SCHULSYSTEM – Änderungen gewünscht und von Nöten! Die Kinder sind unsere Zukunft die es nicht zu verspielen gilt! Wir verschandeln unsere Welt und unsere Lebensbedingungen – aufgrund Profitinteressen von Konzernen! Wir verschulden unsere nachfolgende Generation! Wir lassen unsere Kinder für unsere Pensionen zahlen!

Kirchenendzeitalter, Konzernzeitalter, endfälliges CV-ÖVP-Bauernbund-Aufklärungszeitalter 2013-11-10!

Hier wieder ein ein 1:1 Beitrag vom Urheber übernommen (vom sehr geschätzten -noch persönlich unbekannten –  Herrn Herbert Salzmann) wieder mal freundlich aus dem Web-entnommen und hier provokativ ohne zu nachzufragen eingestellt! Hervorhebungen wieder wie gewohnt von mir! Smile Zur Verdeutlichung der Aussagen!!! (mein schrecklicher Stil! ohne sorry:)) allerdings für Überdrüber(leser)flieger sind farbliche Markierungen im WEB nützlich und von Wert! Eye-chatcher)

Konditionierung Schule

Liebe Blogleser,

was bin ich nur (immer wieder) für ein schlimmer Junge! Ich habe aus dem FB folgendes entwendet! Einfach so! 1:1 übernommen: Die Schwarm-Intelligenz ist nicht zu schlagen! Smile

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Gehorsam ist ineffizient! – Warum Schulen so schwer reformierbar sind

von Herbert Salzmann

Nach jahrelangen Erfahrungen in Führungsseminaren und OE-Prozessen im österreichischen Schulsystem möchte ich hier in Form einiger Thesen klarlegen, warum unser Schulsystem weiterhin in seiner Inneffizienz verharren muss und wie es reformierbar wäre.

Schulen vermitteln nicht nur Wissen, sondern sie brauchen auch Wissen darüber, wie bestmögliche Bildung funktionieren kann. Dieses Wissen wäre bei einem geschätzten Drittel von wirklich engagierten Lehrenden und Leitenden sicher vorhanden, allerdings darf und kann es nicht wirksam werden. Denn statt der Engagierten geben im österreichischen Schulsystem immer noch die Gehorsamen den Ton an und diese sind den Herausforderungen unserer Zeit nicht gewachsen.

Die Schule kann sich sprunghaft verbessern, wenn das engagierte Drittel Handlungsfreiheit bekommt. Ein weiteres lernfähiges Drittel würde von diesen Engagierten inspiriert und mitgenommen werden und ein letztes destruktives Drittel müsste mittels verantwortlich angewendeter Macht gesteuert werden können.

Wie sich Wissen entwickelt

Karl Popper nennt zwei Verfahren mittels derer sich Wissen(schaft) entwickelt, erstens durch mutige Thesenbildung, zweitens durch den Prozess der Kritik. In der Offenen Gesellschaft ist es möglich seine Meinung zu äußern, Thesen zu bilden, eigene Methoden zu entwickeln etc.  Voraussetzung dafür ist die Freiheit, welche in dogmatischen und diktatorischen Gesellschaften eingeschränkt wird. Sämtliche Errungenschaften unserer Gesellschaft, von den Naturwissenschaften bis zur Demokratie, beruhen auf mutiger Thesenbildung und Kritik, auch wenn manche, wie Galilei, sehr dafür gelitten haben, oder andere wie Giordano Bruno, gar dafür sterben mussten.

Freiheit ist also die Voraussetzung für die Herausbildung hilfreicher Thesen und Methoden für Probleme aller Art. In der Schule zeigt sich diese zum Beispiel in der Methodenfreiheit der einzelnen Lehrperson. Nur die einzelne Lehrerin, der einzelne Lehrer kann wirklich wissen, was ein Schüler für seine Entwicklung braucht, keine Vorschrift und keine Anordnung kann diese freie Einsicht auch nur annähernd ersetzen. Wo reglementiertes Handeln oder mechanisches Wiederholen des Gewohnten an die Stelle dieser freien Einsicht tritt, muss zwingend mindere Bildungsqualität folgen.

Und seien die Reglementierungen von oben noch so fortschrittlich und gut gemeint, sie können niemals nur annähernd mit der unmittelbaren Wahrnehmung und verantwortlichen und freien Methodenwahl der Lehrperson vor Ort konkurrieren. Wer das glaubt, hat nichts von Wissenschaft verstanden, auch wenn er oder sie sich Wissenschaftler von Berufs wegen nennt.

Warum wir uns alle der Kritik stellen müssen

Platons „Apologie des Sokrates“, ein außerordentlich schönes Stück Philosophie, lehrt uns, warum sich jeder Mensch und insbesondere Wissensarbeiter_innen dem Prozess der Kritik stellen müssen. Sokrates bezweifelte die Weissagung des Orakels, dass niemand weiser sei als er, denn er musste sich eingestehen, dass er zwar in einigen Fragen Bescheid wusste, dass er aber in weit mehr Fragen unsicher und ratlos war.  Liebe Leserin, lieber Leser, fragen Sie sich ehrlich wie es um Sie und Ihren Beruf steht: Wenn Sie zum selben Ergebnis kommen, sind Sie ein vernünftiger Mensch, wenn nicht, halten Sie sich bitte von Machtpositionen fern.

In prüfenden Gesprächen musste Sokrates feststellen, dass auch alle anderen nicht viel wissen. So erkannte er, dass etwa Politiker den Leuten nach dem Mund reden, anstatt selber zu wissen, oder dass Künstler auch nicht viel wissen, sondern ihren Ahnungen und Gefühlen folgen. Für die Handwerker kam der alte Philosoph auch zu einer bezeichnenden Erkenntnis, nämlich dass diese zwar eine Sache gut können, sich aber deshalb gerne einbildeten, überall Bescheid zu wissen. Fazit für Sokrates? Die anderen haben auch alle keinen Plan, aber sie wissen es nicht!

Die höchste Stufe von Vernunft und Bildung ist es also, zwar mutige Thesen zu bilden, sich aber zugleich seiner Sache immer etwas unsicher zu sein, alles andere ist Wahn. Popper hat uns auch gezeigt, dass selbst beim Dazulernen das Nichtwissen überproportional zum Wissen steigt, weil wir durch die neuen Einsichten immer auch neue Fragen und Unsicherheiten entdecken.

Deshalb sind wir alle verpflichtet, unsere Thesen der Kritik auszusetzen, oder – umgelegt auf den Unterricht – die Folgen unseres Unterrichts mit anderen kritisch zu reflektieren, um unsere Methoden zu verbessern oder durch bessere zu ersetzen. Systematische gegenseitige Unterrichtsbesuche zum Beispiel, verbunden mit kritischen Feedbacks und Entwicklungsvereinbarungen sind deshalb eine Selbstverständlichkeit, auch wenn sie vielen Lehrer_innen heute noch als eine Ungeheuerlichkeit erscheinen.

Schulsystem

Die Aufgaben der Schulführung

Jeder Schultyp und jede Schule hat spezifische Aufgaben, die im Chor der Lehrenden zu verfolgen sind. Jede Lehrperson muss deshalb seine Aufgaben und Unterrichtsziele mit der Schule und den anderen Lehrenden abstimmen, sodass die einzelnen Unterrichte zusammenwirken. Im Rahmen dieser „Ziel- und Aufgabenklärung“ muss die Lehrperson aber frei handlungsfähig sein. Das selbe gilt eine Ebene höher für die Aufgaben der Schulleitung, die ebenfalls mit den anderen Schulen und der Bildungspolitik abgestimmt sein muss. Im Rahmen dieser grundlegenden Zielrichtungen muss die Schulleitung aber frei handlungsfähig sein.

Die offene Verständigung über Erwartungen, Aufgaben und Ziele der Lehrenden ist also die erste Hauptaufgabe der Schulführung. Die zweite ist es, für einen kritischen Diskurs über die Ergebnisse des Unterrichts zu sorgen, und über sonstige Folgen des Verhaltens von Lehrenden. Dieser Diskurs kann auch auf kollegialer Ebene stattfinden, er muss aber konsequent und systematisch durchgeführt werden, damit der Unterricht und das Verhalten der Lehrenden sich weiter entwickeln kann und damit Menschen von ungeeigneten Aufgaben abgezogen werden können.

Systematische Unverantwortlichkeit

Externe vergleichende Evaluationen können für Zielklärung und Kritik hilfreich sein, sie können aber diese Hauptaufgaben der Führung vor Ort niemals ersetzen. Ministerium und Schulbehören in Österreich verabsäumen es systematisch, für verantwortliche Führung vor Ort zu sorgen. Wie wäre es sonst möglich, dass das Lehrpersonal den Schulen von Behörden zugeteilt wird und dass es Schulleiterinnen und Schulleitern nahezu unmöglich gemacht wird, eine ungeeignete Lehrperson aus dem Lehrkörper zu entfernen.

Solche Bevormundungen durch Behörden degradieren Schulleiter_innen zu gehorsamen Vollzugsbeamten und unterbinden verantwortliche Führung. Bevormundete und Entmündigte können schwer verantwortlich handeln, weil ihnen der Mund zum Antworten verboten wird. Im Gegenzug aber weigern sich oft jene, die die Entscheidungen treffen, dafür gerade zu stehen. Wer – wie es so oft geschieht – die Versetzung oder Kündigung einer Lehrperson von Amts wegen verhindert, obwohl Kinder, Eltern und Kolleg_innen unter dem Verhalten dieser Person leiden, müsste an die Schule kommen und für diese Entscheidung gerade stehen. Das wäre Verantwortung, alles andere ist Behördenwillkür im eigentlichsten Sinne.

Verantwortung ist nicht delegierbar, nur Entscheidungsrechte sind delegierbar. Wer möchte, dass Menschen Verantwortung für eine Aufgabe übernehmen, muss ihnen die Entscheidungsrechte delegieren und sie dann frei handeln lassen. Methodenfreiheit macht Lehrer_innen verantwortlich und Personalhoheit macht Schulleiter_innen verantwortlich, denn „Freiheit ist Verantwortlichkeit – das ist der Grund weshalb sich so viele Menschen vor ihr fürchten.“ (G.B.Shaw)

Damit Schulleiter_innen unter solchen Bedingungen nicht willkürlich agieren können, müssten auch sie sich einem kritischen Diskurs stellen und für die Folgen ihrer Entscheidungen gerade stehen. Dieser kritische Diskurs kann nach oben organisiert werden, aber auch gegenüber dem Kollegium, und vom Ausgang solcher Diskurse sollte es abhängen, ob die Schulleitungsfunktion für eine weitere Periode verlängert wird. Auch Feedbacks der Eltern und Schüler_innen sollten in solche Prozesse einfließen.

Vom Gehorsam zur Verantwortlichkeit

Die Schule ist erneuerbar und entwickelbar, es gibt auch die Kräfte dafür, davon bin ich überzeugt, denn ich habe in den letzten Jahren mehrere hundert Schulleiter_innen in Führungskursen kennengelernt. Die Erneuerung kann aber nur durch verantwortliche Initiativen vor Ort geschehen, durch die engagierten und verantwortlichen Menschen, die wir im Schulsystem mindestens im selben Ausmaß finden, wie in anderen Organisationen. Das sind selten die meisten, aber mit dieser Ungleichheit lässt sich zurechtkommen.

Die österreichische Bildungspolitik und die Schulbehörden sollten endlich begreifen, dass ihre bisherige Strategie der zentralen Steuerung von oben systematisch versagt. Wo ist das Vertrauen in die Eigeninitiative und Eigenverantwortlichkeit der Menschen? Wie soll ein solches Bildungsziel für junge Menschen erreicht werden, wenn es in der eigenen Organisation so mit Füßen getreten wird?

Ein Beispiel? Der neue Volksschulleiter Köhle im Tiroler Nassereith wollte die monströsen 1,5-Meter Kreuze durch kleinere ersetzen, musste dies aber auf politischen Druck durch Bürgermeister Falbesoner, Bildungslandesrätin Palfrader und Landesschulratspräsident Lintner rückgängig machen, obwohl diese Vorgangsweise mit der Religionslehrerin abgestimmt war. Nun hängen „als Kompromiss“ in dieser kleinen Volksschule in einem 2000 Seelen-Dorf nach wie vor ein 3 Meter hohes Kreuz, sowie sechs 1,5 Meter hohe Kreuze plus die 8 kleineren Kreuze. (Anm.: Weg mit den Symbolen!)

Wir müssen verstehen, dass gehorsame Menschen zwar bequem für die Mächtigen sind, dass diese aber keine Eigeninitiative ergreifen und letztlich auch nicht verantwortlich handeln. Gehorsame Schulleiter_innen und Lehrer_innen können unsere Schulen nicht effektiver und schon gar nicht effizienter machen. Nur verantwortliche Menschen können die Schule erneuern, das müssten die pädagogischen Insider doch wissen, oder kennen sie „Vom Gehorsam zur Verantwortung“ von Jesper Juul nicht? Es liegt wohl eher daran, dass in den oberen Etagen des Schulsystems mehrheitlich genauso gehorsam sozialisierte Menschen das Sagen haben, wie in den Schulen selbst.

Nicht das brave Kind, sondern das schöpferische Kind sollte unser Bildungsziel sein – und nicht die braven Bildungsverantwortlichen können die Schule reformieren, sondern nur die schöpferischen. Es wäre zu wünschen, dass in der nächsten Regierung ein schöpferischer und kreativer Mensch die Bildungsverantwortung übernimmt, doch die Auswahl ist gering.

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Aus dem per ÖVP-Amtsmissbräuchen verfassungswidrig agrar-ausgeraubten Tirol, vom friedlichen Widerstand, Klaus Schreiner

PS.: Meiner persönlichen freien Meinung nach: ALLE ACHTUNG für diese freie Meinungsäußerung!!!!!       R E S P E K T ! 

Schule warum - Systemerklärung Mutter

Meiner bescheidenen Meinung nach, hat Hr. Richard David Precht ebenfalls eine sehr gute Ansicht über unser Schulsystem und deren möglichen Verbesserungen! Feedback-Lernen ist auch nicht ganz übel auf jeden Fall effizient und tauglich, liest man so und hört man!

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