Stoppt endlich diesen Wahnsinns-Syrienkrieg! Ein Gespräch mit beiden Seiten. Jürgen Todenhöfer

Finanzmarkt- und Konzernmacht-Zeitalter der Plutokratie unterstützt von der Mediakratie in den Lobbykraturen der Geld-regiert-Regierungen in Europa, Innsbruck am 13.12.2015

Liebe® Blogleser_in,

Bewusstheit, Liebe und Friede sei mit uns allen und ein gesundes sinnerfülltes Leben wünsch ich ebenfalls.

Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen: https://www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/

STOPPT DEN SYRIENKRIEG!

Liebe Freunde, vor genau einem Jahr waren Frederic und ich im „Islamischen Staat“. Diesmal sprechen wir in Syrien mit einem Führer der angeblich gemäßigten Rebellen-Organisation ‚Jaish al-Islam‘. Und mit dem syrischen Diktator Bashar al-Assad. Die übliche Kritik an diesen Gesprächen darf mich nicht interessieren. Wer Frieden will, muss mit allen reden. Notfalls mit dem Teufel.

In einer ärmlichen Mietwohnung von Damaskus treffen wir ‚Haji Omar‘. So sein Deckname. Ihm unterstehen in Ghouta, einem Damaszener Vorort, 3000 Kämpfer. Seine Organisation gehört zur sogenannten ‚Islamischen Front‘. Sie wird von Saudi-Arabien finanziert und arbeitet eng mit dem Al Qaida-Ableger Jabhat Al Nusra zusammen.

Seit über zwei Jahren ist Ghouta von den Truppen des Assad-Regimes eingekesselt. Über drei Stunden hat Haji Omar gebraucht, um durch ein geheimes unterirdisches Tunnelsystem die Belagerung Ghoutas zu durchbrechen. In Friedenszeiten braucht man 15 Minuten.

Haji Omar ist schwer bewaffnet. In seiner Hose steckt eine italienische Maschinenpistole, eine Beretta M12. In seiner Jacke zwei Handgranaten. Ganz unvermittelt holt er eine Granate heraus. Demonstrativ beginnt er mit ihr herumzuspielen. Er will zeigen, dass er auf alles vorbereitet ist. Fürchtet er eine Falle? Unter seiner Kleidung trägt er Sprengstoff. 20 seiner Kämpfer sichern das Umfeld des Hauses, in dem wir uns treffen.

Die Gesprächs-Atmosphäre ist äußerst gespannt. Trotzdem lädt uns Haji Omar am Ende zu einem Besuch Ghoutas ein. Fast pathetisch sagt er, er selbst werde uns durch die 1 Meter breiten und 1,5 Meter hohen Tunnels nach Ghouta bringen. Und jeden Tag ein Lamm für uns schlachten. Er garantiere persönlich für unsere Sicherheit.

Politisch ist Haji Omars Haltung unerbittlich. Frieden werde es nur geben, wenn die syrisch-russischen Bombardements und die Belagerung aufhörten und alle politischen Gefangenen freigelassen würden. Assad dürfe bei Wahlen nicht mehr antreten. Er habe sowieso keine Chance zu gewinnen. Seine Wahl würde auch nicht anerkannt.

Als beste Freunde der ‚Islamischen Front‘ nennt er Saudi-Arabien, Qatar, die Türkei und Frankreich. François Hollande solle ich beste Grüße und herzlichen Dank für die gewährte Unterstützung bestellen. ‚Obama sei auch nicht schlecht‘.

Die Anschläge von Paris finde er schlimm. Er habe mit Frankreich gelitten. Der IS sei grauenvoll und auch ihr Feind. Das seien Kuffar, Nicht-Muslime. Mit Islam hätten die nichts zu tun. Kurz danach fantasiert allerdings auch er, dass er gerne ein paar Schiiten schlachten würde. Das explosive, dramatische Gespräch dauert eine Stunde. Tief betroffen bleiben wir zurück.

Assad treffen wir in einem Gästehaus im Zentrum der Stadt. Er ist erkennbar älter geworden. Und härter. Offenbar verspürt er Rückenwind durch die russische Intervention. Trotzdem scheint er inzwischen unter bestimmten Bedingungen bereit, mit allen Rebellengruppen zu verhandeln. Nur mit Al Qaida und dem IS werde er nicht sprechen.

Wenn Saudi-Arabien die Unterstützung des Terrorismus in Syrien beende und die türkische Grenze zum ‚Islamischen Staat‘ geschlossen werde, sei der IS relativ schnell zu besiegen. Am Ende könne allerdings nur ein geeintes Syrien den IS schlagen.

Wir sprechen über humanitäre Fragen. Über die Freilassung politischer Gefangener und die Belieferung belagerter Gebiete mit Nahrungsmitteln und Medikamenten.

Und über die Fassbomben des Regimes, die ich auch Assad gegenüber unmissverständlich ablehne. Wegen ihrer totalen Ungenauigkeit und ihrer verheerenden Wirkung. Aber auch grundsätzlich. Die russische und westliche Bombardierung-Strategie, die mit präziseren Bomben, ja sogar mit Drohnen, zu 90 Prozent Zivilisten tötet, finde ich allerdings nicht wesentlich besser. Auch ‚demokratische‘ Bomben sind unmenschlich und feige. Das schwierige Gespräch dauert über zwei Stunden.

Als Demokrat bin ich weder ein Freund Assads noch von Rebellen, die mit Al Qaida zusammenarbeiten. Ich bin ein Freund der Syrer. Und ihres Traums vom Frieden. Frieden in Syrien aber wird es nur geben, wenn sowohl die Regierung wie auch die Opposition endlich aufeinander zugehen und weitreichende Zugeständnisse machen. Auch Assad.

Und wenn auch Saudi-Arabien, Qatar, die Türkei sowie einige große westliche Staaten ihre Syrienpolitik fundamental korrigieren. Ihre bisherige Syrienpolitik ist kläglich gescheitert. Wir müssen Wege finden, das Leid der Syrer zu beenden, statt es mit immer mehr Waffen und Bomben ständig zu vergrößern. Wir müssen aufhören, Bomben in das Pulverfass Syrien zu werfen.

Die Mittelmächte Saudi-Arabien und Iran sowie die Großmächte USA und Russland könnten den Krieg jederzeit stoppen. Aber wollen sie es auch? Ich bezweifle es.

Am letzten Abend sind wir wieder bei den Hauptleidtragenden des Krieges. Kindern. In Al-Husseiniye, einem Vorort von Damaskus, treffen wir einige der 1000 syrischen Kinder, denen ich 50.000 Euro des Honorars meines Buches ‚Inside IS‘ spenden konnte. Wir kaufen ihnen mit dem Geld neue Schuluniformen, Schulranzen, Hefte, Federmäppchen, Bleistifte, Malstifte, Radiergummis und vieles andere mehr. Für uns Kleinigkeiten, für syrische Kinder etwas ganz Großes.

Einige der Kinder strahlen vor Glück. Einige weinen, weil wir nicht genügend Schulranzen dabei haben. Auch Frederic laufen Tränen über das Gesicht. Diese Kleinen kennen nur Not, Leid und Elend. Ihre Väter sind im Krieg. Manche auf Seiten der Rebellen, manche auf Seiten der Regierung. Eine unbeschreibliche Tragödie! Im Namen dieser Kinder bitte ich alle Beteiligten: Stoppt endlich diesen Wahnsinns-Krieg!

Euer JT

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Aus dem per ÖVP-Amtsmissbräuche offenkundig verfassungswidrig agrar-ausgeraubten Tirol, vom friedlichen Widerstand, Klaus Schreiner

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“Wer behauptet, man braucht keine Privatsphäre, weil man nichts zu verbergen hat, kann gleich sagen man braucht keine Redefreiheit weil man selbst nichts zu sagen hat.” Edward Snowden.

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