Erinnerungsorte – Erinnerungsworte -wörter – Zeitgeschichte – Nationalsozialismus in Tirol! – „raubkopiert (copy and paste-Verfahren) und weiterverwendet“ von der Universität Innsbruck

Quelle:

http://www.univie.ac.at/hypertextcreator/zeitgeschichte/site/browse.php?artiid=1222&arttyp=a

Liebe Tiroler Mitbürger und Österreicher,

wenn wir heute den Totenkult begehen sollten wir unsere Geschichte nicht vergessen und uns daran erinnern, dass unser Leben begrenzt ist. Es ist jedem möglich seine Entscheidungen frei zu wählen und sein Leben mit Sinn und wahren Werten zu erfüllen.

Hier zur Erinnerung einige Stichwörter vom Glosar der Erinnerungsorte.

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Tiroler Antisemitenbund Ute Wieser Kontexte

Aus den damaligen politischen Lagern der Christlichsozialen, Katholisch-Konservativen und Deutschnationalen entstand 1919 der „Antisemitenbund“, der die Juden auf allen Gebieten bekämpfen und aus allen Positionen und Stellungen verdrängen wollte. Als Hort vieler rechtsextremer Vereine ging er letztlich 1938 ganz in das Lager der NSDAP über.

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Vaterländische Front Kontexte

1933 von Bundeskanzler Engelbert Dollfuß
gegründete politische Bewegung, welche die Selbstständigkeit Österreichs, einen autoritär-ständestaatlichen Gesellschaftsaufbau und die Überwindung des Parteienstaates, d.h. die Abschaffung von Republik, Parlament und Demokratie anstrebte. Sie war nach dem Führerprinzip organisiert und nach dem Bürgerkrieg vom Februar 1934 gemäß der autoritären Mai-Verfassung von 1934 die einzige zugelassene „Partei“, der alle ÖsterreicherInnen auch unter Anwendung von Druck beitreten sollten. Nach der Machtübernahme der NSDAP im März 1938 wurde sie aufgelöst und ihre Führer verhaftet.

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Gau/Gauleiter Kraxner, Neuhauser, Wehinger Kontexte

Territoriale Gebietseinheit der NSDAP und deren Führer (= Gauleiter).
Die Einteilung des Reichsgebietes in Gaue geschah auf Veranlassung Hitlers nach der Neugründung der Partei 1925, als sie sich über Bayern hinaus auszudehnen begann. Österreich, das „Ostmark“ und später nur mehr „Alpen- und Donaureichsgaue“ genannt wurde, war nach einem langwierigen Prozess in die Gaue Wien, Kärnten, Niederdonau, Oberdonau, Salzburg, Steiermark, Tirol-Vorarlberg. Der Gauleiter von Tirol, Franz Hofer, war zuständig für den Gau Tirol-Vorarlberg ohne Osttirol, das an den Gau Kärnten angegliedert war.

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Revolutionäre Sozialisten Leitner, Müller, Rieder Kontexte

Nach dem Verbot der Sozialdemokratischen Partei 1934 entstanden, setzten sich aus ehemaligen Angehörigen sozialdemokratischer Organisationen zusammen. Ideologisch zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus angesiedelt, waren sie schwerer Verfolgung durch das Dollfuß- und dann durch das NS-Regime ausgesetzt. 

dollfuss

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Südtiroler OptantInnen Kontexte

Hitler verzichtete darauf Südtirol „heim ins Reich“ zu holen, da ihm ein Bündnis mit Benito Mussolini, dem faschistischen Führer Italiens, für seine Kriegspläne wichtiger war, und ihm an dessen Zustimmung zum „Anschluss“ Österreichs an Deutschland gelegen war. Mussolini war bis dahin enger Verbündeter des autoritär regierten Österreich und Garant für dessen Unabhängigkeit gewesen. Italien und das Deutsche Reich einigten sich 1939 auf die Umsiedlung der „volksdeutschen“ SüdtirolerInnen im Rahmen der Option. Diese mussten sich entscheiden, entweder als loyale StaatsbürgerInnen in Italien zu bleiben, wo sie als BürgerInnen zweiter Klasse in ihren Rechten als deutschsprachige Minderheit unterdrückt wurden, oder die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen und auszuwandern. Vor allem im Gau Tirol-Vorarlberg wurden gemeinnützige Wohnungen für die UmsiedlerInnen errichtet.

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Euthanasie Kontexte

Missbräuchliche und verharmlosende Verwendung dieses Begriffs durch das NS-Regime. Euthanasie kommt aus dem Griechischen und meint „schöner Tod“. Die Verwendung der Bezeichnung Euthanasie („Gnadentod“), die ursprünglich in der Antike in einen Diskurs über einen würdigen, selbstbestimmten Tod eingebettet war, sollte die Realität einer erbarmungslosen, rassistischen Tötungsaktion behinderter Menschen beschönigen helfen, die als minderwertige KostenverursacherInnen beseitigt werden sollten.

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Eugenik Kontexte

Vererbungslehre unter der Grundlage des Sozialdarwinismus, die verschiedenste Maßnahmen empfahl, um höherwertige Menschen mit besserem Genmaterial zu züchten und die Fortpflanzung minderwertiger Menschen zu verhindern. Während der Sozialdarwinismus davon ausging, dass sich die höherwertigen Menschen und Nationen durch natürliche Selektion entwickeln würden, forderte die Eugenik ein aktives Eingreifen (Sterilisierungen, Höherzüchtung durch geeignete PartnerInnenwahl, Heirats- und Fortpflanzungsverbote usw.). Die Denkweise der als Naturwissenschaft bezeichneten Eugenik floss in zahlreiche Gesetze europäischer Staaten oder der USA bereits im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ein. Lange vor der NS-Machtübernahme wurden etwa in Ländern wie der Schweiz oder der USA, um zwei Beispiele zu nennen, Randgruppen wie geistig Behinderte, Kranke und Kriminelle zwangssterilisiert.

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Höttinger Saalschlacht Kontexte

Nationalsozialisten hatten zum Zweck der Provokation mitten in der roten ArbeiterInnenhochburg Hötting eine Versammlung abgehalten, die von Sozialisten und Kommunisten gesprengt wurde. In den gewalttätigen Kämpfen gab es zahlreiche Verletzte auf Seiten der Linken und der Nazis. Ein Nationalsozialist, Sylvester Fink, kam ums Leben.

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Pogrom Gschnell, Kasper, Oberrauch, Plainer Kontexte

Der Begriff wurde aus dem Russischen übernommen, da es in Russland unter den Zaren besonders viele brutale Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung gab, und bedeutet übersetzt „Verwüstung“. Er bezeichnet eine mit Plünderung und Mord verbundene Judenverfolgung, die meist von staatlicher Stelle ausging. Der Begriff „Pogrom“ wird nun zur allgemeinen Bezeichnung für eine Ausschreitung gegen Mitglieder nationaler, religiöser oder rassischer Minderheiten verwendet.

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Widerstandsbewegung Leitner, Müller, Rieder Kontexte

Gruppe, die sich dem Kampf gegen eine fremde Besatzungsmacht oder ein in ihrem Sinne illegitimes Regime verschrieben hat. Angewandte Mittel reichen vom zivilen Ungehorsam, passiven Widerstand und Industriesabotage bis hin zu gewaltsamen Anschlägen. Die Unterscheidung vom Terrorismus ist oft nicht leicht zu treffen. Bekämpfte Regime bezeichnen Widerstandsbewegungen oft als Terrororganisationen, während die Bewegungen sich selbst als Widerstand bezeichnen und damit eine gewisse Legitimität für sich beanspruchen.

Aus dem per ÖVP-Amtsmissbräuchen verfassungswidrig agrar-ausgeraubten Tirol, vom friedlichen Widerstand, Klaus Schreiner


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