Der Wandel zum Weniger ist greifbar nahe! 7 Prinzipien, wie Du Veränderung schaffen kannst

Finanzmarkt- und Konzernmacht-Zeitalter der Plutokratie unterstützt von der Mediakratie in den Lobbykraturen der Geld-regiert-Regierungen in Europa, Innsbruck am 13.12.2015

Liebe® Blogleser_in,

Bewusstheit, Liebe und Friede sei mit uns allen und ein gesundes sinnerfülltes Leben wünsch ich ebenfalls.

Aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen: 

http://experimentselbstversorgung.net/der-wandel-zum-weniger-ist-greifbar-nahe/?utm_campaign=coschedule&utm_source=facebook_page&utm_medium=Experiment+Selbstversorgung&utm_content=Der+Wandel+zum+Weniger+ist+greifbar+nahe%21

Der Wandel zum Weniger ist greifbar nahe!

7 Prinzipien, wie Du Veränderung schaffen kannst

Tobi Rosswog
VON TOBI ROSSWOG 8. DEZEMBER 2015
Dieser Artikel ist Teil der Serie Ergebnisse des utopvials 2015

Auf unserem Mitmachkongress utopival von living utopia gab der Postwachstumsökonom und Aktivist apl. Prof. Dr. Niko Paech eine Auftaktkeynote unter dem Titel „Der Wandel zum Weniger ist greifbar nahe“.

Gleich zu Beginn machte er klar:

„Unter allen Utopien, die mir bislang so begegnet sind, gibt es eine, die so dumm und unverantwortungslos ist, dass man sie eigentlich nur – verbal – sturmreif machen kann. Und das ist die Utopie des Weiter so! […] Die Fortsetzung unserer Konsumgesellschaft wäre für mich beinahe eine Dystopie.“

Grenzen des „immer mehr“

Mittlerweile wissen wir alle, dass es so nicht weiter gehen kann. Wir begegnen durch unseren Wachstumswahn in allen Bereichen Grenzen – egal ob auf ökologischer, psychologischer oder sozialer Ebene.

  • Am Earth Overshoot Day, der dieses Jahr bereits am 13. August lag, erkennen wir schnell und einfach die ökologische Grenze.
  • Innerhalb von 10 Jahren – von 2003 bis 2013 – gab es einen exponentiellen Anstieg an psychischen Erkrankungen.

Es ist klar: Das immer Weiter, Schneller, Höher, Besser überfordert uns. Wir leben über unsere Verhältnisse.

Wie können wir nun Veränderung schaffen?

Das klingt alles so erschlagend und bedrückend… Also was können wir tun?

Eine Antwort darauf kann sein: Lebensstilveränderung, welche der Dreh- und Angelpunkt einer Transformation zum Weniger ist, meint Niko Paech.

Warum? Niko Paech kurz und knapp dazu:

„Weil die Reduktion des Konsums sich nicht delegieren, sondern nur auf individueller Ebene umsetzen lässt. Das ist keine Frage des Wollens, sondern des Könnens: Übung, Praxis, Routine und Konfliktfähigkeit – darum geht es!“

Wie kannst Du nun konkret zum Wandel beitragen?

Das möchte ich Dir an den von Niko Paech skizzierten sieben Prinzipien durch einige Ausschnitte aus seiner Keynote versuchen deutlicher zu machen. Es geht dabei um Handlungsoptionen außerhalb des Radars der Politik:Niko Paech - Sieben Prinzipien wie Du Veränderung schaffen kannst - Wandel zum Weniger

1) Nicht mehr, sondern weniger! (Reduktionsprinzip)

„Wachstumskritischer Wandel ist kein Unterfangen des zusätzlichen Bewirkens, sondern des kreativen Unterlassens, der Verweigerung und alltäglichen Widerstandsfähigkeit. Nichts ist kostengünstiger, einfacher, voraussetzungsloser und radikaler als Reduktion! Du brauchst dafür keine Gesetze, keine Technik, keine Genehmigungen, … Das klingt einfach und das ist es auch. Der Logik: ‚Ich brauch das nicht! Ich habe mich frei gemacht davon!‘ In einer Welt, die so globalisiert, komplex und so technisiert ist, ist das Einfache das Revolutionäre.“

Mehr zum Thema Nicht-Konsum findest Du auch in meinem letzten Artikel „Konsum oder Nicht-Konsum das ist hier die Frage“. Oder auch auf unserer Internet-Kampagne:geldfreier leben.

2) Lebe es vor und sprich darüber! (Prinzip der sozialen Diffusion)

„Wir können Reduktion nur über vorgelebte Beispiele umsetzen. Die Logik der Diffusion geht so: Die Annahme lautet, dass ein Mensch, wenn  er etwas annimmt als neue Handlungsform, dies nie isoliert oder alleine entscheidet wie man das im Homo Oiconomicus oder der Rational Choice Theorie unterstellt. Ein Mensch würde sich gerade schwierige neue Terrains, die er oder sie besteigen will nur dann antun, wenn er oder sie sieht, dass es andere gibt, die es auch tun. Diese Vernetzung, diese Inspiration, dieses voneinander lernen – das ist soziale Diffusion. Das könnt ihr hier machen. Ihr macht das.“

Kurz und knapp:

„Selbstbegrenzung durch reale Beispiele vermitteln und deren Sichtbarkeit steigern.“

3) Sei authentisch! (Glaubwürdigkeitsprinzip)

„Alle Politiker*innen, die mir begegnet sind und die abends mit mir im Wirtshaus nach drei oder auch vier Gläsern Wein gesagt haben: ‚Jaja, stimmt ja eigentlich, was ihr Wachstumskritiker sagt, aber die Leute können es doch nicht. Wenn ich den Veggie-Day ausrufe dann werde ich stranguliert – dann kommt die BILD-Zeitung und richtet mich hin und danach meine eigene Partei.

Aber wenn da draußen welche sind, die das vorleben, ist das Alibi kaputt.

Was man sagt und fordert, kann irgendwie in Zweifel gezogen werden. Aber was Du an Handlungen an den Tag legst, das ist manifest! Das ist ein Fakt. Auch deshalb sind glaubwürdig vorgelebte Beispiele und nicht nur Spruchblasen genau das, was dazu führt, dass auch Gegenkulturen etabliert werden können.“

Kurz und knapp:

„Das Alibi der Politik durch subversive Gegenkulturen zerstören! Was jemand sagt, lässt sich immer in Frage stellen, aber eine umgesetzte Handlung ist unwiderlegbar.“

4) Gehe voran, probier Dich aus und bleib konsequent! (Avantgarde-Prinzip)

„Der größte Fehler – nein , einer der großen Fehler, es gibt ja genug – der Nachhaltigkeitsbewegung war es, gleich zu versuchen mit schicken ästhetisch aufgewerteten verträglichen Lösungen die Mehrheit zu erreichen. Da hat man alles verwässert. Guckt euch die Grünen, guckt euch die TAZ, guckt euch diese ganzen Großprojekte des grünen Aufbruchs von vor 30 Jahren an. Dann frei nach Heinz Rudolf Kunze: ‚Bin weit gekommen, aber was soll ich hier!‘ Da ist dann nichts mehr an Inhalten übrig geblieben, was noch irgendwie einen Niveauunterschied ausmachen könnte oder ein Lernpotentential wenigstens im Parlament. Joshka Fischer wollte am Ende nichts anderes mehr als Wolfgang Schäuble. Besser konsequent und ehrlich in der Nische neue Formen erproben, als angepasst und wirkungslos in der Masse untergehen. Es hat nie einen gesellschaftlichen Wandel gegeben, der nicht in den Nischen den Anfang hatte.“

5) Mach Dich unabhängig! (Resilienz-Prinzip)

„Es ist ein Fehler zu sagen, dass Reduktion nur mit Schutz der Lebensgrundlage zu tun hätte – es geht auch um Selbstschutz. Wie kann man sich so unabhängig machen von den Dingen, die sowieso untergehen, dass man es gar nicht merkt. Daseinsformen vorwegnehmen, die krisenfest sind.“

6) Sei nicht frustriert und mache weiter! (Anti-Frustrations-Prinzip)

„Der Erfolg unilateraler, lebensstilbasierter Aktionen bemisst sich nicht am aktuellen Zuspruch von Massen, sondern an deren zukünftiger Funktionsfähigkeit.“

7) Vernetze Dich mit anderen und werde aktiv!

Als letzter Schritt resultieren in Nikos Präsentation folgende Punkte:

  • Dringend benötigt werden Reallabore, soziale Rettungsboote, konzertierte Aktionen und Orte der Vernetzung, an denen sich Postwachstumspionier*innen nicht nur begegnen, voneinander lernen, gemeinsame Übungsprogramme praktizieren, sondern sich gegenseitig bestärken können.
  • Wachstumskritische Gegenkulturen sind immer das Resultat von sozialer Interaktion, gemeinsamer Übung und Bestärkung.
  • Nur die Begegnung mit ähnlich Handelnden verhilft zur Reproduktion und Verbreitung utopischer Entwürfe.

Abschlussstatement der Keynote

Sehr motivierende und Hoffnung gebende Worte fand er zum Schluss seiner Keynote, die ich gerne mit euch teilen mag:

“Die Lebensstilveränderung, die nötig ist, um die reduktive Moderne anzustimmen, ist nicht der Rückzug ins Einzelne – im Gegenteil! Es ist das fröhliche Vernetzen und das Suchen nach Partnerinnen und Partnern. Und so etwas kann dann dazu verhelfen, postwachstumstaugliche oder überhaupt wachstumskritische Äußerungen von Utopien nicht nur zu stabilisieren – also zu reproduzieren, sondern auch zu verbreiten. Mit anderen Worten: Wir brauchen noch viel mehr utopivals!”

Welches Prinzip setzt Du bereits um und wie sieht diese Umsetzung konkret aus? Welches fällt Dir schwer umzusetzen?

Die gesamte Keynote und die Ergebnisse seines Workshops „Arbeit in der Postwachstumsökomie“ findest Du auf der Ergebnisseite des utopivals, und zum Abschluss ein Interview mit Niko Paech, das wir auf dem utopival führen durften.

zur interviewten Person
Name
Niko Paech
 
Website
 
Beruf
Professor für Ökonomie
 
Firma/Uni/Projekt
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

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Aus dem per ÖVP-Amtsmissbräuche offenkundig verfassungswidrig agrar-ausgeraubten Tirol, vom friedlichen Widerstand, Klaus Schreiner

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“Wer behauptet, man braucht keine Privatsphäre, weil man nichts zu verbergen hat, kann gleich sagen man braucht keine Redefreiheit weil man selbst nichts zu sagen hat.” Edward Snowden.

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