Zahlenmanipulation in der Statistik für Schönfärberei und Täuschung der Beteiligten zugunsten für eine gute Reputation der Politik u. Volkswirtschaft zulasten der Mehrheit der Bevölkerung! Nimmt man den Teil I bis Teil III der Beiträge gedanklich bewusst zusammen wahr, wir einem klar, was los war, und ist!

Finanzmarkt- und Konzernmacht-Zeitalter der Plutokratie unterstützt von der Mediakratie in den Lobbykraturen der Geld-regiert-Regierungen in Europa, Innsbruck, 2014-04-04

Liebe BlogleserIn,

aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen:

http://www.wirtschaftsblog.info/archiv/2013/die-fiktiven-eigenheimmieten/

Die fiktiven Eigenheimmieten

Mit imputieren meint man in der Statistik das Zuweisen von Werten für andernfalls nicht erhobene Daten, also ein Synonym für schätzen. Imputierte Mieten sind jene Mieten die niemand zahlt, weil er sie in der Regel an sich selbst überweisen müsste. In der Realität sind solche Eigenheimmieten also reine Fiktion, in der Statistik hingegen wird die Fiktion zur Realität.

Imputierte Mieten sind ein fester Bestandteil unseres Bruttoinlandsprodukts, wenn auch einer der nirgendwo explizit ausgewiesen wird. In der Verwendungsrechnung werden sie als privater Konsum veranschlagt, in der Verteilungsrechnung als Kapitaleinkommen. Über den privaten Konsum lässt sich auch die ungefähre Höhe der imputierten Mieten ermitteln.


2011 betrugen die privaten Konsumausgaben 165,8 Mrd. Euro, davon entfielen 26,5 Mrd. auf den Posten „Mietzahlungen inkl. Imputationen“. Beides lässt sich hier leicht einsehen. Auch ohne genaue Sachkenntnis ließe sich schon erkennen, dass es sich kaum nur um die tatsächlichen Mieten handeln kann. Bei etwa 3,7 Mio Haushalten, von denen über die Hälfte im Eigenheim wohnt, läge der Mietaufwand sonst bei durchschnittlich etwa 16.000 Euro im Jahr. Weit mehr als sich der Durchschnittsbürger leisten könnte.

Tatsächlich setzen sich die 26,5 Mrd. Euro Mietaufwand aus drei Komponenten zusammen: echte Mieten, imputierte Mieten und Betriebskosten. Die quantitative Aufteilung lässt sich anhand der „Konsumerhebung 09/10“ abschätzen.

Ausgabengruppe

in Euro/Monat

Wohnen, Energie

691

   Tatsächlich gezahlte Wohnungsmieten

126

   Imputierte Mieten

258

   Wohnungsinstandhaltung

58,4

   Betriebskosten, sonstige Zahlungen

101

   Energie

137

Demnach machen die imputierten Mieten 53,2% (= 258 / (126 + 258 + 101)) des in der Konsumstatistik ausgewiesenen Mietaufwands aus. Das entspräche also 26,5 * 0,532 = 14,1 Mrd. Euro. Da das BIP 2011 bei 300,7 Mrd. Euro lag, bedeuten die imputierten Mieten einen Aufschlag von knapp 5%. Dank der fiktiven Eigenheimmieten sind wir also alle reicher, unsere Abgabenquote ist um ca. 2,4% niedriger, die Staatsverschuldung fällt um einige Prozentpunkte niedriger aus, und natürlich auch die Neuverschuldung.

Dabei könnte man die Sache auch wohlwollend betrachten. Ein Heim liefert einen Nutzen, ganz unabhängig davon ob man es zur Miete oder als Eigentum bewohnt. Wenn dieser Nutzen nun unabhängig von der Ausprägung der Nutzungsform in die Wirtschaftsleistung eingerechnet wird, dann scheint das durchaus konsequent. Einer der Hauptgründe dafür das zu tun, wird denn auch damit argumentiert, dass nur so die Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen Volkswirtschaften gewährleistet würde. Man muss bedenken, dass unterschiedliche Länder auch ganz unterschiedliche Quoten an Eigenheimbesitzern bzw. Mietern haben. Doch der Teufel liegt im Detail.


Zum einen gibt es eine Regel in der VGR, die besagt, dass jene Leistungen die Menschen mit eigenen Mitteln für sich selbst (unentgeltlich) erbringen, nicht zur Wirtschaftsleistung zu zählen sind. Wirtschaften hat etwas mit Interaktion, dem Austausch von Waren oder Dienstleistungen zu tun. Sport zu machen, Körperpflege, etwas zu Kochen oder Briefmarken zu sammeln mögen adäquate Tätigkeiten sein, ihnen fehlt aber der Charakter des Wirtschaftens. Diese Dinge dem BIP zuzuschätzen würde notwendiger Weise zur völligen Beliebigkeit führen. Und dennoch geht man bei den fiktiven Eigenheimmieten eben diesen Weg.


Ein semantisches Problem ergibt sich, wie angesprochen, wenn sich etwa die Abgabenquote aufgrund solcher Zuschätzungen reduziert.
Es entstehen so Verzerrungen, die über die realen Verhältnisse täuschen. Die Tatsache, dass Auskünfte über diese relativierenden Faktoren der Wirtschaftsleistung nicht einmal im Kleingedruckten zu finden sind, dass man, wie etwa bei der Zuschätzung Schattenwirtschaft, die Zahlen gänzlich verweigert (Statistisches Bundesamt) oder bewusst falsche Zahlen behauptet (Statistik Austria), lassen eine gezielte Täuschung vermuten.


Auch wenn es, wie wir hier demonstrieren, durchaus möglich ist, diese Zahlen zu ermitteln, so wird die Kenntnis darüber durch die Kommunikationspolitik der Statistikämter erheblich beeinträchtigt. Es gibt eben keine „offiziellen“ Zahlen dazu. Dadurch wird erfolgreich suggeriert, dass es diese Dinge gar nicht gäbe. Ein Irrtum dem die meisten Wirtschaftsexperten (von Laien ganz zu schweigen) tatsächlich unterliegen.

Nun ist es aus politischer Sicht eine feine Sache, wenn man dank imputierte Mieten das BIP erhöhen und gleichsam Schulden- oder Abgabenquote senken kann. Viel reizvoller ist es jedoch zu jeder Zeit die Wachstumsraten aufzupeppen. Könnten die fiktiven Eigenheimmieten dazu einen Beitrag leisten? Sehen wir uns dazu die Konsumstatistik unter besonderer Berücksichtigung des Mietaufwands an.


Ein Anstieg von 6 auf 16% ist keine Kleinigkeit. Wie wir schon wissen, besteht dieser Mietaufwand heute zu 53% aus fiktiven Eigenheimmieten. Die interessante Frage wäre die, wie dieses Verhältnis 1976 ausgesehen haben dürfte. Damals jedenfalls wurden imputierte Mieten noch gar nicht dem BIP hinzugeschlagen. Inzwischen wurden die Daten rückwirkend revidiert und das BIP fällt im Vergleich zu den ursprünglichen Angaben um etwa 5% höher aus. Das wäre genug Spielraum um auch rückwirkend imputierten Mieten Platz zu bieten.


Dennoch gibt es hier nur zwei mögliche Betrachtungsweisen. Entweder blieb der Anteil der fiktiven Eigenheimmieten über den Betrachtungszeitraum mehr oder minder konstant. Dann wäre Wohnen jedenfalls der Preistreiber schlechthin über den gesamten Zeitraum gewesen. Dann wäre aber auch die Frage zu stellen, wieso der Mietaufwand 1976 noch mit 5% im Warenkorb des VPI gewichtet war, zwischendurch auf 3% sank (zufälliger Weise während der ausgeprägtesten Preissteigerungen), und heute bei nur 4,1% liegt.


Der Effekt daraus wäre der, dass die fiktiven Mieten zwar durch die Teuerung der tatsächlichen Mieten höher eingeschätzt worden wären, diese Preissteigerung sich aber nicht auf die allgemeine Teuerung ausgewirkt hätte, da die fiktiven Mieten ja gar nicht erst in den Warenkorb einbezogen sind. Selbst wenn, hätte das keinen Effekt, da die Teuerung der Verbraucherpreise traditionell nicht revidiert wird. Es läge also ein statischer Fehler vor der uns fälschlich reicher machen würde als wir sind.

Die Alternative wäre noch schlimmer. Was wenn man die fiktiven Mieten einfach „oben drauf“ geschlagen hätte, man also im Jahr 1976 mit 0% Zuschlag angefangen, und nachfolgend, je nach konjunkturellem Bedarf, mehr und mehr davon hinzugegeben hätte. Damit hätte man nicht nur 5% zusätzliches Wirtschaftswachstum erfunden, man hätte es auch noch dort einfügen können, wo eigentlich Rezessionen stattfanden.


Nun korrelieren die Wachstumssprünge des Mietaufwands (anfang der 80er und Mitte der 90er) nicht wirklich mit negativen oder zumindest sehr schwachen Wachstumsraten des BIP. Sollten diese manipuliert sein, wäre das jedoch auch kein sinnvolles Indiz. Wir könnten die These aber anhand eines anderen Konjunkturindikators prüfen, etwa der Arbeitsplätze in der Sachgüterproduktion. Bitte sehr:


..wie der Zufall so spielt. Ja, die Jobs in der Sachgütererzeugung, oder auch die etwas enger gefassten Arbeitsplätze in der Industrie, zeigen recht unversöhnlich jede Konjunkturdelle an. Irgendwas muss Anfang der 80er und Mitte der 90er geschehen sein, etwas was wir in den offiziellen Wachstumsraten so nicht finden können. Und ja, die Entwicklung des Mietaufwands korreliert auffallend präzise mit dieser Statistik. Eine wissenschaftliche Erklärung dieses interessanten Phänomens steht meines Wissens noch aus.


Bezüglich der Redlichkeit der Statistik bedeutet das jedenfalls nichts Gutes.

————————————————————————————————-

Aus dem per ÖVP-Amtsmissbräuche offenkundig verfassungswidrig agrar-ausgeraubten Tirolvom friedlichen Widerstand, Klaus Schreiner

Be part of the solution. Don´t be part of the problem! Sei dabei! Gemeinsam sind wir stark und verändern unsere Welt! Wir sind die 99 %!

—————————————————————————————————————————

Nimmt man den Teil I bis Teil III der Beiträge gedanklich bewusst zusammen wahr, wir einem klar, was los war, und ist!

images (7)

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.