlichen, dass als unterscheidende Merkmale zu anderen Kindergärten die Bedeutung der religiösen Bildung/Erziehung (…) hervorgehoben wird.“

Die Passage, wonach „besonderer Wert auf die Förderung der deutschen Sprache gelegt“ wird, streicht das Ministerium überhaupt heraus. Dafür werden ein paar Zeilen weiter jene Reizworte eingefügt, die Kurz in seinen medialen Auftritten verwendet: Nach dem „bisherigen Stand der Analyse davon auszugehen ist, dass salafistische bzw. islamistische Organisationen in der Kinderbetreuung nicht so einfach auf ihre politischen Ziele verzichten können“.

5) Meine Kritik an Aslan – auch das lässt Heinisch unter den Tisch fallen – bezieht sich nicht nur auf die Doc-Files. Ich habe auch andere Beweise, die ich hier (noch?) nicht veröffentlichen kann, weil ich glaubwürdige Informanten sonst verraten würde .

All das verleitet mich noch immer nicht dazu zu behaupten, die Studie sei gefälscht, wie das die Wiener SPÖ tut. Sondern ich behaupte, Aslan hat Änderungen durch die Beamtenschaft zugelassen, die nun in Passagen genau das Gegenteil von dem aussagen, was er ursprünglich in die Studie schrieb. Oder es wurden Grauwerte zugunsten einer einfachen Schwarz-Weiss-Malerei entfernt.

Aslan wird zu erklären haben, warum das geschah. Vielleicht wollen auch endlich die Beamten im BMEIA jene Schriftstücke oder Mails vorlegen, in denen Aslan die Änderungen gewünscht oder angeregt haben soll. Ich habe mehrmals darum gebeten – vergeblich.

Ich hoffe, Sebastian Kurz legt sie uns vor – etwa beim baldigen Interview mit Corinna Milborn.

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Heiko Heinisch

Ein paar Worte zur Kindergartenstudie von Ednan Aslan:

In der aktuellen Ausgabe des Falter wird Professor Ednan Aslan, Institutsleiter am Institut für islamische Studien der Universität Wien, von Florian Klenkvorgeworfen, im Februar 2016 eine manipulierte Studie über islamische Kindergärten vorgelegt zu haben. Klenk liegt der Erstentwurf der Studie in Form von geleakten Word-Dokumenten vor. Aus diesen Dokumenten ist ersichtlich, dass Beamte im Integrationsministerium von Sebastian Kurz den Text mehrere Stunden lang im Korrekturmodus bearbeitet haben. Bei der überwiegenden Mehrzahl ihrer Eingriffe handelt es sich um Stil- und Rechtschreibkorrekturen, einige Eingriffe erwecken jedoch den Anschein, als sei hier manipulativ der Inhalt der Studie selbst ins Gegenteil verkehrt worden. Seit her gehen die Wogen hoch. 

Um eines gleich vorwegzunehmen: Die Optik könnte schlechter nicht sein. Selbst wenn die Beamten nur Rechtschreibung und Stil korrigiert hätten, stellt sich die Frage, ob eine solche Arbeit nicht richtiger von einem unabhängigen Lektorat übernommen werden sollte. Auf der anderen Seite ist der Vorgang an sich ein üblicher. Eine Studie wird dem Auftraggeber überreicht. Dieser kontrolliert sie sowohl inhaltlich als auch juristisch und schickt sie mit Anmerkungen versehen wieder zurück. In der Regel geht es dabei um Verständnisfragen, um die Bitte, eine Stelle genauer auszuarbeiten oder um fehlende Belege. Es liegt dann am Autor/der Autorin zu entscheiden, ob diese Anmerkungen berechtigt sind und wie damit umzugehen sei.

Bei seiner Aufdeckungsarbeit, die an sich begrüßenswert ist – bei meiner Arbeit bin ich darauf angewiesen, mich auf die publizierten Ergebnisse universitärer Studien verlassen zu können – schießt Florian Klenk dennoch über das Ziel hinaus. Zum einen agiert er selbst manipulativ, indem er den Erstentwurf konsequent als „Original“ („Originalversion“, „Originalstudie“, „Originaltext“ etc.) bezeichnet und damit suggeriert, das Original sei nachträglich verändert worden. Wenn aber der Begriff Original bei einer Studie überhaupt zutrifft, dann einzig für die letztlich veröffentlichte Fassung. Alles andere sind Entwürfe. Ein solcher Entwurf wurde von Beamten im Integrationsministerium bearbeitet, kein Original. Aber das nur zur Begriffsklärung.

Zum anderen scheint sich Klenk das Original, also die veröffentlichte Studie, nicht mehr genau angesehen zu haben, denn zumindest eine jener Stellen, die laut Falter gestrichen worden seien, findet sich wortwörtlich in der veröffentlichten Studie, nur halt an anderer Stelle. In der veröffentlichten Studie heißt es auf Seite 83: „Diese Erzieherinnen betonen die Stellung der Werte wie Respekt, Gelassenheit, Individualität des Kindes, Hygiene, Zufriedenheit der Kinder, Pünktlichkeit, Liebe, Wärme und Geborgenheit, Selbstständigkeit, Transparenz der Regeln.“ Laut Florian Klenk hieß es im Entwurf auf Seite 101: „Muslimischen Eltern, sind Werte wie Respekt, Gelassenheit, Individualität des Kindes…“. Der einzige Unterschied besteht also darin, dass „Muslimische Eltern“ durch „Erzieherinnen“ ausgetauscht wurden. Hierfür kann es verschiedenste Gründe geben: Es könnte sich um ein Versehen gehandelt haben, dass hier Eltern statt Erzieherinnen steht, was sich durch die Interviews mit Eltern und Erzieherinnen leicht überprüfen ließe oder das wortgleiche Zitat tauchte ursprünglich zweimal im Text auf, was einem Beamten im Integrationsministerium aufgefallen ist. 

Ich will die Eingriffe an dieser Stelle nicht verteidigen, wie oben schon gesagt, sieht die Optik alles andere als gut aus – aber aus dem Falter-Artikel einen Kriminalfall herauszulesen, von einer manipulierten Studie zu reden, die nur das Ziel habe, Muslime in schlechtem Licht darzustellen, ein Gefälligkeitsgutachten für Minister Kurz oder was auch immer, geht zum augenblicklichen Zeitpunkt zu weit. 

Ednan Aslan selbst sagt, dass er persönlich hinter jedem Punkt und Komma der veröffentlichten Studie stehe und dass alle Änderungen mit ihm abgesprochen worden seien. Die Universität Wien hat unterdessen eine Kommission eingerichtet, die die von Florian Klenk erhobenen Vorwürfe prüfen wird. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob die Darstellung in der veröffentlichten Endfassung sich mit den erhobenen Daten deckt oder diesen widerspricht – denn nur im zweiten Fall, kann von einer Manipulation des Ergebnisses der Studie gesprochen werden! Das Ergebnis dieser Prüfung sollte abgewartet werden.


Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen: https://www.facebook.com/FALTER.Stadtzeitung/videos/1744344842247704/?hc_ref=NEWSFEED

 

„Studien“-Manipulation & fragwürdige „Ausrede“: Islam Kindergarten-Studie wurde von Sebastian Kurz’ Beamten umgeschrieben

 

Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen:

Falter vorab: 

Islam Kindergarten-Studie wurde von Sebastian Kurz’ Beamten umgeschrieben

FALTER veröffentlicht Word Dokumente aus dem Außenministerium, die in der Korrekturansicht Eingriffe der Beamtenschaft dokumentieren.

Beamte des Außenministeriums von Sebastian Kurz (ÖVP) haben die umstrittene Islamkindergartenstudie des Wiener Religionspädagogen Ednan Aslan an entscheidenden Stellen zugespitzt und umgeschrieben.
Das berichtet der FALTER in seiner heute ab 17 Uhr erscheinenden Ausgabe (www.falter.at).


Der FALTER ist im Besitz von gelaekten internen Word-Dokumenten des Ministeriums, in denen der “Korrekturmodus” zeigt, dass zwei Beamte an sechs Tagen insgesamt mehr als 900 Änderungen eingegeben haben.


Die Änderungen betreffen nicht nur formale ,Kleinigkeiten oder Redigaturen’, wie das Ministerium ursprünglich versicherte, sondern auch schwere inhaltliche Eingriffe in die 36.000 Euro-Studie.


Nur ein Beispiel: Muslimische Eltern, so schreibt Aslan in seiner Originalfassung, suchen in den Islamkindergärten für ihre Kinder „Werte wie Respekt, Gelassenheit, Individualität des Kindes, Hygiene, Zufriedenheit der Kinder, Pünktlichkeit, Liebe, Wärme und Geborgenheit, Selbständigkeit und Transparenz der Regeln“ .


Ein Beamter von Kurz streicht all diese Worte raus und schreibt stattdessen: „Besonders wichtig ist ihnen (den Eltern, Anm.), dass den Kindern islamische Werte vermittelt werden“. An vielen anderen Stellen werden Aussagen des Forschers einfach in das Gegenteil verkehrt.


Forscher Aslan konnte sich in einer ersten Reaktion die Änderungen nicht erklären. Später beteuerte er, dass alle Änderungen nur mit seiner Zustimmung und in seinem Auftrag erfolgten.


Ein Sprecher des Außenamts erklärte, die Änderungen sein deshalb von den Beamten eingegeben worden, weil man mit Aslan und seinen Mitarbeitern im Ministerium gemeinsam ,zu dritt am Computer gesessen’ sei und er die Änderungen ‘telefonisch durchgegeben’ habe.

Man habe ihn etwa vor Klagen islamischer Verbände ‘schützen’ wollen.

Der FALTER wird alle internen Dokumente veröffentlichen.

 

Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen: http://wien.orf.at/news/stories/2852919/

Klenk: „Studie ganz intensiv bearbeitet“

Die viel beachtete Kindergartenstudie des Islamforschers Ednan Aslan ist laut „Falter“-Chefredakteur Florian Klenk vom Integrationsministerium „ganz intensiv bearbeitet worden“. Dabei seien „Aussagen ins Gegenteil verkehrt“ worden.

„Das sind Dokumente, die mir aus – ich verschleiere jetzt ein bisschen – Wissenschaftlerkreisen zugespielt wurden. Das sind Originaldokumente aus dem Außenministerium. Word-Files, in denen man im Korrekturmodus sieht, dass zwei Beamte des Ministeriums sechs Tage lang, mehrere Stunden pro Tag, diese Studie ganz intensiv bearbeitet haben. Sie haben Rechtschreibfehler ausgebessert, Fragen in das Dokument an den Forscher gestellt, und sie haben am Ende des Dokuments Aussagen ins Gegenteil verkehrt“, sagte Klenk im „Wien heute“-Interview.

"Falter"-Chefredakteur Florian Klenk

ORF

Klenk: „Viele Dinge wurden hinausgestrichen“

An „vielen, vielen kleinen Rädern“ gedreht

Die Frage ist laut Klenk, warum die Beamten des Ministeriums das getan haben und ob ihnen das der Forscher erlaubt habe. „Sie bestellen eine Studie, dann müssen sie sagen, ist in Ordnung oder nicht in Ordnung. Aber sie können sich nicht hinsetzen und anfangen, die Ergebnisse der Studie, gemeinsam mit dem Professor oder nicht, umzuschreiben“, so Klenk.

Der Professor habe an manchen Stellen ganz andere Aussagen getroffen. Ein Beispiel: Aslan schrieb, dass sich die Eltern nach „den Werten der Liebe, Toleranz und Weltoffenheit“ sehnen. Der Beamte strich das laut Klenk heraus und schrieb, „sie sehnen sich nach islamischen Werten“.

Geändert wurde laut „Falter“ etwa auch die Passage, in der die Eltern sagen, sie möchten, dass „die Kinder nach den Werten des Respekts erzogen werden“. Nun sei zu lesen: „Sie sollen gegen die Mehrheitsgesellschaft positioniert“ werden, so Klenk. „Es sind viele, viele kleine Räder, an denen die Beamten drehen, die Studie schärfer machen, und viele Dinge, die relativieren, die abschwächen, die ein breiteres Bild bringen, werden hinausgestrichen.“ Das sehe man im Korrekturmodus. Das könne man ganz genau an den Word-Metadaten sehen.

„Ganz unterschiedliche Antworten“ im Ministerium

Laut Klenk habe der Studienautor widersprüchliche Aussagen gemacht, nachdem er auf die Änderungen angesprochen worden sei. „Ich habe Herrn Aslan vergangenen Donnerstag in seinem Büro besucht, da war er überrascht. Er hat gesagt: ‚Ich habe Bauchschmerzen, ich weiß nicht, was da los ist.‘ Er hat überlegt, ob er sich aus dem Projekt zurückzieht. Am nächsten Tag hat er mir eine SMS geschickt, wo er sagt: ‚Ich kann das immer noch nicht erklären.‘ Und am Montag hat er gesagt, es ist alles von ihm angeordnet worden“, so Klenk.

Auch im Ministerium habe man „ganz unterschiedliche Antworten“ gegeben. „Dann habe ich gefragt, aber warum haben die Beamten eingegriffen. Dann hat man mir gesagt, man sei zu dritt mit Herrn Aslan am Computer gesessen. Herr Aslan sagt aber, er war nie zu dritt am Computer. Mein Eindruck ist, ich kann das aber nicht beweisen, man legt sich hier eine Erklärung zurecht“, so Klenk.

Der „Falter“ veröffentlichte am Dienstag ein Dokument, das nahelegt, dass die Studie von Beamten des Außen- und Integrationsministeriums verschärft wurde. Aslan selbst bestreitet das, das Ministerium ebenso – mehr dazu in Kindergartenstudie: Ministerium in der Kritik.

Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen:  http://www.spiegel.de/politik/ausland/sebastian-kurz-hinweise-auf-frisierte-islam-studie-a-1155949.html

Österreichs AußenministerKurz ließ angeblich Islam-Studie zuspitzen

Österreichs Außenminister will islamische Kindergärten abschaffen. Seine Kritik stützt Sebastian Kurz auf eine Studie. Doch es gibt Hinweise, dass diese zugespitzt wurde – von seinen Mitarbeitern.

 

Sebastian Kurz

REUTERS

Sebastian Kurz

 
 

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz beherrscht das Spiel mit den Medien. Der 30-Jährige weiß, wie man für Schlagzeilen sorgt und sein Profil schärft: Als Hunderttausende Menschen vor zwei Jahren Zuflucht in der EU suchten, kritisierte er die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel scharf, rief zur Schließung der Balkanroute auf. Später brüstete er sich damit, als einer der wenigen Politiker die Flüchtenden nicht am Bahnhof in Wien begrüßt zu haben.

 
 

Kürzlich sorgte der neue Parteichef der ÖVP mit einem neuen Vorstoß für Aufsehen: In einem Gespräch mit der Zeitung „Kurier“ setzte er sich für eine härtere Gangart beim Thema Integration ein – und forderte die Abschaffung von islamischen Kindergärten in Wien.

Nach Ansicht von Kurz seien diese sprachlich und kulturell abgeschottet, würden aber vom Steuerzahler finanziert. Auf Nachfrage, ob diese deshalb abgeschafft werden müssten, sagte der Außenminister: „Natürlich. Es braucht sie nicht. Es soll keine islamischen Kindergärten geben.“

Kurz stützt seine Argumentation auf die Studie eines Religionspädagogen der Universität Wien. Doch es gibt zwei Probleme. Zum einen hat der ÖVP-Politiker diese selbst in Auftrag gegeben, die Republik zahlte dafür 36.000 Euro.

 
 

Was aber wesentlich schwerer wiegt: Die Studie wurde nach Recherchen des österreichischen Wochenmagazins „Falter“ nachträglich von Mitarbeitern des Außenamtes bearbeitet. Oder anders gesagt: Ergebnisse wurden offenbar zugespitzt, damit sie zur Kritik des Politikers passten und seine Aussagen wissenschaftlich belegen. Die Wochenzeitung titelt deshalb spöttisch „Frisiersalon Kurz“.

903 Änderungen an der Ausgangsversion

Der Redaktion wurden demnach Word-Dokumente zugestellt, die zeigen, wie die Studie anschließend verändert wurde. Autor ist der Religionswissenschaftler Ednan Aslan. Dieser ist laut der Wochenzeitung ein profunder Kenner der muslimischen Szene. Doch die Passagen, die er in einer ersten Version an Kurz und seine Mitarbeiter ablieferte, stimmen nicht mehr mit der Endversion der Studie überein.

Ein Beispiel: In der ersten Version der Studie vom Januar 2016 lobte der Wissenschaftler, dass Eltern ihre Kinder in Islamkindergärten „selbstständig, respektvoll und liebevoll erzogen“ wissen wollen. Die Beamten aus dem Ministerium veränderten den Satz, wie der Korrekturmodus des Dokuments angeblich zeigt. Am Ende stand dort demnach folgende Formulierung: Die Eltern wollen ihre Kinder „vor dem moralischen Einfluss der Mehrheitsgesellschaft schützen“.

 

Zweites Beispiel: Muslimische Eltern, so schreibt es der Wissenschaftler in seiner Fassung, suchen in den Islamkindergärten für ihre Kinder „Werte wie Respekt, Gelassenheit, Individualität des Kindes, Hygiene, Zufriedenheit der Kinder, Pünktlichkeit, Liebe, Wärme und Geborgenheit, Selbstständigkeit und Transparenz der Regeln.“ Die Mitarbeiter änderten die Passage in die folgende Version: „Besonders wichtig ist ihnen, dass den Kindern islamische Werte vermittelt werden“.

Die Aussagen klingen wesentlich mehr nach einer starken Ausrichtung auf den Islam und einer Abschottung von der Mehrheitsgesellschaft, als diese vom Autor anfänglich beabsichtigt waren – und sie passen offenbar besser zu den scharfen Aussagen des Außenministers.

Insgesamt nahmen die Beamten 903 Änderungen an dem Dokument vor – darunter waren aber auch zum Teil simple sprachliche Änderungen, Interpunktionen oder Satzstellungen.

Kurz hatte das Thema der Kindergärten erstmals nach den Anschlägen von Paris im Dezember 2015 in die Medien gebracht. Einige würden von „salafistischen Vereinen“ betrieben, die Kinder angeblich radikalisierten. Das seien Ergebnisse einer Studie des Wissenschaftlers Aslan. Tatsächlich hatte dieser ein erstes Thesenpapier zusammengestellt und es dem Ministerium überlassen. Seine endgültige Studie gab diese Einschätzung aber offenbar nicht wieder, entsprechend abgeschwächt fielen die Ergebnisse aus.

„Wir sind doch nicht deppert“

Die zuständigen Beamten äußerten sich auf Anfrage der Zeitung nicht. Der Sprecher des Außenministers sagte laut „Falter“, Sebastian Kurz habe damit nichts zu tun: „Wir sind doch nicht deppert.“

 

Der Wissenschaftler Aslan wusste zunächst offenbar selbst nichts von den Änderungen – zumindest zeigte er sich von den Recherche-Ergebnissen der „Falter“-Redakteure auf Anfrage überrascht. Er könne sich nicht erklären, warum die Passagen gestrichen worden seien. Er habe mit den Beamten des Ministeriums keine gemeinsamen Änderungen vorgenommen.

Einige Tage später, nachdem Aslan offenbar Kontakt mit dem Ministerium aufgenommen hatte, teilte er mit: Er habe die Änderungen nach „neuerlicher Prüfung der Unterlagen über das Wochenende ohne jeden Zweifel“ selbst vorgenommen.

mho

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Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen: http://politiknews.at/kurz-probiert-es-wie-haider/

POLITIK

Kurz probiert es wie Haider

“HAIDER_4” BY REPORT VERLAG IS LICENSED UNDER CC BY-SA 2.0

126 Mal. So oft hat Sebastian Kurz bei seiner 40 Minütigen Parteitagsrede in Linz „ich“ gesagt. Also mehr als drei Mal pro Minute. Kein Wunder, dass die Süddeutsche Zeitung die ÖVP unter Sebastian Kurz als „Ich AG“ bezeichnet.  

Neben Kurz‘ „ich“ war in seiner Rede an neuen Plänen nichts zu hören. Höhepunkt der Ausführungen war die alt bekannte Forderung nach der „Schließung der Mittelmeerroute“. Freilich ohne hinzuzufügen, wie das konkret geschehen sollte.

Kurz gab der ÖVP eine neue Farbe (Türkis) und nennt die Partei jetzt eine „Bewegung“. Deshalb wird Peter L. Eppinger, der frühere Ö3-Moderator – auch „Bewegungssprecher“ genannt.

Diese Inszenierung kommt Kennern der politischen Zeitgeschichte bekannt vor. Tatsächlich war es Jörg Haider, der im Jahr 1995 seine FPÖ in eine Bewegung umwandeln wollte. Die Partei FPÖ wurde zur „F-Bewegung“, das hat schon damals cool geklungen. Am Status als politische Partei wurde aber nichts geändert, sonst hätte man Parteienförderung und andere Zuwendungen verloren.

Mit Haiders „Bewegung“ war es schon bald vorbei. Er kehrte reumütig zur Bezeichnung Partei zurück. Auch sein 2005 gegründetes „BZÖ“ ist als Partei statuiert worden. Es gibt aber schon einen großen Unterschied zwischen Haider und Kurz: Haider hat nicht ständig „ich“ gesagt, sondern von sich selbst in der dritten Person gesprochen.

Übrigens: Kurz ist am letzten Samstag in Linz mit 98,7 Prozent zum „Bewegungsführer“ gewählt worden. Reinhold Mitterlehner hat am 8. November 2014 sogar 99,1 Prozent der Delegiertenstimmen als neuer ÖVP-Vorsitzender geschafft.

 

POLITIK

ÖVP-Parteitag in Linz: Getöse um Vorzugsstimmen-Schmäh

WIKIMEDIA COMMONS/ NLK FILZWIESER

Am Samstag, den 1. Juli, lässt sich Sebastian Kurz am ÖVP-Bundesparteitag in Linz zum Parteivorsitzenden wählen. Dort gibt er den starken Mann und lässt beschließen, dass ÖVP-WählerInnen nur mehr halb so viele Vorzugsstimmen brauchen, um KandidatInnen vorzureihen. Mehr noch: Mittels Erklärung muss jede/r Kandidatin das Vorzugsstimmen-System anerkennen und somit akzeptieren, dass er oder sie im Fall einer Umreihung auf das Mandat verzichtet.

Klingt gut, ist aber eine Mogelpackung.

Das Onlinemedium „dieSubstanz.at“ hat sich die neue Regelung näherer angeschaut:

Damit ein Kandidat auf einer Bundesliste vorgereiht wird, braucht er laut Gesetz Vorzugsstimmen im Ausmaß von sieben Prozent der auf seine Partei entfallenden gültigen Stimmen. Die ÖVP sagt nun, dass in ihrem Fall dreieinhalb Prozent ausreichen sollen. Das ist ein Signal. Viel mehr nicht: Bei der Nationalratswahl 2013 schaffte Sebastian Kurz die meisten Vorzugsstimmen. Er erreichte mehr als der damalige Spitzenkandidat Michael Spindelegger, nämlich 35.728. Die ÖVP kam bundesweist auf 1.125.876 gültige Wählerstimmen. Die 35.728 Vorzugsstimmen entsprachen 3,17 Prozent davon. Das war zu wenig für eine Vorreihung von Platz drei auf Platz zwei oder gar Platz eins. Und das würde auch künftig nicht ausreichen: 3,17 Prozent sind weniger als dreieinhalb Prozent.

Bei Landeslisten möchte die ÖVP die Vorzugsstimmen-Hürde wiederum von zehn auf fünf und bei Regionallisten von 14 auf sieben Prozent halbieren. Auch auf solchen Listen ist Kurz vor vier Jahren angetreten. Ergebnis: Auf der Landesliste Wien holte er 10.272 Vorzugsstimmen. Das entsprach 4,7 Prozent der Parteistimmen. Zu wenig für eine Vorreihung von Platz zwei auf Platz eins. Auf der Regionalliste Wien Süd-West dagegen räumte er mit 26.75 Vorzugsstimmen bzw. einem Anteil von fast 40 Prozent geradezu ab. Zumal er dort aber ohnehin schon auf Platz eins gestanden war, konnte er nicht mehr weiter vorgereiht werden.

Das ÖVP-Organisationsstatut würde in puncto Vorzugsstimmen schon jetzt viel mehr zulassen. Laut §49 sind Regelungen, die dazu führen, dass Kandidaten mit mehr Stimmen vorzureihen sind, „von allen Kandidaten der ÖVP einzuhalten“. Punkt. Dazu ist weder ein zusätzliches Einverständnis nötig, wie es nun angekündigt ist; noch ist laut Statut ein gewisser Mindestanteil an Vorzugsstimmen vorgeschrieben.

Die Erklärung der Kandidatinnen ist demnach „für die Fisch“. Aber ohne den ganzen Zinnober würde Kurz doch um seine schöne Show in Linz umfallen.

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Aus dem per ÖVP-Amtsmissbräuche offenkundig verfassungswidrig agrar-ausgeraubten Tirol, vom friedlichen Widerstand, Klaus Schreiner

Don´t be part of the problem! Be part of the solution. Sei dabei! Gemeinsam sind wir stark und verändern unsere Welt! Wir sind die 99 %! 

“Wer behauptet, man braucht keine Privatsphäre, weil man nichts zu verbergen hat, kann gleich sagen man braucht keine Redefreiheit weil man nichts zu sagen hat.“ Edward Snowden

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Der amerikanische militärisch-industrielle-parlamentarische-Medien-Komplex des Kriegsimperiums, das Hydra-Ungeheuer der US-Kriegspartei bei klar sehen – Eine Analyse: Hauptantriebskräfte und Ursachen vieler US-Kriege, failed states und Flüchtlingsströme

Die Systemfrage – zu den Verbrechen der NATO – Illegale NATO-Angriffskriege, illegale NATO-Regime Change´s, NATO-Terroristenbewaffnungen, NATO-Mitwirkung bei Terroranschlägen gegen die eigenen Bevölkerung, NATO-Staatsstreiche und NATO-Folter, Mitwirken bei NATO-Drohnenmassenmorden, … die NATO ist ein mafiöses verbrecherisches Angriffsbündnis! Und über die Kriegsverkäufer, die Transatlantik-Mainstreammedien & Politiker.

Wichtige Infos – über WAS JEDER TUN könnte – wenn er denn wollte – Schluss mit den Ausreden! Jeder kann was tun! Viele Tipps – da ist für jeden – was dabei! – Verschiedene Aktions- & Protestformen. Widerstand. Sehr viele Tipps zum (Um-)Weltverbessern; Bürgerprotesttipps, Weisheiten Gandhis u. v. m.

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Folge dem Geld US Bonds

Hier noch eine kurzes Video zur Erklärung der Grafik Gewaltspirale der US-Kriege

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