Wohnen ist ein Grundbedürfnis und keine Ware, auch kein Spekulationsobjket! Es besteht dringender politischer Handlungsbedarf! Nicht nur in Innsbruck! Es sollte das Ertragswertprinzip, wie überall in der Wirtschaft auch, im Wohnungsmarkt in ganz Europa zum Tragen kommen.

Finanzmarkt- und Konzernmacht-Zeitalter der Plutokratie unterstützt von der Mediakratie in den Lobbykraturen der Geld-regiert-Regierungen in Europa, Innsbruck, 2014-04-04

Liebe BlogleserIn,

aus dieser Quelle zur weiteren Verbreitung entnommen:

http://www.dowas.org/index.php/jahrbuch12/100-achtung-wohnen-in-tirol-kann-ihre-existenz-gefaehrden 

Achtung: Wohnen in Tirol kann Ihre Existenz gefährden! 

 

Garconnière 20 m2 Monatsmiete € 490,-
inkl. Betriebskosten; Zweizimmerwohnung 45 m2 Monatsmiete € 750,- inkl. Betriebskosten! (Anm.: hier handelt es sich um Durchschnittswerte aus einer sehr breiten Erhebung im Zeitraum Juli-Sep. 2012 in Tirol!) 


Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe zeigen schon seit Jahren auf, dass Wohnen zunehmend teurer und erschwinglicher Wohnraum zur Mangelware wird. Mittlerweile ist die Problematik in der Politik angekommen. „Leistbares Wohnen“ kann nicht mehr als sogenanntes „Randgruppenproblem“ abgetan werden. Es herrscht Einigkeit in der Tiroler Parteienlandschaft, dass Wohnen ein Grundbedürfnis ist und für alle erschwinglich sein muss. Im Zuge der Innsbrucker Gemeinderatswahl 2012 haben alle Parteien den Slogan „leistbares Wohnen“ in ihr Wahlprogramm aufgenommen.



Im Arbeitsübereinkommen der amtierenden Stadtregierung (Für Innsbruck, Grüne, SPÖ) ist zu lesen: „Wohnen ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Eine gute und leistbare Wohnung ist neben einer geregelten und sicheren Arbeit die Lebensgrundlage für jeden Menschen. Wohnen muss für alle leistbar, Wohnungen und die Wohnumgebung müssen qualitativ hochwertig sein.“ (Arbeitsübereinkommen Innsbruck 2012–2018)


Leistbares und qualitativ hochwertiges Wohnen für alle – das sollte im 21. Jahrhundert in einem der reichsten Länder der Welt eigentlich selbstverständlich sein. Dass dem nicht so ist, belegen mittlerweile zahlreiche Erhebungen und Studien. Bekannterweise sind die Wohnkosten in Tirol im Bundesländervergleich besonders hoch. Verschärfend kommt hinzu, dass der Anteil an Sozial- bzw. Genossenschaftswohnungen am Wohnungsmarkt besonders niedrig ist. In Innsbruck warten aktuell über 2.000 Personen auf eine städtische oder gemeinnützige Wohnung. Die Wartezeit auf eine frei werdende Wohnung beträgt bis zu fünf Jahre.
Der Großteil jener Menschen, die in Tirol auf Wohnungssuchesind, ist daher auf den überteuerten privaten Wohnungsmarkt angewiesen.

Luxuspreise für Durchschnittswohnungen – viel Geld für wenig Wohnqualität: Privater Wohnungsmarkt in Innsbruck

Seriöse Zahlen, welche die tatsächlichen monatlichen Mietkosten in Tirol abbilden, gibt es leider nicht. Sowohl die Wirtschaftskammer (Immobilienpreisspiegel) als auch die Statistik Austria verwenden für ihre Aufzeichnungen die jeweiligen Nettomieten ohne Betriebs- und Heizkosten. Die angegebenen Durchschnittswerte entsprechen auch nicht den realen Mietpreisen am privaten Wohnungsmarkt in Tirol. Als Beratungseinrichtung, in der einer der Unterstützungs-schwerpunkte die Wohnungssuche und die Abklärung von deren Finanzierung ist, sichten wir täglich die entsprechenden Mietanbote. Eine von uns zuletzt durchgeführte Wohnpreiserhebung (detailliertere Auswertungen s. S. 37, Erhebungszeitraum Juli-Sep. 2012) ergab für Innsbruck und Umgebung folgende durchschnittlichen Mietpreise inkl. Betriebs- und Heizkosten.

Garconnière

490,–

Zweizimmerwohnung

750,–

Dreizimmerwohnung

890,–

Vierzimmerwohnung

1.290,–

(Anm.: Die Erhebungen ergaben weiters Durchschnittswerte auf die angebotenen Größen der jeweiligen Wohnungsgruppen und einen Durchschnittsquadratmetermietpreis inkl. Betriebskosten.

Garconnieren € 16,15/m2 (im Wohnungsschnitt mit 30,34 m2 Fläche)

2-Zimmer-Whg. € 14,40/m2 (im Schnitt mit 52,08 m2 Fläche)

3 Zimmer-Whg. € 11,97/m2 (im Schnitt mit 74,35 m2 Fläche)

4 Zimmer-Whg. € 13,15/m2 (im Schnitt mit 98,09 m2 Fläche)

Mittlerweile bald zwei Jahre später haben sich die Preise weiter nach oben entwickelt.

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Dass bei solch einem Preisniveau nicht von leistbarem Wohnraum die Rede sein kann, muss nicht weiter erläutert werden. Erwähnenswert ist aber, dass diese hohen Mietpreise noch lange kein Garant für qualitativ hochwertige Wohnungen sind, was Größe und Ausstattung anlangt. Die starken Preissteigerungen der letzten Jahre bei Mieten und Betriebskosten bedeuten, dass man für deutlich höhere Mietpreise weit weniger Wohnfläche und Wohnqualität erhält als noch vor fünf Jahren. 

Anmietungskosten – wer kann das bezahlen?

Nicht nur die unerschwinglichen Mietpreise sind skandalös. Wer am angespannten Wohnungsmarkt in Innsbruck eine Wohnung findet, muss sehr hohe Ausgaben für eine Anmietung tätigen. Ein Beispiel: 

Zweizimmerwohnung, 59 m2, € 697,– Monatsmiete inklusive Betriebskosten 2

Erste Monatsmiete

697,00

Kaution drei Monatsmieten

2.091,00

Provision eine Monatsmiete + 20 % Mehrwertsteuer

836,40

Vergebührung des Mietvertrages

250,00

Anmietungskosten

3.875,32


Bei einer größeren Drei- oder Vierzimmerwohnung können die reinen Anmietungskosten einen Betrag von € 5.000,– übersteigen. Dazu kommen noch Ausgaben für Übersiedlung, Einrichtung etc.
Ein Großteil der Mietverträge wird befristet abgeschlossen. Das bedeutet neben einer ungesicherten längerfristigen Wohnperspektive, dass mitunter alle drei Jahre mit solch einem finanziellen Aufwand zu rechnen ist!

Arbeiten um zu wohnen Unzumutbarer Wohnungsaufwand

Ein Wohnkostenanteil von bis zu 25 % des Einkommens gilt gemeinhin als Richtwert dafür, dass nach Abzug der Wohnkosten noch ausreichend Geld zum Leben übrig bleibt und Existenzsicherheit gewährt ist.
So definiert auch die „Statistik Austria“ einen Wohnkostenanteil von mehr als 25 % als unzumutbaren Wohnungsaufwand.
Wer in Innsbruck eine Garconnière anmietet, müsste mindestens € 1.960,– monatlich netto verdienen, damit der Wohnkostenanteil 25 % nicht übersteigt. Wer sich eine kleine Zweizimmerwohnung und damit einen minimalen Wohnstandard gönnen will, müsste bereits monatlich über mindestens € 3.000,– verfügen. Ein Wohnkostenanteil unter 25 % entspricht schon lange nicht mehr der Realität vieler MieterInnen.
Mittlerweile belegen auch diverse Studien die hohe Belastung der Erwerbseinkommen durch Wohnkosten. Laut einer Studie des IFES für die Arbeiterkammer Wien beträgt der Prozentanteil der Mietkosten am monatlichen Haushaltsnettoeinkommen aus Erwerbstätigkeit im Schnitt 43 %. Bei fast einem Drittel der Befragten ist dieser Anteil sogar noch höher, insbesondere bei BezieherInnen niedrigerer Einkommen.
Auch die „Statistik Austria“ weist mittlerweile einen Wohnkostenanteil am gesamten Haushaltseinkommen bei Haushalten mit niedrigerem Einkommen von 38 % aus.

Angemessene Wohngröße ist nicht finanzierbar

Ein minimaler Wohnungsstandard zumindest was die Wohnungsgröße anlangt (40 m2 bei Einpersonenhaushalt, 60 m2 bei Zweipersonenhaushalt) ist in Innsbruck schlicht und einfach nicht mehr finanzierbar bzw. bedeutet selbst bei durchschnittlichem Einkommen, dass die Lebensqualität in anderen Bereichen massiv eingeschränkt wird (Ernährung, Bekleidung, Freizeitgestaltung, Zugang zu Bildung, Teilnahme am gesellschaftlichen Leben usw.).

Kleine Zweizimmerwohnung in Innsbruck, € 750,– + € 30,– Strom

 

Nettomonats-
einkommen

Anteil Wohnkosten
am Einkommen

 

Frau

Mann

Frau

Mann

ArbeiterInnen

 850,–

 1.250,–

92 %

62 %

Angestellte

 1.350,–

 1.950,–

58 %

40 %

PensionistInnen

815,–

1.450,–

96 %

54 %

Wohnungsmarkt – eine Bestandsaufnahme: Unsichere und überteuerte Mietverhältnisse – Wohnen kann Ihre Existenz gefährden!

Wohnen macht arm. 
Angesichts der überteuerten Mietpreise kann es auch nicht verwundern, dass immer mehr Menschen auf finanzielle Unterstützung (Mietzinsbeihilfe und/oder Mindestsicherung) angewiesen sind, um das Grundbedürfnis Wohnen abzudecken.

Wohnqualität und Wohnsicherheit ist trotz hoher Preise nicht gegeben.
Immer mehr Menschen müssen – weil nicht anders finanzierbar – in kleinen und schlecht ausgestatteten Wohnungen leben. Befristete Mietverträge – in der Praxis drei Jahre – bieten keine ausreichende Sicherheit und zwingen MieterInnen in die Zwangsmobilität. Mit all den dazugehörenden Nebenwirkungen: finanzielle Belastung, psychische Belastung rechtzeitig wieder eine neue Wohnung zu finden, häufiger Wohnortwechsel, kein stabiles Lebensumfeld vor allem für Kinder etc.

Die Unsicherheit, die Wohnkosten auch langfristig finanzieren zu können, steigt – und damit auch die Gefahr eines Wohnungsverlustes!
Einkommensverluste oder gänzlicher Ausfall des Einkommens aufgrund von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Geburt eines Kindes, Scheidung etc. können sich existenzgefährdend auswirken.

Der Zugang zu Wohnraum am privaten Wohnungsmarkt wird für Menschen mit geringem Einkommen oder mit Mindestsicherungsbezug zunehmend schwieriger.
VermieterInnen suchen aus den vielen BewerberInnen jene aus, die eine gesicherte Arbeits- und Einkommenssituation vorweisen können.

Die Anzahl jener Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind, nimmt zu.
Immer mehr Menschen suchen Unterstützung in der Beratungsstelle des DOWAS.

Leistbares Wohnen?

Angesichts der dargelegten Situation am Wohnungsmarkt muss dem Thema „Leistbares Wohnen“ oberste politische Priorität eingeräumt werden! Nicht nur, um Wohnen wieder leistbar zu machen, sondern auch um Wohnungslosigkeit zu verhindern! Da sich alle Parteien das Thema „Leistbares Wohnen“ als lösbare Aufgabe zum Ziel gesetzt haben, sollte der politische Wille vorhanden sein um kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zur Senkung der Wohnkosten auch gegen den Widerstand von potentiellen Wählergruppen durchzusetzen.
Wohnen ist ein Grundbedürfnis und keine Ware. Es besteht dringender Handlungsbedarf!

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Aus dem per ÖVP-Amtsmissbräuche offenkundig verfassungswidrig agrar-ausgeraubten Tirolvom friedlichen Widerstand, Klaus Schreiner

Be part of the solution. Don´t be part of the problem! Sei dabei! Gemeinsam sind wir stark und verändern unsere Welt! Wir sind die 99 %!

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