Briefe aus der Guantanamo-Hölle: Schmerz, Leid – und Hoffnung

Finanzmarkt- und Konzernmacht-Zeitalter der Plutokratie unterstützt von der Mediakratie in den Lobbykraturen der Geld-regiert-Regierungen in Europa, Innsbruck am 20.04.2016

Liebe® Blogleser_in,

Bewusstheit, Liebe und Friede sei mit uns allen und ein gesundes sinnerfülltes Leben wünsch ich ebenfalls.

Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen: http://de.sputniknews.com/panorama/20160419/309297918/briefe-guantanamo-hamiri.html#ixzz46JPckFZU

 

Briefe aus der Guantanamo-Hölle: Schmerz, Leid – und Hoffnung

© REUTERS/ Michelle Shephard/Pool PANORAMA 13:03 19.04.2016

„Nichts ist im Leben unmöglich, solange du lebst und atmest“, schreibt der Guantánamo-Gefangene Mohammed al-Hamiri, der 14 Jahre in Guantanamo im Gefängnis bleiben musste, ohne jemals schuldiggesprochen worden zu sein. Al-Hamiris Briefe aus einem der düstersten Orte der Welt zeigen, was ihn noch am Leben hielt.

Das US-Verteidigungsministerium hat am 16. April eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der es heißt, Mohammed al-Hamiri, Staatsbürger des Jemens, der im Guantánamo Bay festgehalten worden war, sei freigelassen worden. Hamiri war 2002 von US-Sicherheitskräften festgenommen und nach Guantánamo gebracht worden. Er war damals 19 Jahre alt. In den 14 Haft-Jahren war er nie angeklagt oder verurteilt worden. 2009 hatte ein Sonderkomitee Hamiri sogar schon einmal freigesprochen, aus unbekannten Gründen wurde er jedoch nicht freigelassen.

Сopyright: U.S. Dept. of Defense

„Ich möchte meine Realität begreifen. Mir scheint es, als ob die Regierung unsere Fälle abgeschlossen hätte. Leider geschah am 11. September eine Tragödie, zahlreiche unschuldige Menschen wurden getötet. Jedes Jahr an demselben Tag durchleben die Menschen immer wieder diesen Schmerz. Traurig ist aber auch, dass wiederum unschuldige Menschen nun dem Tod ausgesetzt werden oder im Gefängnis sitzen, obwohl sie nie eine Straftat begangen haben. Es ist doch sinnlos als derjenige, den ein Dorn in den Fuß stach, andere zu schlagen, um seine eigenen Schmerzen zu mildern. Denn er kann dadurch wieder unschuldige Menschen verletzen,“ schrieb Hamiri in einem Brief an seinen Anwalt. Auszüge aus Hamiris Briefen veröffentlichte The Intercept.

„Ich weiß nicht, warum ich all das schreibe. Ich weiß auch nicht, ob irgendwann ein Auge, welches die Bedeutung der Gerechtigkeit kennt, meine Briefe und Wörter lesen wird“, schrieb Hamiri. Das Gefängnis habe ihm „keine andere Stimme als die dieses Kugelschreibers gelassen, der die schmerzenden Erinnerungen einzelner Seiten seines Lebens niederschreiben soll“.

2013 beteiligte sich Hamiri an einem Hungerstreik gegen die brutale Behandlung durch Gefängnisaufseher. Insgesamt haben 130 der 166 Insassen einige Monate lang durchgehungert. Dann waren viele schmerzhafter Zwangsernährung unterzogen worden, auch Hamiri.

Nach einer solchen Fütter-Prozedur schrieb er in einem anderen Brief:

„Tiere töten ihre Opfer schnell, um Schmerzen und Qualen zu vermeiden. Menschen bringen andere Menschen um ihre Mütter, Väter und Familien, um sie die Härte der Macht und die Schmerzen des Verlustes spüren zu lassen. Barmherzigkeit ist ein Instinkt der wilden Tiere, die menschliche Ungerechtigkeit ist voller Härte.“

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Im Gefängnis Guantánamo bedürfen die abgescheuerten Wände und verrosteten Stahlkonstruktionen einer Renovierung, beobachtete Hamini. „ Wenn die Zeit die leblosen Wände herunterkommen und ihre Farbe verblassen lässt, was macht sie dann nur mit einem Menschen?“

In seinen 14 Guantánamo-Jahren war für Hamini die Trennung von seiner Familie das Schrecklichste — insbesondere von seiner Mutter, die er so aufrichtig liebt.

„Das Gefängnis ließ mich das Gesicht meiner Mutter fastvergessen. Sie sieht mich jetzt an, als ob ich nie ein Teil ihrer Familie gewesen war“, bedauert er.

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​Seit 2008 konnten einige Gefangene ihre Familien ab und zu anrufen. Ab 2009 waren sogar Skype-Video-Anrufe möglich. Hamini war einer der Glücklichen, der dieses Recht genießen durfte.

Dabei ist äußerst wundersam, dass er, der nie schuldiggesprochen wurde und noch sechs Jahre nach der eigentlichen Freilassung im Gefängnis bleiben musste, nie die Hoffnung auf ein anderes, besseres Leben verloren hate:

„Es gibt Möglichkeiten, glücklich zu sein. Nichts im Leben ist unmöglich, solange du lebst und atmest. Ich bin seit 13 Jahren hier. Ich habe nie die Hoffnung verloren, dass ich eines Tag frei sein werde. Ich werde einen Anzug tragen. Ich werde einen schwarzen Anzug tragen und mich rasieren“, schrieb Hamini in einem der letzten Brief aus Guantánamo.

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