Elitenverbrüderung versus Bürgergleichgültigkeit!

An unsere Bundesregierung und unsere „liebenMedienvertreter!

                                                                                              Innsbruck, 2013-03-19 II

Lieber Mitmensch, liebe Systemanalytiker,

schade drum – es ist wirklich dumm. Das Wie in unseren menschlichen Handlungsweisen entscheidet unser Tun enorm. Die Verantwortung dafür liegt im Bewusstsein und im Menschen. Wir sind uns und unseren nächsten Mitmenschen gegenüber verantwortlich. Soziale Gerechtigkeit sollte zum Weltleitbild progressiver Politik zu Menschlichkeit werden. Der Mensch steht im Mittelpunkt des Lebens, nicht das Verlangen nach Geld, sondern das Verlangen sein Leben mit Sinn (Zweck) und Freude zu erfüllen und das Ego mit seinen Eigeninteressen zurück zu lassen, gehört zur Menschlichkeit. Soziale Gerechtigkeit darf nicht weiter unerfüllte Verheißung und politisches „bla, bla, bla“ bleiben. Das Prinzip der Hoffnung, auch menschliche Solidarität, Fairness und damit zusammenhängender Frieden sollte uns als moralische Autorität in unserem Bewusstsein zu Seite stehen. Die problematische Tendenz, dass die gesellschaftliche Toleranz gegenüber sozialer Ungleichheit zugenommen hat, ist bereits institutioneller Bestandteil unserer reichen, österreichischen Gesellschaft? Der brisante Tatbestand, dass einem Großteil der jungen Generation in Europa durch Arbeitslosigkeit die Möglichkeit versperrt sei, eine positive Lebensperspektive zu entwickeln, entzieht der Hoffnung den geistigen Boden.

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Ein österreichisches Dilemma ist die Gefährdung der Meinungsfreiheit, 65 % der Österreicher scheuen sich laut einer aktuellen Umfrage, ihre Meinung offen zu äußern. Wie hoch ist der Anteil bei unseren Journalisten und Politikern? Gleich hoch, höher oder weniger hoch? Wirklich schade – Abhängigkeit in der Meinungsindustrie des Konformismus zur gleichgeschalteten Anzeigen basierenden medialen Meinung. Reiner Konsum – Bürger Mund halten – System aufrecht erhalten, System Elitenverbrüderung. Unsere Gleichgültigkeit und das verlorene Interesse der Menschen an der Gesellschaft werden uns dem Untergang der Menschlichkeit zuführen. Das Kapital und dessen Profitinteressen gewinnen gegenüber dem Menschen. Wir dürfen nicht die Zukunft unserer Kinder verspielen und als ohnmächtige Opfer weiter uns um unsere Eigeninteressen kümmern. Wir westliche Menschen sollten begreifen, dass der Souverän in einer Demokratie bestimmt (-en sollte), und wir gemeinsam stark sind. Sehr stark. Wir sind die Veränderung und das Volk. Wir sind die dem Staate zugrunde liegende Gewalt und Basis. Basisdemokratie gehört zugelassen, gelebt und gestaltet.

Mit STRG ++ kann man dies wie immer vergrößern…

In Afrika verhungern Kinder, was kann ich dafür?  

Ein Kind, das heute verhungert, wird ermordet. Mit diesem radikalen Perspektivwechsel bekämpft Jean Ziegler unsere kannibalistische Wirtschaftsordnung. Barbarische Banken, gewissenlose Wirtschaftskonzerne und widersinnige internationale Vereinigungen brandmarkt er als die Schuldigen für den Hunger der Welt. Aber reicht die Verantwortung auch bis zu jedem Einzelnen von uns?

„Zunächst schwillt das Gesicht des Kindes an, dann zerfrisst die Nekrose allmählich alle weichen Gewebe. Lippen und Wangen verschwinden, klaffende Löcher tun sich auf. Die Augen hängen nach unten, da der Knochen der Augenhöhle zerstört wird. Der Kiefer wird unbeweglich. Die Narbenbildung entstellt das Gesicht. Da der Kiefer blockiert wird, kann das Kind den Mund nicht mehr öffnen. Daraufhin bricht die Mutter die Zähne an der einen Seite heraus, um dem Kind Hirsesuppe einflößen zu können … in der verzweifelten Hoffnung, die graue Flüssigkeit könne verhindern, dass das Kind verhungert“.

Wer den Hunger gesehen hat, kann mit Worten erschüttern – vielleicht noch mehr als es jene Momentaufnahmen von dürren Kindern mit Blähbäuchen vermögen, die in den Medien zur traurigen Gewohnheit geworden sind. Die obige Beschreibung der „Noma“ – eine Hungerkrankheit, die als Folge von Mangelernährung auftritt und zu ihrem Beginn noch mit einfachsten Mitteln (angemessene Ernährung und Desinfektionsmittel) aufgehalten werden könnte –  stammt aus Jean Zieglers neuestem Buch „Wir lassen sie verhungern. Die Massenvernichtung in der dritten Welt„. Der Schweizer Autor war der erste UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Zurzeit ist er Vizepräsident des beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrates. Seit Jahren gibt Jean Ziegler mit seiner Arbeit dem Hunger ein Gesicht und den Hungernden eine Stimme. Formal gleicht seine Arbeit der eines organisierten Samariters, inhaltlich ist sie ein diskursiver Kampf, mit dem er sich viele Feinde macht.

Ein Kind, das heute verhungert, wird ermordet

„In Afrika verhungern Kinder“ – ist das heute noch eine Nachricht?  Verhungernde Kinder in den ärmsten Ländern der Welt erscheinen im neoliberalen Kollektivbewusstsein irgendwie als legitim, fast wie ein unabänderliches Naturgesetz. Jean Ziegler hat dieses Weltbild des Hungers umgestürzt. Sein Blick lässt für die Legitimation des Welt-Hungers „natürliche“ Gründe allein nicht mehr gelten. Naturkatastrophen können zwar konjunkturell Hungerkrisen verursachen, aber anders als noch vor einigen Jahrzehnten gibt es heute keinen permanenten objektiven Mangel an Lebensmitteln mehr – das Problem ist nicht die Produktion, sondern der Zugang zu Nahrung. „Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. Und das auf einem Planeten, der grenzenlosen Überfluss produziert“, schreibt Ziegler. 57000 Menschen sterben pro Tag an Hunger. Eine Milliarde Menschen sind permanent schwerst unterernährt. Nicht weniger als zwölf Milliarden Menschen könnten mit dem augenblicklichen Zustand der Weltlandwirtschaft ausreichend versorgt werden. Wir haben es also nicht mit natürlicher Knappheit, sondern mit einem menschgemachten Problem der Verteilungsgerechtigkeit zu tun: „Insofern ist die Situation alles andere als unabwendbar. Ein Kind, das am Hunger stirbt, wird ermordet.“, meint Jean Ziegler.
Text-Quelle:
http://www.utopia.de
BESUCHENSWERT!!!

Mit freundlichen Grüßen,    Klaus Schreiner

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