Zukunft des Geldes – Ende des Geldes! „Monetative“ statt Finanzkonzerne  – Vollgeld –  Unsere Chance gegen den Zinseszins, gegen die Geldschöpfung der Privatbanken aus dem Nichts – (FIAT-Money), Vollgeld, Monetative, Golddeckung, Plan B, Welt.de,

Finanzmarkt- und Konzernmacht-Zeitalter der Plutokratie unterstützt von der Mediakratie in den Lobbykraturen der Geld-regiert-Regierungen in Europa, Innsbruck 2014-01-13

Liebe BlogleserIn,

wann kommt der Zusammenbruch oder die Neugestaltung des Geldsystems? Von der Subprime, Banken, Staats- in die Schuldenkrise! Es wird weiter lobbyiert (Finanzmarkt-Politik! Mit viel Geld!) und für Boni auf hohes Risiko von den Banken ungehemmt spekuliert! Sozialisierte Rettungen sind asozial! Kein Lerneffekt der Verursacher! Die Zinsen der Schulden werden (müssen) von den Steuerzahlern übernommen (werden!)!

Hier noch ein aktueller Beitrag von der WELT.de v. 12.01.14

Der Krieg um das sichere Geld der Zukunft

Unser Finanzsystem krankt an einem Erbfehler, der immer schlimmere Krisen hervorbringt. Davon sind Experten überzeugt. Sie kämpfen für Vollgeld, Freigeld und Marktgeld. Doch sie haben mächtige Gegner.Von Daniel Eckert

Ungeliebt: Das Vertrauen in das Papiergeld hat seit Ausbruch der Finanzkrise stark gelitten

WEITERFÜHRENDE LINKS

Im Jahr 2014, so scheint es, ist die Finanzkrise nur noch eine verblassende Erinnerung. Allenthalben macht sich das Gefühl von Normalität breit. Sichtbarstes Zeichen dafür ist die sukzessive Rückkehr der europäischen „Krisenstaaten“ Irland, Portugal und womöglich sogar Griechenland an den Kapitalmarkt.

In den USA fährt die Notenbank ihre Notstandsmaßnahmen zurück, und die Aktienmärkte boomen wie seit den Neunzigerjahren nicht. Längst haben sie höhere Niveaus erreicht als vor dem spektakulären Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008.

Doch während an der Oberfläche alles wieder gut zu sein scheint, brodelt es darunter weiter. Einige wachsame Zeitgenossen erinnern sich sehr wohl daran, dass die globale Wirtschaft vor fünf Jahren nur um Haaresbreite der Katastrophe entging.

Zwei unversöhnliche Kriegsparteien

Rebellische Wissenschaftler, Politiker und auch Menschen aus der Finanzbranche begehren auf. Sie identifizieren nicht so sehr das Fehlverhalten Einzelner wie Lehman-Chef Richard Fuld als Auslöser der Krise. Vielmehr weist unser Geldsystem ihrer Meinung nach einen verhängnisvollen Konstruktionsfehler auf. Sie werben für neue Konzepte wie Freigeld, Vollgeld oder Marktgeld.

Foto: Infografik Die Welt Das Geld, das auf Bankkonten der Euro-Zone liegt, hat sich stark vermehrt – der Wohlstand ist aber nicht gleichermassen gestiegen

Gegen die Rebellen positionieren sich die Vertreter der großen Banken und der Politik. Die Etablieren bestreiten nicht, dass das jetzige System verbesserungsfähig ist. Radikale neue Konzepte seien jedoch nicht die Lösung. So attraktiv sich die Reformvorschläge in der Theorie anhörten, sie würden am Ende deutlich mehr Schaden als Nutzen bringen. Es ist ein erbitterter Krieg der Konzepte, ein Kampf um das bessere Geld.

„Die Ursachen der Erschütterungen von damals sind nicht behoben, unser Schicksal werden immer schwerere Krisen sein“, prophezeit Detlev Schlichter, Ökonom und Autor des Buches „Das Ende des Scheins: Warum auch unser Papiergeldsystem zusammenbricht“. Schlichter wundert sich darüber, wie wenig echte Konsequenzen aus dem Beinahe-Armageddon von 2008 gezogen worden sind. Schließlich wurden beim Absturz der Weltwirtschaft in die Große Rezession Billionenwerte vernichtet.

Tickende Zeitbombe  

Auch für den Wirtschaftsjuristen Anton Voglmaier ist unser Geldsystem eine tickende Zeitbombe. Zusammen mit dem bekannten Fernsehmoderator Raimund Brichta hat er das Buch „Die Wahrheit über Geld“ verfasst, in dem er ausführlich erläutert, wie unser Finanzsystem funktioniert. „Uns werden gern andere, vordergründige Missstände als Ursachen präsentiert, doch die tatsächlichen Wurzeln des Übels liegen tiefer: Dazu gehören unser Papiergeld, das Teilreservesystem der Banken und nicht zuletzt der Zinseszins-Effekt“, sagt Voglmaier. Solange dies alles beibehalten werde, könne die Weltwirtschaft nicht genesen.

Tatsächlich ist die Lage weiter ernst. Noch heute, mehr als fünf Jahre nach Lehman, ist jeder neunte Europäer arbeitslos, und dass die Leitzinsen in fast allen großen Industrieländern weiter bei null oder nahe null liegen – eine historische Ausnahme sondergleichen –, kündet kaum von Genesung oder Normalität. Zudem sind die Schulden der Staaten seit dem Lehman-Kollaps kräftig gestiegen. Allein dieses Jahr müssen die führenden Industrienationen Anleihen und Geldmarktpapiere im Volumen von 7,4 Billionen Dollar (5,5 Billionen Euro) refinanzieren.

Inklusive Zinsen belaufen sich die neu aufzunehmenden Verbindlichkeiten sogar auf 8,1 Billionen Dollar. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg liegen die Haushaltsdefizite der Staaten im Durchschnitt rund doppelt so hoch wie vor der Finanzkrise, und das bei alternder Bevölkerung.

Ein Jahr Arbeit für Schulden und Zinsen

Bei vielen Nationen übersteigen die Schulden mittlerweile die jährliche Wirtschaftsleistung, was bedeutet, dass die Bürger ein ganzes Jahr lang nur arbeiten müssten, um für öffentliche Verbindlichkeiten und Zinsen aufzukommen. Zu diesen Ländern jenseits der 100-Prozent-Marke gehören Japan und Italien, aber auch die weltgrößte Wirtschaftsmacht USA.

Euro-Staaten wie Griechenland, Italien oder Portugal kämpfen einen nahezu aussichtslosen Kampf gegen den Zinseszins. Zu den staatlichen Schulden gesellen sich die Schulden der Unternehmen und der privaten Haushalte. Es bedarf keiner großen Fantasie, um sich auszumalen, dass ein unerwarteter Zinsanstieg das System an die Grenze seiner Belastbarkeit drücken könnte. Oder darüber hinaus.

Ein Symptom dafür, dass nicht alles eitel Sonnenschein ist im modernen Geldwesen, bildet der jüngste Höhenflug des Bitcoins, einer Währung, die unabhängig von Banken und Zentralbanken im Internet geschaffen wird. Seit Anfang 2013 hat sich der Kurs des Netz-Geldes dank explodierender Nachfrage von zehn auf zuletzt rund 600 Euro erhöht.

Höhenflug der Bitcoins als Symptom

Die digitalen Münzen sind so konzipiert, dass sie wie Bargeld genutzt werden können. Zugleich müssen sich die User des Internet-Geldes nicht sorgen, dass es jemals einer Hyperinflation zum Opfer fällt. Bitcoins ähneln der alten Gold- oder Silber-Währung des 19. Jahrhunderts: Waren es bei den Edelmetallen die begrenzten natürlichen Lagerstätten, die eine überbordende Geldproduktion unterbanden, so ist es beim Bitcoin ein raffinierter Algorithmus, der die Herstellung neuer Einheiten streng limitiert.

Im Gründungsmanifest formulierte der Schöpfer der digitalen Münzen, Papiergeld basiere auf dem Vertrauen auf die Zentralbanken, doch die Geschichte sei voll von Verrat an diesem Vertrauen. Mit Bitcoins könnten sich Bürger ein eigenes Geld schaffen, das nicht von Kreditinstituten oder zentralen Stellen abhängig sei.

Während die Internet-Währung gleichsam aus dem Off eine Alternative zum aktuellen Währungssystem geworden ist, wollen manche Forscher unser Geld ganz planmäßig auf eine neue Grundlage stellen. Um künftige Katastrophen zu verhindern, davon sind die Neudenker überzeugt, muss diese Umgestaltung weit über das hinausgehen, was seit Lehman an regulatorischen und gesetzlichen Veränderungen erreicht wurde.

„Die Megablase wird platzen“  

Einer dieser Geldreformer ist Joseph Huber. Für den Soziologieprofessor von der Universität Halle führt das jetzige System geradewegs in den Niedergang. Der Wirtschaftsdenker spricht von einer „Megablase“, die irgendwann platzen müsse. Der Geburtsfehler unserer Währung besteht seiner Meinung nach darin, dass wir es Tag für Tag, ohne es normalerweise zu merken, mit verschiedenen Formen von Geld zu tun haben: Bargeld und Giralgeld.

Die meisten Menschen gehen stillschweigend davon aus, die Scheine und Münzen in ihrem Portemonnaie und das Geld auf ihrem Konto seien im Wesentlichen dasselbe. Würden sie versuchen, alle ihre Guthaben vom Sparbuch, Tagesgeld- oder Girokonto abzuheben, wären sie jedoch schnell eines Besseren belehrt: In ganz Europa gibt es nämlich nicht genügend Euro-Scheine und -Münzen, um sich das Geld auszahlen zu lassen, das allein die deutschen Banken verwalten.

Auf den Konten der Euro-Zone lagern insgesamt 9891 Milliarden Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht von der „großen“ Geldmenge M3. Banknoten gibt es dagegen nicht mal für ein Zehntel dieses Betrags – es sind kaum mehr als 900 Milliarden –, und das Münzgeld fällt wegen der kleinen Stückelung gar nicht erst ins Gewicht. Allein die Deutschen haben jedoch 1,9 Billionen, also mehr als doppelt so viel „auf der Bank“.

Die Geschäftsbanken schöpfen die meisten Euros 

Möglich wird diese Diskrepanz, weil Geld einem weitverbreiteten Vorurteil zum Trotz nicht allein von der Zentralbank geschaffen wird, sondern auch und vor allem von den Geschäftsbanken. Das geschieht täglich, zum Beispiel immer dann, wenn ein Kunde einen Konsumentenkredit oder ein Baudarlehen in Anspruch nimmt.

In dem Moment, da die Bank die Darlehenssumme aufs Konto bucht, ist neues Geld geschaffen! Gleiches passiert, wenn die Bank einen Kredit an ein Unternehmen vergibt. „Fiat money“ heißen derartige Währungen im englischsprachigen Raum, nach dem Imperativ „fiat!“ (es werde!), der auf die biblische Schöpfung aus dem Nichts anspielt. Auf Deutsch ist meist von Papiergeld die Rede, auch wenn die Euro-Banknoten aus Baumwolle sind und für das elektronische Geld auf dem Konto nicht einmal eine Druckerpresse vonnöten ist.

Gedeckt sein müssen die Kredite dabei praktisch gar nicht. Anders, als man annehmen könnte, ist es nicht so, dass das Guthaben des einen Bankkunden der Kredit des anderen wird. Die Banken müssen lediglich eine minimale Mindestreserve im niedrigen Prozentbereich vorhalten. Aktuell beträgt diese Mindestreserve in der Euro-Zone ein Prozent. Diese Art von Kreditwesen heißt auch Teilreserve-Banking.

Durch die Buchung der Geschäftsbank kommt Geld in den Wirtschaftskreislauf, das vorher schlicht und einfach nicht da war. Ökonomen wie Huber nennen diese von Kredit-Instituten kreierten Euros auch Buchgeld oder „Giralgeld“ (nach dem italienischen Wort für „Kreislauf“). Mit dem Dollar, dem britischen Pfund oder dem japanischen Yen verhält es sich ebenso. Auch diese Währungen sind „fiat money“, per Knopfdruck erzeugtes Geld.

Der Fluch des Giralgeldes

Das Problem mit Giralgeld ist, dass es ebenso leicht vernichtet werden kann, wie es geschaffen wird. Es ist gewissermaßen ein rühriges Nichts, das mangels Deckung immer krisenanfällig sein wird. Haben die Banken besonders viele Kredite vergeben, kann das gesamte Finanzsystem wie ein Kartenhaus in sich zusammenstürzen – wie die Finanzkrise vor fünf Jahren auf schmerzliche Weise demonstrierte.

Damals rettete unter anderem ein Bluff das System: Die Bundesbürger vertrauten dem Versprechen von Merkel und Steinbrück, die deutschen Bankguthaben seien sicher. Hätten die Kunden die Schalter gestürmt, hätten sie jedoch sehr bald gemerkt, dass nicht einmal die Regierung auf die Schnelle genug Bargeld für alle zur Verfügung stellen kann.

Mit „Vollgeld“ könnte ein Bankensturm nicht passieren. Diesem Konzept zufolge darf nur noch ein zentrales Institut Buchgeld schaffen, wie es heute bereits bei Banknoten der Fall ist. Die Kreditinstitute, also auch die Sparkassen und Volksbanken, verwalten dieses Vollgeld lediglich, ähnlich, wie sie es heute mit den Wertpapieren in einem Depot machen.

Ein zusätzlicher Vorteil wäre, dass die öffentliche Hand die Gewinne einfahren würde, die bisher die Geschäftsbanken bei der Geldschöpfung erzielen. Diese sogenannte Seigniorage – Huber beziffert sie auf 25 Milliarden Euro – könnte dann dem Gemeinwohl zugutekommen.

„Monetative“ statt Finanzkonzerne 

Weil die Ausgabe von Geld eine enorme Macht mit sich bringt, schlägt Huber eine eigene staatliche Gewalt vor, die dafür unabhängig von der Regierung die Verantwortung übernimmt: In Anlehnung an die Bezeichnungen Exekutive, Judikative und Legislative nennt er diese Macht „Monetative“. Diese Geld schöpfende Gewalt würde mithilfe „wissenschaftlicher Parameter“ die optimale Geldmenge ermitteln, um die Gefahr von Spekulationsphasen und Überhitzungen zu minimieren.

Der gleichnamige Verein versucht die Idee in die Öffentlichkeit zu tragen.

Eine noch radikalere Variante hatte bereits im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts der ökonomische Querdenker namens Silvio Gesell entwickelt. Der 1862 geborene und 1930 gestorbene Sozialtheoretiker sah die Lösung aller Probleme in der Einführung von „Freigeld“. Das sollte nur von einer Behörde ausgegeben werden und im Laufe der Zeit automatisch, aber berechenbar an Wert verlieren.

Silvio Gesell wollte Zins abschaffen

Mit diesem programmierten Kaufkraftschwund wollte Gesell dafür sorgen, dass niemand seine Überschüsse als Sparvermögen hortet, auch nicht in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Schwere Rezessionen sollten damit unmöglich werden. Die Zinswirtschaft wollte der Sozialreformer bei der Gelegenheit gleich mit abschaffen, da sie nach einer Überzeugung zu immer größerer gesellschaftlicher Ungleichheit führt.

Allerdings konnte die Idee des Freigeldes niemals breite gesellschaftliche Akzeptanz gewinnen. Heute stehen die Anhänger von Vollgeld vor einem ähnlichen Problem. Dem allgemeinen Unbehagen über unser Finanzwesen zum Trotz scheint eine Reform des Geldwesens für das Gros der Wähler keine Priorität zu haben.

Keine der großen Parteien nahm sie in ihr Wahlprogramm auf. Politiker begnügten sich mit Korrekturen am Regelwerk des Bankwesens oder verbissen sich in der Idee, dass eine Finanztransaktionssteuer die Spekulationslust der Geldhäuser drosseln könnte.

Volksinitiative für Vollgeld in der Schweiz

Immerhin kann Huber auf volle Säle blicken, wenn er über sein Thema referiert, und das obwohl der Hallenser Professor alles andere als ein Volkstribun ist. Rede und Duktus des grauhaarigen Akademikers, Jahrgang 1948, sind eher unterrichtend als populistisch. Mit bedächtigen Worten und behutsamen Gesten unterstreicht Huber das gesagte. Dazu projiziert er eine Fülle komplexer Grafiken an die Wand. Doch die Botschaft verfängt: Die finanzielle Fata morgana des Giralgeld-Systems muss überwunden werden, da sind sich Professor und Zuhörer einig.

Auch in der Schweiz sind die Rebellen aktiv. Dort bereitet der Verein Monetäre Modernisierung (MoMo) sogar eine Volksinitiative vor. Sollte sein Vorstoß zur Einführung von Vollgeld an einem der wichtigsten Bankenstandorte des Planeten Erfolg haben, würde das zweifelsohne die Weltfinanz erschüttern. Allerdings werden die Chancen der Initiative bisher als gering eingeschätzt. Im finanzlastigen Großbritannien ist es, mit ähnlicher Agenda, die Kampagne für „Positive Money“, die von sich reden macht.

„Österreicher“ wollen Marktgeld

Doch das Programm der Vollgeld-Anhänger ist nicht ohne Tücken. „Letztlich würde damit nur die Entwicklung der vergangenen hundert Jahre fortgeschrieben, die eine immer größere Sozialisierung des Geldwesens brachte“, kritisiert Ökonom Schlichter. Doch woher wolle der Staat wissen, wie viel Geld die Wirtschaft wirklich braucht? Für ihn riecht das allzu sehr nach Interventionismus.

Zusammen mit anderen Vertretern der Österreichischen Schule der Nationalökonomie (der Name leitet sich von der Herkunft ihrer Gründer ab) schlägt Schlichter stattdessen die Zulassung von echtem Marktgeld vor. „Ob Gold, Silber, Bitcoins oder etwas anderes – warum lassen wir nicht verschiedene Währungen miteinander konkurrieren?“, fragt er. In einem freien Markt werde sich am Ende das beste Zahlungsmittel durchsetzen.

Kredit-Zombies sollen pleite gehen

Das Entscheidende aus Sicht der Österreicher ist die Abkehr vom „fiat money“, also von jenem Geld, das sich nach Gusto vermehren lässt. Stattdessen sollte das Finanzsystem auf einer Form von „Hartgeld“ basieren, dessen Menge begrenzt ist. Ist diese Voraussetzung erfüllt, könnten auch Banken nicht mehr beliebig viele Kredite vergeben und nicht immer gewagtere Wetten eingehen.

Wichtig sei, dass auch Geldhäuser wieder pleitegehen dürften und nicht mit Steuerzahlermitteln als „Kredit-Zombies“ am Leben erhalten werden. Müssten Banker die Folgen von Fehlspekulationen selbst tragen, werde ihnen die Lust aufs Zocken von selbst vergehen. Schlichter rekurriert dabei auf die Schriften der liberalen Denker Friedrich August von Hayek und Ludwig von Mises.

Kritiker an diesem Konzept merken an, dass „unelastisches“ Hartgeld es schwierig mache, auf Rezessionen angemessen zu reagieren, da die Wirtschaft nicht ad hoc mit Liquidität geflutet werden könne. Das Gros der akademischen Ökonomen lobt die Flexibilität unseren Giralgeldsystems mit unabhängigen Geschäftsbanken und einer Zentralbank als Kreditgeber letzter Hand (lender of last resort). Zerstöre man diese bewährten Strukturen, drohten Arbeitslosigkeit und Stagnation.

 Systemrelevanz als Drohpotenzial

Dem halten die Rebellen entgegen, dass gerade das jetzige Geldsystem viele Jobs vernichtet habe, wie in Spanien oder Griechenland zu besichtigen sei.

Ökonom Schlichter selbst macht sich keine Illusionen und weiß, dass die Chancen auf eine baldige Umsetzung seines Marktgeld-Programms gering sind. Die Großbanken, die gut an der ungehinderten Geldvermehrung verdienen, wegen ihrer vermeintlichen Systemrelevanz zugleich aber auf staatliche Hilfe in der Not hoffen können, verfügen über mächtige Lobbygruppen.

Zugleich hat der Staat selbst großes Interesse daran, das System am Laufen zu erhalten. Er weißt, dass er sich jederzeit der Geldhäuser bedienen kann, um Ausgaben über Schulden zu finanzieren – seien es Sozialprogramme, Rettungspakete oder Kriegseinsätze.

Veränderung erst nach dem großen Knall?

Der einzige Politiker, der die Problematik des ungedeckten Papiergeldes einmal im Bundestag thematisierte, der FDP-Mann Frank Schäffler, ist seit der letzten Wahl nicht mehr im Parlament vertreten. Sogar in der eigenen Partei wirkte der Euro-Rebell, der beharrlich gegen die sogenannten Rettungspakete stimmte, zuletzt zunehmend isoliert.

So rechnet denn auch Schlichter damit, dass es einer neuen, noch größeren Krise bedarf, um die Zweifel am Geldsystem in echtes Handeln münden zu lassen. Geldtheorie, so scheint es, macht fatalistisch.

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Hier eine Schweizer Iniatative zum Thema

VORTEILE DES VOLLGELDES

Geldherstellung der Banken wird beendet
Nachteile des Schuldgeldsystems werden vermieden
Vollgeld ist einfach und verständlich
Sicherstes Geld der Welt
Krisenprävention statt Bankensubvention
Staat aus Geiselhaft befreit
Fairer Wettbewerb
Wachstumsdruck reduziert
300 Milliarden für Bund, Kantone und Bürgerinnen und Bürger
IWF bestätigt positive Wirkungen der Vollgeldreform

GELDHERSTELLUNG DER BANKEN WIRD BEENDET

Der Ökonom Richard Werner, der an der Universität von Southhampton Internationales Bankgeschäft lehrt, hatte 2012 in Frankfurt eine Umfrage mit tausend Bürgern durchführen lassen. Es wurde die Frage gestellt: „Wer macht und verteilt Geld?“ 84% der Befragten dachten, dass entweder die Zentralbank oder die Regierung das Geld in Umlauf bringe und darüber entschiede, wer es bekäme. Auf die Frage „Würden Sie einem System zustimmen, in dem die Mehrheit der Geldmenge durch meist private, auch profitorientierte Unternehmen produziert und verteilt wird und nicht durch staatliche Organe?“ antworteten 90 Prozent der Befragten mit: „Nein, das wollen wir nicht.“ (1)

Leider funktioniert unser heutiges Geldsystem aber genau so! Die Zentralbanken erzeugen das Papiergeld, die Münzen werden von der Regierung hergestellt. Doch 90 Prozent des existierenden Geldes produzieren die Banken, nämlich alles elektronische Giralgeld auf unseren Girokonten. Hier die offiziellen Zahlen: In der Schweiz gab es von 2003 bis 2012 im Durchschnitt 340 Milliarden CHF (Geldmenge M1). Von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) kamen 40 Milliarden Bargeld, die Banken erzeugten 300 Milliarden Giralgeld, also etwa 90 Prozent aller CHF.

Die Geldherstellung der Banken geht einfach. Sie buchen mit Computern Zahlen auf Konten. In der Fachsprache heißt das Bilanzverlängerung. Genau so erklärte es die SNB auf der iconomix-Fachtagung 2013. Hier können Sie die Präsentation nachlesen. (2) Von der Deutschen Bundesbank wird die Giralgeldschöpfung der Banken in einer Broschüre allgemeinverständlich beschrieben. (3)

Die FAZ hat dazu eine schöne Graphik erstellt. Auf dieser sieht man, wie das von Banken erzeugte elektronische Giralgeld durch die Wirtschaft zirkuliert, wobei nur wenig Geld der Zentralbank benötigt wird.

Mit der Vollgeldreform wird die Herstellung von Schweizer Franken durch private, profitorientierte Unternehmen beendet.

NACHTEILE DES SCHULDGELDSYSTEMS WERDEN VERMIEDEN

Es gibt zwei Möglichkeiten, neues Geld in Zirkulation zu bringen.
1. Schuldfreie Ausgabe: Die Bezahlung von öffentlichen Ausgaben durch neues Vollgeld war immer üblich. Über Jahrtausende bezahlten Könige, Fürsten, Kantone und Städte mit neu geprägten Münzen ihre Aktivitäten. Danach wanderten diese Münzen von einem zum anderen. (Vollgeldsystem)
2. Bankkredite: Heute haben Bankkredite das schuldfrei ausgegebene Vollgeld weitgehend verdrängt. Mit jedem Kredit oder Kauf von Wertpapieren erzeugen Banken neues Geld und bringen es so in Umlauf. (Schuldgeldsystem)

Sir Mervyn King, der Präsident der Bank of England von 2003-2013 sagte: „Von allen Möglichkeiten das Bankwesen zu organisieren, ist die Schlechteste die, die wir heute haben.“ (4) Dazu gehört auch das Schuldgeldsystem mit seinen grossen Nachteilen.

Schuldenzwang: Es gibt keine Guthaben ohne Schuldner und keine Entschuldung ohne Vermögensabbau.
Da heute Geld fast ausschließlich durch Kredite der Banken entsteht, gibt es Schulden und Guthaben in gleicher Höhe. All das Geld, das wir benützen ist in Wirklichkeit eine Kreditforderung, doch das steht nicht auf den Banknoten und Kontoauszügen. Wir meinen, dass das Geld für sich da sei, doch das ist falsch! Jedem Guthaben steht ein Schuldner gegenüber. Wenn Sie 100 CHF in Ihrem Geldbeutel oder auf dem Girokonto haben, hat irgendjemand 100 CHF Schulden. Deshalb bleiben Schulden immer notwendig, auch wenn sie nicht sinnvoll sind. Denn würden alle Schulden getilgt, gäbe es keine Guthaben und somit auch kein Geld mehr, womit die Wirtschaft zusammenbrechen würde. Deshalb geht eine Staatsentschuldung im heutigen Geldsystem nur, wenn entweder Private oder Unternehmen sich noch mehr verschulden oder Geldvermögen abgebaut werden.

Mit der Vollgeldreform kommt das Geld wieder überwiegend durch öffentliche Ausgaben schuldfrei in Umlauf. Damit wird das Geld ein positiver und schuldfreier Wert und es gibt Geldvermögen ohne Verschuldung.

Gigantische Steuerverschwendung: Neu geschaffenes Geld steht nicht für öffentliche Ausgaben zur Verfügung.
Wenn das Geld durch Bankkredite in Umlauf kommt, steht es dem Staat und die Bürgerinnen und Bürger nicht für Ausgaben zur Verfügung. Diese verlieren bis zu 300 Milliarden CHF und müssen stattdessen sogar noch Zinsen dafür bezahlen, damit überhaupt ausreichend Geld in Umlauf kommt! Das ist eine arge Verbrennung öffentlichen Reichtums und widerspricht dem staatlichen Sparsamkeitsgebot.

Mit Vollgeld profitiert die Allgemeinheit an der Geldschöpfung und niemand muss dafür bezahlen, dass Geld in Umlauf ist.

Umverteilung: Allein die Bereitstellung des für die Wirtschaft notwendigen Geldes führt zu leistungslosen Kapitaleinkommen in Milliardenhöhe und zu stetig wachsenden Geldvermögen.
Bei angenommener Verzinsung von 2% und durchschnittlich 340 Milliarden CHF Geldmenge werden die Bürgerinnen und Bürger jährlich mit sieben Milliarden CHF belastet. Diese Zinsen fließen vorrangig zu schon bestehenden Geldvermögen, womit sich die Kluft zwischen Arm und Reich vergrössert.

Mit Vollgeld wird diese leistungslose Umverteilung beendet.

Schuldenfalle: Wachsende Geldvermögen führen notwendigerweise zu mehr aussichtslosen Schuldnern.
Je mehr Geldvermögen, umso mehr Verschuldung in der Gesellschaft ist notwendig. Es wird immer schwieriger, schuldenfrei zu bleiben, denn das Geld für die Schuldentilgung kann nicht verdient werden. Damit genügend Geld im Umlauf bleibt, muss auch der Staat einspringen und wird so in die Verschuldung gedrängt.

Mit Vollgeld sind weniger Schulden in der Gesellschaft nötig.

Unordnung: Nationalbank kann Geldmenge kaum steuern.
Allein die Banken entscheiden durch ihre Kreditvergabe, wieviel Geld im Umlauf ist. Die Nationalbank kann die Geldmenge nicht direkt steuern, sondern versucht durch die Höhe des Leitzinses darauf Einfluss zu nehmen. Das funktioniert nur schlecht, denn die Zinshöhe ist nur ein Faktor unter vielen bei Kreditentscheidungen. Meistens produzieren die Banken zuviel Geld, was zu Inflation und Finanzblasen führt. In der Schweiz stieg die Geldmenge M1 von 1990 bis 2012 jährlich um 7,8 Prozent an, obwohl die Wirtschaft nur um 1,4 Prozent wuchs.

Mit Vollgeld kann die Nationalbank die Geldmenge genau steuern, denn nur sie entscheidet, wieviel Geld in Umlauf kommt.

Finanzblasen: Neues Geld fließt mehr in spekulative Finanzmärkte als in die Realwirtschaft.
Bankkredite bekommen vor allem reiche Menschen und Unternehmen und auch nur, wenn sie damit Finanz- oder Sachanlagen kaufen, die als Kreditsicherheiten benötigt werden. Das ist ein grosses Problem für alle Zentralbanken. Wenn diese den Leitzins senken und die Banken deshalb mehr Kredit ausreichen können, landet dieses Geld nur wenig in der Realwirtschaft. Anstatt dass die Wirtschaft in Schwung kommt und die Arbeitslosenzahl sinkt, werden Finanzblasen gefüttert.

Mit Vollgeld kommt Geld überwiegend schuldfrei durch Staatsausgaben oder durch Zuteilung an die Bürgerinnen und Bürger in Umlauf und stärkt so vor allem die Realwirtschaft.

Konjunkturzyklen: Die Geldmenge ist ständig instabil und Wirtschaftskrisen drohen.
Bei übermäßiger Kreditvergabe oder Auflösung von Ansparungen explodiert heute die Geldmenge und es gibt Finanzblasen und Inflation. Mit übermäßigen Kredittilgungen oder Ansparungen verschwindet das kaufkräftige Geld und Rezession und Deflation entstehen. Da die Zentralbanken die Geldmenge kaum steuern können, schwankt die Weltwirtschaft manisch-depressiv zwischen Spekulationsblasen und Rezession hin und her. In vielen Eurostaaten verdoppelten sich vor 2008 die Immobilienpreise innerhalb weniger Jahre, dann platze die Blase und es entstand in vielen Ländern eine Jugendarbeitslosigkeit von über 50 Prozent! Seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre versuchen die Staaten die Schwankungen der Geldmenge durch Konjunkturpolitik auszugleichen, was viele Staaten in die Überschuldung drängte.

Mit Vollgeld bleibt die Geldmenge stabil, das dämpft die Konjunkturzyklen, hält die Wirtschaft in ruhigem Fahrwasser und die Staaten müssen weniger Konjunkturpolitik machen.

Haltlosigkeit: Das Schuldgeldsystem verstärkt mit einem Multiplikatoreffekt den Aufschwung und den Abschwung.
Das Schuldgeldsystem drängt von sich aus in die Extreme und aus dem Gleichgewicht. Übermäßige Schwankungen der Geldmenge sind systemimmanent. Rolf Gocht war im deutschen Wirtschaftsministerium Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik und dann bis 1975 acht Jahre Direktor der Deutschen Bundesbank. „Ich erlebte Glanz und Elend monetärer (und anderer) Konjunkturpolitik aus der Nähe, mitgestaltend und miterleidend.“ Er veröffentlichte 1975 eine weitsichtige Studie, in der er für Vollgeld plädiert (5). Darin kommt er zu dem Ergebnis, dass ein natürliches gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht nicht möglich ist, solange das Geld durch Kredite geschöpft wird. Unsere Geldordnung führt zur „Unstabilität im Wirtschaftsablauf“. Die Regierungen versuchen das mit Konjunkturpolitik und staatlichen Ausgabenprogrammen auszugleichen, was aber nur „mühsam und unvollkommen“ gelingt. Die Unstabilität tatsächlich auszuschalten „verlangt eine neue Geldordnung“, in der das Geld durch direkte Ausgaben des Staates in Umlauf kommt.
Rolf Gocht beschreibt, dass im Schuldgeldsystem jede Änderung der Geldmenge eine sich selbst verstärkende Wirkung hat. Bei einer Erhöhung oder Reduzierung der Geldmenge wird „ein kumulativer Prozess eingeleitet, der vom Gleichgewicht des Kreislaufs immer weiter wegführt.“

Mit Vollgeld gibt es keine Auf- oder Abschwungverstärkung, sondern die ruhige Mitte wird gestärkt.

Wachstumsdruck: Von Unternehmen geht der Geldkreislauf aus, das führt zu einer angebotsorientierten Wirtschaft auf Kosten der Umwelt. Überschießende Geldproduktion erzeugt zusätzlichen Wachstumszwang.
Nur wenn Unternehmen Kredite aufnehmen und produzieren, ist heute Geld für den Konsum vorhanden. Damit Unternehmen Kredite bekommen, müssen sie sich von Investoren abhängig machen, die hohe Gewinnerwartungen haben und zu einem ewigen Wirtschaftswachstum antreiben – was aber in einer endlichen Welt nicht möglich ist. Da die Banken die Geldmenge durchschnittlich um jährlich acht Prozent vergrösserten, entstand ein stetiger Überdruck in der Wirtschaft.

Mit schuldfrei ausgegebenem Vollgeld werden die Bedürfnisse der Menschen wieder zum Ausgangspunkt des Geldkreislaufes. Unternehmen können leichter Eigenkapital bilden und sind weniger von fremden Investoren abhängig. Da mit Vollgeld das Geldwachstum dem Wirtschaftswachstum angepasst werden kann, ist auch eine Wirtschaft ohne Wachstum stabil.

VOLLGELD IST EINFACH UND VERSTÄNDLICH

Mit der Umstellung des Giralgeldes in Vollgeld bekommen wir das, was die meisten meinen, was wir schon hätten. Denn Münzen und Papiergeld sind schon vollwertiges Nationalbankgeld und das prägt das allgemeine Geldverständnis. Jedes Kind begreift Vollgeld. Wer den folgenden Satz versteht, weiß was Vollgeld ist: „Die Nationalbank schöpft Vollgeld in Form von Münzen, Papiergeld und elektronischem Buchgeld und bringt es über die Staatsausgaben oder Zuteilung an uns Bürgerinnen und Bürger in Umlauf, so dass wir alle es benützen können.“

Dagegen versteht unser heutiges Bankengeld fast niemand. Es ist unmöglich unser bestehendes Geldsystem in einem Satz zu erklären. Wir erhalten von den Banken geschöpftes Giralgeld, das über Kreditvergabe, also durch Forderungen und Verpflichtungen, entsteht. Dieses Bankengeld ist nicht vollwertig, denn es ist nur eine Forderung gegenüber der Bank und es ist nicht vollständig, denn zu jedem Guthaben gehört immer eine Schuld. Jede Bank hat ihr eigenes Geldterritorium, es gibt UBS-CHF, CS-CHF, Raiffeisen-CHF, usw. Das Papiergeld der Nationalbank vermischt sich mit diesem Banken-Giralgeld. Die Nationalbank schöpft auch Buchgeld, doch das bleibt bei den Banken und wir bekommen es nie zu sehen.
Wenn Sie das jetzt nicht verstehen, macht das überhaupt nichts, denn die meisten Politiker, Journalisten und auch viele Ökonomen verstehen es bislang auch nicht. Durch seine Undurchschaubarkeit ist das heutige Geldsystem vor allem für eine professionelle Finanzoligarchie geeignet, die die Unwissenheit der anderen ausnützen können.

Das Vollgeld-System ist durch seine Einfachheit demokratietauglich. Das ist sehr wichtig, denn das Geldsystem gehört uns Bürgerinnen und Bürgern.

SICHERSTES GELD DER WELT

Unser heutiges elektronische Giralgeld auf unseren Bankkonten ist immer von Bankenpleiten bedroht. Das Problem dabei ist, dass jeder der am Zahlungsverkehr teilnehmen will, notgedrungen einer Bank einen Kredit geben muss, ob er will oder nicht. Wenn die Bank Pleite geht, kann das Geld weg sein.
In der Schweiz gibt es per Gesetz den Einlagensicherungsverein esisuisse, der bis zu 100.000,- CHF bürgt. Er hat insgesamt nur 6 Mrd. CHF zu Verfügung. Das ist bei 870 Mrd. Giro- und Sparguthaben unzureichend und im Falle einer Krise schnell aufgebraucht.

Mit Vollgeld hört diese Unsicherheit auf. Vollgeld ist Nationalbankgeld und damit das sicherste Geld der Welt. Der Zahlungsverkehr wird von den Bankbilanzen getrennt. Die Banken verwalten Girokonten dann genauso wie Wertpapierdepots. Alles Giralgeld gehört nur noch dem Kontoinhaber selbst, wie die Geldscheine und Münzen im Geldbeutel. Selbst wenn eine Bank Konkurs geht, würde das überhaupt nichts ausmachen, denn das Geld gehört nicht mehr zur Konkursmasse. Die Kunden könnten wählen, zu welcher Bank sie wechseln wollen und die Konten werden übertragen, so wie wir das heute bei Wertpapierdepots kennen. Das ist alles.
Anders ist es mit langfristig angelegtem Geld und Bankanleihen. Hier ändert Vollgeld nichts. Hier wurden der Bank bewußt Kredite gegeben und diese stehen im Falle einer Insolvenz im Risiko, soweit dies von esisuisse nicht abgesichert wird. Zum Ausgleich für dieses Risiko erhielt man Zinsen. Wer kein Risiko haben will, kann sein Geld auf dem sicheren Girokonto lassen, erhält aber keinen Zins. Langfristig verliehene Gelder müssen also bei einer Bankinsolvenz mit Verlusten rechnen, genauso wie jeder Gläubiger beim Konkurs eines Unternehmens.

KRISENPRÄVENTION STATT BANKENSUBVENTION

Finanzblasen entstanden immer durch ein Aufblähen der Geldmenge durch Bankkredite. Die Banken richteten ihre Geldproduktion nicht an der Realwirtschaft aus, sondern produzierten meistens zu viel Geld.
In der Schweiz wuchs die Geldmenge M1 von 1990 bis 2012 jährlich um 7,8 Prozent. Dieses zusätzliche Geld führte zu 1,4 Prozent realem Wirtschaftswachstum und 1,5 Prozent Inflation der Verbrauchsgüter. Für die Inflation der Vermögensgüter standen jährlich 5 Prozent zusätzliches Geld zur Verfügung. Die Spekulation mit Aktien, Immobilien, Edelmetallen, Unternehmensübernahmen, Währungen und Derivaten bekam also viel Futter. Wenn Spekulationsblasen bis zum Platzen gefüttert wurden, folgte eine Finanzkrise und ein Tal der Tränen.

Mit der Vollgeldreform ist das nicht mehr möglich, denn die Banken können kein Giralgeld mehr erzeugen, sondern nur noch Geld weiter verleihen, das es schon gibt. Da nur die Nationalbank Geld produziert, kann diese die Geldmenge genau steuern und an die Realwirtschaft anpassen. Die Nationalbank hat den gesetzlichen Auftrag die „Preisstabilität zu gewährleisten“ und versteht darunter auch die Verhinderung von Finanzblasen. So geht den Märkten für spekulative Immobilien- und Aktienblasen auf Kredit bald der verfügbare Geldtreibstoff aus. Wenn die Spekulationskassen leer sind, ist die Party vorbei. Unser heutiges Geldsystem hat vor allem Gaspedale, mit Vollgeld bekommen wir endlich eine Bremse und ein funktionierendes Steuerrad. Konjunktur- und Börsenzyklen verlaufen dann moderater. Stabilere Finanzmärkte und eine stabilere Realwirtschaft werden möglich.

STAAT AUS GEISELHAFT BEFREIT

Die Banken gingen vor der Finanzkrise große Risiken ein, da sie damit rechnen konnten, vom Staat gerettet zu werden. „Too big to fail!“ war ihre Trumphkarte. Kein Staat kann sich den Zusammenbruch des Zahlungsverkehrs leisten, denn damit würde das wirtschaftliche Chaos ausbrechen. Wenn die Konten einer großen Bank wegen Insolvenz gesperrt werden, könnten Millionen Kunden und Unternehmen keine Rechnungen mehr bezahlen und müssten Jahre bis zum Abschluss des Insolvenzverfahrens darauf warten, wieviel sie von ihren Guthaben noch ausbezahlt bekommen. Die Folgen: verweifelte Menschenschlangen vor den Bankschaltern, eine unübersehbare Kettenreaktion von weiteren Insolvenzen, Schockwellen, wirtschaftliche Stagnation und Verarmung …. Also nahmen die Staaten, und auch die Schweiz, lieber ungeheure Lasten auf sich, um Banken zu retten.

Das ändert sich mit Vollgeld! Es wird möglich, größere Banken Konkurs gehen zu lassen, anstatt sie mit Milliarden Steuergeldern zu retten

Die Befreiung des Staates aus der Geiselhaft erfolgt über vier Wege:

Zahlungsverkehr wird unabhängig von Bankbilanzen.
Vollgeld ist eine Art Trennbankensystem. Der Zahlungsverkehr und alle heutigen Giro- und Tagesgeldkonten werden vom sonstigen Bankengeschäft getrennt. Die Kontoführung findet außerhalb der Bankbilanzen statt. Damit fällt das größte Erpressungspotential der Banken gegenüber dem Staat weg, da der Zahlungsverkehr auch im Konkursfall gewährleistet ist.

Vollgeld entflechtet die Banken, es gibt weniger Dominoeffekte.
Die Interbankenkredite machen ca. 25% der Bilanzen der Schweizer Banken aus. (6) Die größten Kunden der Banken sind andere Banken. Diese extrem hohe Verflechtung zwischen den Banken ist eine Folge des Zahlungsverkehrs im heutigen Bankengeldsystems. Denn jede Überweisung zu einem Konto bei einer anderen Bank müssen die Banken untereinander mit gegenseitigen Krediten ausgleichen, soweit sie dafür kein Nationalbankgeld verwenden wollen. Das ist mit Vollgeld nicht mehr notwendig. Wir schätzen, dass mindestens zwei Drittel der Interbankenkredite durch Vollgeld wegfallen. Es gibt dann Interbankenkredite nicht mehr aufgrund des Zahlungsverkehrs, sondern nur noch, wenn eine Bank tatsächlich mehr Geld zur Verfügung hat als sie selbst an Krediten vergeben kann. Damit entflechten sich die Banken weitgehend und wenn eine Bank Konkurs geht, trifft das andere Banken höchstens nur noch punktuell. Weniger Dominoeffekte heißt weniger Notwendigkeit für eine Bankenrettung durch den Staat.

Stabilisierte Finanzmärkte machen Bankenpleiten unwahrscheinlicher.
Da mit Vollgeld die Geldmenge nicht mehr zu spekulativen Zwecken aufgebläht werden kann, werden die Finanzmärkte ausgeglichener und müssen nicht mehr so stark zwischen Manie und Depression hin- und herschwanken. Damit gibt es weniger Möglichkeiten für Banken sich zu verspekulieren.

Weniger Eigenhandel bedeutet weniger Spekulation und weniger Risiko.
Da die Banken das Geld für ihren Eigenhandel mit Aktien, Wertpapieren und Derivaten selbst erzeugen können, sind sie gegenüber Nichtbanken, die das nicht können, stark im Vorteil. Deshalb haben die Banken den Eigenhandel in den letzten Jahrzehnten stark ausgebaut. Das ändert sich mit Vollgeld. Banken und Nichtbanken bekommen gleich lange Spieße und für die Banken rentiert der Eigenhandel weniger, so dass sie diesen reduzieren werden. Weniger Eigenhandel bedeutet weniger Risiko. Beim Eigenhandel haftet immer nur die Bank selbst, dagegen haftet bei Krediten immer zuerst der Gläubiger mit seinen Sicherheiten bevor die Bank Verluste schreibt.

FAIRER WETTBEWERB

Vollgeld bietet nicht nur sozial und ökologisch gesinnten Menschen gute Argumente, sondern auch allen, die gegen staatliche Subventionen und für einen funktionierenden Wettbewerb in der Wirtschaft sind. Denn unser heutiges Geldsystem stört den freien Wettbewerb aus drei Gründen beträchtlich.

Banken sind gegenüber allen anderen Unternehmen im Vorteil
Banken können Geld erzeugen, Unternehmen und Privatpersonen nicht. Übernimmt eine Bank beispielsweise eine Immobilie von einem Verkäufer, dessen Konto sie führt, braucht sie nicht mit verdientem Geld zu bezahlen. Sie kann den Kaufpreis einfach aus dem Nichts auf das Konto des Verkäufers schreiben und benötigt dafür bloß wenige Prozent gesetzliche Zahlungsmittel. Damit verfügen die Banken auf dem Markt der Vermögensgüter über ungleich längere Spiesse als die Nicht-Banken, also Firmen und natürliche Personen.
Deshalb ist der Eigenhandel bei Großbanken so beliebt. In den letzten Jahrzehnten gab es eine Verlagerung vom normalen Kreditgeschäft zum Investmentbanking. Banken können Aktien, Derivate, Rohstoffe oder Devisen mit selbst produziertem Geld auf eigene Rechnung einkaufen – alle anderen Unternehmen müssen das Geld, das sie investieren, erst verdienen oder verzinslich leihen. Das heißt: Investments von Banken rentieren sich schneller als von anderen Unternehmen.

Großbanken sind gegenüber Kleinbanken im Vorteil
Eine Wettbewerbsverzerrung gibt es auch zwischen den Banken selbst. Je größer eine Bank, umso größer ist ihr Geldterritorium. Damit bleibt neu erzeugtes Geld eher im Bereich der Bank und diese kann den Zinsgewinn aus der Geldschöpfung behalten. Bei kleinen Banken ist das anders, neu hergestelltes Geld fließt mehr zu anderen Banken ab und der Zinsgewinn geht stärker verloren.

Großbanken haben Staatsgarantie (too big to fail)
Zur Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs und wegen der starken Abhängigkeit der Banken untereinander kann sich kein Staat leisten, Großbanken Konkurs gehen zu lassen. Für Gläubiger von Banken ist das Ausfallrisiko also begrenzt. Deshalb können große und systemrelevante Banken billiger Kredite aufnehmen als kleine Banken oder alle anderen Mitbewerber am Finanzmarkt.

Durch diese verdeckten staatlichen Subventionen der Banken und speziell der Großbanken werden die Regeln des freien Wettbewerbs grob verletzt. Mangels freiem Wettbewerb nimmt aber die Effizienz der Banken ab. Die Geldherstellung und den Kreditmarkt zu vermischen, führt zum Schaden von beidem.

Mit Vollgeld wird die Wettbewerbsgleichheit wieder hergestellt. Es entfällt der Vorteil der Geldherstellung für Banken gegenüber Nichtbanken, von Großbanken gegenüber Kleinbanken und die „to big to fail“-Garantie des Staates. Wenn die Banken nur noch das Geld verleihen können, das sie selbst von jemand anderen geliehen haben, sind sie mit anderen Wirtschaftsunternehmen gleichgestellt, die für ihre Vorprodukte bezahlen müssen und diese nicht selbst erfinden können. Damit sind die Banken mehr auf die Kunden angewiesen wie heute. Deshalb werden sie sich mehr um die Kunden bemühen. Jeder der die Vorteile der freien Märkte schätzt, müsste für Vollgeld sein.

WACHSTUMSDRUCK REDUZIERT

Die Geldschöpfung durch Bankkredite führte seit der Industrialisierung zur Abhängigkeit der Unternehmen von Investoren, hohen Gewinnerwartungen und damit zu stetigem Wachstumsdruck. Es gibt keine ruhige Mitte, in unserem Geldsystem ist eine nicht wachsende Wirtschaft instabil. Wir sind zum Wachstum verdammt – doch die Natur ist begrenzt. Das ist eine wesentliche Ursache der ökologischen Krise.
Dagegen steht Vollgeld, das durch Staatsausgaben in Umlauf kommt, zur Verfügung, ohne dass sich jemand verschulden musste. Damit erhöht sich – im Vergleich zum Schuldgeldsystem – entsprechend das Eigenkapital aller Unternehmen, staatlicher Einrichtungen und Privatpersonen. Damit haben Unternehmen mehr Möglichkeiten selbst Eigenkapital aufzubauen und sind weniger auf fremde Investoren angewiesen. Damit ist ein Wandel von Aktiengesellschaften zu Genossenschaften oder Unternehmensstiftungen leichter. Familienunternehmen können sich eher halten. Je weniger fremde Eigentümer eines Unternehmens vorhanden sind, umso geringer ist der Gewinndruck und umso mehr ist nachhaltiges Wirtschaften möglich. Mit Vollgeld erhalten wir eine ruhige Mitte. Damit bleibt auch eine nicht-wachsende Wirtschaft stabil. So gibt es keinen Wachstumszwang, sondern Wachstumsfreiheit. Durch eine massvolle Erhöhung der Geldmenge durch die Zentralbank kann die Wirtschaft massvoll wachsen. Mensch und Natur werden geschont.

300 MILLIARDEN FÜR BUND, KANTONE UND BÜRGERINNEN UND BÜRGER

Vollgeld ist eine intelligente und sparsame Art, Geld in Umlauf zu bringen. Alle Gewinne aus der Geldschöpfung kommen der Allgemeinheit zugute. Der Staat bringt Giralgeld auf die gleiche Art wie heute die Münzen in Umlauf, nämlich durch Ausgaben. Holt man das für die bestehende Geldmenge nach, so ergeben sich 300 Milliarden extra Geldschöpfungsgewinn. Das entspricht allen Staatsschulden plus eineinhalb Bundeshaushalten. Zukünftige Erhöhungen der Geldmenge aufgrund des Wirtschaftswachstums führen zu weiteren Auszahlungen in Milliardenhöhe ganz ohne Inflationsgefahr. Das Beste dabei ist: durch diesen intelligenten Umgang mit Geld wird niemandem etwas weggenommen. Wir alle profitieren davon, keiner wird ärmer! Das ist der umwerfende Charme des Vollgeldes.

Stellen Sie sich einmal vor, sie besitzen ein Haus. Dieses Haus überlassen Sie, ohne es zu bemerken, einer Firma, die es vermietet und die Miete selbst behält. Da sie irgendwo wohnen müssen, mieten Sie von der Firma das Haus, das eigentlich Ihnen gehört. Eine absurde Konstellation. Doch genauso funktioniert unser derzeitiges Geldsystem.

Wir Bürgerinnen und Bürger haben den Banken, ohne es zu bemerken, die Herstellung von elektronischem Giralgeld überlassen und zahlen ihnen Zinsen, damit das benötigte Geld über Kredite in Umlauf kommt. Bei durchschnittlich 340 Milliarden Geldmenge M1 (= alles täglich verfügbare Geld) und angenommen zwei Prozent Zinsen, handelt es sich um jährlich sieben Milliarden, mit denen wir alle belastet werden. Diese sieben Milliarden verteilen sich über die Preise auf die gesamte Volkswirtschaft – eine stetige Subvention der Banken. Damit macht die Vollgeld-Initiative Schluss, Banken dürfen kein Giralgeld mehr erzeugen, sondern nur noch die Nationalbank.
Und wie soll das Geld in Umlauf kommen? Sollen wir das Haus, das uns gehört, der Firma vermieten und es für den doppelten Mietpreis zurück mieten? Eine absurde Idee. Da das Haus uns gehört, können wir doch einfach selbst darin wohnen. Genauso gilt: Wenn das Geld von unserem Staat hergestellt wird, können wir es selbst benützen, das heisst, es schuldfrei an Bund, Kantone und uns Bürgerinnen und Bürger übertragen. Damit steht alles neu geschaffene Geld uns allen in voller Höhe zur Verfügung.

Geldherstellung war immer eine wichtige staatliche Einnahmequelle
Über Jahrhunderte bezahlten Könige, Fürsten, Kantone und Städte einen Teil ihrer Ausgaben durch selbst geprägte Münzen. Sie profitierten vom Geldschöpfungsgewinn (Seigniorage), also vom Unterschied des Nennwertes der Münzen im Vergleich zu den Produktionskosten.
Vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckten die Banken das profitable Geschäft der privaten Geldherstellung und es entstand ein Wildwuchs von immer mehr Papiergeld. Banken druckten eigene Noten, verliehen diese gegen Zinsen und machten damit gute Gewinne. Da sie laufend zuviel Geld druckten kam es immer wieder zu Finanzkrisen.
Die Staaten brachten die Finanzmärkte zur Ruhe und holten sich den Geldschöpfungsgewinn zurück. England führte 1844 und Deutschland 1875 das Banknotenmonopol ein. Das Schweizer Stimmvolk verbot 1891 den Banken das Drucken von Geldscheinen und übergab dem Bund das Notenmonopol, der dafür die Schweizerische Nationalbank (SNB) gründete. Eine weise Entscheidung. Seit Jahrzehnten fließen jährlich zwischen 1 bis 2,5 Milliarden des Gewinns der SNB in die öffentlichen Kassen.

Doch wir haben das Giralgeld vergessen
Die Münzen und das Papiergeld wurden von einer neuen Geldart verdrängt, dem elektronischen Giralgeld der Banken. Anfang des 20. Jahrhunderts hatten nur Firmen und einige Privatpersonen ein Girokonto, heute fast jeder. Mittlerweile besteht unser Geld zu 90 Prozent aus Banken-Giralgeld, nur noch zehn Prozent sind Bargeld. Doch wir haben vergessen, die Schweizer Verfassung anzupassen und haben damit eine bedeutende öffentliche Einnahmequelle den Banken überlassen. Mit der Vollgeld-Initiative wird das Banknotenmonopol auf ein Giralgeldmonopol ausgeweitet. Dann fließt der Gewinn aus der Produktion von Giralgeld an die Allgemeinheit statt in private Hände.

Wie soll Geld in Umlauf kommen?
Mit Vollgeld gibt es zwei Wege, wie Geld in Umlauf kommt. Die SNB kann es gegen Zinsen an Banken verleihen. So machte sie es bisher und daraus entstanden die Zinsgewinne, die sie jährlich an Bund und Kantone ausschüttete. Hauptsächlich soll die SNB das Geld aber schuldfrei an Bund, Kantone und uns Bürgerinnen und Bürger auszahlen.Die schuldfreie Auszahlung von neuem Geld ist ein bewährtes Verfahren. Münzgeld kommt schon seit Jahrhunderten so in Umlauf. Fürsten, Könige und Kantone bezahlten mit selbst geprägten Münzen ihre Lieferanten und Bediensteten. Heute werden die Münzen vom Bund geprägt und zum Nennwert bei der Zentralbank in Giralgeld umgetauscht und damit öffentlichen Ausgaben finanziert. Dem Bundeshaushalt standen aus der «Zunahme des Münzumlaufs» 2011 54 Millionen, 2012 sogar 87 Millionen Franken zur Verfügung. Durch die Vollgeldreform wird mit Giralgeld und Papiergeld so umgegangen wie bisher mit Münzen. Konkret bedeutet das: Wenn zum Beispiel ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent erwartet und angestrebt wird, erhöht die SNB die Geldmenge um ein Prozent, also um fünf Milliarden. Dieses neue Geld überweist sie an Bund und Kantone oder zahlt es direkt an die Bürgerinnen und Bürger aus.Die zukünftigen Erhöhungen der Geldmenge sind vom jeweiligen Wirtschaftswachstum abhängig. Dagegen sind die schuldfreien Auszahlungen durch die Umstellung des schon bestehenden Giralgeldes bereits heute berechenbar. Es entstehen Mehreinnahmen von etwa 300 Milliarden.

Wie entstehen die 300 Milliarden?
Die Umwandlung des gegenwärtigen Banken-Giralgeldes in vollwertiges Nationalbank-Geld geschieht an einem festgelegten Stichtag. Die Banken übergeben ihre täglich fälligen Kundenverbindlichkeiten (Ansprüche auf Auszahlung auf Bargeld) an die Nationalbank, weil diese nun die Herstellerin des vorher aus dem Nichts entstandenen Giralgeldes ist. Die Umdeklaration umfasst alles Giralgeld auf den Giro- und Transaktionskonten der Banken. Für die Kunden ändert sich nichts und die Banken bekommen einfach einen neuen Gläubiger. Die Banken haben nun weniger Kundenverbindlichkeiten aber in gleicher Höhe Verbindlichkeiten gegenüber der Nationalbank.
Diese SNB-Verbindlichkeiten sollen die Banken schrittweise innert einem angemessenen Zeitraum bis zu 15 Jahren tilgen. Das können sie aus ihren bisherigen Nationalbankguthaben, Rückzahlungen ihrer Kunden und neuen Spareinlagen. Immer wenn Banken SNB-Verbindlichkeiten tilgen, wird Geld aus dem Wirtschaftskreislauf gezogen, wo es dann fehlt. Deshalb zahlt die SNB entsprechend viel neues Vollgeld schuldfrei aus, so dass die Geldmenge stabil bleibt. So wird schrittweise das bisherige krediterzeugte Geld in schuldfreies Geld umgewandelt und neu in Umlauf gebracht. Dieses Geld landet durch Tilgungen von Staatsschulden oder Ansparungen grossteils wieder bei den Banken, die so weitere ihrer SNB-Verbindlichkeiten tilgen können. Die SNB steuert die Geldmenge auch in dieser Umstellungszeit so, dass weder Inflation noch Kreditklemmen entstehen.
Die 300 Milliarden entstehen also nicht durch eine Erhöhung der Geldmenge, sondern ausschliesslich durch eine bessere Nutzung des Geldes. Anstatt das Geld Banken zu leihen, benutzen wir es selbst. Die Wirkung ist leicht zu verstehen: Wenn ich Marmeladengläser einkoche und diese verleihe, habe ich nichts zum Frühstück. Wenn ich die Gläser behalte, kann ich Marmelade essen.

Ein Gewinn, ohne dass jemand Verlust macht
Manche können sich die Mehreinnahmen aus der Vollgeldreform nicht vorstellen, da sie meinen, dass jemand entsprechende Verluste machen müsste. Sie wollen wissen: Wem wird dafür dieses Geld weggenommen? Die Antwort ist: Niemandem, keiner wird ärmer! Es gibt keine Steuererhöhungen, Sparpakete oder Enteignungen und keine sozialen Konflikte und Verteilungskämpfe. Es gibt auch keine Inflation, denn die Geldmenge bleibt gleich, weil es sich ja nur um eine rechtliche Umdeklaration des bestehenden Geldes handelt. Das ist doch umwerfend!
Das erklärt sich so: Solange Geld wie bisher nur durch Kredite in Umlauf kommen kann, gibt es gesamtgesellschaftlich betrachtet nur Sachvermögen, aber kein Geldvermögen. Denn allen Geldguthaben stehen entsprechende Schulden gegenüber, beides gleicht sich aus. Wenn Schulden abbezahlt werden, gibt es weniger Guthaben. Wenn es gar keine Schulden mehr gäbe, gäbe es kein Geld mehr. Das ist abstrus.
Wenn Geld aber nicht als Kredit entsteht, sondern schuldfrei in Umlauf kommt, ist es als positiver und in sich bestehender Wert vorhanden. Wenn die SNB aufgrund der Umdeklaration des Giralgeldes gestaffelt 300 Milliarden schuldfrei zugeteilt hat, entsteht gesamtgesellschaftlich ein Geldvermögen von 300 Milliarden Franken. Dieses Anwachsen des gesamtgesellschaftlichen Geldvermögens ist die andere Seite der 300 Milliarden Mehreinnahmen für Bund, Kantone und Bürgerinnen und Bürger.

Geldherstellung mit demokratischer Legitimation
Meistens müssen zuerst Geschäfte gemacht oder Leistungen erbracht werden, um Geld zu bekommen. Doch bei der Herstellung von Geld ist das nicht der Fall. Wenn eine Bank oder die SNB eine Million neues Buchgeld bucht, ist eine Million entstanden. Dieses neue Geld ist die Voraussetzung und nicht das Ergebnis wirtschaftlichen Handelns.
Da Geld so leicht entsteht, kann dies mißbraucht werden und es kam immer wieder zu den Finanzkrisen. Deshalb wird mit der Vollgeldreform den Banken die Geldherstellung verboten. Allein die Nationalbank darf dieses besondere Recht im «Gesamtinteresse des Landes» (Art. 99 Bundesverfassung) ausüben.
Die Geldmenge wird von der SNB allein nach geldpolitischen Überlegungen und aufgrund ihres gesetzlichen Auftrages festgelegt. Die SNB muss nach Art. 5 des Nationalbankgesetzes die «Preisstabilität gewährleisten», das verbietet eine Staatsfinanzierung, welche in Art. 11 noch einmal explizit verboten ist. Parteien und Regierung haben somit keinen Einfluss auf die SNB, diese ist unabhängig und wie das Bundesgericht nur dem Gesetz verpflichtet. Die schuldfreien Auszahlungen von neuem Geld entsprechen den heutigen Gewinnausschüttungen der SNB an Bund und Kantone.

Vergleichbare Vorgänge: Verkauf von Sendelizenzen und Auflösung stille Reserven
Angesichts der gewaltigen Summe von 300 Mrd. CHF können es manche Menschen einfach nicht glauben, dass das möglich ist. Es gibt vergleichbare Vorgänge, die zum Verständnis helfen.
Die Versteigerung der UMTS-Senderechte durch den deutschen Staat führte im Jahr 2000 zu einmaligen Erlösen in Höhe von 33,6 Mrd. Euro, die im Wesentlichen zur Schuldentilgung verwendet wurden. Eine Sendelizenz ist ein staatlich verwaltetes Rechtsgut, das bisher den Nutzern gegen Gebühren zur leihweisen Verfügung gestellt wurde. Neu an der UMTS-Versteigerung war, dass das Nutzungsrecht an den Sendefrequenzen bis 2020 an die Unternehmen verkauft wurde. Ähnliche Gewinne entstehen auch beim Verkauf von Emissionsrechten für Treibhausgase. Geld ist ebenfalls ein Rechtsgut, das vom Staat verkauft werden kann.
Dass man Geldschöpfungsgewinne mit Erträgen aus anderen öffentlichen Nutzungsrechten (in der Schweiz sagt man Regalien) gut vergleichen kann, sieht man auch am Schweizer Bundeshaushalt. In die Rubrik „Einnahmen aus Regalien und Konzessionen“ fallen zum Beispiel der Bundesanteil die Konzessionen für Radio, Fernsehen und Funknetze sowie die Erträge aus der Herstellung von Münzen und die Gewinnausschüttungen der SNB.
Auch der Begriff der „stillen Reserve“ hilft zum Verständnis. Eine stille Reserve sind reale Vermögen von Unternehmen, die in der Bilanz nicht mehr oder unterbewertet auftauchen. Diese entstehen regelmäßig durch Abschreibungen und konservative Bewertungen. Wenn Betriebsgebäude nach 25 Jahren abgeschrieben sind, was gesetzlich korrekt ist, stehen sie in der Bilanz nur noch mit 1,- Euro. Tatsächlich sind sie vielleicht noch Millionen wert. Oder ein Grundstück steht mit der Kaufsumme in der Bilanz, inzwischen hat sich der Bodenpreis vervielfacht. Oder ein Unternehmen hat höhere Rückstellungen für zukünftig anfallende Kosten gemacht, als später nötig werden. In diesen Fällen ist das Unternehmen reicher als es aufgrund der Bilanz scheint. Deshalb entsteht beim Verkauf der Häuser oder des Grundstücks ein einmaliger Sondergewinn. Die stille Reserve wird realisiert. Es ist ein Gewinn, der sich aus Änderungen in der Bilanzierung ergibt. In der Wirtschaft entstehen laufend Gewinne oder Verluste aus Bewertungsänderungen von Immobilien, Aktien und sonstigen Gütern in Bilanzen. Die Realisierung von stillen Reserven gehört zum Alltagsgeschäft.
Unser Staat ist reicher als er scheint. Er hat das Geldregal als stille Reserve. Wenn alles umlaufende Geld von der SNB geschaffen und nicht mehr verliehen, sondern schuldfrei ausbezahlt wird, wird die stille Reserve gehoben und der Mehrertrag fließt Bund, Kantonen und Bürgerinnen und Bürger zu.

Warum nur 300 Milliarden?
Die bestehende Geldmenge M1 wird also in Vollgeld umgewandelt. Mitte 2013 betrug die Geldmenge M1 etwa 550 Mrd. Franken. Wieso sprechen wir dann nur von 300 Mrd.?
Durch schuldfreie Auszahlung soll die grundsätzlich längerfristig benötigte Geldmenge bereitgestellt werden. Dagegen sollten kurz- und mittelfristige Schwankungen der Geldmenge durch Kredite der SNB an Banken ermöglicht werden. Kredite können schneller zurückgeführt werden, denn sie laufen von selbst aus. Dagegen kommt schuldfrei ausgeschüttetes Geld nicht von alleine zurück, dazu wäre zum Beispiel eine extra Steuererhebung nötig, was möglichst vermieden werden sollte.
Die Geldmenge M1 erhöhte sich in der Schweiz bis 2008 kontinuierlich auf etwa 270 Mrd. Von 2009 bis 2013 stieg sie rasant bis auf 550 Mrd. Franken. Dieser Anstieg ist nicht auf Wirtschaftswachstum zurückzuführen, sondern nur auf die zusätzliche Nachfrage nach Schweizer Franken aufgrund der Finanz- und Eurokrise. Viele Sparer kündigten wegen der Unsicherheit langfristige Geldanlagen und liessen ihr Geld auf Girokonten deponieren. Zudem gab es einen sehr grossen Zustrom an Auslandsdevisen. Mit einem Abflauen der Finanz- und Eurokrise wird sich die aufgeblähte Geldmenge M1 wieder verringern. Das muss die SNB flexibel und kurzfristig gewährleisten können.
Deshalb darf die SNB nur die von der Schweizer Volkswirtschaft auch langfristig benötigte Geldmenge schuldfrei auszahlen. 2008 betrug die Geldmenge M1 etwa 270 Mrd. Franken. In einer angenommenen 15jährigen Übergangsfrist wird die Schweizer Wirtschaft weiter wachsen, deshalb muss zusätzliches Geld geschöpft und in Umlauf gebracht werden, mindestens 10 Prozent, also ca. 30 Mrd. Franken. Daraus ergibt sich eine Auszahlung von total mindestens 300 Mrd. Franken. Alles darüber hinausgehende Geld sollte als Kredite an Banken oder durch den Kauf von Wertpapieren in Umlauf kommen und würde so der SNB – falls notwendig – eine schnelle und flexible Anpassung der Geldmenge ermöglichen.

Was machen wir mit dem vielen Geld?
Über die Verwendung der 300 Milliarden macht der Verfassungsentwurf der Vollgeld-Initiative keine Aussage. Deshalb kann die Vollgeld-Initiative von jeder politischen Richtung unterstützt werden. Es geht nur darum, die Mehreinnahmen zu erzielen, nicht diese zu verteilen. Später können das Parlament oder das Volk bei den jährlichen Budgetplanungen entscheiden, inwieweit das Geld in staatliche Leistungen, Steuersenkungen oder direkte Auszahlungen an Bürgerinnen und Bürger fliesst. Sinnvoll wäre es als erstes die Schulden von Staat, Kantonen und Gemeinden in Höhe von etwa 200 Milliarden zu tilgen, dann stehen Jahr für Jahr 5 Milliarden an eingesparten Zinsen zur Verfügung. Das wäre ein neuer Schweizer Rekord: erster schuldenfreier Staat. In der Umstellungsphase ist eine über Jahre gestaffelte Bürgerauszahlung pro Kopf von einigen tausend Franken denkbar, danach weiterhin von jährlich einigen hundert Franken. Freuen wir uns darauf!

IWF BESTÄTIGT POSITIVE WIRKUNGEN DER VOLLGELDREFORM

Die IWF-Ökonomen Michael Kumhof und Jaromir Benes untersuchten in ihrer Studie „Chicago Plan revisited“ die Vollgeldreform auf Herz und Nieren. Der Internationale Währungsfonds (IWF) kümmert sich um die weltweite Finanzstabilität.

In ihrer Zusammenfassung schreiben die Autoren: „Am Zenit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren empfahlen führende US-Ökonomen eine Reform des Geldsystems, die als der „Chicago Plan“ bekannt wurde. Dieser sah vor, die Geld- und die Kreditfunktionen im Bankensystem durch eine 100% Reserve zur Deckung von Einlagen zu trennen und die Geldschöpfung in die öffentliche Hand zu legen. Gemäss Irving Fisher (1936) würde dieser Plan die folgenden Vorteile bieten:
(1) Eine deutlich verbesserte Kontrolle der Schwankungen im Wirtschaftszyklus. Die plötzlichen Zunahmen und Abnahmen der Bankenkredite und der Giralgeldschöpfung würden stabilisiert.
(2) Vollkommene Beseitigung von so genannten „Bank-Runs“.
(3) Eine drastische Abnahme der (Netto-)Staatsschulden.
(4) Eine erhebliche Abnahme der privaten Schulden, da die Geldschöpfung kein gleichzeitiges Schuldenmachen mehr erfordern würde.“
Bei der wissenschaftlichen Überprüfung anhand ökonomischer Modellrechnungen bestätigten die IWF-Ökonomen diese vier Wirkungen. Zusätzlich konnten sie zwei zusätzliche Vorteile nachweisen:
(5) Nachhaltige Produktionsgewinne um etwa 10 Prozent durch das Wegfallen beziehungsweise Vermindern vielfältiger Verzerrungen wie Zinsrisiken, verfälschende Steuern und teurem Überwachen von makroökonomisch unnötigen Kreditrisiken.
(6) Herabsetzung der Inflation auf Null.

Auch die geschichtliche Darstellung des Geldes im zweiten Teil der Studie ist hoch interessant. Die Kontroverse „staatliche versus private Kontrolle der Geldschöpfung“ wird analysiert. Die IWF-Forscher kommen zu einem klaren Ergebnis und befürworten eine staatliche Schöpfung und Kontrolle des Geldes. In der Vergangenheit geschah dies vor allem durch schuldfreie Ausgabe von Münzen, heute könnte genauso elektronisches Geld erzeugt werden. Gemäss den IWF-Ökonomen gibt es in der Geldgeschichte des Altertums und der westlichen Nationen nichts, was eine Ablehnung der öffentlichen Geldschöpfung rechtfertigen würde.

Vollgeld ist eine moderne Variante des 100%-Money. Die Ergebnisse der IWF-Studie gelten entsprechend. Die Studie ist keine offizielle IWF Position, aber es gibt strenge interne Qualitätskontrollen und die Arbeit wurde von Douglas Laxton, dem Chef der IWF-Forschungsabteilung „Ökonomisches Modelling“ zur Veröffentlichung freigegeben.

Die IWF-Studie von Prof. Michael Kumhof und Jaromir Benes ist unter folgendem Link zu finden:http://www.imf.org/external/pubs/ft/wp/2012/wp12202.pdf

Anlässlich der AMI Monetary Reform Conference an der Universität Chicago (USA) erläuterte Prof. M. Kumhof mit einer Powerpoint-Präsentation die Geldschöpfung der Banken und den Mythos des „Deposit Multiplier“: The Chicago Plan Revisited

Eine Auswahl von Presseartikeln zur IWF-Studie sind hier.

Anmerkungen:
(1) blog.postwachstum.de/die-vollgeldreform-ein-wichtiger-schritt-in-die-postwachstumsokonomie-20130317
(2) www.iconomix.ch/fileadmin/user_upload/docs/agenda/130907/fachtagung2013_folien_lenz.pdf
(3) Deutsche Bundesbank, Geld und Geldpolitik, Stand: Herbst 2010, S. 68,www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Service/Schule_und_Bildung/geld_und_geldpolitik_kapitel_3.pdf
(4) Jackson, Andrew und Dyson, Ben: Modernising Money, Why our monetary system is broken and how it can be fixed, London, 2012, S. 21
(5) Gocht, Rolf: Kritische Betrachtung zur nationalen und internat. Geldordnung, Berlin, 1975
(6) Schweizerische Nationalbank: Die Banken in der Schweiz, Ausgabe 2012, Seite A 20

Weiter zu Fragen zum Vollgeld …

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Hier noch ein anderer Beitrag zum Thema:

http://www.experto.de/onlineshop/vnr_upload/sam/2013/sg/0507/index.html?pm_cat%5B0%5D=b2c&pm_cat%5B1%5D=finanzen&SYS=224&SCID=1840060&NL=SAM&ML=VNR11235_SAM_EXP_K_SG_EXP_K_SG_20140112_20140112&utm_source=SAM&utm_medium=e

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Aus dem per ÖVP-Amtsmissbräuchen offenkundig verfassungswidrig agrar-ausgeraubten Tirol, vom friedlichen Widerstand, Klaus Schreiner

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Ein Gedanke zu „Zukunft des Geldes – Ende des Geldes! „Monetative“ statt Finanzkonzerne  – Vollgeld –  Unsere Chance gegen den Zinseszins, gegen die Geldschöpfung der Privatbanken aus dem Nichts – (FIAT-Money), Vollgeld, Monetative, Golddeckung, Plan B, Welt.de,

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